A.Z. Sonntag, 11.12.2016, 21:32
Wiso haben Sie für die Dreharbeiten genau unser wunderschönes Dorf Valendas gewählt??
Urs Egger
Weil Göschenen verbaut ist haben wir ein Dorf gesucht, was einen Eingang zu einem Dorfplatz und dann einen abgewinkelten Ausgang hatte - und Valendas war dafür ideal - auch wegen der noch existierenden Holzbauten.
J.B. Sonntag, 11.12.2016, 21:33
Wie war es möglich, dass man sich überhaupt fand? Wie könnte man das damals berechnen?
Eva Schumacher
Der Ingenieur Otto Gelpke hat dafür ein Triangulationsnetz entwickelt - das sich ja bestens bewährt hat. Heute kann man übrigens von Mai bis Oktober in Göschenen den Visierstollen besuchen, wo alles toll erklärt wird.
R.G. Sonntag, 11.12.2016, 21:35
Das Dynamit ist im Film hochexplosiv. Eine Kiste fällt vom Wagen runter und explodiert gleich. War das real?
Urs Egger
Das Dynamit kann bei niedriger Temparatur bereits durch geringe Erschütterungen explodieren weil sich durch die Kälte die eingemischte Schutzmasse vom Sprengstoff lösen kann.
A.L. Sonntag, 11.12.2016, 21:39
Hatte man damals keine Möglichkeit mit Diamantbohrern zu bohren?
Urs Egger
Wir suchten einen grossen Steinbruch um dort den Tunneleingang und die Baustellenhäuser hineinzubauen. Haben wir in der Schweiz so unberührt nicht gefunden, sondern 20 km von Prag. Überdies sind die Tschechen fantastische Kulissenbauer, die ganzen Bürohäuser, Werkstätten, Ställe etc mussten alle gebaut werden.
K.J. Sonntag, 11.12.2016, 21:41
Warum wurde auch in Prag gedreht?
Urs Egger
Wir suchten einen grossen Steinbruch um dort den Tunneleingang und die Baustellenhäuser hineinzubauen. Haben wir in der Schweiz so unberührt nicht gefunden, sondern 20 km von Prag. Überdies sind die Tschechen fantastische Kulissenbauer, die ganzen Bürohäuser, Werkstätten, Ställe etc mussten alle gebaut werden.
M.S.S. Sonntag, 11.12.2016, 21:46
Im Film kommt mir der Tunnel (im Verhältnis zu den Arbeitern) viel zu klein/ niedrig vor.
Urs Egger
Der Tunnel wurde an der Tunnelbrust, wo gebohrt wurde, eng, und erst weiter hinten dann ausgebaut, erst musste sehr viel Schutt abgeräumt werden. Favre erklärt dies den Gotthard-Gesellschaftern am Anfang des Films.
Moderator
Nachtrag zur Frage mit den Diamantbohrern: Eva Schumacher sagt: „Wir wissen nicht, ob es wirklich Diamantbohrer waren. Auf jeden Fall gab es die zu jener Zeit schon. Louis Favre hat darauf vertraut, dass sich während des Tunnelbaus die Technik stetig verbessern wird. Eingesetzt wurden Bohrmaschinen des Typs ‚Ferroux‘. Der Materialaufwand bei der Maschinenbohrung war enorm.“
G.M. Sonntag, 11.12.2016, 21:50
Mein Urgrossvater hat als "Minore" im Tunnel gearbeitet, ist es möglich in Archiven zu suchen wann genau und wie lange?
Eva Schumacher
Spannend! Wissen Sie auf welcher Tunnelseite er gearbeitet hat? Allenfalls ist es tatsächlich möglich, mehr über Ihren Urgrossvater zu erfahren. Sie können sich gerne bei mir melden.
K.J. Sonntag, 11.12.2016, 21:51
Gab es Max wirklich?
Redaktorin SRF
Max ist eine erfundene Figur. Aber es gab einen Ingenieur, den wir uns als Vorbild genommen haben. Mehr dazu in unserem Gotthard-Special auf der unserer Webseite:www.srf.ch/kultur
D.L. Sonntag, 11.12.2016, 21:52
Wie konnte die "O2-Belüftung" im Tunnel während der Arbeit gewährleistet werden? Gab es ein entsprechendes System?
Urs Egger
Es gab eigentlich nur die Pressluft, die die Bohrmaschinen antrieb. Aber die Luft war sehr schlecht, deshalb haben viele Mineure in Käfigen Vögel mitgetragen, wenn die umkippten musste man zurück wo mehr CO2 war. Soviel ich weiss wurden erst später Luftschächte von oben hinzugefügt.
G.K. Sonntag, 11.12.2016, 21:56
Guten Abend. Herzliche Gratulation zum Film. Gefällt mir sehr gut und ich freue mich auf den 2. Teil. Wo wurde die Szene gedreht mit dem Raum mit den roten Tapeten?
Urs Egger
Lieber Herr Koch, danke - freut uns sehr. Welche Szene meinen Sie, die in roten Tapeten spielt ?
M.D.P. Sonntag, 11.12.2016, 21:59
Weshalb sprechen die Urner nicht Urnertiitsch?
Redaktorin SRF
Wir haben mehrere Sprachen im Film. Wir wollten das Schweizerdeutsch neutral halten, haben aber mit den Schauspielern daran gearbeitet, dass sie ihren eigenen Dialekt dem Urnerdeutsch etwas anpassen.
G.K. Sonntag, 11.12.2016, 22:00
Eine Szene in einem Raum die kurz nach der "Bundesratsitzung" gezeigt wurde.
Eva Schumacher
Die Szene wurde in der St. Charles Hall im luzernischen Meggen gedreht.
S.C. Sonntag, 11.12.2016, 22:02
Ich habe das auf der SRF-Website leider nicht auf Anhieb gefunden: für wann ist eine Wiederholung Gotthard, Teil 1 geplant?
Redaktorin SRF
Lieber Sam Christen, das dauert noch eine Weile. Sie können den Film aber sieben Tage lang auf dem SRF Player auf unserer Webseite schauen.
A.C. Sonntag, 11.12.2016, 22:03
Ist eigentlich keine Frage nur elne Unterstützungsnachricht dass ihr ein tolles Werk gemacht habt. Liebe SRF, macht nur so weiter.
Redaktorin SRF
Ganz herzlichen Dank. Wir machen weiter und zwar schon morgen mit Teil 2.
a..S. Sonntag, 11.12.2016, 22:06
Guten Abend Herr Egger! Was ist eine Ihrer Lieblingsszenen?
Urs Egger
Guten Abend. Eine meiner Liebblingsszenen kommt morgen abend, wo die Mineure "Nabucco" in der Urfassung singen !
K.J. Sonntag, 11.12.2016, 22:09
Herr Egger, wie kamen Sie auf die Idee, diesen Film zu drehen?
Urs Egger
Die Idee zu diesem Film kam nicht von mir, sondern von den Produzenten und der Redaktion SRF. Sie haben mich dann gefragt, ob ich den Film inszenieren möchte, und das habe ich dann mit Begeisterung gemacht.
m.z. Sonntag, 11.12.2016, 22:11
Guten Abend warum bauen Gotthard -Tunnel ? wegen Verbindung nach Italien ? Es gibt andere Berg ?
Eva Schumacher
Es gab tatsächlich ganz unterschiedliche Vorstellungen zur Linienführung. Alfred Escher hat sich vehement für die Gotthardstrecke eingesetzt. Und auch Italien entschied sich 1866 dafür. Schliesslich konnten auch der Bundesrat und Deutschland überzeugt werden. Die Splügenstrecke hatte damit keine Chance mehr.
T.G. Sonntag, 11.12.2016, 22:13
Im Spielfim wurde ein- bis zweimal erwähnt, dass es sich beim Gotthard-Projekt um die modernste Baustelle der Welt handle. Stimmt das wirklich? Ich denke da an Städte wie z.B. New York, London oder Paris.
Eva Schumacher
Die modernste TUNNELbaustelle war es in der Tat.
A.B. Sonntag, 11.12.2016, 22:15
Ich finde, die Urner kommen ein bisschen schlecht weg. Wird das im zweiten Teil noch ein bisschen anders dargestellt?
Eva Schumacher
Die Urnerin Anna ist immerhin eine sehr kompetente und patente Frau. - Über den zweiten Teil verraten wir noch nicht zuviel ;-)
Moderator
Danke die vielen Fragen. In 10 Minuten schliessen wir den Chat. Wir beantworten derweil noch möglichst viele Fragen.
L.M. Sonntag, 11.12.2016, 22:20
Lieben Dank für dieses tolle Filmerlebnis! Ich hatte gelesen, dass Gotthard ein Kandidat für den besten Ausländischen Film bei den Oscars sein könnte - werdet ihr ihn anmelden?
Redaktorin SRF
Wenn ein Fernsehfilm bei den Oscars zugelassen würde, würden wir es uns sicher überlegen ;)
S.W. Sonntag, 11.12.2016, 22:24
Mich würde interessieren: wurden die Kehrtunnels Nord- und Südseite parallel gebaut? Und wer baute diese? Bauherr etc.
Eva Schumacher
Ja, sie wurden mehr oder weniger zeitgleich gebaut. Sie waren im steilen Gelände ja unabdingbar für die Inbetriebnahme der neuen Gotthardstrecke mit dem Eisenbahntunnel.
F.W. Sonntag, 11.12.2016, 22:26
Das dramatische in den Dialogen und die vielen Streitszenen finde ich etwas gar oft vorkommend!
Urs Egger
Lieber Herr Weber, ich war im Vorfeld erstaunt (und unwissend) wieviel Drama dieser Tunnelbau in sich hat, wir haben da wenig hinzugefügt. Wenn Sie die Friktionen zwischen den Einheimischen und den Bauleuten meinen: es war ja so dass plötzlich hunderte Arbeiter, Ingenieute etc in Göschenen quasi einfielen, und die lokale Bevölkerung ja sehr wohl wusste, dass mit Vollendung des Tunnels die Säumer- und Transportzeit endgültig zuende sein würde und ihre wichtigeste Einnahmequelle damit versiegen würde. Dass dies zu Streit führen musste ist war wohl unvermeidlich.
R.L. Sonntag, 11.12.2016, 22:30
Welche Nummer hatte die Dampflocke bie den Dreharbeiten?
Urs Egger
Lieber Herr Leutenegger, Sie meinen die kleine Arbeitslok, davon gab es mehrere, und ich kann mich an die Nummern leider jetzt grad nicht erinnern...
E.F. Sonntag, 11.12.2016, 22:33
Vielen vielen Dank! Ein phantastischer Film!
Redaktorin SRF
Wir freuen uns sehr über das Lob. Es steckt ja auch viel Arbeit und Herzblut drin. Ich hoffe, Sie schauen morgen weiter.
D.M. Sonntag, 11.12.2016, 22:39
Im Vorfeld wurde viel kritisiert, dass die Liebesgeschichte zu viel Platz einnehmen würde, das empfand ich gar nicht so - im Gegenteil, es gab mir das Gefühl des Alltags in der Geschichte die erzählt wurde. Danke dafür! Meine Frage ist jetzt aber: wieviel der Geschichte ist erfunden und wieviel ist wahr?
Urs Egger
Alle Vorkommnisse des Tunnelbaus, also die Finanzierungsprobleme, die Probleme mit dem Gneis, der mit Schwarzpulver nicht wegzusprengen war, die Wassereinbrüche sowie die dramatischen Vorkommnisse die Sie morgen sehen werden, das alles ist so passiert - viellleicht nicht unbedingt in der Reihenfolge wie wir es aus dramaturgischen Gründen nun gestaltet haben. Die Geschichte von Max, Anna und Tommaso ist erfunden. Sie sind unsere Tour Guides, die uns durch die Geschichte führen.
Moderator
Danke für’s Mitmachen. Der Chat ist nun geschlossen. Der erste Teil des «Gotthard»-Films kann ab sofort hier online nachgeschaut werden: http://www.srf.ch/sendungen/schweizer-film/gotthard-die-schweizer-film-premiere-teil-1