Matthias Sterchi, Thun 29.11.2017 18:38:38
Warum setzt die Autoindustrie immer noch auf den dreckigen Diesel und versucht diesen mit enormem Aufwand sauber zu kriegen, statt endlich die Erd-/Biogas Modelle zu pushen. Vorallem mit Biogas betrieben fährt ein Auto ein x-faches sauberer als ein Diesler. Für mich nicht nach vollziehbar.
Konstantinos Boulouchos
In der Tat : ein Erdgasauto ist in der Regel emissionsarm und stösst ( auch mit fossilem Gas ) etwa 10% ( in Hybridausführung etwa 30% ) weniger CO2 als ein moderner Diesel ( der nicht immer dreckig sein muss ).Es scheint, dass die Erdgastankstelleninfrastruktur ein wichtiges Hindernis darstellt ( obwohl sie weniger kostspielig als Elektroladesäulen ist ).Biogas wäre natürlich ideal, allerdings haben wir noch (bzw. bei weitem ) nicht genug für die ganze PKW-Flotte davon. Insgesamt liegen Sie jedenfalls richtig mit Ihrer Einschätzung.
Max Lenz, Hauenstein 29.11.2017 18:39:21
Wäre es möglich, durch eine intensive Berichterstattung zu Themen wie sonomotors.com , www.lightyear.one oder Solarfahrzeugen an der World Solar Challenge mit Fahrzeugen wie des Kogakuin Owl die Begeisterung der Bevölkerung an Solarfahrzeugen in der Schweiz der Neunzigerjahre wieder zu erwecken und in ein kaufbares Produkt, made in Sitzerland, umzusetzen?
Philippe Thalmann
Finde ich gut, aber wir wollen ja auch, dass CO2-arme oder -freie Autos sich rasch verbreiten. Das sind dann eher Elektroautos, die nicht besonders effizient oder innovativ sein müssen, sondern eher günstig, robust, bequem, usw.
Franz NANNI, Schagen, SA 29.11.2017 18:39:31
Wenn die "Golfstrompumpe" versagt.. wie schnell wirkt sich das aus auf Europa zB und wie..? und wie wird die suedliche Halbkugel betroffen? Freundliche Gruesse, Franz NANNIIch selber werde diese Antwort nicht hoeren koennen,aber wenn ich es Nachtraeglich im Internet.. nur so eine Frage, danke nannif@vodamail.co.za
Reto Knutti
Der Wärmetransport im Atlantik Richtung Norden wird in Zukunft wahrscheinlich abnehmen, möglicherweise deutlich bis 2100, aber es gibt wenig Hinweise dass das abrupt passieren wird. Das würde die Erwärmung vor allem im Nordatlantik dämpfen. Der Effekt auf Europa ist nicht sehr gross, und Erwärmung durch das CO2 überwiegt immer noch. Eine Eiszeit wird es wie in "The day after tomorrow" nicht geben.
Gil Schächter, Israel 29.11.2017 18:40:01
Die Erde war im Laufe der Zeit immer wieder klimatischen Veränderungen ausgesetzt. 1. Inwiefern ist also der derzeitige Klimawandel auf menschliches Wirken zurückzuführen? 2. Wie können regulierende Klimaschutzmassnahmen und Wirtschaftswachstum miteinander verbunden werden (eg. Güter- und Luftverkehr, Industrie)?
Stefan Brönnimann
Zwar hat das Klima der Erde immer wieder geschwankt, aber die heutige Erwärmung läuft erstens viel rascher ab als frühere und zweitens ist diesmal der Mensch für den allergrössten Teil davon verantworltich. Diese Aussage ist beruht auf dem Vergleich von beobachteten und im Modell simulierten Veränderungsmustern und ist vielfach und für verschiedene Grössen nachgewiesen.
Pierre Güntert, Basel 29.11.2017 18:42:15
Wäre es nicht sinnvoller, sich auf die Klimawandel bzw. Klimaerwärmung vorzubereiten, sie kommt ob wir wollen oder nicht. Zur Katastrophe wird es erst, da wir gegenüber früher viel mehr Menschen sind und sämtliche Orte auf dem Globus besiedelt sind und wir wenig vorbereitet sind. Dass wir zuviel Ressourcen beanspruchen, die Biodiversität verloren geht, nicht nachhaltige Wirtschaften ist für mich ein Fact. Ob der Klimawandel durch menschgemachtes CO2 eingedämmt werden kann, mag ich bezweifeln!
Reto Knutti
Der Mensch ist mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit (>95%) für den grössten Teil der Erwärmung veranwortlich. Um die zukünftige Erwärmung zu bremsen ist eine CO2 Reduktion zwingend. Gleichzeitig wird sich eine weitere Erwärmung von etwa 1°C kaum verhindern lassen, und an diesen müssen wir uns anpassen. Also das eine tun und das andere nicht lassen.
Pierre Güntert, Basel 29.11.2017 18:42:18
Könnte die Anstrengungen zur Verhinderung bzw. Reduzierung der Klimaerwärmung nicht vor anderen auch dringenden Problemen ablenken (Bevölkerungsexplosion, Verlust der Biodiversität, Bodenverbrauch, Ressourcenausbeutung, Kriege um Wasser/Oel etc.)
Urs Neu
Die verschiedenen Probleme sollten weder gegeneinander ausgespielt werden, noch sollte das eine vom anderen ablenken. Die meisten dieser Probleme beeinflussen einander gegenseitig. So ist der Klimawandel eine Folge der Ressourcenausbeutung (fossile Brennstoffe) und kann den Verlust von Biodiversität verursachen. Wir müssen diese Probleme als Gesamtes angehen und darauf achten, dass wir mit Lösungen des einen Problems nicht andere verschärfen.
Max Mustermann, Bümpliz 29.11.2017 18:43:37
Liebe Experten, ich wollte mal wissen was die Nutztierhaltung für eine Auswirkung auf die Produktion von Treibhausgasen hat? und wieso ihrer Meinung nach der Fokus nicht eher auf dieses Thema gelenkt wird?
Philippe Thalmann
Auch die Landwirtschaft, und besonders die Viehzucht, muss und wird vermehrt in die Minderungsanstrengungen eingebunden. Das ist aber nicht so leicht, denn das Fleisch ist eine wichtige Stütze für das Bauerneinkommen, und wir wollen ja, dass unsere Bauern wirtschaftlich überleben. Zudem hat das Fleisch eine starke Lobby. Der Bund finanziert sogar einen grossen Teil der Werbung für schweizer Fleisch!
Hp. Meili, 8050 Zürich 29.11.2017 18:44:28
In der Schweiz wird es wärmer. Der Grund ist eine vermehrte Südströmung vor allem im Sommer. Das heisst aber nicht, dass das Klima sich erwärmt. Das Klima erstreckt sich über einen Zeitraum von 30 Jahren. Von globaler Klimaerwährmung zu sprechen ist unwissenschaftlich. Globale Temperaturmessungen sind erst mit Satelliten möglich, also seit 30 Jahren. Exakte Temperaturmessung ist seit 200 Jahren möglich. Bis vor 100 Jahren waren 80% der Erde unbekannt (Meer, Urwald, Wüste). Kritiker oder Leugner?
Stefan Brönnimann
Der Grund für die Erwärmung im Sommer ist nicht eine vermehrte Südströmung. Die Schweiz erwärmt sich auch in allen anderen Jahreszeiten, und zwar stärker als die Erde. Die Erwärmung in den letzten 150 Jahren war in der Schweiz 1.5-2 °C. Tatsächlich ist eine flächendeckende Temperaturmessung ohne Satelliten nicht möglch, trotzdem haben wir Tausende von Messstationen und Millionen von Schiffsbeobachtungen, aus welchen wir die Erdmitteltemperatur recht gut abschätzen können.
Delfina Rebel, Mutschellen 29.11.2017 18:45:30
Ist das Szenario: Abreissen des Golfstroms durch den Abfluss der Grossen Seen Nordamerikas realistisch? Wenn ja, was würde dies bedeuten für das Klima in Europa?
Reto Knutti
Der Wärmetransport im Atlantik Richtung Norden wird in Zukunft wahrscheinlich abnehmen, möglicherweise deutlich bis 2100, aber es gibt wenig Hinweise dass das abrupt passieren wird. Das würde die Erwärmung vor allem im Nordatlantik dämpfen. Der Effekt auf Europa ist nicht sehr gross, und Erwärmung durch das CO2 überwiegt immer noch. Eine Eiszeit wird es wie in "The day after tomorrow" nicht geben. Der Grund für die Abnahme dieser Zirkulation ist die Zunahme der Niederschläge und die Erwärmung im Nordatlantik, sowie das Abschmelzen der Eismassen. Alle drei Faktoren reduzieren die Dichte des Meerwassers und reduzieren die Tiefenwasserbildung.
Delfina Rebel, Mutschellen 29.11.2017 18:46:07
Ist das Abschmelzen der Gletscher bei uns fürs Absinken des Grundwasserspiegels relevant? Kann es dadurch zu Trinkwasserverknappung kommen?
Matthias Huss
Die Gletscher geben vor allem im Sommer viel Wasser frei. Wenn sie weg sind, könnte dieses Wasser in den Flüssen und damit auch im Grundwasser in Alpentälern fehlen. Auf den Grundwasserspiegel im Mittelland haben die Gletscher allerdings keinen Einfluss.
Willi Villiger, Eggenwil 29.11.2017 18:47:57
Der Gletscherschwund hatte ja bereits vor der Industriellen Revolution und damit vor dem Zeitalter der Verbrennungsmotoren eingesetzt. Die Klimaerwärmung ist somit zumindest auch ein natürliches Phänomen. Ist diese Aussage korrekt? Wie hoch schätzen Sie den von der Zivilisation verursachten Anteil der Erwärmung ein? Wie gross ist die Spannweite dieser Schätzung unter den anerkannten Forschern?
Martin Grosjean
Ja, das Klima hat sich natürlicherweise immer geändert, und so sind auch Gletscher vorgestossen und sie haben sich zurückgezogen. Die beobachtete Erwärmung in den letzten 50 Jahren lässt sich aber mit den natürlichen Faktoren allein nicht erklären, nur mit Hilfe der anthropogenen Treibhausgasemissionen. Bei der beobachten Erwärmung der letzten ca 50 Jahre sind rund 3/4 auf anthopogene Ursachen zurückzuführen. Die Wissenschaft ist sich hier sehr einig.
Markus Waldis, 6353 Weggis 29.11.2017 18:48:04
Ist es nicht schön und wenn wir hier güte Ideen "gebären". Solange weltweit mit Braunkohle Strom produziert wird, das Fliegen immer billiger wird, und sonst ganze Landstriche vergiftet werden,sind unsere Anstrengungen nicht viel mehr als gut gemeinte Gewissensberuhigungen.
Philippe Thalmann
Es stimmt schon, dass die Treibhausgasemissionen nur abnehmen werden, wenn sich alle an den Anstrengungen (die übrigens oft sehr günstig sind, wenn nicht sogar rentabel) beteiligen. Aber eben, ALLE. Wenn wir abseits stehen und weiter so viel ausstossen pro Kopf (wir sind nahe am Weltdurchschnitt, wenn nur die Inlandemissionen betrachtet werden, weit darüber, wenn die Emissionen der importierten Güter eingerechnet werden), dann werden ärmere Länder eine gute Ausrede haben, nichts zu tun. Es ist so viel leichter auf den Anderen zu zeigen: er soll doch zuerst...
Franziska Lüthi, Burgdorf 29.11.2017 18:48:21
Wie lange nützen uns all die Speicher- und Pumpkraftwerke und Seen noch, wenn uns alle Gletscher davonschmelzen? Wie lange sind wir noch das "Wasserschloss" Europas???
Matthias Huss
Wenn die Gletscher weg sind, bedeutet das nicht, dass wir gar kein Wasser mehr haben! Doch es kommt zu einem anderen Zeitpunkt im Jahr. Nicht mehr im Sommer, wenn wir es in den trockenen Alpentälern benötigen, sondern im Winter oder Frühling. Stauseen können dieses Wasser auch dann zurückhalten und Strom produzieren.
Bernhard Berger, Deutschland 29.11.2017 18:49:55
Es heißt, dass das CO2 Gehalt der Luft von 150 auf 300 ug in letzten Jahren gestiegen ist. Es wird aber dagegen gerechnet, dass dies kaum vom menschlichen Tun erklärt werden kann. Was sagen Sie dazu? Der Anteil Wasser oder sogar Argon hat einer viel höherer Anteil an Luft als CO2. Es wird ferner aufgeführt, dass der Zusammenhang zwischen CO2 Gehalt und Klimaerwärmung nur über sehr komplexer und unzuverlässiger Berechnung zu erklären ist. Also es gibt kein wissenschaftlicher Beweis?
Reto Knutti
Die Zunahme des CO2 ist mit Sicherheit menschgemacht. Erstens wissen wir wie viel fossile Brenn- und Treibstoffe wir verbrennen. Und zweitens haben diese eine andere Isotopensignatur (C14/C13) als die natürlichen CO2 Quellen. Veränderungen im Sauerstoff sind ein weiterer Beweis. Der Anteil von CO2 ist nicht relevant, es ist die Wirksamkeit: man kann mit sehr wenig Gift ein halbes Land ausrotten. Und die Grundlagen das Strahlungstransfers (wie mehr CO2 die langwellige Abstrahlung beeinflusst) sind über 100 Jahre alt.
Ernst Gräppi, Gemeinde Köniz 29.11.2017 18:52:32
Mit der Gesamtenergiekonzeption 1971 wollte man sich mit verschiedenen Massnahmen von der Erdölabhängigkeit lösen wie zum Beispiel Ölheizungen durch andere Wärmeerzeuger ersetzen. Erklären Sie uns bitte anhand der Energiestatistik was da schiefgelaufen ist und berücksichtigen Sie, dass die Einwohnerzahl seit 1950 das doppelte und die Fahrzeuge das 12-fache beträgt. Wir sind jedenfalls als Wärmepumpenbetreiber von der Politik ausgetrickst worden.
Konstantinos Boulouchos
In den letzten 25 Jahren haben wir gesehen, dass der Bedarf an Brennstoffen für die Gebäudeheizung kontinuierlich gestiegen ist, allerdings nicht so schnell wie nötig. In der Tat sind dazu nicht nur die in dieser Zeit um über 20% gewachsene Bevölkerung sondern auch der grössere Bedarf an Wohnfläche wegen. des gestiegenen Einkommens verantwortlich. Dieser pro Kopf Wohnbedarf erreichte ( wegen de höheren Preise pro Quadratmeter ! ) erst in den letzten Jahren eine Sättigung. Wärmepumpen können tatsächlich viel Energie einsparen, allerdings darf man nicht überall Erdsonden anbringen und der Strom dafür muss im Winter erzeugt werden und CO2-arm sein. Zusätzlich machen Wärmepumpen vor allem in energetischen sanierten Gebäuden Sinn und die Sanierungsrate ist noch viel zu niedrig.
Yannick Weber, Biel 29.11.2017 18:53:02
Seit 2 Jahrzehnten kühlt sich Klima ab, Eisfläche der Antarktis wächst, in der Südsee wachsen Inseln (Bsp Tuvalu). Usw. Gletscher schmelzen seit Jahrhunderten (je kleiner die Masse umso schneller). Haben wir es effektiv mit einer Klimaerwärmung zu tun?
Urs Neu
Das Klima hat sich nach 1998 über rund 15 Jahre etwas weniger stark erwärmt, nicht abgekühlt. 2014, 2015 und 2016 waren weltweit die wärmsten Jahre seit Messbeginn, 2017 wird sehr wahrscheinlich das zweitwärmste Jahr sein. Eine Abkühlung ist nicht ersichtlich. Die Eisfläche der Antarktis hat sich im letzten Jahrzehnt ausgedehnt, dies ist vor allem auf Veränderungen der atmosphärischen Strömungen zurückzuführen. Inseln können aufgrund geologischer oder biologischer Prozesse wachsen, das hat nichts mit dem Klima zu tun. Es gibt sehr viele Indizien für eine Erwärmung. Gletscher schmelzen, wenn die Temperatur steigt, unabhängig davon, wie die Temperaturerhöhung zustande kommt. Der Temperaturanstieg seit 1950 ist weitgehend auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen, weil sich in dieser Zeit keine anderen möglichen Einflussfaktoren (Sonne, Vulkane, usw.) verstärkt haben.
