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Der Chat ist offen. Stellen Sie Ihre Frage(n) zum Thema Biodiversität!
Kathrin Mauchle, Aarau Freitag, 19.04.2019, 20:14
Ich wohne mitten in der Altstadt ohne Balkon, Garten oder gross Platz auf dem Fenstersims. Was kann ich tun für die Biodiversität in der Stadt?
Stefan Eggenberger
Wir können alle etwas tun für die Biodiversität: als KonsumentInnen, bei der Freizeitplanung, beim Engagement im Quartier usw. - und nicht zuletzt an der Wahlurne.
Maya Rickenbacher, Schwyz Freitag, 19.04.2019, 20:40
Ich besitze nur einen kleinen Balkon und bepflanze ein Hochbeet in Blumenkasten-Grösse. Welches sind Biodiversität fördernde Pflanzen, die auf so kleinen Raum wachsen?
Stefan Eggenberger
Die Auswahl ist grösser als sie denken, denn viele Pflanzen brauchen nur wenig Platz. Dabei ist es aber wichtig, darauf zu achten, dass einheimische, in der Region wild vorkommende Pflanzenarten verwendet werden, denn nur sie sind wirklich ins ökologische Netz eingebunden und fördern somit die einheimischen Tiere und Pflanzen auf nachhaltige Weise. Versuchen könnten Sie es mit einer Mischung aus "wildem Rüebli", zusammen mit der einheimischen Skabiose und mit Hornklee.
Nik Gerber, Bern Freitag, 19.04.2019, 20:42
Was kann ich persoenlich dazu beitragen, damit dieser immer wieder genannte quadratmeter pro zeiteinheit nicht mehr verschwindet?
Livio Rey
So ganz direkt ist das nicht ganz einfach. Indirekt können wir aber durchaus Einfluss nehmen: Engagement bei einer Naturschutzorganisation oder diese unterstützen und bei Aufwertungsprojekten mitmachen. Bei Abstimmungen und Wahlen naturfreundlich wählen und abstimmen.
Hans Zeltner, Gerlafingen Freitag, 19.04.2019, 20:44
Guten Tag, Inwiefern werden die Aussagen vorher abgeklärt? Bezüglich der Landwirtschaft, ist es Tatsache, dass die Produktion nicht mehr speziell gefördert wird. Das aktuelle Ziel der Agrarpolitik ist Strukturen in der Landwirtschaft zu fördern. Aus diesem Grund finde ich die vorherige Aussage von Frau Lea Kamber falsch.
Lea Kamber
Die Aussagen wurden vorab nicht geprüft, sondern standen uns Teilnehmenden frei und entsprechen somit auch persönlichen Einstellungen. Der heutige hohe Einsatz von Düngemitteln, Pestiziden und der Druck der Landwirte, die Produktion immer wirtschaftlicher gestalten zu müssen, ist aus meiner persönlichen Sicht eine Tatsache.
Maya Rickenbacher, Schwyz Freitag, 19.04.2019, 20:49
Im Internet findet man viele Insektenhäuser für den eigenen Balkon. Beim Nachforschen habe ich jedoch viele Schwachstellen von kaufbaren Insektenhäusern gefunden. Nun möchte ich selber eins bauen. Gibt es eine Art Anleitung, die Sie empfehlen?
Nicole Heimgartner
Aufwww.wildbee.ch finden Sie viele Tipps und Tricks. Wir dürfen aber nicht vergessen das 75% der Wildbienen im Boden nisten. Darum ist ein Sandhaufen mit ungewaschenem lehmhaltigen Sand genau so oder noch wichtiger. Auch in Stängel/Äste in der Totholzhecke nisten die Wildbienen gerne.
Nik Gerber, Bern Freitag, 19.04.2019, 20:49
Welche Pflanzen eignen sich am besten fuer einen stadt-balkon in bezug auf die diversitaet?
