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Der Chat ist offen. Stellen Sie Ihre Frage(n) zum Frauenstreik!
Kurt Manser, Zürich Freitag, 14.06.2019, 13:34
Wieso streiken die Frauen nicht wirklich? Wenn man Frei-tage dran geben muss, ist das gar kein Streik!
Diana Gutjahr
Guten Tag Herr Manser, es ist im juristischen Sinne auch kein Streik, weshalb man sich auch nicht aufs Streikrecht berufen kann. Deshalb müssen Freitage oder Kompensationsstunden bezogen werden. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Freundliche Grüsse, Diana Gutjahr
Peter Laubscher, Uttigen Freitag, 14.06.2019, 13:34
Ich behaupte, dass es den Frauen vornehmlich nur noch um Vorrechte geht und die Männer zunehmend diskriminiert werden. Lohngleichheit=jede Frau kann wählen zu welchen Bedingungen sie arbeitet. Fast jede Frau wünscht nicht 100
Flavia Wasserfallen
Guten Tag Herr Laubscher Schön wäre es, wenn alle die Arbeitsbedingungen frei wählen dürften. Aber zu ihrer Frage: Frauen erfüllen Zweidrittel der unbezahlten Betreuungsarbeit, verdienen im Schnitt 20% weniger, haben tiefere Renten und sind 3x mehr von sexueller Belästigung betroffen. Das ist 2019 die Situation und der Frauenstreik thematisiert das. Und diese Situation ändern wir nur gemeinsam mit den Männern. Hoffentlich auch mit ihnen?
Elisabeth Grimm, Sissach Freitag, 14.06.2019, 13:36
Warum wurde der Koordinationsabzug noch nicht abgeschafft? Dieser benachteiligt vor allem Frauen, die z.B. Teilzeit arbeiten weil die Kinderbetreuung in CH miserabel organisiert und exorbitant teuer ist! Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass die Löhne niedrig sind sobald viele Frauken in einem Beruf arbeiten, z.B. Apothekerinnen in de Apotheke und die Löhne zu steigen beginnen, sobald Männer in ein Berufsfeld eindringen, z.B. Krankenpflege HF? Was unternimmt die Politik??
Flavia Wasserfallen
Guten Tag Frau Grimm Der Koordinationsabzug in der 2. Säule ist tatsächlich ein Problem. Diesen hätten wir teilweise abgeschafft im Projekt Altersvorsorge 2020. Ich hoffe, dass wir in der nächsten Legislatur eine ausgewogene Rentenrevision erarbeiten können, aber dazu braucht es andere Mehrheiten im Parlament. Freundliche Grüsse, Flavia Wasserfallen
Marisa Zanetto, Pruntrutt Freitag, 14.06.2019, 13:38
Bei der AHV sind Bürgerliche wie Frau Gutjahr bereit, für Gleichstellung einzustehen (AHV-Alter 65 für Frauen), aber beim Lohn nicht. Warum, Frau Gutjahr?
Diana Gutjahr
Guten Tag Frau Zanetto, natürlich stehen wir für gleicher Lohn für gleiche Arbeit ein. Das ist für mich zentral und absolut klar. Trotzdem muss man für eine effektive Gleichstellung auch das Rentenalter in die Schale werfen. Diese Diskussion, wie auch viele weitere sozialpoitische Themen, werden wir bei der anstehenden Altersrefom führen müssen. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Freundliche Grüsse, Diana Gutjahr
Marisa Zanetto, Pruntrutt Freitag, 14.06.2019, 13:38
Ich glaube, heutige junge Frauen haben keine Ahnung, wofür wir gekämpft haben 1991. Ich musste meinen Mann fragen, ob ich etwas mehr Geld fürs Haushalten bekomme! Gleichberechtigung beginnt im Kopf.Und Lieder, in denen Frauen Schlampe genannt werden, schaden!
Charlotte Stauffer, Leubringen Freitag, 14.06.2019, 13:38
Wieso sind die prekären Anstellungsbedingungen kein Thema des Frauenstreiks? In einigen Berufen, vor allem in Lehrberufen, arbeiten korrekt und stufengerecht ausgebildete Frauen, aber auch Männer, häufig jahrelang in befristeten Arbeitsverhältnissen, die dann verlängert werden oder auch nicht.