David Neyer, Horw 29.11.2017 18:55:03
Das der Mensch zu einem grossen Teil verantwortlich für den Klimawandel ist, scheint eine wissenschaftliche Tatsache zu sein. Wie kann ein solcher Fakt in der Gesellschaft so kontrovers diskutiert werden? Warum wird es plötzlich zu einer Glaubensfrage, ob man den Klimawandel wahrhaben will? Wird da nicht die Funktion der Wissenschaft, empirisches Wissen für die Gesellschaft bereitzustellen, untergraben?
Reto Knutti
Klimawandel ist langfristig, abstrakt, und nicht etwas was wir schon oft erlebt haben. Der Mensch entscheidet und handelt oft aus Erfahrung und Intuition, und weniger auf Grund von rationalen Argumenten. Der andere Punkt ist dass die vorgeschlagenen Massnahmen (Lenkungsabgaben, Gesetze) für viele mit Ihren poltitischen Überzeugungen von Freiheit, Markt und ungebremstem Wachstum kollidieren. Statt die eigenen Werte zu hinterfragen, hinterfragt man dann die Physik und das Thermometer...
Silvia Brunner, 3654 Gunten 29.11.2017 18:56:00
Könnte man nicht auch etwas zum Klimawandel beitragen wenn der ganze Licher-und Lämplizauber weniger wäre , statt immer mehr jeden Winter um die Advents und Weihnachtszeiit ? Lg
Reto Knutti
Durchaus ;-) (Allerdings, solange der Strom sauber produziert wird hat er auf das Klima kaum einen Einfluss)
Erwin Grünenfelder, Vaulion 29.11.2017 18:56:59
CO2 in allen Ehren. Aber was ist mit der globalen Erwärmung mit Mobiltelefone, Mikrowellen usw.Meiner Ansicht verändert das Alles viel stärker das Klima, die Atmosphäre usw. Sind diese Ursachen auch schon in Betrackt gezogen worden?
Reto Knutti
Es gibt keine Hinweise dass Strahlung von Telefonen oder Mikrowellen irgendeinen Einfluss auf das Klima haben.
Ernst Gräppi, Gemeinde Köniz 29.11.2017 18:58:37
Wir haben uns sehr bemüht im Elternhaus die Ölheizung optimal zu betreiben und die Abgaswerte z. B. Nox auf 80 mg zu senken. Nun stellen wir fest, dass die Dieselfahrzeuge durchschnittlich 800 mg bis max. 1600 mg ausstossen. Können Sie uns erklären wie gross die Gesamtbelastung durch den Flugverkehr resultiert?
Reto Knutti
Der CO2 Ausstoss durch Flugverkehr ist weltweit rund 2%, in den westlichen Ländern allerdings deutlich höher. Zudem ist es einer der am schnellsten wachsenden Faktoren, und einer der sich nicht einfach technisch durch etwas anderes ersetzen lässt.
Robert Molitor, Freienbach 29.11.2017 18:58:43
Meine Frage an die Klimaexperten. Warum keine Zeile in der Klimaberechnungen über Auswirkungen der Sonneneinstrahlung auf die kahlen, verbauten, zubetonierten, oder anders umgenutzten früheren Grünflächen ist und wie gross sind diese Flächen? Sprich: Siedlungsbauten, Städteflächen, Dächer, Strassen und Autobahnflächen und die Abgeholzten Wälderflächen. Die Sahara, Australien, Wüste Gobi und weitere Wüsten lassen grüssen. Danke MfG RM
Martin Grosjean
Die Änderungen der Erdoberfläche wie zBsp Abholzung, Trockenlegung von Feuchtgebieten, Verstädterung usw werden sehr wohl einbezogen und spielen eine sehr grosse Rolle. Bekannt sind die städtische Wärmeinseln: Städte erwärmen sich an Sommertagen wesentlich stärker als die Umgebung, entsprechend sind auch Todesfälle während Hitzewellen in Städten besonders häufiig. Ein weiteres Phänomen der Erwärmung ist der Schwund von Schnee und Eis: eine helle Oberfläche wird duch dunklen Fels ersetzt, was die Atmosphäre zusätzlich erwärmt. Oft führen Änderungen der Landoberfläche aber zu Abkühlungen, wenn Wald durch ein helles Getreidefeld ersetzt wird oder wenn Sumpfgebiete trockengelegt werden. So hat zum Beispiel die Juragewässerkorrektion im Seeland im Sommer lokal zu einer Abkühlung von rund 0.5°C geführt. Derartige Änderungen werden sorgfältig berechnet und einbezogen.
Carina M, Sargans 29.11.2017 18:59:00
In bekannten Dokus ist bezüglich der Konsequnzen unserer Luftverschmutzung hauptsächlich vom Anstieg der Temperaturen und vom Meeresspiegelanstieg die Rede. Ich frage mich, welche konkreten (lebensbedrohlichen) Folgen dies für uns zu bedeuten hat? Wenn das menschliche Verhalten sich nicht gross ändern sollte, was hat mich in 50 Jahren konkret zu erwarten im Unterschied zu wie ich jetzt lebe? Könnte z.B. das Maskentragen ein Normalzustand werden? Was haben meine Kinder in 100Jahren zu erwarten?
Philippe Thalmann
Die Verbrennung von fossiler Energie (Heizöl, Benzin, Diesel, Kohle) verpestet die Luft und führt zu verschiedenen Krankheiten und sogar Tod. Zudem nimmt die Konzentration von CO2 zu. CO2 ist nicht gefährlich an sich, wir atmen es ja selber aus, aber mit der Konzentration nimmt die Erderwärmung zu und das Klima verändert sich. In 50 Jahren haben wir dann vielleicht ein Klima wie in Mailand und in 100 Jahren wie in Sizilien. In Mailand kann man gut leben, aber es hat keine Gletscher, fast kein Schnee im Winter, und es ist sehr ungemütlich im Sommer. Die Leute tragen zwar keine Masken, aber sie gehen tagsüber auch nicht gerne nach aussen. Viele Menschen leiden an Atmungsbeschwerden. Ältere Menschen sterben früher (wie im Hitzesommer 2003). Man ist tagsüber lethargisch und schläft schlecht. Tropische Krankheiten machen uns zu schaffen. Vielleicht werden wir mehr in klimatisierten Räumen leben müssen. Keine so schöne Aussicht!
bruno wolfensberger, Kesswil 29.11.2017 19:00:40
Der heutige Treibstoffpreis animiert doch fast niemand zum sparsam fahren oder ein sinvolles Auto zu benutzen.Weshalb gibt es kein wirksames Instrument den Induvidialverkehr zu verteuern?
Konstantinos Boulouchos
ES würde ja fast schon reichen, wenn gewisse Fixkosten ( wie z.B. die Motorfahrzeugsteuer auf den Treibstoffpreis aufgeschlagen würden, was ja verursachergerecht ist. Damit würden auch die Wenig- nicht die Vielfahrer subventionieren, was heute passiert ; zusätzlich hätte man dann eine andere Kalkulation für den Kilometerpreis einer geplanten Reise, wohingegen wir heute ein Flat-rate System haben. Es scheint aber, dass der Widerstand der Bevölkerung - teilweise wegen einer ungenügenden Information - der Politik offenbar kaum Spielräume lässt ( ! ? )
Michelle Meier, Thörigen 3367 29.11.2017 19:01:42
Gibt es wegen der Klimaerwärmung weniger Schnee als vor ein paar Jahren?
Matthias Huss
Die Niederschlagsmengen in den Wintermonaten haben sich in den letzten Jahrzehnten nicht stark verändert. Allerdings wird es auch im Winter immer wärmer. Das trägt dazu bei, dass vor allem in tiefen Lagen immer weniger Schnee fällt. So haben die Schneetage im Flachland stark abgenommen. Auf den Gipfeln, d.h. auf mehr als 2500 Metern, gab es hingegen keine starke Veränderung der Schneemengen. In Zukunft ist hingegen auch dort mit einer Reduktion der Schneehöhen zu rechnen, allerdings dürfte es noch mehrere Jahrzehnte für Wintersport ausreichen.
Wolfgang Hartmann, Hedingen ZH 29.11.2017 19:02:46
Wegen des richtigen Einsatzes der Mittel habe ich die Frage, was bezüglich der Ursachen des Klimawandels bewiesen ist, z. B. CO2, der Mensch oder ist es nur eine regelmässig stattfindende Periode in der Erdgeschichte? Wenn ja, müsste man dann nicht die finanziellen Ressourcen in die Schadensbegrenzung investieren?, wie es teilweise schon gemacht wird. Vielen Dank.
Stefan Brönnimann
Der Mensch ist verantwortlich für den allergrössten Teil der Erwärmung der letzten 50 Jahre - das ist Fakt. Ja, der Klimawandel erfordert Investionen sowohl in die Verminderung als auch in die Anpassung.
Mario Vuckovic, Visp 29.11.2017 19:06:43
Angenommen, in der Schweiz würden vermehrt Wälder aufgeforstet um die Biodiversität und Artenvielfalt zu erhalten. Wie viel CO2 kann dadurch pro Jahr und km2 durch einen typischen Wald im Mittelland absorbiert werden? Und kann man die CO2-Absorbtion von Wäldern und Ackerland durch einen Mittelwert vergleichen? Wenn ja, wie gross wäre demnach ungefähr der Unterschied?
Andreas Rigling
Es gilt hier zwei Dinge auseinanderzuhalten: Eine Ausdehnung der Waldfläche führt zu einer Festsetzung/Bindung von CO2. Dies kann als eine aktive Massnahme zur CO2 reduktion vorgehsehen werden. Auf der anderen Seite führt eine Vergrösserung der Waldfläche in der Schweiz nicht zwangsläufig zu einer Erhöhung der Biodiversität. Werden artenreiche Trockenwiesen zu Wald dann kann es sogar zu einer Reduktion der Vielfalt kommen. Auch ist nicht jeder Wald gleich wertvoill für die Artenvielfalt: Dunkle und dichte Wälder sind ärmer an Arten als lichte, lockere Wälder. Wald ist also nicht gleich Wald und auch nicht in jedem Fall positiv für die Artenvielfalt. Der Schweizer Wald bindet im Durchschnitt 270 Tonnen Kohlenstoff pro ha, wobei rund die Hälfte im Boden gespeichert wird. Landwirtschaftliche Flächen binden deutlich weniger Kohlenstoff (30-80 t/ha).
Kurt Wohlgemuth, 8309 Birchwil 29.11.2017 19:08:06
Kurt Wohlgemuth, 8309 Birchwil Mittwoch, 29.11.2017, 12:29CO2-Ausstoss (weltweit!): Ich bitte um realistische Angaben / Verhältnis zwischen weltweitem CO2-Ausstoss durch Vulkane und natürliche Emissionen zu "bevölkerungsbedingten" CO2 Emissionen. Auch wie viel wir überhaupt fähig sind zu minimieren.
Urs Neu
Die "natürliche" CO2-Konzentration bildet ein Gleichgewicht zwischen natürlichen Emissionen und natürlicher Aufnahme von CO2. Solange Emissionen und Aufnahme gleich gross sind, verändert sich die Konzentration nicht, egal wie hoch die natürlichen Emissionen sind. Zu den natürlichen Emissionen, die vom System wieder aufgenommen werden können, gehören auch die Vulkanemissionen. Die gab es während der ganzen Erdgeschichte. Wenn ich nun die Emissionen nur ein wenig erhöhe, die Aufnahme aber gleich bleibt oder weniger stark ansteigt, dann steigt auch die Konzentration. Analogbeispiel: Wenn der Ablauf eines Sees 100 Kubikmeter Wasser fasst und 100 Kubikmeter einfliessen, bleibt der Seespiegel gleich. Wenn ich den Einlauf auf 101 Kubikmeter erhöhe, dann steigt der Seespiegel, weil nur 100 Kubikmeter abfliessen können. Dies obwohl der zusätzliche Einlauf nur 1% des gesamten Einflusses beträgt. So ist es auch bei den CO2-Emissionen. Die Hälfte der menschlichen Emissionen wird von der Natur absorbiert. Aber eben nur die Hälfte. Der Rest sammelt sich in der Atmosphäre an.
rudolf hauser, zürich 29.11.2017 19:08:07
Es wird immer wieder argumentiert, dass die aktuelle Klimaerwärmung eine Schwankung ist, die mit nie dagewesener Geschwindigkeit voranschreitet. Jedoch gab es natürliche Schwankungen, die Oeschgerzyklen, die die Temperatur schneller steigen liessen. Warum ist die aktuelle Schwankung dann so schlimm?
Stefan Brönnimann
Unsere Gesellschaft hat sich vor allem in den letzten paar Jahrhunderten hoch entwickelt und hat sich in dieser Zeit nie an eine so schnelle Erwärmung anpassen müssen. Das ist neu. Wir sehen jetzt, wie die industrialisierte, globalisierte Wirtschaft sich anpassen wird. Aber es gibt noch die Komponente der Verantwortung: Wir sind für die aktuelle Erwärmung verantwortlich, und andere leiden darunter noch viel stärker als wir selber.
bruno wolfensberger, Kesswil 29.11.2017 19:09:41
Mir kommt das ganze prozerische Gehabe der Menschheit (grosse Autos, gepützelter Garten, schiki micki Gehabe) vor wie ein alter serbelnden Baum der noch möglichst viele Früchte vor seinem Tod machen will. Sind paralelen zu sehen?
Martin Grosjean
Ja, in manchen Momenten und in gewissem Sinn teile ich Ihre Ansicht, wenn man die Erdgeschicte auf längeren Skalen betrachtet. Man könnte sogar sagen, dass eines tröstlich ist: die Natur wird uns überleben. Nur hilft das nicht weiter. Ich und auch Sie und alle andern haben eine Verantwortung: hinstehen und uns mit viel Zivilcourage und Engagement dafür einsetzen, dass die Zukunft lebenswert bleibt.
Franz Meier, Buttisholz 29.11.2017 19:10:25
Gibt es schon Berechnungen, welchen Einfluss die Klimaerwärmung auf das Gesundheitswesen haben wird?
Philippe Thalmann
Mit der Klimaerwärmung wird es immer häufiger Hitzesommer geben wie die von 2003 und 2015. Laut Bundesamt für Gesundheit sind 2003 etwa 1000 hauptsächlich ältere Menschen wegen Atmungs- und Zirkulationsstörungen gestorben, die von der Hitze verstärkt wurden. 2015 waren es noch 800. Man lernt zwar dazu und verbessert die Chancen der älteren und schwächeren Menschen, aber das hat seine Grenze. Zudem werden wir alle am Hitzestress leiden, schlecht schlafen, und dadurch leichter erkranken und verunfallen. Dann kommen noch die tropischen Krankheiten dazu, sowie Wasserverunreinigungen und Lebensmittelvergiftungen (Kühle schützt). Das Bundesamt für Umwelt hat das alles schätzen lassen. Man kommt auf Gesundheitskosten zwischen einer halben und einer Milliarde Franken pro Jahr in 2060, wobei ein grosser Teil dieser Kosten nicht "Geld" ist sondern Leiden und Tod.
Ernst Gräppi, Gemeinde Köniz 29.11.2017 19:15:39
Wir wünschen uns, dass Sie dem Zuschauer an Hand der Gesammtenergiestatistik erklären wer am meisten Energie verbraucht.