Stefan Eggenberger
Selbst in der Stadt kann viel für die Biodiversität getan werden. Stadt und Siedlungsgebiet, das haben viele Studien gezeigt, tragen wesentlich zur Biodiversität bei. Hier im Siedlungsgebiet ist es ganz "normal", wenn Wildpflanzen oft nur kleinflächig, in kleinen Nischen vorkommen, egal, ob dies nun am Boden oder auf einem Balkon ist. Ein Tipp: versuchen Sie es einmal mit wildem Dost, einem Verwandten des Oregano. Sie können ihn in der Kürche verwenden und im Sommer haben sie eine lange anhaltende Blütezeit. Wichtig beim Kauf: achten sie darauf, dass Sie wirklich Pflanzen aus einheimischem, regionalem Saatgut kaufen!
Nik Gerber, Bern Freitag, 19.04.2019, 20:55
Macht es Sinn, auf einem Stadtbalkon ein Vogelhaeuschen aufzuhaengen? Wenn ja, fuer welche Vogelarten waere dies. Tauben und Kraehen waeren nicht willkommen.
Livio Rey
Tauben und Krähen brüten nicht in Vogelhäusern, insofern müssen Sie sich keine Sorgen machen. Mit den klassischen Vogelhäuschen können Sie vor allem Sperlinge und Meisen fördern, je nach Ort auch Mauersegler oder Mehlschwalbe, die jedoch spezielle Nisthilfen brauchen.
Patric Robert, Oberbipp Freitag, 19.04.2019, 21:04
Guten Abend Wir haben in unserem Garten eine Syringa patula gepflanzt. Ist dies für Insekten wertvoll oder eher nicht. Merci
Lea Kamber
Die Fliederart mag als Pollenspender für manche Insektenarten geeignet sein, für Käfer (die u.a. auch sehr gute Bestäuber sind) ist sie weniger geeignet, diese bevorzugen in der Regel einheimische Arten. Sie haben den Flieder nun schon gepflanzt: Freuen Sie sich daran! Ev. finden Sie bei Ihrer nächsten Pflanzung eine passende einheimische Art mit schönen Blüten?
Dorothee Meili, Bülach Freitag, 19.04.2019, 21:11
Wir haben 20qm von unserem Sitzplatz jetzt als Experimentierfeld "getauft": es war da Rasen: immer weniger gepflegt. Jetzt in einer Ecke ganz viel Löwenzahn, an einer Stelle Salbei, im übrigen einfach eine Art ungepflegter Rasen. Exgüsi: wie geht es noch einmal weiter?
Jonas Frei
Einen Rasen in eine Blumenwiese umzuwandeln ist ein sehr zeitaufwendiger Prozess, er kann Jahre dauern. Der Boden muss ausmagern und die Samen neuer Pflanzen haben es anfänglich schwer zwischen den Rasengräsern zu keimen. Sie können den Prozess durch Einsaaten von regionalem Saatgut (nach Auflockern des Bodens) oder dem punktuellen Auspflanzen von Wildstauden beschleunigen.
ueli rohner, urnäsch Freitag, 19.04.2019, 21:14
Ist das seltenere Mähen einer Wiese ausreichend um wieder an Vielfalt zu gewinnen?
Stefan Eggenberger
Ja, so erstaunlich das klingen mag, aber bereits mit seltenerem Mähen hat man schon ein bisschen etwas für die Vielfalt getan. Wenn man Gräser länger wachsen lässt, kann das bereits einigen Insekten helfen. Allerdings ist es erst ein (relativ kleiner) Schritt in die richtige Richtung, könnte doch noch viel mehr getan werden, sowohl für die Insekten, als auch für die Pflanzen - und vor allem auch für"s Auge!
Armin Rüegg, 9105 Schönengrund Freitag, 19.04.2019, 21:16
Liebe Lea Kamber, ich weiss, dass Viehdung sehr wichtig ist für Insekten,
Lea Kamber
Ja, das stimmt. Allerdings primär für Fliegen und Mistkäferarten. Die Kehrseite von zu viel Viehdung (besonders auf ursprünglich mageren Flächen) führt allerdings zu einem Rückgang der Vielfalt, besonders für auf mageren Boden angewiesene Pflanzen - die oft auch Wirtspflanzen für viele Insekten sind (z.B. viele Krautbewohner).
Jennifer von Mentlen, Waldkirch Freitag, 19.04.2019, 21:16
Guten Abend, wir ziehen im Mai in eine neue Wohnung mit 2 sehr grossen Terassen. Nun wollen wir diese besonders sinnvoll bepflanzen, sowohl in Töpfen als auch in grossen Blumenkisten. Welche Pflanzen machen am meisten Sinn? Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Nicole Heimgartner
In Töpfen und Blumenkisten kann man eine grosse Vielfalt erreichen. Achten Sie darauf das die Pflanzen einheimisch sind. Aufwww.floretia.ch können Sie einheimische Pflanzen nach Ihren Wünschen suchen. Sie können in einem Topf sogar ein Magerbeet machen, viele einheimische Pflanzen wachsen besser auf magerem Boden.
Othmar Scheiwiller, Speicher Freitag, 19.04.2019, 21:19
Auf meinen vielen Wanderungen ist mir etwas aufgefallen. Warum werden überall die Hecken mit Maschinen richtiggehend abgefräst? Hecken sind ja ein wichtiger Lebensraum für die Vögel. Wie und wo kann ich mich einbringen. damit ein schonender Umgang mit den Hecken gefördert wird? Vielen Dank für eine Antwort. Mit besten Grüssen.
Livio Rey
Hecken sind vor Rodung geschützt, einige Hecken werden jedoch zur Pflege "auf den Stock gesetzt", was ziemlich übel aussehen kann. Dies sollte während des Winterhalbjahrs geschehen, wenn keine Vogelbruten gestört werden. Um mehr zu erfahren, wenden Sie sich an die Naturschutzabteilung im jeweiligen Kanton.
Michael Zurfluh, Flüelen Freitag, 19.04.2019, 21:21
Guten Abend, habe in meinem Garten einen riesigen Teil mit Efeu überwuchert (ca 200 qm). Gibt dort ausser Efeu nix. Macht das Sinn das stehen zu lassen? Gäbe es allenfalls sinnvollere "Verwendung" für die Natur?
Anna Hochreutener
Efeu ist grundsätzlich gut - Insekten finden im Spätsommer ausreichend Nahrung wenn sonstige Nektar- und Pollenquellen kaum mehr zu finden sind. 200m2 sind natürlich recht viel und Sie könnten den Efeu reduzieren um ihn mit anderen, jedoch einheimischen Blütenpflanzen zu ersetzten.
gaby petermann, 8486 Rikon Freitag, 19.04.2019, 21:22
Gruezi mitenand ich habe einen Garten mit viel Tuja und Scheinzypressen als "Hecken" übernommen, auch eine Hecke mit Feldahorn. Unterdessen habe ich einige einheimische Stauden gepflanzt, v a für die Vögel. Altholzhaufen und Ruderalfläche, Wildbienennistkästen, u.a. Wie womit kann ich jetzt diese Tujasträucherhecken etwas "aufpeppen " für Insekten und Vögel? lg gaby
Nicole Heimgartner
Falls die Möglichkeit besteht die Thujahecke aus zu graben dann weg damit. Danach eine einheimische Wildhecke pflanzen. Zum Beispiel Liguster, Faulbaum, Salweide etc. Bitte aber auf die Brutzeit der Vögel achten.
Peter Flüge, 1268 La Rippe Freitag, 19.04.2019, 21:23
Guten Tag Fyi, Der site Floretia.ch ist noch nicht funktionell: "Forbidden"
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Die Seite ist zur Zeit überlastet, sollte aber bald wieder online sein.
Kusi Meini, Grüningen Freitag, 19.04.2019, 21:24
Möchte mein kleiner Balkon auch naturnah bepflanzen und möchte gerne über floretia.ch pflanzen finden. Die Hompage funktioniert aber bei mir nicht?
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Peter Flüge, 1268 La Rippe Freitag, 19.04.2019, 21:24
Guten Tag Ich habe ca 2500m2 Wiese, die ich früh mähe (wegen der Nachbarn, die die Samen nicht gern haben), ca 50 m Hecken, Thuya, Bambus, Micanthus, Kirschloorbeer, Fruchtbäume (Aepfel Birnen, Kirschen, div. Beerensträucher und eine kleine Gemüsegarten) Was sollte ich anpflanzen um die Biodiversität zu verbessern?)Danke für Tips
Lea Kamber
Den Nachbarn ersetzen. Zu den Bäumen und Sträuchern: Allenfalls nach und nach den Bambus, Thuya und Kirschlorbeer ersetzen, bei Letzerem darauf achten, dass zumindest keine Früchte entstehen (zB Blüten wegschneiden). Aber: Die Fruchtbäume sind toll, möglichst alt werden lassen, Altholz aufschichten und stehen lassen und dafür sorgen, dass auch wieder junge Bäume nachwachsen. Viel Arbeit aber lohnenswert!
Bruno Steinmann, Lenzburg Freitag, 19.04.2019, 21:25
Wie heisst die pflanzen app von den heimischen pflanzen ?
Stefan Eggenberger
Für Wildpflanzen gibt es eine ganze Palette verschiedener Apps für Smartphones. Die Luxusvariante ist die Flora Helvetica App: hier ist die gesamte einheimische Flora (über 3000 Arten!) mit Bildern, Merkmalen, Karten, ökologischen Informationen und Bestimmungshilfen vollständig dabei. Geht es nur um"s Identifizieren der Pflanzen, dann ist die App PlantNet aktuell die beste Wahl: Mit ihr können Sie Pflanzen fotografieren und Sie erhalten Vorschläge, die oft erstaunlich gut zutreffen. Natürlich gibt es auch immer wieder Fehlbestimmungen. Zum Melden von Pflanzenfunden emfehle ich FlorApp, die Gratis-App von Info Flora.
franz koller, Kirchberg SG Freitag, 19.04.2019, 21:27
Guten Abend, super Fernsehbeitrag. Ich möchte den Garten nach viel stärker auf die eine ortsgerechte Biodiversität umstellen. Wo finde ich einen Dienstleister der mir dazu verhilft?
Nicole Heimgartner
Aufwww.floretia.ch können Sie Ihre Postleitzahl eingeben, dazu noch Ihre persönlichen Wünsche. Danach bekommen Sie eine, für Sie und Ihren Garten, gwünschte Pflanzenliste mit Verkaufsstellen.
Kusi Meini, Grüningen Freitag, 19.04.2019, 21:30
Was mache ich mit Buchsbäumen wegen den Zünsler?Spritzen ist ja eigentlich nicht sinnvoll wegen der Tierwelt
Nicole Heimgartner
Der Buchsbaumzünsler ist eingeschleppt und hat daher keine Feinde. Spritzen ist tatsächlich nicht die Lösung. Ich rate immer dazu den Buchs auszugraben und dafür eine einheimische Pflanze zu setzen. Bei einheimischen Pflanzen wissen wir das es für Schädlinge auch Nützlinge gibt.
Daniela Rothenbühler, Rüderswil Freitag, 19.04.2019, 21:31
Wir haben bereits letztes Jahr auf unserem Landwirtschaftsbetrieb eine Fläche mit Wildblumen angesäht. Von Malven über Flockenblumen, Kornblumen, Mohn haben sich die Pflanzen gut entwickelt. Über den Winter haben wir alles stehen lassen. Wie gehen wir das jetzt weiter an? Überlassen wir alles der Natur, oder mähen wir das Stück jetzt, damit alles wieder neu gedeihen kann?
Lea Kamber
Super, mit der Fläche! Es wäre wichtig, die Pflanzen eine Weile (mehrere Jahre) sich selber zu überlassen. Viele Insekteneier und -Larven (also nicht die ausgewachsenen Tiere!) leben teilweise noch in den trockenen, abgestorbenen Stängeln oder in anderen Blatt-Teilen und Wurzeln und benötigen für die fertige Entwicklung entsprechend länger Zeit! Oft ist es hilfreich, für solch spezielle Flächen eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Zudem sollten Sie ein Auge auf Arten nehmen, die im Verlauf der Zeit etwas Ueberhand nehmen.
Christoph Portmann, Triengen Freitag, 19.04.2019, 21:32
Wir haben ein Haus mit ca. 160 verschiedenen Rosen. Wir spritzen sie gegen Pilze und Läuse. Natürlich haben wir auch ein schlechtes Gewissen da diese Chemie den Bienen schaden könnte. Wir versuchen jedoch sowenig wie möglich zu spritzen. Wir haben im ganzen Garten eine sehr grosse Pflanzenvielfalt und besonders wenn die violetten Glockenblumen blühen, haben wir hunderte Wildbienen. Müssen wir was ändern? Wir denken das durch die grosse Artenvielfalt der Garten den Bienen mehr dient als schadet.
Anna Hochreutener
Sie haben wie Sie schreiben eine grosse Vielfalt in Ihrem Garten - das ist grundsätzlich sehr gut für alle Arten von Insekten, nicht nur für Bienen. Das Spritzen - die chemische Behandlung der Rosen gegen "Schädlinge" ist natürlich problematisch. Dort gibt es soweit ich weiss auch andere Arten der Bekämpfung - etwa der Einsatz diverser Nützlinge.
Ignaz Henzen, Cham Freitag, 19.04.2019, 21:34
Hallo zusammen. Wir haben eine Dachwohnung mit einer Grossen Terasse. Diese haben wir mit einem Sandbett und daraufliegend Kies bedeckt. Wir haben sehr viele Ameisen welche sich vor allem einem grossen Topf 1x1x0,5m mit einem Ahorn zum Wohnort genommen haben. Müssen wir etwas gegen diese Ameisen unternehmen? Wenn ja mit was? Können die Ameisen die Wurzeln des Baumes beschädigen, so dass er eingeht? Besten Dank für eurer Antwort. e Gruess Ignaz
Jonas Frei
Ameisen sind eine äusserst aktive Garten-Polizei, die eine wichtige Funktion im Ökosystem haben. Sie regulieren Raupen und andere pflanzenfressende Insektenlarven und werden sogar von einigen Pflanzen mit Nektar für ihre Dienste belohnt. Mit grösster Wahrscheinlichkeit hat ihr Auftreten im Blumentopf nichts mit dem Ahorn zu tun, sie nützen den Topf als sicheren Ort für ihren Staat.
Peter Oppikofer, Affeltrangen Freitag, 19.04.2019, 21:35
vorab danke für den konstruktiven beitrag im srf. ich bin froh wenn wir landwirte nicht schon wieder alleine an den pranger gestellt werden. wieso kann es den so schwierig sein unserem ökosystem, was uns direkt betrifft zu helfen, brennt jedoch eine kirche in frankreich wird kein geld gescheut um zu spenden. für nachhaltige projekte und produkte fehlt jedoch die zahlungsbereitschaft und die unterstützung...
gaby petermann, 8486 Rikon Freitag, 19.04.2019, 21:36
Für Vögel: Wie heissen die Disteln für Distelfinken, und was mögen Stieglitze denn speziell?
Livio Rey
Der Stieglitz oder eben Distelfink mag, wie der Name sagt, die Samen verschiedene Distelarten, z.B. Karde oder Mariendistel, aber auch z.B. Greiskraut und Flockenblume.
Markus Renner, Erstfeld Freitag, 19.04.2019, 21:37
Hallo, ich versuche auf die Seite von Floretia zu gelangen, erhalte jedoch immer die Meldung: Forbidden, You do not permission to... Besten Dank und freundliche Grüsse Markus Renner
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Clara Kisinyo, Ilanz Freitag, 19.04.2019, 21:41
Wie heisst die App aufgrund welcher ich geeignete Pflanzen für meinen Garten finde? Florezia?
Nicole Heimgartner
www.floretia.ch Viel Spass damit
gaby petermann, 8486 Rikon Freitag, 19.04.2019, 21:41
Stimmt es dass Rabenvögel wie Elstern und Krähen die kleineren in Hecken nistenden Vögel bedrängen, (ich meine, ausser dass sie ab und zu nesträubern)?
Livio Rey
Elstern und Rabenkrähen fressen selber kaum andere Vögel, füttern aber ihre Jungen auch mit Eiern oder Jungvögeln. Auf die Bestände anderer Arten haben sie aber keinen Einfluss. Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt der Vogelwarte: https://www.vogelwarte.ch/de/voegel/ratgeber/probleme-mit-voegeln/elstern-und-rabenkraehen-im-siedlungsgebiet
Sara Glaus, Effretikon Freitag, 19.04.2019, 21:42
Guten Abend,Ich habe auch einen Balkon,daher die Frage wie kann ich die Bioversität Unterstützen?Vielen Dank.
Stefan Eggenberger
Auf Balkonen kann einiges getan werden. Neben dem Anbringen von Nisthilfen (z.B einen unten mit Loch versehenen Blumentopf voll ungewachsenem Sand) kann mit gut ausgewählten Wildpflanzen in Töpfen und Balkonkisten das Nahrungsangebot für Insekten bereichert werden. Für die Bepflanzung ist die Auswahl gross und hängt davon ab, wie trocken und wie sonnig Ihr Balkon ist. Kombinieren sie verschiedene Wildpflanzen, z.B. Wilde Möhre mit Klee, wildem Dost und Natternkopf.
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gaby petermann, 8486 Rikon Freitag, 19.04.2019, 21:48
Soll ich auf der Ruderalfläche Löwenzahn udn Hahnenfuss entfernen? Und wie kann ich die Ruderalfläche "bereichern", damit diese vielfältiger wird?
Jonas Frei
Mit grosser Wahrscheinlichkeit befindet sich Ihre Ruderalfläche auf schwerem, stark gedüngtem Boden, wenn diese Arten Überhand nehmen. Hohe Diversität erreichen Sie auf einer Ruderalfläche am besten auf magerem Boden der reich an Sand oder Steinen ist. Dafür müssten Sie aber den Boden bearbeiten. Auf diesem Standort könnten auch Brennnesseln oder Karden gedeihen. Diese Arten sind ökologisch sehr wertvoll und wachsen vermutlich auch ohne grosse Eingriffe gut.
Hans Müller, Liestal Freitag, 19.04.2019, 21:51
Wir haben gerade den Garten etwas erweitert, als Fortsetzung einer kleinen (lieder fetten) Wiese. Darin wimmelts aber von Heugümpern & Co! Auf eine Magerwiese haben wir seit 20 Jahren gewartet....Was können wir ansäen oder setzen, damit nicht einfach dieselbe fette Wiese überwuchert? Wir wollen es etwas als Sitzplatz nutzen, aber keine Platten legen.
Stefan Eggenberger
Sie machen eine Erfahrung, die viele mit Ihnen teilen: Aus einer Fettwiese lässt sich nicht einfach eine Magerwiese herzaubern, zu lange haben sich Nährstoffe angesammelt. Es gibt aber auch wertvolle, artenreiche Fettwiesen mit Margeriten, Witwenblumen, Bocksbart und Moschusmalven. Wenn sich diese hübschen und wertvollen Blumen einmal angesiedelt haben, dann halten sie sich auch auf ehemaligen Rasenböden gut. Wie kriege ich sie hin? Wenn Sie in der Nähe eine Naturwiese haben, dann wäre eine "Heugrassaat" die eleganteste Lösung. Angaben dazu finden Sie unterwww.regioflora.ch
Fritz Indermühle, M`buchsee Freitag, 19.04.2019, 21:59
Sehr interessante Sendung. Danke für Ihr Engagement !! meine verfügbare Gartenfläche misst ca. 4 x 8 m, soll wenig Humus haben, weil früher Parkplätze da waren. 2 Seitig Lorbeer- Hecke ? Muss ich Humus einbringen ? Freundliche Grüsse F.I.
Nicole Heimgartner
Nein da würde ich keinen Humus einbringen. Ich hatte auch so eine Fläche. Schritt für Schritt habe ich den oberen Teil, die Grasnarbe abgetragen und auf die ca gleiche Fläche wie bei Ihnen, 100kg Sand eingearbeitet. Danach habe ich einheimische Pflanzen wie Dost, Malven, Natternkopf etc eingepflanzt und eine passende Wildblumenmischung eingesät. Einfacher kommen Sie nicht zu einem Magerbeet. Ganz viele einheimische Pflanzen wachsen besser auf magerem Boden. Ich würde aber die Hecke auswechseln und einheimische Wildhecken pflanzen wie Faulbaum, Liguster etc
Andreas Mathys, Hagneck Freitag, 19.04.2019, 22:02
guten Abend - Sendung war ausgezeichnet - ich habe etwas dass mir nicht passt. es betrifft den Hagneckkanal, dieser wurde mit etlichen Millionen neu angelegt. neue Hochwasserschutz erstellt und auch etliches investiert das ich als sehr nützlich empfinde. Doch was mich echt stinkig macht, ist dass die Bauern selber den Unterhalt sprich das mähen der Ruderalflächen oder wie man das auch nennen mag ausführen, notabene viel zu früh - schon ende Mai 2018 damit habe ich Mühe - haben Sie dazu Info"s
Livio Rey
Da kann Ihnen die Abteilung Naturförderung des Kantons Berns sicher weiterhelfen, wie das mit dem Unterhalt des renaturierten Hagneckkanals geregelt ist.
Meier Ursula, 2557 Studen Freitag, 19.04.2019, 22:03
Guten Abend, welche Blumen eignen sich für Balkonkistli. Bis jetzt hatte ich Lavendel, weisser Willi. Sonnenhut. ( Südwestbalkon ) Vielen Dank
Jonas Frei
In Pflanzbehältern mit etwas Grösse können attraktive heimische Wildstauden gezogen werden. Einige Beispiele sind: Betonien, Skabiosen, Berg-Astern, Dost, Aufrechter Ziest, Glockenblumen oder Akelei - am besten Arten, die auch bei Ihnen in der Region wachsen.
Nik Gerber, Bern Freitag, 19.04.2019, 22:16
Gibt es irgendwo eine Art Weiterbildungsmodul zum Thema "Biodiversitaet" fuer die Sek2-Stufe (Gymnasien, Berufsfachschulen)?
Stefan Eggenberger
Über ein Weiterbildungsmodul ist mir z.Z. nichts bekannt. Ich kann aber auf das internationale Bildungsprogramm GLOBE hinweisen. Zur Zeit machen in der Schweiz ca. 170 Schulen (!) bei GLOBE mit, darunter viele der Sek2-Stufe. Es gibt hier z.B. Programme zum altersgemischten Forschen am Bach, zur Kartierung von invasiven Neophyten oder zum Forschen auf dem Bauernhof. Mehr Infos:www.globe-swiss.ch
Clara Kisinyo, Ilanz Freitag, 19.04.2019, 22:17
Macht es überhaupt Sinn meinen Naturgarten erhalten zu wollen wenn er von Rasenflächen und konventionell arbeitenden MFH-Blumenflächen umzingelt ist? Kann meine Schnecken ja nicht einsperren und es ist ein Streitpunkt wenn sie auf die Nachbarfläche kriechen, wo sie nicht überleben?
Nicole Heimgartner
Viele kleine Flächen geben auch eine Grosse, das sage ich immer an meinen Kursen. Ja es macht durchaus Sinn. Zum einen können in Ihrem Garten Tiere einen Lebensraum finden, zum anderen erhalten Sie wertvolle Pflanzen. Und ein ganz wichtiger Aspekt, finde ich, Sie können andere Menschen begeistern auch etwas für die Biodiversität zu tun, Sie können so auch ein Vorbild sein. Darum weiter so!
Klaudia Haury, Strengelbach Freitag, 19.04.2019, 22:19
Wir haben eine grosse Eiben Sichtschutz-Hecke (Taxus Baccata); ca. 90 Stück. Jetzt planen wir eine weitere Hecke um noch 7 Meter abzudecken. Was wäre sinnvoller?
Jonas Frei
Am besten, Sie pflanzen verschiedene Wildsträucher als Wildhecke; geeignet sind etwa Schwarzdorn, Liguster, Wolliger Schneeball, Wildrosen oder Roter Hartriegel. Wenn Sie den Platz dafür haben, ist eine wenig geschnittene, vielartige Hecke mit etwas Unterwuchs und Saumvegetation (Wildstauden) für die Biodiversität die beste Lösung. Wenn die Hecke in Form geschnitten sein muss, könnten auch Buche, Hainbuche, Feldahorn und Weissdorn eine Option sein.
Celi Ammon, Steffisburg Freitag, 19.04.2019, 22:31
Wir haben einen echt kleinen Balkon, aufdem gerade 2 bis 3 Kistlein platz haben. Was könnt ihr empfehlen anzupflanzen?
Stefan Eggenberger
Wichtigster Hinweis: Wildpflanzen verwenden, die in Ihrer Umgebung auch vorkommen (könnten) - Pflanzen daher am besten auf einem Wildpflanzenmarkt kaufen. Für die Auswahl kannwww.floretia.ch konsultiert werden. Beliebt (auch bei den eigenen Augen) sind Wilder Dost, Wilde Möhre, Natternkopf und der etwas hoch wachsende Honigklee.
Clara Kisinyo, Ilanz Freitag, 19.04.2019, 22:34
In unserem Naherholungsraum - Paradieswäldchen - werden neuerdings seit rund 2 Jahren Holzschnitzel auf den Gehwegen verteilt. Ist dies positiv für die Biodiversität? Äste und Sträucher werden geschreddert und dann in den Gehwegen deponiert.
Lea Kamber
Hecken und Sträucher werden im Siedlungsgebiet oft gepflegt, dh. partiell zurückgeschnitten. Aus meiner Sicht macht es durchaus Sinn, das Schnittgut vor Ort auch zu verteilen. Es gibt viele Lebewesen, die die Holzschnitzel dann abbauen und in Humus umwandeln, danach werden wieder Schnitzel von der nächsten Schnittaktion verteilt. Daher: sinnvoll - zumindest sinnvoller als zu verbrennen.
Hans Müller, Liestal Freitag, 19.04.2019, 22:34
Warum unternehmen die Naturschutzverbände nicht endlich etwas gegen diese Steinwüsten? Wann werden diese verboten? in unserer Nachbarschaft wurde ein grosser Naturgarten mit Bäumen und Sträuchern bis auf das letzte Pflänzchen zerstört und mit Vlies und Schotter zugedeckt.Zudem mit hohen Mauern von den andern Gärten abgetrennt, sodass z.B.Igel nicht mehr durchkommen. Wir haben den Eindruck, dass es auch massiv weniger Vögel hat seither. Die wenigen tummeln sich noch in unserm naturnahen Garten.
Jonas Frei
Dass ökologisch wertvolle Gärten so ihren Wert verlieren, ist wirklich sehr schade. Ich kann Ihnen aber nicht aus Sicht der Naturschutzorganisationen Antwort geben. Weil es sich bei den Schottergärten meistens um Privatflächen handelt, überzeugt man am besten die Besitzer. Diese Form der Gestaltung ist nicht nur wenig ökologisch, sondern braucht längerfristig auch viel Unterhalt.
Chat-Admin
Der Experten-Chat ist beendet – danke für die zahlreichen interessanten Fragen! Leider konnten in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht alle Fragen beantwortet werden. Mehr Infos zum Thema finden Sie auf (und dann Link auf unsere Landingpage https://www.srf.ch/missionb)