Flavia Wasserfallen
Guten Tag Frau Stauffer. Prekäre Arbeitsverhältnisse, Arbeit auf Abruf oder Niedriglöhne zu bekämpfen, sind wichtige Forderungen des Streiks, treffen häufig Frauen und sie haben völlig recht, darauf hinzuweisen. Freundliche Grüsse, Flavia Wasserfallen
Marianna Pieren, Lyss Freitag, 14.06.2019, 13:42
Im Vorfeld, sowie heute morgen, habe ich immer wieder von gleichen Rechten von Mann und Frau gehört - aber bloss Hinweise auf diverse Ungleichheiten der Rechte. Wo bitte stehen die PFLICHTEN ? Z.B. obligatorischer Militär-, Zivildienst!!!??? Meines Erachtens gehören zu Rechten immer auch Pflichten - solange diese totgeschwiegen werden habe ich "ein müdes Lächeln" zu viel Aufwand für einen Frauenstreiktag. bin Mutter von 4 Töchtern, Grossmutter von 3 Enkelinnen, Gleichberechtigung ja, aber . . .
Flavia Wasserfallen
Guten Tag Frau Pieren Ich bin für die Abschaffung der obligatorischen Wehrpflicht, somit hätten wir dann auch in diesem Punkt Gleichberechtigung. Ich finde es falsch, Ungerechtigkeiten gegeneinander auszuspielen und würde mich über ihre Solidarität mit Frauen, die es weniger einfach haben, freuen. Vielleicht wird ihr müdes Lächeln ja noch gross und freudig bis zum Abend? Freundliche Grüsse, Flavia Wasserfallen
Brun Muff, Grand-lancy Freitag, 14.06.2019, 13:42
Ich habe das Gefühl, dass nur noch due SVP Frauen sich von den Mannen diktieren lassen was sie zu tun haben sonst wären sie doch solidarisch mit den anderen Frauen.....
Diana Gutjahr
Guten Tag Herr Muff. Ich fühle mich überhaupt nicht fremdbestimmt, im Gegenteil. Mir stehen alle Türen und Tore in der Politik wie auch im Beruf offen. Solidarität beginnt in der täglichen Arbeit, indem man Frauen wie Männer gleich behandelt. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Freundliche Grüsse, Diana Gutjahr
Kurt Manser, Zürich Freitag, 14.06.2019, 13:45
Frage an die SVP-Politikerin: wie will sie denn die Ziele erreichen für die Frau? Und: sehen Sie kein Problem, wenn Frauen 20% weniger verdienen?
Diana Gutjahr
Guten Tag Herr Manser, ich stehe für "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" ein. Das lebe ich in unserem Familienbetrieb. Eine Lohndiskriminierung gibt es bei uns nicht. Ich bin jedoch auch der Ansicht, das Frauen oft etwas selbstbewusster auftreten sollten und ihre Positionen klarer vertreten dürfen. Da haben wir Frauen noch Potenzial nach oben. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Freundliche Grüsse, Diana Gutjahr
Samuel Sigrist, Liestal Freitag, 14.06.2019, 13:45
Was ist Ihre Meinung zur Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65?
Flavia Wasserfallen
Guten Tag Herr Sigrist Die AHV ist wohl die grösste soziale Errungenschaft der Schweiz und wir sind verpflichtet, diese in die Zukunft zu führen. Ich kann mit der Angleichung des Frauenrentenalters leben, wünsche mir aber gleichzeitig Lohngleichheit und eine allgemeine Stärkung der AHV. In der 2. Säule gibt es riesige Ungerechtigkeiten gerade für Frauen, und diese müssen wir angehen. Freundliche Grüsse, Flavia Wasserfallen
Silva Stutz, Zug Freitag, 14.06.2019, 13:47
Unsere Tochter arbeitete im Studium (ETH) in internationalem Unternehmen. Nach Studienabschluss wurde ihr dort eine 100% Feststelle angeboten. Ein Studienkollege wurde dort gleichzeitig für ähnliche Position angestellt. Er erhielt den Vertrag nach 2 Monaten. Ihr Vertrag kam nach 6 Monaten Krampf UND ihr wurden ca. 10"000.- weniger geboten pro Jahr, als ihrem Kollegen, der in diesem Unternehmen zuvor noch KEINE Arbeitserfahrung gesammelt hatte. Sie MUSSTE kämpfen, um gleichen Lohn zu erhalten.
Flavia Wasserfallen
Guten Tag Frau Stutz Ich danke ihnen für ihre Geschichte, die zeigt, dass Frauen im Arbeitsmarkt nicht gleichgestellt sind und für ihre Rechte kämpfen müssen. Die Politik darf hier nicht länger zuschauen. Eine Massnahme dafür ist die soeben beschlossene Lohntransparenz. Freundliche Grüsse, Flavia Wasserfallen
Kurt Manser, Zürich Freitag, 14.06.2019, 13:48
Wie lebt Frau Gutjahr Gleichstellung in ihrem Unternehmen? Wie konkret?
Diana Gutjahr
Ich nehme an, ich habe Ihnen gerade auf eine andere Frage geantwortet, Herr Manser. Wir sind in einem eher männerlastigen Bereich tätigt, sodass ich versuche Frauen für technische Berufe zu begeistern. Aktuell wird nach den Sommerferien eine Lernende in einem technischen Beruf starten, das freut mich ausserordentlich. Damit leiste ich einen effektiven Beitrag. Freundliche Grüsse, Diana Gutjahr
Joël Graf, Graf Freitag, 14.06.2019, 13:48
Was halten Sie von der Wehrpflicht, die sich auf Männer beschränkt? Ist die Begründung des Bundesgerichtes, "Frauen aufgrund physiologischer und biologischer Unterschiede im Durchschnitt für den Militärdienst als weniger gut geeignet" zu betrachten, im 21. Jahrhundert nicht völlig überholt?
Flavia Wasserfallen
Guten Tag Herr Graf Frauen können genau so gut Militärdienst leisten, wie Männer. Viola Amherd macht ja aktuell im Militär eine Frauenoffensive. Allerdings bin ich für die Abschaffung der obligatorischen Wehrpflicht. Das bringt dann auch wieder Gleichberechtigung. freundliche Grüsse, Flavia Wasserfallen
Carina de Bever-Bell, Wohlen Freitag, 14.06.2019, 13:51
Frage zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Wie stellen Sie sich das vor? Die gute Betreuung von Kindern braucht ein internsieves Engagement beider Elternteile. Um eine gute Beziehung aufzubauen benötigt man Zeit, Energie und Spannkraft. Das Leben verändert sich total, wenn man Kinder hat. Eine Familie zu gründen bringt viel Positives mit sich aber ebenso für beide Elternteile auch Verzicht. Werden Eltern, die ihre Kinder selber betreuen wollen, am Schluss nicht doch benachteiligt?
Silva Stutz, Zug Freitag, 14.06.2019, 13:52
Quotenfrau zu sein, ist mir egal: Seit der Bundesrat existiert - seit 1848, das sind 171 Jahre - sind alle Bundesräte Quotenräte. Zuerst nur Quotenmänner, jetzt Quotenmänner und Quotenfrauen. Findet irgend jemand, dieses Quotengremium habe die Schweiz schlecht durch die Geschichte geführt?
Diana Gutjahr
Guten Tag Frau Stutz. Mann wie Frau sollte wegen Ihrer Kompetenz und Ihrem Einsatz eine Position einnehmen. Ich bin der Ansicht, dass bei einer Einführung einer Quotenregelung, alle diese Frauen oder auch vielleicht irgendwann Männer, sich nicht wegen ihrer Leistung eingesetzt fühlen. Deshalb lehne ich eine Quote, in jedem Bereich, explizit ab. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Freundliche Grüsse, Diana Gutjahr
Christa Bosshard, Bern Freitag, 14.06.2019, 13:53
"Töchter an der Spitze eines Familienunternehmens sind heute ganz selbstverständlich!", sagt die Soziologin Daniela Jäkel-Wurzer, die sich auf die Beratung von Unternehmerfamilien spezialisiert hat und seit Jahren zur weiblichen Nachfolge forscht. Die Töchter, oft hervorragend ausgebildet, stießen in der freien Wirtschaft nach wie vor oft gegen die gläserne Decke. "Das Familienunternehmen bietet dann die Chance, die Strukturen nach den eigenen Vorstellungen familienfreundlich zu gestalten."
Marianne Wooddtli, Bern Freitag, 14.06.2019, 13:58
Als alleinstehende Berufsfrau empfinde ich das heutige Steuersystem als ungerecht. Warum müssen Singles entschieden höhere Steuern bezahlen? Wann kommt die Individualbesteuerung, die gerechter wäre? Ich habe den Eindruck, dass diese Diskrepanz den Parlamentarierinnen noch nicht aufgefallen ist.
Diana Gutjahr
Guten Tag Frau Wooddtli, ja, ich kann Ihre Aussage nachvollziehen. Das Steuersystem bei der direkten Bundessteuer muss überarbeitet werden. Generell sollten wir ein Steuersystem haben, dass den Lohn "gerecht" besteuert, denn die enorme Zunahme bei der Steuerprogression bei Doppelverdienern ist stossend. Diese Thematik auch in Bezug auf Ihre Situation ist im Parlament angekommen und wird diskutiert. Sie stossen damit auf offene Ohren. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Freundliche Grüsse, Diana Gutjahr
Chat-Admin
Der Live-Chat mit Diana Gutjahr und Flavia Wasserfallen ist beendet - danke für die interessanten Fragen! Das «Tagesgespräch» zum Nachhören finden Sie hier: https://www.srf.ch/sendungen/tagesgespraech/die-kontroverse-zum-frauenstreik