Konstantinos Boulouchos
Vom Gesamtendenergiebedarf der Schweiz sind ca. 25% Elektrizität und je etwa 35-40% Prozent Brenn- und Treibstoffe. Für den Stromverbrauch sind zu je etwa 30% Haushalte, Dienstleistungen und Industrie verantwortlich, weniger als 10% werden vom Verkehr verursacht ( im Wesentlicher öffentlicher Verkehr ). Von den Brennstoffen wiederum entfallen ungefähr 75% auf die Heizung von Gebäuden ( inkl. Warmwasser ) und der Rest auf Industrieprozesse. Bei den Treibstoffen schliesslich werden durch den motorisierten Individualverkehr etwa 55%, durch den Flugverkehr etwa 23% und der Rest ( etwas über 20% ) von Nutzfahrzeugen, Bussen und je nach Jahr vom Tanktourismus verursacht.
Ursula Müller, Bern 29.11.2017 19:15:48
Da es Klimawandel schon immer gegeben hat, bin ich etwas skeptisch, ob es nicht vor allem darum geht, den Bürger in seiner Freiheit immer mehr einzuschränken und mit diversen Steuerabgaben zur Kasse zu bitten. Klar, dass es immer mehr Menschen und immer weniger Natur gibt, das ist sicherlich ein Problem. Allerdings sehe ich die Probleme mehr in der Politik. Wenn ich sehe, wie grosse Firmen und Fabriken z. T. die grössten Umweltsünder sind und wir, die "Kleinen", es jetzt "ausbaden" müssen... (?)
Urs Neu
Es ist richtig, dass es den Klimawandel immer schon gegeben hat. Das zeigt aber gerade, dass sich das Klima aufgrund äusserer Einflüsse ändern kann. Es gibt verschiedene Einflussfaktoren: Über Millionen von Jahren können das Kontinentalverschiebungen sein, über 10'000-100'000 Jahre Veränderungen der Erdbahnparameter oder der Lage der Erdachse, über Jahrzehnte bis Jahrtausende Schwankungen der Sonnenaktivität, über einige Jahre bis einige 100 Jahre Schwankungen der Vulkanaktivität, usw. Die Klimaschwankungen der Vergangenheit können damit gut erklärt werden. Seit etwa gut hundert Jahren sind die Treibhausgasemissionen durch den Menschen ebenfalls zu einem entscheidenden Einfluss-Faktor geworden. Die Erwärmung der letzten Jahrzehnte lässt sich durch keinen anderen Faktor erklären. Sowohl Sonnen- als auch Vulkanaktivität hat in dieser Zeit eher kühlend gewirkt.
Willi Meyer, Bülach 29.11.2017 19:21:28
Haben Starkregen, Hitzetage und Dürren in der Schweiz zugenommen?
Martin Grosjean
Ja, die website von Meteoschweiz oder der Bericht 'CH2014-Impacts' geben ausführlich Auskunft: Starkniederschläge haben an vielen Stationen in der Schweiz signifikant zugenommen, ebenso Hitzetage, Tropennächte und die extrem heissen Sommer. Ebenso hat die Dauer der Schneebedeckung und die Anzahl Frosttage stark abgenommen. Dies führt u.a. dazu, dass sich plötzlich Pflanzen stark vermehren und verbreiten, die ursprünglich nur in Ziergärten überleben konnten.
Peter Brönimann, Grossaffolter 29.11.2017 19:23:57
Inwiefern machen die grossen Investitionen in den Wintersport Sinn? Man ist sich doch indessen bewusst, dass die Schneemengen/Temperaturen immer wie mehr zu Probleme führen werden. Hinzu kommt die Abnahme von SchneesportlerInnen.
Reto Knutti
Die Schneesicherheit ohne Beschneiung nimmt klar ab, besonders in tiefen Lagen. Mit Beschneiung kann das teilweise kompensiert werden, aber wenn es wirklich zu warm ist dann hilft das auch nicht mehr. Kurzfristig können die Investitionen den Wintertourismus vielleicht ankurbeln, ob sie langfristig sinnvoll sind wird sich weisen. Ich persönlich zweifle daran.
Moritz Mann, Frauenfeld 29.11.2017 19:24:08
Liebe Herren Professoren. Warum ist es der Forschungs-Community trotz neuster Kommunikationsmitteln nach wie vor nicht möglich, wissenschaftliche Konferenzen ortsunabhängiger abzuhalten? Es kann doch nicht sein, dass in Zeiten von Skype, Facetime und Podcasts tausende Forscher an einen Ort manövriert werden müssen, um sich gegenseitig Poster oder Vorträge zu präsentieren?! Warum gibt es diesbezüglich keine Offensiven von Seiten führender Wissenschaftler? Besten Dank!
Jörg Franke
Sehr geehrter Herr Mann, sie haben natürlich recht, dass auch die Forscher versuchen sollten, weniger Geschäftsreisen zu machen. Dies versuchen wir heutzutage durchaus und führen viele Besprechungen online durch. Auch auf Konferenzen gibt es immer mehr Vorträge, ohne dass Vortragende physisch anwesend sind. Leider funktioniert dies selbst in der heutigen Zeit selten komplikationsfrei, so dass häufig das Verständnis auf der Strecke bleibt. Nicht zuletzt ist es vermutlich menschlich, dass man Kollegen einfach besser kennenlernt, wenn man persönlich miteinander spricht. So entstehen neue Ideen im Gespräch und daraus neue Kollaborationen. Dies geschieht in einen Skype Meeting einfach viel seltener. Ausserdem sucht man online sehr spezifisch, während man auf Konferenzen oft zufällig etwas sieht, was für die eigene Forschung interessant sein könnte. Deshalb halte ich persönlich es für sinnvoll, Reisen auf ein Minimum zu reduzieren, finde es jedoch schwierig, sie völlig zu unterlassen.
Jürg Trachsel, Davos 29.11.2017 19:24:57
Was bringen die CO2-Kompensations-Abgaben wirklich? Kann ich tatsächlich mit gutem Gewissen Flugzeuge benutzen, wenn ich kompensiere? Mir kommt das wie ein scheinheiliger Ablasshandel vor...
Philippe Thalmann
Kompensation ist eine gute Lösung. Nehmen wir an, Sie fliegen in einem Jahr einmal nach Dubai und einmal nach San Francisco. Dann haben Sie 5,3 Tonnen CO2 verursacht, so viel wie sie als Durchschnittschweizer/in im Jahr durch Heizen, Mobilität, Stromverbrauch, usw. verursacht. Mit der Kompensation haben Sie die Möglichkeit, durch einen finanziellen Beitrag eine Massnahme mitzufinanzieren, die irgendwo auf der Welt zu einer Verringerung des CO2 Ausstosses um 5,3 Tonnen führt. Somit haben Ihre Flüge keinen Einfluss mehr aufs Klima. Besser wäre es natürlich, wenn Sie auf die Flüge verzichten würden. Noch besser, wenn Sie dazu noch Organisationen unterstützen, die sich fürs Klima einsetzen und ärmeren Ländern helfen, ihren CO2 Ausstoss zu senken. Fliegen Sie nicht und kompensieren Sie die 5,3 Tonnen, die mit ihrem Leben in der Schweiz verbunden sind, und dazu noch etwa 6 Tonnen für die importierten Güter, dann können Sie ein gutes Gewissen haben, denn dann haben Sie nicht zum Klimawandel beigetragen.
Walter Guyer, 5070 Frick 29.11.2017 19:29:12
Für diesen Themenabend hätte ich gerne einen Vergleich des Energieverbrauchs eines Arbeitspendlers mit verschiedenen Transportmitteln: Konkret; wieviel Energie in kWh verbraucht eine 80 kg schwere Person zum 20 km entfernten Arbeitsplatz (a) mit dem Kleinwagen (5lt/100km), (b) mit dem Zug (typische Auslastung), (c) mit dem "normalen" e-Bike, (d) mit dem "schnellen" e-Bike mit gelber Nummer und (e) mit dem Velo.
Konstantinos Boulouchos
Die Rechnung sieht überschlagsmässig etwa so aus :Mit dem Auto brauchen Sie für die angegebene Distanz ( bei typischerweise 1.2 Leuten pro Auto beim Pendlerverkehr ) etwa 7.5 Kilowattstunden ( kWh ) fossile Energie, mit dem Zug bei durchschnittlicher Auslastung etwa 2kWh elektrisch, beim e-bike ungefähr 0.2 kWh ( auch Strom ) und mit dem normalen Velo vielleicht 0.1 kWh ( mechanische Energie vom menschlichen Körper geleistet ).Beachten muss man aber, dass a) die Reisezeit insbesondere für längere Distanzen sehr unterschiedlich sein kann und b) etliche Strecken mit dem Fahrrad nicht bequem bewältigt werden können ( Autobahnabschnitte, richtig schlechtes Wetter, ohne e-Unterstützung schwierige Topographie, Alter und Kondition usw. ).
Alexander Jahn, Birr 29.11.2017 19:29:57
Ist das in Paris gesetzte Ziel einer Erwärmung von "deutlich unter 2 Grad" überhaupt zu erreichen?
Reto Knutti
Zwei Grad ist nach den heutigen Erkenntnissen technisch machbar und auch bezahlbar, WENN alle gemeinsam optimal handeln und langfristig denken. Allerdings ist das ein grosses WENN. Ob es politisch machbar ist, das schwer zu sagen. Im Moment sind wir nicht auf Kurs, aber das heisst nicht dass wir es nicht können. Die Frage ist ob wir wollen. Deutlich unter 2 Grad dürfte sehr schwierig werden.
Ernst Gräppi, Gemeinde Köniz 29.11.2017 19:30:01
Wir haben uns in den letzten Jahren mit dem Gedanken befasst, unsere Wärmepumpenanlage mit einer Photovoltaikanlage zu erweitern. Nun stellten wir fest, dass schweizerische Unternehmer rund 60000 Fr für eine 10 kWp Anlage verlangen, im Gegensatz zu den Materialkosten vom Ausland von rund 10000 Fr. Nun möchte aber der Staat mit der Besteuerung der selbst erzeugten Energie noch mitverdienen. Können Sie uns sagen warum dies nicht von der Besteuerung ausgenommen wird für Privathaushalte.
Roland Stulz
Diese Frage kann ich nicht abschliessend beantworten. Allerdings sind die Besteuerung und andererseits die Förderung von Energieeffizienzmassnahmen sehr vielfältig und kantonal unterschiedlich. Vielleicht lohnt sich ein Gespräch mit dem kommunalen und dem kantonalen Energiebeauftragten zum Thema. Er wird Ihnen Ihre Frage sicher beantworten und hoffentlich eine motivierende Unterstützung aufzeigen können.
Paul Bossert, Zürich 29.11.2017 19:30:25
Wo liegt die absolute globale Temperaturbasis bei Ihrem Sendungs-Titel "+3 Grad"? Bei Fieber beim Menschen ist bekannt, dass 3-Grad-Fieber absolute +40 °C bedeuten, weil die Normaltemperatur beim Menschen bei +37 °C liegt. Der renommierte dt. Klimaforscher H. J. Schellnhuber u.a. verwenden laufend den "Erde-Mensch-Fieber"-Vergleich, nennen aber beim "2-Grad-Ziel" der Erde nicht den globalen Absoluttemperaturbasiswert, obwohl er zwingend notwendig ist. Können Sie den Temperaturwert bitte nennen?
Urs Neu
Der Sendungstitel "+3 Grad" bezieht sich auf heute und die Schweiz, also +3 Grad gegenüber heute in der Schweiz. Allgemein: Das Klima kennt keinen "Grundzustand", den man als absolute Basis nehmen könnte bzw. müsste. Das Problem ist nicht ein bestimmter absoluter, neuer Zustand des Klimas, sondern allein die Veränderung. Unsere Lebensweise, Infrastruktur, Nahrungsmittelanbau usw. sind auf ein bestimmtes Klimaniveau ausgerichtet. Verändert sich dieses Niveau, müssen wir uns an die neuen Verhältnisse anpassen. Dies ist aber sehr aufwändig und geht für viele zu schnell und ist nicht in allen Fällen möglich. Ein Beispiel: Wir haben unsere Städte an der Küste gebaut mit einem bestimmten Meeresspiegel, dort wo dieser gerade war. Steigt der Meeresspiegel stark an, müssen Millionenstädte weichen. Als Basiswert kann man das Klima nehmen, auf dass sich die Menschheit - und auch Umwelt und Ökosysteme - eingerichtet haben. Es geht also nicht darum, das Klima als solches zu schützen, sondern die Zivilisation sowie Umwelt vor den Folgen des Wandels beim Klima.
Benz Hauswirth, Vechigen 29.11.2017 19:30:43
Warum wird die Senkung der Zimmertemperatur nicht thematisiert? Mein Grossvater, ein profunder Weinkenner, sagte ein guter Rotwein sollte bei Zimmertemperatur von 16-17 Grad getrunken werden. Heute werden Wohnungen aber auf 22 Grad geheizt und die Bewohner laufen im Winter im T-Shirt herum. 5 Grad weniger würden bei Energie und Schadstoffen 25% Einsparungen bedeuten. Warme Pullover gibt es noch heute und jede/r könnte seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten!
Roland Stulz
Die Senkung der Zimmertemperatur wird in der gesamten Fachliteratur und in den Normen für das Bauwesen seit Jahrzehnten thematisiert. Heizungen werden heute auf ein Raumtemperaturniveau zwischen 18 und 22 Grad dimensioniert, je nach Nutzungsart. Neubauten sind gemäss Gesetzgebung so gut wärmegedämmt, dass die Raumtemperaturen nachts nicht mehr absinken. Mit den heutigen Wärmeerzeugungsanlagen wird die Wärme mit 30 bis 80% weniger CO2-Emissionen erzeugt. Somit ist die Raumtemperatur in Neubauten weniger entscheidend. Der grosse Handlungsbedarf besteht aber noch bei den älteren Bauten, also rund 80% der Bausubstanz.
Jürg Trachsel, Davos 29.11.2017 19:30:57
Aussage Prof. Andreas Fischlin vom Weltklimarat: Wir müssen den CO2 Ausstoss bis 2030 auf Null bringen, sonst unaufhaltsame Erwärmung. Die Industrie als Hauptverursacher soll mit politischen Regulationen und technischem Fortschritten dahin kommen. Aber was bedeutet das für uns als Bevölkerung? Dann muss ja jeder von uns auf Null kommen, was ohne radikalen gesellschaftlichen Wandel niemals erreicht werden kann (Vegane Ernährung, Flugverzicht,...)? Wieso sagt das niemand? (Angst vor Boomerang?)
Roland Stulz
Dies ist zweifellos eine, wissenschaftlich begründbare, sehr ambitionierte Zielsetzung. Sie zeigt die Dringlichkeit der Situation auf. Mit dem national Programm "2000-Watt-Gesellschaft" zeigen wir auf, wie Schritte hin zu diesem Ziel konkret gegangen werden können: im Lebensstil, im Baubereich, Mobilität, Stadtentwicklung, etc. Weit über 100 Gemeinden sind in dieser Richtung aktiv. Aber schlussendlich muss der Entscheid, mit welcher Dringlichkeit man vorwärtsgehen will vom Individuum, von der Gemeinschaft, Politik und Wirtschaft gemeinsam getragen werden. Es tut sich zwar mehr denn je. Aber noch bei weitem nicht genug um der Ernsthaftigkeit der Situation gerecht zu werden.
beatrice holenstein, basel 29.11.2017 19:31:24
was ist mit dem ganzen luftverkehr, riesigen kreuzfahrschiffen ect. ? es wird nur immer das auto als umweltsuender dargestellt aber keiner spricht je von denn tausenden flugzeugen am himmel die ja nun auch nicht grad mit wasser fliegen. unser luxusleben schadet dem klima weitaus mehr als vieles andere.
Reto Knutti
Der Luftverkehr trägt im Moment rund 2% zu den CO2 Emissionen bei, in der westlichen Welt allerdings deutlich mehr. Und einer der Bereiche der am schnellsten zunimmt.
Ernst Gräppi, Gemeinde Köniz 29.11.2017 19:31:58
Wir eine Wärmepumpe seit rund 30 Jahren, welche wir auch selber geplant, gebaut und unterhalten. Nun stellen wir fest, dass wir als Idealisten von der Politik andauern bestraft werden, indem wir für die 30 % Primärenergie praktisch gleich viel bezahlen wir andere für 100 % Erdölbrennstoffe. Wo bleibt da der Staat als Regulator?
Roland Stulz
Mit einer Wärmepumpe sind Sie, auch als Pionier, noch immer zeitgemäss und nachhaltig investiert. Im Wohnungsbau sind heute die grosse Mehrheit der Neubauten mit Wärmepumpen ausgerüstet und erzeugen gegenüber den fossilen Heizkesseln wesentlich weniger CO2-Emissionen. Dass allerdings die Tarifgestaltung noch unbefriedigend ist, bleibt ein Politikum. Trotzdem gehe ich davon aus, dass Ihre Heizkosten wesentlich tiefer sind als diejenigen von Nachbarn mit alten Ölheizungen.
Markus Müller, Grenchen 29.11.2017 19:33:46
Die Gletscher schmelzen, der Permafrost taut auf. Viele Täler sind so von Steinschlag, Hangrutschungen, Felsstürzen etc, bedroht. Wie wird man sich gegen derartige Gefahren schützen? Und wie geht man mit diesen Problemen in Tourismusdestinationen um, damit Gäste nicht verloren gehen?
Matthias Huss
Überwachung und die Früherkennung von Gefahrenherden ist zentral. Wenn bekannt ist, wo instabile Felsmassen vorliegen, kann man diese mit moderner Technik genau beobachten und nötigenfalls Massnahmen treffen und die Bevölkerung warnen. Vollständige Sicherheit gibt es allerdings nie - das Leben in den Bergen bleibt gefährlich. Tourismusdestinationen müssen das Vertrauen der Besucher stärken, dass alle Massnahmen ergriffen werden um im Notfall rechtzeitig zu warnen.
Supersaxo Sohn, Winterthur 29.11.2017 19:33:47
Man hört immer wieder von den negativen Folgen der Klimaerwärmung. Bring die Klimaerwärmung nicht auch Chancen und Möglichkeiten für die Zukunft?
Reto Knutti
Bei einem ungebremsten Klimawandel überwiegen die negativen Folgen. Aber Sie haben völlig recht, wir haben es in der Hand die Zukunft für die nächsten Generationen zu gestalten. Aus meiner Sicht die bessere Einstellung für diese Herausforderungen als den Kopf in den Sand zu stecken.
Stefan Chäser, St. Gallen 29.11.2017 19:35:13
Die breite Masse weiss es: Fliegen schadet dem Klima. Ein grosser Teil der Schweizer Bevölkerung fliegt trotzdem gerne für ein Städtetrip irgendwohin und verursacht einen immensen Schaden. Mit den mittlerweil sehr günstigen Flugangeboten kostet dies auch fast nichts mehr. Wie schädlich ist das Fliegen wirklich? Und was sind ihrer Meinung nach die besten Möglichkeiten diesen Flugverkehr einzuschränken (ökologischer wird dieser ja in nächster Zeit nicht werden)?
Martin Grosjean
Ja, der Flugverkehr ist tatsächlich ein grosses Problem und das weiss die Schweizer Bevölkerung sehr gut. Aber wir sind ebenfalls sehr gut im Verdrängen. Und hier sind wir bei einem wesentlichen Grund angelangt warum Klimaschutz so schwierig ist: der eigene Beitrag scheint verschwindend klein und es braucht zwingend die Kooperation der Industrie- und Schwellenländer u das Problem zu lösen (ohne sogenannte 'free riders'). Beim Flugverkehr (wie auch im Strassenverkehr und bei den Heizungen) ist das Problem, dass die CO2 Emissionen keinen Preis haben. Hätten die CO2 Emissionen einen Preis, der die Schäden des Klimawandels kompensiert, wäre Fliegen (und Autofahren) viel teurer. Dann würden sich mehr Leute in der Schweiz Gedanken machen.
Theres Schüpbach, St. Urban 29.11.2017 19:38:39
Sind die Chemtrails eine Massnahme zur Reduktion der Klimaerwärmung. Oder in welchen Zusammenhang sehen Sie sie ? Wann werden sie gestoppt ?
Reto Knutti
Es gibt keine haltbaren Argumente oder Beweise für die Existenz von Chemtrails (das künstliche Versprühen von Substanzen die Kondensstreifen erzeugen). Dies ist eine Verschwörungstheorie wie diejenige dass wir nie auf dem Mond waren, oder dass die Erde eine Scheibe sei (kein Witz...).
Steffen Michi, Rüti 29.11.2017 19:42:51
Es gibt nur eine Lösung um die CO 2 Werte zu senken Den Bevölkerungswachstum stoppen Es ist nach meiner Ansicht eine Frechheit um soviele Kinder zu produzieren
Reto Knutti
Tatsächlich würden weniger Menschen weniger CO2 produzieren. Aber wir bewegen uns hier weit ausserhalb der Wissenschaft, und in einem Thema das in der Schweiz typischerweise eine individuelle Entscheidung ist. Man darf aber auch nicht ignorieren dass dort wo viele Kinder auf die Welt kommen nicht die grossen Emissionen sind.
Patrik Dietschi, Augst 29.11.2017 19:43:18
An den hochkomplexen Verbrennungsmotoren dürfen seit Bestehen Verschleissteile und Flüssigkeiten ersetzt werden was Arbeitsplätze und Steuerzahler generiert. Fazit Industrien haben Arbeit, die Werkstätte haben Arbeit, die Tankstellen und deren Zulieferer haben Arbeit.Bei Elektrofahrzeugen ist dies leider nicht mehr gegeben, da fast keine Verschleissteile mehr vorhanden sind. So ist das gesamte Werkstätten und Tankstellennetz nicht mehr Nötig. Lösungs: Einheitsakkus sofortersatz bei der Tanke
Konstantinos Boulouchos
Es ist zwar so, dass ein verbrennungsmotorisch angetriebenes Auto aus viel mehr Teilen besteht und deutlich komplexer als ein Elektroauto ist. Der Wartungsaufwand für die Kundin und somit das Einkommen für das Gewerbe sind damit tatsächlich kleiner beim e-Auto. Allerdings besteht der dominante Teil der Lebenszykluskosten eines durchschnittlichen PKW aus der Abschreibung des Kapitals ( geschätzt etwa 50% ) gegenüber vielleicht 10% aus der Wartung/den Ersatzteilen des Verbrennungsmotors. Die Haltung des e-Autos wird somit auf absehbare Zeit insgesamt nicht billiger, sondern die Kosten verlagern sich in Zukunft auf die Batterie. Die grosse Wette der Zukunft mit hoher volkswirtschaftlicher Relevanz ist deswegen wer und wo die Batterie herstellt.
Franziska Lüthi, Burgdorf 29.11.2017 19:44:10
Wie weit vorangeschritten ist das Speichern von Solarenergie?Wir brauchen dringend bezahlbare Speichermöglichkeiten auch für private Solarstromerzeuger. Zudem sollte es Standart, wenn nicht sogar Pflicht sein, nur nach neustem ,effizientestem ,energietechnisch optimalstem Standart zu bauen.
Jörg Franke
Sehr geehrte Frau Lüthi, die Speicherung von Energie ist eine der grossen Herausforderungen bei erneuerbaren Energien, welche nicht genau zu der Zeit erzeugt werden, wenn wir den Strom benötigen. Auch wenn ich kein Experte auf diesem Gebiet bin, weiss ich, dass in diesen Bereich intensive Forschung betrieben wird und derzeit schon erste Testanlagen zum Speichern von Energie gebaut oder getestet werden. In der Schweiz ist dies z.B. ein Druckluftspeicher (https://www.swissinfo.ch/ger/energiespeicher-im-berg_eine-unterirdische-batterie-aus-druckluft/42324670). In Deutschland sollen neuartige Riesenbatterien in ehemaligen Salzstöcken entstehen (https://www.ewe-gasspeicher.de/home/b4p).
Roland Borrer, Dotzigen 29.11.2017 19:46:03
Einige Orte in der Schweiz werben in der Tourismusbranche mit vergänglichen Attraktionen, z.B. das Oberwallis mit dem Aletschgletscher. Was sind konkrete Massnahmen, die den Tourismus weiterhin gewährleisten, auch ohne den bis anhin gewinneinbringenden Attraktionen?
Matthias Huss
Gletscher sind vergängliche Attraktionen, das ist richtig. Allerdings bin ich der Meinung, dass die Alpen auch ohne Gletscher weiterhin schön bleiben und ein Touristenmagnet darstellen. Wo heute Gletscher liegen, könnten Bergseen entstehen und Wälder wachsen. Neben vergänglichen Schönheiten kann man vermehrt auf diese Werte setzen.
Alexander Stebler, Meltingen 29.11.2017 19:48:57
Guten Abend. In der Berichterstattung höre ich wenig von der Intensivlandwirtschaft. Sie soll der Klimakiller Nummer eins sein, habe ich schon mehrfach gehört und gelesen. Wie hoch ist der Anteil der der Industriellen Landwirtschaft am Klimawandel und wie hoch ist der persönliche Beitrag, den man mit einer Umstellung auf biovegane Ernährung leisten kann im Vergleich zu anderen Faktoren wie Auto fahren oder fliegen?
Urs Neu
Der Anteil der Landwirtschaft an den Treibhausgasemissionen beträgt weltweit rund 10%, in der Schweiz etwa 12%. Es handelt sich dabei vor allem um Methanemissionen. Vor allem die Fleisch-, aber auch die Milchproduktion sind vergleichsweise sehr emissionsintensiv. Die Umstellung von einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Fleischverzehr in der Schweiz (rund 50kg pro Jahr) auf vegane Ernährung entspricht in der Grössenordnung etwa einem Flug von Zürich nach Mallorca oder London (Einweg) oder etwa 1'500 bis 2'500 km Autofahrt (je nach Autotyp)
Alexander Jahn, Birr 29.11.2017 19:49:03
Wie schätzen Sie die Chancen von Geoengineering ein? Also das man dank dem technologischen Fortschritt z.B. irgendwann die Treibhausgase wieder aus der Atmosphäre filtern könnte (oder auch ähnliche Projekte im Ozean, die es ja bereits gibt)?
Reto Knutti
Geoengineering umfasst typischerweise zwei Bereiche: die Kontrolle der solaren Einstrahlung durch Emission von Aerosolen in die Stratosphäre (ähnlich einem permanenten Vulkanausbruch) oder durch Veränderung der Wolken. Diese würden tatsächlich eine Abkühlung bewirken, aber die Folgen sind schlecht verstanden und damit risikoreich. Sobald man aufhört ist man zudem zurück bei den hohen Temperaturen. Der andere Berich ist das Entfernen des CO2 aus der Atmosphäre und anschliessende Lagerung im Untergrund. Technisch ist das im Prinzip möglich (z.B. Climeworks), aber es ist teuer, braucht viel Energie, und die Frage ist wo man Milliarden Tonnen CO2 sicher langfristig lagert. Im Moment ist es keine ökonomisch sinnvolle Masssnahme, aber man geht davon aus dass es ohne solche Technologie kaum gehen wird, wenn man die 1.5 oder 2 Grad Klimaziele erreichen will.
Roger Joss, Bern 29.11.2017 19:49:20
Frage an: Prof. Philippe Thalmann, Professor für Umweltökonomie, EPFL Lausanne: Wie hoch waren im 2016 die volkswirtschaftlichen Kosten des Staus im Strassenverkehr in der Schweiz gemessen in Personenstunden, entgangenen Löhnen und in Bezug auf die Gesamtzahl durch den Stau produziertem CO2 sowie die dadurch verursachten Treibstoffkosten. Werden diese Kennzahlen erhoben und wenn ja, wie sehen die aus und was sehen Sie als Lösung für dieses volkswirtschaftliche Umwelt-Problem.
Philippe Thalmann
Das wird tatsächlich erhoben (wieviel Stunden gingen in Staus verloren) und geschätzt (was kosten diese Stunden). Siehe https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-62360.html. Im Bericht selber befindet sich die Antwort auf Ihre Frage: "Aufgrund der Fahrten im Stau ergibt sich so insgesamt ein Mehrverbrauch von rund 62 Millionen Litern Treibstoff (Benzin und Diesel zusammen). Rund 78 % dieses Mehrverbrauchs entfällt auf die Personenwagen, weitere 17 % auf den schweren Güterverkehr." Verglichen mit dem gesamten Treibstoffverbrauch sind das etwa 2%. Es wäre also falsch, die Strassen auszubauen in der Hoffnung, damit die Staus zu verringern, denn der Zusatzverkehr würde das weit mehr als wettmachen.
Maciej Pietrzak, Riehen 29.11.2017 19:50:30
Die CO2 Religion ist der grösste Missbrauch der Wissenschaft durch die Politiker. Heutzutage kann kein Politiker, so wie Moses oder Mahommet vor Volk kommen und sagen, dass er gerade mit dem Gott gesprochen hat und X Gebote/Koran bekommen hat. Heute missbrauchen die Politiker der Wissenschaft, als ein Ersatz für den Gott. So hat Stalin mit Lysenko und Mitschurin gemacht, Hitler hat die Genetik für Rassengesätze missbraucht. Heute missbrauchen die Politiker die Wissenschaft, die eigentlich das totale Gegenteil von dem was sie brauchen ist. Die Politiker brauchen eine Religion als Staatsdokrin, mit festen Dogmen. Die Wissenschaft ist ein Erkennungs-Prozess mit ständig ändernden sich Stand des Wissens. Es gibt keine Dogmen in der Wissenschaft, für das sind die Religionen zuständig. Eine rhetorische Frage, warum lassen sich die Wissenschaftler durch die Politik kaufen?
Martin Grosjean
Ich verstehe Ihre Frage nicht und bin sogar der Meinung, dass das Gegenteil der Fall ist. Die Wissenschaft wäre froh und würde es begrüssen, wenn die Politik die wissenchaftlichen Fakten besser in der Entscheidungsfindung berücksichtigen würde. Zugegeben, die Wissenschaft brauchte eine gewisse Zeit, um die Fakten und Grundlagen sauber zu erarbeiten. Aber die Fakten stehen nun genügend fest. Auf Grund dieser Basis weisen wir Wissenschaftler schon lange und dezidiert auf das Problem hin. Wir sind klar der Meinung, dass die Politik zuwenig tut. Das Pariser Abkommen reicht bei weitem nicht.
Andy Grünenwald, Haslen 29.11.2017 19:51:04
Guten Abend Vor einigen Jahren habe ich in einem Sonntagszeitungs-Artikel gelesen, dass Fleisch essen, Autofahren und Kinder kriegen die drei grössten Umweltbelastungen sind. Im Film Cowspiricy wird erwähnt, dass der Verkehrssektor gerade mal für 15% der gesamtem Luftverschmutzung verantwortlich ist. Warum wird das Fleischessen in Umweltdebatten nicht oder nur am Rande erwähnt und findet sie auch in der aktuellen Online-Umfrage des SRF keine Erwähnung? Danke für eine klärende Antwort
Philippe Thalmann
In der Schweiz haben wir etwas andere Zahlen. Der Verkehr ist für 32% der gesamten Treibhausgasemissionen verantwortlich, die Gebäude für 26%, die Industrie für 22% und die übrigen, hauptsächlich die Landwirtschaft, für 19%. Auch die Landwirtschaft, und besonders die Viehzucht, muss und wird vermehrt in die Minderungsanstrengungen eingebunden. Das ist aber nicht so leicht, denn das Fleisch ist eine wichtige Stütze für das Bauerneinkommen, und wir wollen ja, dass unsere Bauern wirtschaftlich überleben. Zudem hat das Fleisch eine starke Lobby. Der Bund finanziert sogar einen grossen Teil der Werbung für Schweizer Fleisch!
Ernst Gräppi, Gemeinde Köniz 29.11.2017 20:01:55
Die BKW ist an Kohlekraftwerken in Norddeutschland beteiligt und verkauft uns die Energie wesentlich teurer. Können Sie uns erklären weshalb dies zulässig ist?
Philippe Thalmann
"Freie Marktwirtschaft" wäre eine rasche Antwort, aber in dem Fall nicht ganz zutreffend. Wir können als Kleinkunde ja nicht direkt billigen Kohlestrom einkaufen (zum Glück vielleicht). Dafür kann die BKW den an ihrem Netz gebundenen Kunden ihren Strom Mix zu einem regulierten Preis verkaufen, der einen Aufschlag auf Gestehungskosten hat. Somit profitieren diese Kunden indirekt auch vom billigen Strom. Grundsätzlich sollte keine Stromquelle verboten werden, aber jede sollte ihre gesamten Gestehungskosten zahlen, das gehört zur Marktwirtschaft. Kohlekraftwerke stossen Unmengen von CO2 aus, zahlen aber nur einen Bruchteil der dadurch verursachten Klimaschäden. Das liegt am Versagen der Europäischen Börse für Emissionsrechte.
Hediger Kurt, Arth-Goldau 29.11.2017 20:02:47
Wie sauber ist der Strom in der Schweiz?
Konstantinos Boulouchos
Es kommt natürlich darauf an, was man unter "sauber" versteht. Wenn wir als Mass den C02-Ausstoss nehmen, dann hat der Produktionsstrom der Schweiz einen Fussabdruck von etwa 10-20 gCO2 pro kWh. Der Konsumentenstrommix aber ergibt einen Wert von 100-140 g/kWh und der Unterschied rührt daher, dass wir im Jahresmittel sehr viel Strom importieren und exportieren. Der importierte Strom ist nicht immer herkunftsmässig deklariert, eine übliche Annahme ist jedoch, dass dessen C02-Fussabdruck gemäss dem durchschnittlichen europäischen Strommix geschätzt wird; die konkreten Bezugsquellen schwanken aber saisonal und sogar täglich. Insgesamt ist jedenfalls der Schweizerstrom klimamässig deutlich besser als der europäische Strommix ( z.Zt. etwa 400-500 gCO2/kWh ).
Hans Meyer, Bern 29.11.2017 20:04:02
Es gibt u.a. auch Forscher, die die Rolle des ansteigenden CO2-Gehaltes auf die Klimaänderung nicht so dramatisch sehen und sehr stark relativieren. Ihre Begründung: während dem Holozän haben sich die Gletscher in den Alpen schon wesentlich mehr zurückgezogen im Vergleich zu Heute, obwohl der CO2-Gehalt wesentlich tiefer lag. Die Rolle des CO2 werde viel zu fest gewichtet. Was entgegnen Sie diesen Leuten?
Matthias Huss
Natürlich gibt es neben dem CO2-Gehalt der Atmosphäre auch andere Faktoren, welche wichtig sind im Klimasystem, wie z.B. die Intensität der Sonnenstrahlung. CO2 ist aber ein Faktor, der sehr gut mit Schwankungen der Temperatur in der Atmosphäre übereinstimmt. Dies kann man an 800'000 Jahre abdeckenden Eiskernen aus der Antarktis beobachten. Was den Gletscherrückgang betrifft: Die Gletscher der Schweiz sind momentan noch lange nicht an die aktuellen CO2 Konzentrationen angepasst, sie sind zu gross. Sie werden viele Jahrzehnte brauchen, bis sie sich auf einer Grösse stabilisieren, bei der sie mit aktuellen CO2 Konzentrationen weiterbestehen könnten.
David Huwyler, Hagendorn 29.11.2017 20:05:43
Wenn es keine Gletscher mehr gibt, kann es sein dass die Bäche kein wasser mehr haben?
Matthias Huss
Das ist unwahrscheinlich. Die Flüsse in den Alpen werden weiter fliessen, da die Niederschläge nach wie vor niedergehen. Allerdings kommt das Wasser zu einem anderen Zeitpunkt: nicht mehr in den trockenen Sommermonaten, wo es für uns am wichtigsten ist.
Erich Amhof, Winterthur 29.11.2017 20:07:23
Wie ist es möglich, mit dem heutigen Wissensstand und steigenden Umweltbewusstsein, dass Fastfood-Ketten in der Schweiz ihre Produkte unbehelligt in Unmengen an Verpackungen verkaufen können?
Martin Grosjean
Diese Frage stelle ich mir auch oft. Es geht nicht nur um Verpackungen von Fastfood sondern um Resoucenverbrauch allgemein. Ressoucenverbrauch und Emissionen von Treibhausgasen haben keinen 'gerechten' Preis, d.h. ein Preis, der die verursachten Schäden decken würde. Die Kosten der Schäden sind im Preis nicht enthalten. So würde ein Liter Benzin ca 5 Franken kosten. Wenn allein die Verpackung im Fastfood 8 oder 10 Franken kosten würde, würden sich Produzenten und Konsumenten darüber Gedanken machen. Generell kann man deshalb sagen, dass allen Umweltschäden ein kolossales Marktversagen zugrunde liegt, da die Marktwirtschaft eben nicht in der Lage ist, einen Preis für verschmutzte Luft, verschmutztes Wasser, Verlust von Biodiversität oder Emissionen von Treibhausgasen (Klimaerwärmung) zu bestimmen. Das gilt nicht nur für den Klimawandel sondern auch auch für Feinstaub, saurer Regen für viele andere Umweltprobleme.
Werner Bechtel, Bülach 29.11.2017 20:09:05
Was tun? Solar / Wind gibt unlösbare Probleme bei Realisierung, (Speicher) Thema Kernenergie und Atommüll Recycling ist die Lösung. Warum wird das bei SRF / Medien verschwiegen?
Philippe Thalmann
Ich glaube nicht, dass SRF die Probleme der erneuerbaren Energien und der Kernenergie verschweigt, sehen Sie z.B. https://www.srf.ch/sendungen/myschool/fokus/energie
Noel Schläfli, Horriwil 29.11.2017 20:09:13
Die Temparaturen steigen durchgehend, das merkt ja jeder! Aber ich bin am überlegen ob es möglich sei, dass es irgendwann in ein paar Jahren wieder eine kleine Kälteperiode geben könnte? Es wäre natürlich sehr was schönes für die umwelt.
Stefan Brönnimann
Ja ein paar kalte Jahre könnten eine Verschnaufpause geben. Ein grosser Vulkanausbruch könnte 1-3 Jahre zu einer Abkühlung führen, auch ein Minimum der Sonnenaktivität könnte den Temperaturanstieg leicht bremsen - aber eben nur leicht. Schwankungen im Wärmeaustausch zwischen Ozean und Atmosphäre können ebenfalls bremsend wirken - nur um dann umso stärker ins Gegenteil zu schlagen, wie wir das in den letzten 4 Jahren gesehen haben.
Stefan Chäser, St. Gallen 29.11.2017 20:09:42
Welche Emissionen verursacht die Nutzung des Internets? (z.B wenn man etwas googlet) Ist dieser Anteil so gross, dass man aus ökologischen Gründen das Internet weniger nutzen sollte?
Jörg Franke
Sehr geehrter Herr Chäser, das Bundesamt für Umwelt hat 2012 ein Faktenblatt zum Energieverbrauch der Internets in der Schweiz herausgegeben (https://www.bafu.admin.ch/dam/bafu/de/dokumente/abfall/fachinfo-daten/faktenblatt_zur_dienstleistunginternetschweiz.pdf.download.pdf/faktenblatt_zur_dienstleistunginternetschweiz.pdf)Darin wurde berechnet: "Der Betrieb der Internet‐Infrastruktur in der Schweiz verursacht einen Energieverbrauch von 4‘640 GWh/Jahr was rund 7.8 % des gesamten Elektrizitätskonsums in der Schweiz ausmacht." Zum Vergleich: Das Atomkraftwerk Mühleberg produziert rund 3'000 GWh/Jahr. Mit einem reduzierten Internetgebrauch könnte demnach deutlich Strom gespart werden.
Ernst Gräppi, Gemeinde Köniz 29.11.2017 20:12:32
In den letzten Jahren stellt man fest, dass die Winter-Skigebiete ihre Anlagen künstlich mit Schnee bedecken. Können Sie uns erklären wie gross dieser Energie- und Wasseranteil ist?
Urs Neu
Die Produktion von einem Kubikmeter Kunstschnee braucht ca. 1-3 kWh. Eine aktuelle Übersicht über die Schweiz zum gesamten Energieverbrauch ist mir nicht bekannt. Eine Studie von SLF/WSL/HSR aus dem Jahr 2008 zeigt für Davos einen Energieverbrauch von 1.7 Mio. kWh Energie oder 0.5% des Gesamtenergieverbrauchs der Gemeinde bzw. rund 30% des gesamten Wasserverbrauchs der Region für die künstliche Beschneiung (wobei das Wasser als Schnee grundsätzlich erhalten bleibt). Diese Zahlen sind wahrscheinlich seither noch grösser geworden. Bezüglich Wasserverbrauch schätzt eine Studie von Mountain Wilderness (2015), dass der Wasserverbrauch für die Beschneiung in der Schweiz etwa dem jährlichen Wasserverbrauch der Stadt Bern entspricht.
Thomas Nuck, Dübendorf 29.11.2017 20:15:28
Soso..die schweizer sorgen sich..kaufen ps bolliden machen die meisten ferien und viele prestige besitztümer
Jeannette Müller, Schwerzenbach 29.11.2017 20:18:05
Leider fehlt beim online voting "Vegane Ernährung" - denn diese hat den grössten Einfluss auf das Klima von all den angegebenen Punkten.
Hans Jordi, Muhen 29.11.2017 20:18:34
Meine Frage hat nur indirekt mit der Klimaerwärmung zu. Jedoch, in diesem Zusammenhang wird ja immer von Stromproduktion mittels Solarzellen geschrieben und geredet. Wie sieht es überhaupt mit der Entsorgung solcher Solarpanels aus. Ich habe leider noch nie etwas darüber gelesen. Ist die Entsorgung umweltfreundlich eigentlich möglich?
Konstantinos Boulouchos
Es gibt natürlich ganz verschiedene Arten von Solarzellen mit unterschiedlichen Materialien ; ich selber bin zwar nicht Experte mit Bezug auf alle Typen und Umweltauswirkungen, es gibt bestimmt Kenner in der Schweiz vor allem ausserhalb unseres heutigen Kreises. Allerdings ist es klar, dass der den Markt weltweit dominierende Typ von kristallinen Silizium-Zellen bei den verwendeten Werkstoffen für das Gesamtmodul umweltmässig weitgehend unbedenklich ist. Interessant ist aber in diesem Zusammenhang der für die Herstellung erforderliche Energieaufwand der etwa 2-3 Jahren des Ertrags (pay-back time ) für die mitteleuropäische Sonneneinstrahlung aus der Anlage entspricht, was etwa 10% der über die Laufzeit gewonnene Energie ist. Für Spanien aber würde der entsprechende Wert 6-7% betragen und er sinkt durch den technischen Fortschritt kontinuierlich.
Szephan Nigg, 4104 29.11.2017 20:19:42
Das die Temperaturen zunehmen ist klar. Sind die Ursachen in unserem komplexen Ökosystem 100% evident? Wie kannman sich da sicher sein?Hat es nicht schon immer wärmere Zeiten und Eiszeiten gegeben? Danke für die Antworten. Gruss Stephan Nigg
Stefan Brönnimann
Ja, die Ursachen sind evident. Der allergrösste Teil der Erwärmung der letzten 50 Jahre ist durch den Menschen verursacht. Das ist durch zahlreiche Studien belegt, welche beobachtete Veränderungsmuster mit Simulationen vergleichen. Keine Kombination natürlicher Einflussfaktoren kann die Erwärmung erklären, nur mit Treibhausgasen ist die Erwärmung erklärbar. Nachweisen lässt sich der menschgemachte Klimaeinfluss übrigens nicht nur in der Tempertaur, sondern vielen weiteren Grössen. Sie haben recht, es hat Eiszeiten gegeben, und es hat auch schon wärmere Zeiten gegeben als heute. Auch die Ursachen dafür sind bekannt. Der Punkt ist: Wir sind für die heutige Erwärmung verantwortlich, und sie betrifft uns.
Marianne Aebersold, Frutigen 29.11.2017 20:20:17
Wie genau kam es dazu, dass sich die Migros und Coop entschieden haben ihre Plastiksäcke gegen Geld auszuhändigen? Reines Umweltbewusstsein war es wohl ja nicht in der heutigen Profitwirtschaft.
Stefan Eggimann, Solothurn 29.11.2017 20:23:29
Vielfach, oder besser gesagt, immer wird vom schlechten Gas CO2 geredet. Aber das beinahe alle Pflanzen dieses Gas zum Leben brauchen, von diesem Thema redet niemand. CO2 ist schwerer als Luft. Wie soll es dann in die obere Atmosphäre aufsteigen und den Treibhauseffekt verstärken?
Urs Neu
Es ist völlig richtig, dass Pflanzen CO2 brauchen. Es spricht auch niemand davon, dass CO2 giftig wäre. Pflanzen haben schon immer CO2 aufgenommen, das natürlicherweise emittiert wird, z.B. bei der Zersetzung von abgestorbenen Pflanzen oder durch Atmung von Mensch und Tier. Das ist der natürliche CO2-Kreislauf. Nun ist aber CO2 auch ein Treibhausgas, es absorbiert Wärmestrahlung und gibt diese wieder ab. Erhöht nun der Mensch die CO2-Emissionen stark, während die Pflanzen nicht (viel) mehr CO2 aufnehmen können, so steigt die Konzentration und damit der Treibhauseffekt. CO2 ist nicht grundsätzlich schlecht, aber es verursacht ungünstige Veränderungen, wenn die Konzentration sich stark verändert. CO2 ist zwar schwerer als Luft, aber weil die Luft in den untersten etwa 10 Kilometern durch Wind und Wetter auch vertikal stark durchmischt wird, wird auch CO2 in höhere Luftschichten gemischt. In vollständig unbewegter Luft würde CO2 zum Boden sinken. Das gibt es jedoch kaum einmal.
Nhora Tauer., Rüschlikon 29.11.2017 20:24:07
Wie können wir zur Klimaverbesserung im eigenen Haushalt einen Beitrag leisten?
Roland Stulz
Die wesentlichen Möglichkeiten sind: nicht oder wenig fliegen und Auto fahren. Raumtemperatur auf 21 Grad oder weniger reduzieren. Wenig oder kein Fleischkonsum und keine Fertiggerichte und Tiefkühlprodukte. Wasserverbrauch reduzieren und Wohnfläche auf 35 m2 pro Person beschränken. Für alle Elektrogeräte und Lichtquellen nur Produkte mit Energieetikette A+ bis A+++ kaufen. Und wenn Sie die Wahl haben: in einem Gebäude mit Standard Minergie, Minergie P oder Minergie A wohnen, an einer Lage mit gutem ÖV-Anschluss und kurzen Arbeits- und Einkaufswegen.
Claudia Ramseier, Küssnacht 29.11.2017 20:24:08
Die Geschehnisse in Bondo zeigten die Empfindlichkeiten der Berge punkto Klimawandel auf. Wie wird man sich zukünftig in Gefahrenzonen schützen?
Claudia Brudermann
Eine absolute Sicherheit gibt es nicht. Dennoch wird man versuchen, wachsende Gefahren zu erkennen und die Bevölkerung zu schützen. Wenn sich Gefahrenzonen abzeichnen, wird man nach Möglichkeit Präventionsmassnahmen ergreifen, wie zum Beispiel keine Neubauten in gefährdete Zonen, bauliche Anpassungen von bestehenden Bauten, Monitoring und Frühwarnsysteme.
Andrej Weiss, Wetzikon, Zürich 29.11.2017 20:26:24
Hätten wir ohne Erderwärmung nicht noch Eiszeit? Und man kann ja auch Energie via Solarenergie gewinnen, das heisst je mehr Erderwärmung, desto mehr Strom, desto mehr Erderwärmung und so weiter... das reicht so lange, wie wir noch auf dieser Welt sind... finden Sie nicht auch? Was ist Ihre Meinung?
Stefan Brönnimann
Nein, eine Eiszeit hätten wir nicht. Aber sie haben recht dass ohne Zutun der Menschen die Erde irgendwann wieder in eine Eiszeit tauchen würde. Ist der Mensch daran, dies ein für allemal zu verunmöglichen? Die Frage ist zwar interessant, aber hier werden ganz unterschiedliche Zeitskalen durcheinandergewürfelt. Die nächste Eiszeit wäre ohnehin erst in 50'000 Jahren fällig, und durch Zutun des Menschen könnten es nochmals 100'000 Jahre länger sein. Das sind ganz andere Zeitmassstäbe.
Maria Pergola, Derendingen 29.11.2017 20:30:35
Ist die Überbevölkerung auch schuld am Klimawandel? Ich merke das immer, wenn ich alleine in einem Raum bin und bei 10 Personen ist es massiv wärmer. Jeder Mensch hat ja eine Körpertemperatur von 36.5 Grad. Das Abholzen von Wälder ist auch problematisch. Würde die Menschheit reguliert so würde sich doch auch automatisch der Verkehr, Flugbewegungen usw. regulieren. Weshalb werden diese Themen immer in den Hintergrund gestellt? Für mich sind Überbevölkerung und Abholzen der Wälder das grösste Prob
Philippe Thalmann
7,6 Milliarden Menschen emittieren 37 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr. Ohne Menschheit gäbe es keine menschenverursachten Emissionen. Soweit wollen die wenigsten gehen. Aber der Netto-Ausstoss muss in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts auf null runtergehen, also wir müssen dann so wenig wie absolut nötig ausstossen, und diesen Rest noch irgendwie einfangen und speichern. Dabei wird die Weltbevölkerung vielleicht auf 10 Milliarden Menschen gewachsen sein. Eine grosse Herausforderung also. Technisch wäre es heute schon möglich, aber äusserst kostspielig. Wir haben aber noch ein halbes Jahrhundert vor uns. Da kann sich die Technik noch stark verbessern und auch wie wir damit und mit unserem Planeten und unseren Mitmenschen umgehen. Bei gegebener Technik würde eine kleinere Weltbevölkerung weniger CO2 ausstossen und auch sonst weniger Ressourcen verbrauchen. Die Wirkung der Bevölkerungsbegrenzung ist natürlich viel stärker, wenn sie bei einer Bevölkerung ansetzt, die pro Kopf sehr viel CO2 ausstosst. Also eher in Kuwait (62 Tonnen CO2 pro Kopf) oder in den USA (16 Tonnen), oder vielleicht noch in der Schweiz (6 Tonnen, doppelt so viel, wenn Importe und Fliegen hinzugerechnet werden). Ganz zuletzt würde man aus diesem Grund die Bevölkerung in Ruanda (0,5 Tonnen) und anderen armen Ländern beschränken wollen. Der Gedanke mit der Körpertemperatur fällt überhaupt nicht ins Gewicht. Abholzen ist ein grosses Problem, nicht in der Schweiz, wo der Wald wächst, sondern in vielen tropischen Ländern. Dort wird aber nicht für die lokale Bevölkerung abgeholzt, sondern für die der reichen Länder. Deren CO2-Fussabdruck damit noch einmal stark zunimmt!
Samuel Nogler, Bern 29.11.2017 20:30:43
Was wären die Folgen eines VEI8-Vulkanausbruchs (ähnlich Toba oder Yellowstone) auf das heutige Klima und gibt es Vorbereitungen der heutigen Menschen auf einen solchen Event? Es wird ja immer wieder davon gesprochen, dass bei einigen "Supervulkane" ein Ausbruch überfällig ist, gleichzeitig gibt es Berichte, dass beim Letzten Ausbruch dieser Art nur einige Hundert Menschen Weltweit überlebt haben sollen.
Stefan Brönnimann
Ein solcher Ausbruch hätte tatsächlich extreme Folgen. Die Klimawirkungen und vor allem die Auswirkungen auf die weltweite Lebensmittelversorgung wären dramatisch. Die Wahrscheinlichkeit ist gering, aber die Auswirkung wären gross. Kann man sich auf so etwas vorbereiten?
Thomas Hofmänner, Bern 29.11.2017 20:32:29
Mit 1500 mm Niederschlag pro Jahr (doppelter Wert des weltweiten Durchschnitts) ist die Schweiz das Wasserschloss Europas. Der Film ist an absurden Übertreibungen und mangelndem Schauspiel kaum zu überbieten.Ich verfüge über einen Master in Geographie und bin Gymnasiallehrer. Wie wärs mit echten Fakten, Szenarien und vor allem Verursacher? China, USA, Kohle...die Schweiz wird vom Klimawandel nicht stark betroffen sein. Flora und Fauna überlebten Millionen Jahre, bzw. Haben sich angepasst
Marcel Baumann, Thalwil 29.11.2017 20:32:38
Weshalb produziert man z.B. keinen IMAX Film der wie HOME im Internet zugänglich für alle ist, eine gemeinsame Vorstellung schafft und Wissen interessant und einfach verständlich darstellen kann, mit eindrücklichen Filmbildern von weit weg, sehr nah und 3d Visualisierungen von der Erde, die die Zusammenhänge z.B. auch der SDGs der UN zeigen und den Zuschauer so auch emotional miteinbeziehen? So könnte man unterschiedliche Perspektiven einnehmen und Lösungen vielen Menschen zugänglich machen.
Fabian Grunder, Bern 29.11.2017 20:33:47
Man diskutiert dieses Problem schon länger... Aber wieso endert sich den niemand? Vieleicht sollten mal einige wichtige Personnen in der Schweiz als Vorbild vorausehen... und nicht nur weil sis können immer gleich das Flugzeug nehmen... Aber wieso macht es niemand? Nur weil wir zu bequem sind?
Roland Stulz
Wir wissen seit rund vierzig Jahren, was zu tun ist. In unzähligen Programmen von Bund, Kantonen, Gemeinden und Unternehmen wurden und werden sinnvolle Aktivitäten unternommen. Das grosse Problem ist aber: es besteht in unseren Breitengraden bisher noch überhaupt kein Leidensdruck, der uns zum wirkungsvollen Handeln bewegen würde. Wir sind scheinbar nicht befähigt vernunftbasiert langfristig orientiert zu handeln. Wenn der Leidensdruck bei uns zunehmen wird, werden die Kosten fürs Handeln wesentlich höher sein. Wie das aussieht können wir bereits heute in vielen Entwicklungsländer beobachten.
Vivien Simor, Wettingen 29.11.2017 20:34:01
Es gab doch schon immer Eiszeiten und heisse Perioden. Ist das nicht „normal“ was gerade passiert?
Urs Neu
Eis- und Warmzeiten sind Veränderungen, die über Tausende von Jahren ablaufen. Sie werden verursacht durch Änderungen der Erdumlaufbahn um die Sonne und die Neigung der Erdachse. Kürzerfristige Änderungen wie die Mittelalterliche Warmzeit oder die Kleine Eiszeit vor einigen hundert Jahren kommen aufgrund der Schwankungen von Sonnen- und Vulkanaktivitäten zustande. Die aktuelle Erwärmung hingegen verläuft vergleichsweise sehr schnell und kann nicht durch diese Faktoren verursacht sein, da sie zur Zeit alle eine eher kühlende Wirkung haben. Die vom Menschen verursachte Zunahme des Treibhauseffekts ist zur Zeit der einzige Einfluss, der erwärmend wirkt. Diesen Einfluss gab es früher nicht. Es ist also nicht "normal", was zur Zeit geschieht, bezüglich Ursache und Geschwindigkeit.
mischa fava, 8712 stäfa 29.11.2017 20:35:00
Wie stark sind überseefrachter und kreuzfahrtsschiffe für die klimaerwärmung verantwortlich? Fahren diese wirklich mit rohoel? mfg fava
Konstantinos Boulouchos
Die Seefahrt ist für etwa 2% der Treibhausgasemissionen weltweit verantwortlich. Verbrannt wird bis heute zu einem grossen Teil Schweröl, was den Rückständen aus dem Raffinerieprozess entspricht und eigentlich - wenn eben nicht verbrannt - entsorgt werden müsste. Er hat vor allem einen grösseren Schwefelanteil, was auch den Einsatz von Katalysatoren für die Reduktion von Stickoxiden erschwert. Schon jetzt sind aber solche Treibstoffe für einzelne, insbesondere küstennahe Regionen verboten und es wird generell ab etwa 2020 flächendeckend eine massive Reduktion des Schwefelanteils vorgeschrieben. Eine positive Entwicklung ist zudem, dass schon jetzt und noch mehr in Zukunft flüssiges Erdgas als Ersatz für das Schweröl eingesetzt wird, was zwar neue Motorentechnologien bedingt aber gleichzeitig deutliche Emissionssenkungen erlaubt und zu einer CO2-Minderung pro Tonnen-Kilometer von etwa gut 20% führt. Zu beachten ist jedenfalls, dass 90% des weltweiten Güterverkehrs über interkontinental fahrende Schiffe abgewickelt wird und pro tonnen-km etwa 10mal weniger CO2 produziert wie über moderne Lastwagen auf der Strasse.
Moderator
Achten Sie bitte darauf, Ihre Frage im Rahmen der Zeichenbeschränkung zu formulieren. Fragen, die sich über mehrere Teile hinziehen, können leider nicht beantwortet werden.
Paul Zimmermann, Bern 29.11.2017 20:35:27
Es wurde im Filmbericht, im Erklärfilm Minus 18 Grad für eine Erde ohne Treibhausgase genannt. Können Sie erklären, wie die Minus 18 Grad zustande kommen, wie sie ermittelt werden.
Stefan Brönnimann
Aus dem Stefan-Boltzmann Gesetz kann man aus der Abstrahlung die Temperatur eines strahlenden Körpers rechnen. Die Abstrahlung der Erde entspricht im Gleichgewicht genau der Einstrahlung. So kommt auf diese Temperatur. Die gilt für einen Körper ohne Atmosphäre. Die Atmosphäre und die Treibhausgase machen es für die Erdoberfläche schwieriger, Energie abzustrahlen. Sie erwärmt sich daher.
martina zumbrunn, grindelwald 29.11.2017 20:36:13
Warum wird nicht mehr gemacht im Ausland? Wir sind eine 5köpfige Familie die auf Ferien im Ausland verzichtet, wenig mit dem Auto herumfährt, nur lokale Produkte kauft und so gut es geht Wasser und Strom spart. Was können wir noch machen? Ich finde das Fliegen sollte massiv teurer werden und ich sehen immer wieder dass die Menschen viel sagen aber nichts machen und ganz sicher nicht auf Ferien verzichten können oder wollen. Wir wohnen an einem sehr schönen Ort und jeder sollte dies endlich sehen
Dusan Ristic, Bad Ragaz 29.11.2017 20:36:45
Wenn wir Wasser sparen und die Heizung nicht auf die höchste sufe stellen würden würde das viel nützen LG
Erwin Ruff, Sierre 29.11.2017 20:37:02
Was bringt es, wenn wir alles tun für den Klimaschutz ohne Afrika, China, Indien und die USA?
Andreas Rigling
Natürlich spielt die Schweiz bezüglich Emissionen im Globalen Masstab nur eine relativ kleine Rolle. Doch wer denn sonst wenn nicht die wohlhabende Schweiz, die sich auf eine starke Forschung und Wirtschaft stützen kann und sich durch hohe Innovation auszeichnet, soll hier vorangehen? Wenn wir immer warten bis die anderen etwas tun, dann kommen wir sicherlich zu spät. Die Schweiz hat auch eine moralische Verpflichtung mit gutem Beispiel voranzugehen - Zudem bietet ein technologisches Voranschreiten auch grosse Chancen für unsere Wirtschaft - dies ist nicht zuletzt der Grund wieso Nationen wie China zunehmend in Photovoltaik investieren.
Lukas Fuster, Uster 29.11.2017 20:39:20
Wiso wird in den Medien nie über den Zusammenhang zwischen Viehzucht und Klimawandel gesprochen?
Philippe Thalmann
Wenn Sie in Google folgende Begriffe eingeben: SRF Fleisch Klima, dann finden Sie jede Menge von Berichte über die Klimafolgen des Fleischkonsums.
Hans J. Tobler, Hombrechtikon 29.11.2017 20:39:39
Eine Bemerkung zum Thema: Eine eigene Energie- und Ressourcenverbrauchs-Bilanz schafft Klarheit wo man steht. Wer ausserdem in der Lage ist seine CO2-Emission daraus auszurechnen weiss damit sehr genau ob er Handlungsbedarf hat, falls er/sie Verantwortungsbewusstsein hat. Es gibt genügend Tools und Möglichkeiten seinen ökologischen Fussabdruck zu ermitteln - aber vielleicht will man diesen gar nicht wissen und kann damit besser schlafen? Gute Nacht
Maciej Pietrzak, Riehen 29.11.2017 20:39:49
Herr Martin Grosjean, die Fakten sind dass wir auf Erde zu wenig CO2 in der Atmosphäre haben. Darunter leiden die Pflanzen und auch die Menschen. Die Gärtner müssen ihre Pflanzen im Gewächshaus mit 600ppm CO2 versorgen. Die Antwort der Pflanzen auf CO2 Mangel ist die Entstehung von Gräser, C4 Pflanzen mit verbesserter CO2 Assimilation. Es wäre sehr wünschenswert dass wir die Konzentration auf 1000ppm durch verbrennen von Kohle und Gas erhöhen. Leider das meiste CO2 wurde im Kalkstein gefangen genommen, und steht uns nicht mehr zur Verfügung. Als die meisten Pflanzen die wir heute haben, entstanden sind, gab es auf Erde ca. 10x mehr CO2 in der Atmosphäre, die Säugetiere sind auch auf solche Konzentration eingestellt. Die Temperaturen die damals auf Erde gab, waren in unseren jetzigen Bereich. Warum dann die ganze CO2 Hysterie.
Martin Grosjean
Alles der Reihe nach: Ja, es stimmt dass Pflanze CO2 zur Photosynthese brauchen und Pflanzen im Gewächshaus bei erhöhten CO2 KOnzentrationen besser wachsen. Aber eben nur im Gewächs, wo sie vom Gärtner mit genügend Wasser und anderen Nährstoffen versorgt werden. Ausserhab vom Gewächshaus ist die Situation anders, da fehlt oft im Sommer das Wasser. Die Pflanzen schliessen die Spaltöffnungen damit sie nicht verdursten und dann nützt ihnen alles CO2 der Welt nichts. Dieser Irrtum lässt sich übrigens in einigen wissenschaftlichen Experimenten feststellen. Sie könnten auch anführen, dass bei einer Erwärmung die Pflanzen in der arktischen Tundra besser wachsen. Dort sind die Böden aber sauer und da wächst kein Getreide. Ebensowenig sind unsere Nutzpflanzen an so hohe Temperaturen angepasst, die einer CO2 Konzentraton von 1000 ppm entsprechen würden. Oder anders gesagt: 1000 ppm CO2 bei heutigen Temperaturen kriegen Sie auch nur im Gewächshaus hin. Sicher, Pflanzen haben sich auch früher an hohe CO2 Werte angepasst: diese Anpassung benötigte aber Millionen von Jahren. Auch dieser Vergleich hinkt. Ich gehe mit Ihnen auch einig, dass viele Bakterien, Pilze, Pflanzen und Tiere in einer Wärmeren Atmosphäre ganz gut leben würden. Für Menschen gibt es eine medizinisch/physiologische Obergrenze, die liegt irgendwo bei 50°C. Ob es gerechtfertigt ist, das Problem des CO2 und Klimawandels aus menschlicher Sicht zu betrachten ist eine philosophische Frage.
Markus Streuli, Horgen 29.11.2017 20:39:50
Es ist doch so dass es der Natur prinzipiell egal ist ob es wärmer oder kälter wird. Die Natur hat auf alles eine Antwort und wird die Menscheit überleben.... Siehe z.b Tschernobyl, dort grünt es wieder aber der Mensch kann dort nicht leben. Die Menschheit schaufelt sich ihr eigenes Grab und es wird leider langfristig kein zurück geben. Wir schaffen es nicht mal dass es keine Kriege mehr gibt auf dieser Erde
Stefan Brönnimann
Sie scheinen ein pessimistischer Mensch zu sein! Der Natur mag es egal sein, aber uns ist es nicht egal (und Ihnen vielleicht auch nicht). Ich bin da optimistischer.
Kat Sanders, Basel 29.11.2017 20:40:22
Wieso spart Ihr in der Diskussion über die Erderwärmung einen der grössten Verursacher aus nämlich die Nurztierhaltundg und den Konsum tierischer Produkte Fleisch, Milchprodukte etc? Die Frage“ was können Sie persönlich tun‘ und aber nicht erwähnen, dass man durch Verzicht auf Fleisch massiv Umwelt und Klima schonen würde, kann ich deshalb nicht ernst nehmen. Und so gehts längst nicht nur mir, viele Leute sind gut informiert und fragen sich was das soll.
Philippe Thalmann
Der Berner Bund hatte am 14. Dezember 2010 ein Artikel mit der Überschrift: "Die Vertreter der Bauernschaft geben im Parlament den Ton an. Keine andere Branche ist im Parlament so einflussreich wie die Bauern. Alleine im Nationalrat sitzen 27 Bauernvertreter." Ich glaube, das ist immer noch so. Die Frage könnte also lauten: Wieso wählen wir so viele Bauernvertreter in unser Parlament?
Bruno Santoro, Zunzgen 29.11.2017 20:46:09
Klimawandel gibts das nicht schon seit Bestehen unserer Erde? Glauben sie das unsere Generationen das Recht auf stabiele Temperaturen haben? Da geht es doch einmal mehr nur um Geld. In Zukunft werden wohl wieder dubiose Grosskenzerne und gekaufte Wissenschaftler von den Staaten finanziert um das Klima unseren wünschen anzupassen, das wird auch der falsche weg sein! Wissenschaft ist doch eh einfach der neueste Stand des Irrtums!
Stefan Brönnimann
Klimawandel gibt es seit Bestehen der Erde, und ein Recht auf stabiles Klima gibt es nicht. Aber wenn wir das Klima massiv verändern, wie wir das derzeit tun, führt das für uns zu massiven Nachteilen. Daher versuchen wir gleichzeitig die Klimaveränderung einzudämmen und uns anzupassen. Sie sprechen auf Geoengineering an: Klima auf Wunsch. Davon sind wir glücklicherweise weit enfernt. Und nein: Sie haben da ein total falsches Bild der Wissenschaft!
Christine Schläfli, Biel 29.11.2017 20:47:09
Ich möchte wissen, aus welchem Grund sich die Erde oder wir hier in der Schweiz von der Eiszeit seinerzeit befreit haben?
Urs Neu
Eiszeiten kommen zustande aufgrund von Schwankungen in der Erdumlaufbahn oder der Neigung der Erdachse gegenüber der Sonne. Das führt zu Veränderungen der Sonneneinstrahlung auf der Erde. Das wiederum bewirkt eine Änderung der Temperatur, die durch verschiedene Rückkopplungen noch verstärkt wird. Dies sind Schwankungen, die regelmässig immer wieder einen ähnlichen Zustand erreichen. Die Erde hat in den letzten 800'000 Jahren regelmässig zwischen Warm- und Eiszeiten geschwankt. Die Erde und die Schweiz haben also die Eiszeit verlassen, weil die Sonnenstrahlung in diesem Zyklus wieder zugenommen hat. Seit ungefähr 10'000 Jahren befinden wir uns in diesem Zyklus in einer relativ stabilen Warmzeit.
Richard Zemp, Schüpfheim 29.11.2017 20:48:35
Wieso verbietet man die Billigflieger nicht? Die Flugzeuge sind die grössten Luftverschmutzer, das Fliegen muss deshalb viel teurer werden! Da will man die Autos, (Diesel und Benzin) verbieten, anderseits wird immer mehr geflogen, das ist ein Affront gegenüber dem normalen Bürger!
Patrick Dreher, Lipperswil 29.11.2017 20:49:21
Wie gross wäre die globale Klimaerwärmung ohne unser Zutun, einfach bedingt durch die natürlichen Veränderungen zwischen zwei Eiszeiten?
Urs Neu
Die Erwärmung von einer Eiszeit zu einer Warmzeit wird auf rund 5 Grad Celsius geschätzt. Diese Erwärmung ist vor rund 10'000 Jahren erfolgt. Zur Zeit befinden wir uns in einer Warmzeit und befinden uns im Prinzip auf dem Weg zu einer nächsten Eiszeit. Das dauert aber Zehntausende von Jahren und geht sehr langsam. Die gegenwärtige Erwärmung ist viel, viel schneller.
Mike Kaiser, Robas 29.11.2017 20:49:51
Was macht ein Menschlicher Körper, wenn er krank ist? Er wird fibrig und warm, um das Bakterium ab zu töten. Genau das macht jetzt unser Planet.
Konstantinos Boulouchos
Ja, der OeV ist eindeutig am umweltfreundlichsten und beansprucht weniger Fläche und Infrastruktur. Wenn Sie aber aufs Auto angewiesen sind : Als Erstes sollten Sie ein Auto kaufen/nutzen, das vom Gewicht her für Ihren täglichen Transportbedarf nicht überdimensioniert ist. Zweitens können Sie dann aus der angebotenen Motorenpalette dieses Fahrzeugtyps eine vernünftige Motorisierung wählen ( für den VW Golf z.B. gibt es Leistung von weniger als 100KW bis über 200 KW ). Drittens : zum jetzigen Zeitpunkt sollten Sie am besten ein Hybridbenzinauto oder ein Erdgasauto nutzen. Erst wenn wir in der Schweiz genug erneuerbaren Strom haben, nachdem wir die Nuklearkraftwerke abschalten, macht Elektromobilität flächendeckend Sinn.
Daniel Keller, Oberengstringen 29.11.2017 20:52:24
Wieso nimmt die Temperatur in der Stratosphäre ab, während die Temperatur in der Troposphäre steigt? Vielen Dank für eine kurze Antwort.
Stefan Brönnimann
Von der Stratosphäre aus gesehen liegt der grösste Teil der Atmosphäre unterhalb, fast die gesamten Treibhausgase befinden sich unterhalb. Oberhalb befinden sich fast keine Treibhausgase mehr. Die Stratosphäre kann deshalb kaum nach unten Strahlung abgeben, aber kann von hier fast ungehindert in den Weltraum abstrahlen, ohne dass die Strahlung wieder absorbiert wird. Gleichzeitig hat die Stratosphäre mit der Ozonschicht eine eigene Wärmequelle. Wenn wir die Treibhausgase in der Stratosphäre erhöhen, wird die Abstrahlung effizienter und daher führt dies zu einer Abkühlung.
Alfred Schlaepfer, 8800 Thalwil 29.11.2017 20:53:44
Meines Wissens wird die gesamte durch das Militär verursachte Umweltverschmutzung weltweit ausgeblendet. Gibt es Zahlen?
Martin Grosjean
Wie es weltweit steht weiss ich nicht. Aber erkundigen Sie sich auf der website des VBS. Dort finden Sie für die Schweiz umfangreiche Dokumentationen über Schwermetalbelastungen und vieles mehr.
Roman Koster, Weissbad 29.11.2017 20:54:22
Ich frage mich warum wir die Problematiken immer nur im einzelnen anschauen. Ich meine Thema Heizungen warum verbrennt man Öl oder Gas einfach? Ich glaube zb das es wirtschaftlich sehr wohl interessant sein kann die Brennstoffe über nen Motor der Strom generiert und dessen Abwärme dann heizt viel besser wäre. Pv wandeln 10%energie um, grosser Rest ungenutzte Wärme die einfach genutzt werden könnte (gibt aber leider wenig Wp die über 20 Grad nutzen können). Warum bleiben solche Projekte Unikate?
Roland Stulz
In modernen Gebäuden ist der Heizwärmebedarf rund 80% kleiner als in Bauten der Siebzigerjahre. In der EU tritt 2018 ein neues Gesetz in Kraft, das vorschreibt, dass Neubauten mit "Near Zero" Energiebedarf gebaut werden müssen. Somit können Neubauten mit sehr kleinem Energieverbrauch betrieben werden. Solarkollektoren, Wärmepumpen sind zukunftsfähige und erprobte Technologien. Die von Ihnen erwähnten Wärme-Kraft-Kopplung und Sterlingmotoren sowie Brennstoffzellen sind noch relativ teuer für die Erzeugung von kleinen Wärmemengen.
Huber Marcel, Hofstetten 29.11.2017 20:54:51
Ich bin mir durchaus bewusst dass wir nicht ganz unschuldig sind mit der Erderwärmung. Jedoch war in vergangenheit z.b der Aletschgletscher noch kürzer als er jezt ist. Oder dass man an der Grimsel auch Baumstämne gefunden hat wo Heute kein Wald ist. Ist daher der Klimawandel ein gewisses nicht auch normal?
Urs Neu
Wir müssen berücksichtigen, dass der Rückzug der Gletscher mit einer gewissen Verzögerung erfolgt. Gerade bei grossen Gletschern ist diese Verzögerung rund 30 Jahre. Der heutige Stand des Aletschgletschers entspricht demnach etwa dem Klima der 1980er Jahre. Erst in 30 Jahren werden wir anhand des Gletscherstands das heutige Klima mit früheren vergleichen können.
Jürg Wiesmann, Forch ZH 29.11.2017 20:55:42
Früher war der Zürichsee ein Gletscher gemäß Wissenschaftler da gab es jedoch noch keine Menschen als der Geschmolzen ist, ein anderer Wissenschaftler sagte mal im Fernsehen das die Erde wie ein Kreisel sei der jetzt der Sonne näher ist deshalb erwärme sich auch die Erde Schneller um ein Paar Grad also was soll dieses Gerede? Der Mensch ist sicher nicht Perfekt und wird es auch nie werden.
Stefan Brönnimann
Die Kreiselbewegungen gibt es - die haben Zeitskalen von mehreren Zehntausend Jahren (allerdings ist dabei die Erde der Sonne nicht mehr oder weniger näher; es ändert sich nur die Verteilung der gleichbleibenden Einstrahlung). Jetzt ändern wir die Temperatur in einer hundert Mal kürzeren Zeitspanne.
Monika Sommer, Ittigen 29.11.2017 20:56:19
Die Umfrage finde ich sehr schwach. Da hat SRF wenig überlegt. 1 Antwort! Ich denke keiner von uns macht nur etwas zu 100%. Wir fliegen, fahren Auto aber sicher auch Velo usw.
Moderator
Wenn wir alle diese eine gewählte Massnahme wirklich umsetzen würden, würde sich schon einiges bewegen...
Georges Hilpertshauser, Gunten 29.11.2017 20:58:09
Mit Solarstrom und Wärme sowie Elektromobilität wirke ich der Erwärmung entgegen, frage mich aber trotzdem, wo ist das Eis der Eiszeit geblieben? Ist das nicht auch geschmolzen, weil sich das Klima erwärmt hat? Klimaerwärmung gab es schon immer und eine Klimaabkühlung wird es auch wieder geben.
Urs Neu
Bitte schauen Sie sich kürzliche Antworten auf ähnliche Fragen an.
Marcel Müller, Wallenried 29.11.2017 20:58:22
Welchen Anteil trägt die Erzeugung tierischer Produkte an der Klimaerwärmung bei? Kann es sein, dass dieser Anteil in der Politik und Gesellschaft zu wenig thematisiert wird?
Philippe Thalmann
Der Nutztierhaltung werden 6,5% der Treibhausgasemissionen in der Schweiz zugeschrieben. Etwa 80% des Fleisches, das wir verbrauchen, kommt aus dem Inland. Werden die Fleischimporte hinzugezählt, erhöht sich also die Zahl der Treibhausgasemissionen nicht sehr stark. Interessant ist noch zu bemerken, dass dieser Anteil seit 1990 im Bereich von 5,6 bis 6,5% fluktuiert. Betreffend Thematisierung in Politik und Gesellschaft, so können Sie bemerken, dass relativ viele Fragen in diesem Blog sich auf dieses Thema beziehen. Wenn Sie in Google folgende Begriffe eingeben: SRF Fleisch Klima, dann finden Sie jede Menge von Berichten über die Klimafolgen des Fleischkonsums.
Pierre Müller, Muttenz 29.11.2017 20:58:31
Von der linken Talseite des Maderanertals (talabwärts gesehen) weiss ich, dass die Mehrzahl der 2000 - 2500 Meter hohen Berge zum Grossteil nur dank des Permafrost derzeit noch stabil sind. Gibt es Szenarien oder Algorythmen darüber, welche Permafrostregionen in Funktion des Temperaturanstiegs wann instabil zu werden drohen?
Andreas Rigling
Der schmelzende Permafrost ist ein Thema, das die Einwohner in den Bergebieten und die Naturgefahrenforschung in den kommenden Jahren stark beschäftigen wird. Informationen aus erster Hand bekommen Sie auf der Homepage der Forschungsgruppe Permafrost und Schneeklimatologie, des SLF in Davos. Unter dem folgenden Link finden sie weiterführende Informationen: https://www.slf.ch/de/ueber-das-slf/organisation/forschungseinheiten/schnee-und-permafrost/permafrost-und-schneeklimatologie.html
Kneuferl Lichter, St.Gallen 29.11.2017 21:01:23
70% der Insekten Massen sind verschwunden, schaut man sich die neuen CO2 Verteilung von der Nasa an, glaubt man auch, dass sie Massenhaft vom Himmel fallen. Ich glaube dass Insekten über ihre Tracheen zuwenig Sauerstoff bekommen. Darum sterben auch die Vögel in etwa 25 Jahren aus, dann unweigerlich auch die Pflanzenwelt in 30 Jahren. Wird da auch geforscht in der Schweiz diesebzüglich?
Martin Röösli
Der Rückgang der Insekten hat nichts mit dem CO2 zu tun, sondern mit dem weltweiten Rückgang von geeigneten Lebensräumen. Der Anteil von CO2 in der Atmosphäre ist sehr gering. Trotz des CO2-Anstiegs in den letzten Jahrzehnten ist der Anteil immer noch deutlich unter einem Prozent. Das bedeutet, dass sich der Sauerstoffgehalt in der Luft de facto nicht verändert hat. Die Vögel und Insekten werden auch in Zukunft genug Sauerstoff haben.
Johannes Kasper, 7250 Klosters 29.11.2017 21:02:05
Wie ist das Verhältnis zwischen Flug- und Strassenverkehr im Schadstoffausstoss?1
Konstantinos Boulouchos
Ich beginne mit dem CO-Ausstoss pro Personenkilometer (pkm ). Mit der heutigen Auslastung beträgt der Wert für die Fahrt mit dem PKW im Schnitt 125 gCO2 pro pkm, allerdings mit grossen Unterscheiden ob es sich um ein SUV ( über 200 ) oder einen Kleinwagen( deutlich unter 100 ) handelt. Beim Flugzeug liegt dieser Wert bei 85 ( Langstrecken ) bis 170 ( Kurzstrecken ). Bei den Schadstoffemissionen sind Benzin(Gas/Hybridautos besser; bei den Flugzeugen kommt erschwerend dazu, dass Schadstoffe in sehr grossen Höhen ausgestossen und somit nochmals umweltschädigend sind.
Mike Kaiser, Robas 29.11.2017 21:03:13
Hallo! Ich habe mal mit einem namhaften Gletschervorscher gesprochen. Dieser sagte mir, dass es schon immer so war, dass Gletscher geschmolzen sind... und wieder gewachsen. Wo "möchte" denn der Mensch den Gletscher? Die Natur lässt sich doch nicht leiten.
Urs Neu
Wie bereits oft gesagt, ist es so, dass sich das Klima und auch die Gletscher immer verändert haben. Das bedeutet aber nicht, dass der Mensch eine solche Veränderung nicht auch verursachen kann oder dies kein Problem ist. Waldbrände hat es auch natürlicherweise schon immer gegeben (bspw. durch Blitzschlag). Das bedeutet auch nicht, dass ein Waldbrand nicht auch vom Menschen verursacht werden kann (Feuerstellen, brennende Zigaretten) und dass dies kein Problem wäre.
Peter Hartmann, Zug 29.11.2017 21:05:44
CO2 ist nicht das Problem. Geoengeneering ist das Problem. Sachen das Treibhausdach u. somit kann das Gas nicht ins All entweichen ebenso auch nicht die Hitze. CO2 kühlt ab und es erwärmt nicht. Was für Wissenschaftler seid ihr, welche nur den gemachten Meinungen nach plappert. Wäre CO2 so gefährlich, müssten alle Blöterliwasser verboten werden. Leider ist es aber so, dass es ein riesen Geschäft geworden ist u. man verkauft CO2-Kontingente. Schaut mal in den Himmel.
Martin Grosjean
Danke, Herr Hartmann. Völlig einverstanden: Geoengineering ist auch ein Problem. Damit würden wir nämlich ein weiteres Experiment von geophysikalischer Dimension machen, von dem wir die gravierenden Folgen wissenschaftlich gut kennen. Ob CO2 kühlt (wie Sie glauben) oder Wärmestrahlung absorbiert und wärmt, das können Sie leicht in einem kleinen Experiment zuhause untersuchen. Gas würde wegen der Erdanziehung auch nicht ins All entweichen. Also, solange die Äpfel vom Baum nicht in den Himmel fallen verstehen wir die Physik noch genügend gut.
Kurt Stricker, Dierikon 29.11.2017 21:06:54
Können Sie mir erklären, wie genau die globale Durchschnittstemperatur und deren Entwicklung gemessen wird. Wie zuverlässig sind solche Angaben. Danke!
Stefan Brönnimann
Grundlage jeder Temperaturschätzung sind die gemessenen Lufttemperaturen (oder im Ozean auch der Wassertemperaturen an der Oberfläche). So kommen Tausende von Messreihen zustande, welche all sorgfältig geprüft werden müssen. Die Reihen werden zunächst als Abweichungen einer bestimmten Referenzperiode ausgedrückt, danach werden die Abweichungen räumlich interpoliert. Streng genommen berechnen wir also nicht die Mitteltemperatur der Erde, sondern deren Abweichung von einer bestimmten Referenzperiode. Es gibt dabei natürlich einige Schwierigkeiten und Unsicherheiten. So veränderten sich beispielsweise auf dem Meer die Messpraktiken mit dem Aufkommen der Dampfschiffe anstelle der Segelschiffe. Das sind Messunsicherheiten. Dann gibt es Unsicherheiten wegen der in manchen Regionen geringen Abdeckung (beispielsweise der Arktis). Um all diese Probleme zu lösen wurden von unterschiedlichen Forschungsgruppen ganz unterschiedliche Verfahren verwendet. Die daraus resultierenden Kurven sind einander aber sehr ähnlich. Für die letzten ca. 60 Jahre sind die Schätzungen sehr zuverlässig. Unsicherheiten betreffen vor allem die Ozeane und vor allem die 1940er Jahre und die 1910er Jahre.
Simon Berquier, Affoltern a.A. 29.11.2017 21:09:59
Um eine Stunde Arbeitsweg bei 4 x 15km/Tag auf ein CNG Auto umsteigen, statt der ÖV benutzen, was macht das auf die Umwelt aus?
Konstantinos Boulouchos
Der OeV ist immer am besten, vor allem wenn er elektrisch angetrieben wird; aber auch ein moderner Dieselbus ist vorteilhafter. Wenn Sie aber auf ein Auto angewiesen sind, sparen Sie mit dem Umstieg von einem Benziner auf ein Erdgasauto etwa 20-25% CO2 bei sehr niedriger sonstiger Umweltbelastung.
Jessica Hyde, Baden 29.11.2017 21:10:09
Die Klimafrage und wie damit umgehen ist wichtig. Ich werde allerdings den Eindruck nicht los, dass das Grundübel immer ignoriert wird - das exponentielle Wuchern der Menschheit. Solange wir uns weiter multiplizieren, werden Tipps wie "mehr öV benutzen" etc. nur eine Verzögerungstaktik bleiben. Wird irgendwo das Grundübel, und wie wir als Menschheit damit umgehen sollten, diskutiert? Oder fahren wir den Karren einfach mit etwas Verzögerung an die Wand?
Urs Neu
Wir schaffen ein Problem nicht aus der Welt, indem wir auf ein anderes hinweisen. Wir müssen beide Probleme angehen. Das Bevölkerungswachstum geht langsam zurück, aber das wird noch einige Zeit brauchen. Wir können aber mit der Lösung des Klimaproblems nicht zuwarten, bis alle anderen Probleme gelöst sind. Die Klimaveränderung und deren Folgen, die bis dann ausgelöst werden, sind auf lange Zeit unumkehrbar.
Moderator
Hans Anreiner, St. Gallen 29.11.2017 21:11:21
Es gibt ja einige Wissenschaflter, die den Klimawandel verneinen. Wie kann man die verstummen lassen?
Stefan Brönnimann
Diejenigen "Wissenschaftler" (ich brauche absichtlich die männliche Form), welche den Klimawandel verneinen, sind nicht Klimawissenschaftler sondern sind beim näheren Hingucken meist in einem ganz anderen Fachgebiet tätig. Also: Hingucken.
Hansueli Knörr, Glattbrugg 29.11.2017 21:11:35
Welcher Wärmegrund war vor 10000 Jahern verantwortlich dass die Gletscher damals so stark zurückgeschmolzen sind. Es gab noch keine Autos Industrie, ??
Jörg Franke
Sehr geehrter Herr Knörr, die Erdumlaufbahn um die Sonne ändert sich in Zyklen von tausenden von Jahren. 1. schwankt die Neigung der Erdachse, 2. ist die Umlaufbahn mal mehr mal weniger elliptisch und 3. ändert sich die Jahreszeit in der die Erde auf der elliptischen Bahn der Sonne am nächsten ist (https://de.wikipedia.org/wiki/Milanković-Zyklen). Die letzten Eiszeiten sind immer dann zu Ende gegangen, wenn diese drei Zyklen sich so überlagern, dass die Sommer auf der Nordhalbkugel besonders warm werden, so dass das Eis auf den Kontinenten schmelzen kann.
Hans Anreiner, St. Gallen 29.11.2017 21:11:44
Seit Jahrhunderten wird Raubbau aus Kommerz an unseren Ressourcen betrieben. Was wäre nötig um dem ganzen Einhalt zu gebieten?
Philippe Thalmann
Eine andere Menschheit? Es besteht eine Hoffnung, dass mit dem Wohlstand die Sorge zu unserem Planeten zunimmt. Ich meine damit nicht, dass alle Menschen mit hohem Einkommen automatisch sich nur noch um unsere Umwelt sorgen und auf den Raubbau an der Natur verzichten würden. Aber Gesellschaften, deren Grundbedürfnisse gesichert sind, sind eher bereit, der Umwelt sorge zu tragen. Sie können es sich ja leisten. Was nicht sicher ist, ist ob der Planet so lange warten kann, bis man überall wie in Skandinavien lebt!
Kuhn Cristina, Interlaken 29.11.2017 21:13:11
Hat die immer grösser werdende Gesamtfläche der Sonnenkollektoren keinen Einfluss auf die Albedo ?
Urs Neu
Dieser Einfluss ist global gesehen sehr klein und hat keinen wesentlichen Einfluss auf das Klima. Würde man nur einen kleinen Teil der Sahara mit Solarzellen bedecken, könnte man theoretisch die ganze Welt mit Energie versorgen (vom Transportproblem abgesehen). Von einer solchen Fläche sind wir jedoch noch weit entfernt.
Paul Zimmermann, Bern 29.11.2017 21:14:12
Ich habe gelesen, dass eine einen natürlichen Treibhauseffekt und einen menschgemachten Treibhauseffekt gibt. Können Sie mir den Unterschied erklären.
Stefan Brönnimann
Der Effekt ist physikalisch derselbe. Treibhausgase gibt es auch in der "natürlichen" Atmosphäre, allen voran der Wasserdampf (aber auch gewisse Mengen CO2 und Methan). Wir sprechen vom "menschgemachten Treibhauseffekt", um den zusätzlichen Effekt der von Menschen emittierten Gase zu bezeichnen.
Aline Cavelti, Zürich 29.11.2017 21:14:39
Die Diskussion und Sensibilisierung ist gut, aber was kann die Schweiz bewirken, wenn China, USA und Afrika nicht mitziehen?
Andreas Rigling
Die Schweiz soll mit ihrer Innovationskraft, ihrer starken Forschung und Wirtschaft vorangehen und alternative Lösungsansätze entwickeln und vorleben. So kann auch ein kleines Land wie die Schweiz eine grosse Wirkung erzielen. Die Schweiz ist hervorragend aufgestellt diese Rolle zu spielen - dies sollten wir auch tun.
Hans Gomm, Krummenau 29.11.2017 21:17:18
M.E. suggerieren (Computer-)Prognosen mathematische Treffsicherheit, wo es in Wahrheit unmöglich ist, vorauszusagen, was die Erderwärmung in 50 oder 100 Jahren für Folgen haben wird. Gesellschaften und Ökosystem sind komplex. Das Aussterben einer einzigen Art kann eine gewaltige Kette von Effekten haben. Eigentlich müsste die Message lauten: Die Risiken des menschgemachten Klimawandels sind unkalkulierbar. Gerade deshalb müssen wir dringend handeln. Was denken Sie?
Stefan Brönnimann
Genau dieses Handeln ist, was Modellsimulationen zeigen. Es sind immer Szenarien: Wenn ... dann... Wenn die Emissionen sich so entwickeln, dann wird sich die Temperatur so entwickeln. Und dazu kommen, wie sie richtig sagen, nichtkalkulierbare Effekte. Deswegen müssen wir handeln.
Remo Zuberbühler, Herzogenb. 29.11.2017 21:18:28
Wieso geht man nicht gegen die Verpackungen von Lebensmitteln und sonstigen Gütern vor? Würde man dies eindämmen, wäre dies doch schon ein grosser Anteil.
Philippe Thalmann
Es wird schon einiges unternommen, um den Siedlungsabfall zu senken, auf allen Ebenen, also schon bei der Verpackung, beim Einsammeln, beim Wiederverwerten. Das Volumen der Getränkeverpackungen ist z.B. seit Jahren stabil, trotz Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum. Natürlich wäre besser, es ginge zurück. Es ist halt immer ein Abwägen. Schutz der Produkte, Hygiene, einfache Lagerung und Handhabe einerseits, Ressourcenverbrauch andererseits. Es sind natürlich auch wirtschaftliche Interessen im Spiel. Auch da kann jeder einen kleinen Beitrag leisten.
Peter Meyer, Bern 29.11.2017 21:20:54
In vergletscherten Gebieten wie Alpen, Karakorum oder Himalaya gibt es oft extreme Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Eigentlich müssten diese Temperaturschwankungen doch viel einen grösseren Einfluss auf Vorstösse bzw. Rückzug von Gletschern haben als eine Temperaturerwärmung von 1-2°C im langjährigen Mittel - wie erklären Sie das dem Laien?
Matthias Huss
Gletscher reagieren sehr stark verzögert auf Klimaschwankungen. Temperatur-Unterschiede zwischen Tag und Nacht sind nicht ausschlaggebend für den langfristigen Rückgang, die Veränderung der Mitteltemperaturen (vor allem im Sommer) über Perioden von mehreren Jahrzehnten aber schon. Gletscher filtern gewissermassen, die Wetterphänomene heraus und reagieren auf klimatische Verschiebungen. Deshalb sind sie so wertvoll für die Klimawissenschaft
Hans Meier, Luzern 29.11.2017 21:20:55
Was können ein paar umweltbewusste Europäer gegen die Erderwärmung ausrichten, wenn Milliarden von Asiaten jeglicher Sinn für Umweltschutz abgeht? Die Anzahl Flugreisen und gefahrene Autokilometer werden in diesen Regionen noch massiv zunehmen. Selbst wenn ganz Europa nur noch zu Fuss gehen würde, könnte dies den zusätzlichen Ausstoss in Asien in den nächsten Jahrzehnten nicht kompensieren. Mir scheint die Erderwärmung unvermeidlich, es sei denn, eine Pandemie rafft die Hälfte der Menschheit hin
Reto Knutti
Das Problem lässt sich nur lösen wenn alle mitmachen, das ist richtig. Aber die westliche Welt hat es zum grössten Teil verursacht, und muss damit auch einen grossen Beitrag leisten. Asien hat schon lange begriffen dass sie etwas ändern müssen, und dort geht viel mehr als Sie denken. Die Probleme mit Luft- und Wasserqualität sind ein weiterer Grund warum dort ein Umdenken schon stattgefunden hat.
Joris Keller, Forch 29.11.2017 21:22:56
Es wurde gesagt , dass es eine Speicherungsmethode braucht, um das Wasser im Engadin zu speichern. Ist die sogenannte Ice Stupa eine Lösung?
Roland Stulz
Die Ice Stupa scheint mir für die saisonale Speicherung von Wasser nicht geeignet weil für die Wasserspeicherung wesentlich grössere Volumen erforderlich sind.
Muriel Furrer, 8132 Egg 29.11.2017 21:23:15
Bringt es etwas wenn wir weniger Fleisch essen?
Urs Neu
Ja. Fleisch bedingt viel mehr Treibhausgasemissionen als vegetarische Nahrungsmittel.
Rolf Aschwanden, Oberbipp 29.11.2017 21:23:20
Zur zeit Hannibals waren die Alpen Gletscher-frei und er konnte mit seinen Elefanten über die Alpen trotten.
Martin Grosjean
Ja, das stimmt, und man könnte - wie Sie wohl suggerieren - anfügen, dass es damals noch keine Autos gab. Diese Argumentation verfolgt auch ein populärer emeriterter Geologie-Professor der Universität Bern, wider besseres Wissen. Tatsächlich ist es so, dass die Gletscher in den Alpen in den letzten 10'000 Jahren mehr als die Hälfte der Zeit so klein waren wir heute oder sogar noch kleiner. Nur waren die Ursachen für den Gletscherschwund damals völlig anders: Durch die Veränderungen der Erdbahnparameter war die Sonneneinstrahlung im Sommer zu Hannibals Zeiten oder zu Özis Zeiten viel höher als heute (Differenz von 20-25 W m-2). Ebensowenig ist der Schluss zulässig, dass der Gletscherschwund heute im Bereiuch der natürlichen Schwankungen liege. Das ist klar widerlegt (vgl mehrere Antworten von heute Abend)
Maciej Pietrzak, Riehen 29.11.2017 21:23:54
Herr Martin Grosjean, die Fakten sind dass wir auf Erde zu wenig CO2 in der Atmosphäre haben. Darunter leiden die Pflanzen und auch die Menschen. Die Gärtner müssen ihre Pflanzen im Gewächshaus mit 600ppm CO2 versorgen. Die Antwort der Pflanzen auf CO2 Mangel ist die Entstehung von Gräser, C4 Pflanzen mit verbesserter CO2 Assimilation. Es wäre sehr wünschenswert dass wir die Konzentration auf 1000ppm durch verbrennen von Kohle und Gas erhöhen.
Martin Grosjean
Die Antwort habe ich schon gegeben
Hedi Meierhans, