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S.L. Dienstag, 02.07.2019, 19:37
Der Bericht war mega, das ist der Richtige Schritt in die Richtige Richtung, zeit um umzudenken
v.g. Dienstag, 02.07.2019, 20:03
Stimmt mein Eindruck, dass mehr Männer als Frauen pädophil sind und wenn ja, warum ist das so?
Monika Egli-Alge
Ja, statistisch wird Pädophilie deutlich öfter bei Männern festgestellt als bei Frauen. Über Frauen mit dieser Präferenzbesonderheit ist sehr wenig bekannt. Allerdings geht man davon aus, dass auch Frauen diese Besonderheit haben können.
M.J. Dienstag, 02.07.2019, 20:07
Wie steht es mit der Freiheit der Kinder, zu etwas nicht nur NEIN, sondern auch JA zu sagen? Kinder werden nur als "Opfer" gesehen, und niemand kümmert sich um Kinder, die sich nicht als solche empfinden. Wenn Erwachsene sich um das Erwachen von sexuellen Empfindungen bei Kindern kümmern und auf ihre Wünsche eingehen wollen, gibt es nur ein NEIN, obwohl Kinder fast alles von Erwachsenen lernen müssen. Doch hier gibt es nur ein NEIN und Wünsche von Kindern müssen einig gehen mit diesem NEIN!
Monika Egli-Alge
Kinder können nur JA zu etwas sagen, das sie auch voll und ganz verstehen. Und Sexualität mit Erwachsenen gehört da nicht dazu. Kindliche Sexualität hat nichts mit Erwachsenensexualität zu tun.
D.W. Dienstag, 02.07.2019, 20:11
Im Alltagsgebrauch wird Hebephilie oft mit Pädophilie gleichgesetzt. Besteht so nicht die Gefahr einer Kriminalisierung resp. Pathologisierung eines an sich "normalen" Verhaltens.
Monika Egli-Alge
Hebephilie wird als sexuelle Ansprechbarkeit auf das vorpubertäre Körperschema definiert. Das (sexuelle) Schutzalter liegt bei 16 Jahren. Hebephilie ist eine Präferenzbesonderheit und liegt nicht in der statistischen Norm.
G.I. Dienstag, 02.07.2019, 20:16
Wie kann ich mein Kind gegen den Täter (hat bereits 2 Kinder im gewissen) schützen? Die Situation im Familiengericht ist nur zum Kopfschütteln, ich bin am Rande der Verzweiflung. Welche Methoden kann ich anwenden, bitte dringend um Hilfe, vielen Dank
Monika Egli-Alge
Der juristische Weg ist grundsätzlich immer zu empfehlen, ihn mit allen Mitteln zu gehen, ist wichtig. Lassen Sie sich juristisch/anwaltlich gut beraten! Darüber hinaus ist es wichtig, dass Ihre Kinder gut versorgt sind - suchen Sie sich auch da Hilfe, zum Beispiel bei jeder Opferhilfeberatungsstelle.
r.h. Dienstag, 02.07.2019, 20:22
Ich bin Vater eines Sohnes, der wegen Konsum von Kinderporno im Internet bestraft wurde. Es belastet mich sehr, weiss manchmal wirklich nicht was ich machen soll. Ich bin mir sicher dass mein Sohn niemals jemanden etwas antun würde, er ist irgendwo in der Pubertät stehen geblieben, im Internet hat er sich vor allem für Mädchen ca. 13 - 15 Jahre Interessiert. Er hat Therapien gemacht, aber ich weiss nicht wie es in ihm wirklich geht. Ich kämpfe mit meiner schuld, denke auch viel über mein Ende.
Monika Egli-Alge
Als Angehöriger von Betroffenen können Sie sich Hilfe holen, machen Sie das! Auch Sie müssen mit dem Schicksal, das Ihren Sohn getroffen hat, umgehen und habe n eine wirklich sehr schwierige Aufgabe: Ihren Sohn weiterhin als Ihren Sohn akzeptieren und als Betroffener ebenfalls einen Weg finden, mit diesem Schicksal umgehen zu können. Holen Sie sich auf diesem anspruchsvollen Weg Hilfe, zum Beispiel bei jeder Opferhilfeberatungsstelle oder beiwww.forio.ch
D.G. Dienstag, 02.07.2019, 20:26
Ist auch Ihnen bekannt, dass die Pädophilie laut den Katalogen ICD10/DSM5 nur noch dann als Störung der Sexualpräferenz klassifiziert wird, wenn der Pädophile unter seiner sexuellen Identität leidet oder eine Gefahr für sich selbst oder andere darstellt?
Monika Egli-Alge
Die Diagnose wird nach wissenschaftlichen Kriterien und unter Beizug der Kriterien der gängigen Klassifikationsschemata gestellt. Dabei spielt selbstverständlich auch der Leidensdruck der Betroffenen eine bedeutsame Rolle. Die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse und unsere Erfahrungen zeigen, dass die grosse Mehrzahl der Betroffenen unter der Präferenzbesonderheit leidet.
D.G. Dienstag, 02.07.2019, 20:27
2. Ist Ihnen bekannt, dass die weit überwiegende Mehrheit der Pädophilen nicht unter ihrer sexuellen Identität leiden und auch keine Gefahr für sich selbst und andere darstellen?
Monika Egli-Alge
Diese Aussage stimmt nicht. Wissenschaftliche Untersuchungen weisen nach, dass die überwiegende Mehrheit der Betroffenen unter ihrem Schicksal leiden und keine Delikte begehen will. Sie setzen viel dafür ein, mit ihrem Schicksal zurecht zu kommen und ihr Verhalten dauerhaft zu kontrollieren. Eine kleine Gruppe Betroffener kann sich kaum von ihren Einstellungen distanzieren und plädiert für "freie Sexualität". Das entspricht aber nicht unseren Leitlinien für die Behandlung!
j.A. Dienstag, 02.07.2019, 20:33
wie siehts, aus steht ein Pädophile mehr auf Knaben oder Mädchen
Monika Egli-Alge
Es gibt alles: heterosexuelle, homosexuelle und bisexuelle Betroffene. Die meisten sind entweder auf Jungen oder auf Mädchen orientiert, wobei der Anteil der homosexuellen geringfügig grösser ist und knapp über 50 Prozent liegt.
j.A. Dienstag, 02.07.2019, 20:36
Arbeitet Forio auf mit Pädophilen zusammen weil die Kontakt haben zur "Unterwelt" also zur Dunkelziffer, um Erfahrungen zu erhalten die man sonst nie rankommt
Monika Egli-Alge
Nein. Wir sind Fachpsychologinnen und Fachpsychologen, stellen Diagnosen und bieten Beratungen und Behandlungen für Betroffene an. Wir sind keine Ermittler, schon gar nicht verdeckte.
M.X. Dienstag, 02.07.2019, 20:51
wird es mal die zeit kommen wo ein Pädophil frei zu seiner Neigung, stehen können ? die "Clean" sind also nie etwas strafbares machen, ich mein sie können ja nix dafür, kann doch nicht sein das für etwas wo man nix dafür kann, so dermassen fertig gemacht werden Lg an frau Egli Alge (=
Monika Egli-Alge
Das ist zu hoffen, wirklich! Betroffene, die mit ihrer sexuellen Präferenz umgehen können und KEINE DELIKTE begehen, sollten sich doch eigentlich outen können. Denn wenn die Umgebung davon weiss, ist der Schutz der Kinder doch noch besser gewährleistet. Dass über Pädophilie offen gesprochen wird, ist ein Schritt in eine gute Richtung.
T.T. Dienstag, 02.07.2019, 21:17
Ich glaube, eine «Pädophilisierung» in der Öffentlichkeit zu beobachten – seit einiger Zeit: Frauen und Männer, jünger und älter, die sich ganzkörperrasieren, die sich juvenil kleiden, geben, die einschlägig posieren. Die mit dem Kindsein und dem entsprechenden Sexappeal spielen. Lolitas und Lolitos, der Reiz des Verbotenen, ein neuer Kick, wenn alles andere langweilig geworden ist… Auch die Werbung, die das aufgreift. Teilen Sie diese Beobachtung? Wie gefährlich sehen Sie das? Danke!
Monika Egli-Alge
Hm, eine schwierige Frage. Sex sells und im Bereich der Bilder reizt den Menschen das Verbotene, das stellen wir auch fest. Inbesondere im Bereich der Pornographie kann auch so etwas wie eine Suchtdynamik entstehen, man will immer mehr, immer auch etwas, das besonders kickt. Wir stellen zudem fest, dass nicht alle, die Missbrauchsabbildungen von Kindern (Kinderpornographie) konsumieren, auch von der Präferenz betroffen sind.
U.M. Dienstag, 02.07.2019, 21:21
Ich habe meinen 13-jährigen Sohn beim konsumieren von Kinderpornographie erwischt (Sex zwischen Kindern in seinem Alter). Er meinte, es sei unfair, dass nur Erwachsene Pornos mi Darstellern in ihrem Alter konsumieren können, aber Kinder nicht. Sollte ich mir Sorgen machen?
Monika Egli-Alge
Alle Menschen interessieren sich - ihrem Alter und Entwicklungsstand entsprechend - für Sexualität. Darüber brauchen Sie sich bezüglich Ihrem 13-Jährigen sicher keine Sorgen zu machen. Ständiger, übermässiger Konsum von sexuellen Inhalten im Internet mündet allerdings oft in einer Suchtdynamik, die sich problematisch entwickeln könnte. Monitoren Sie also getrost den Internetkonsum Ihres Sohnes, vielleicht ohne dabei zu dramatisieren. In diesem jungen Alter lässt sich eine Präferenzbesonderheit nicht diagnostizieren.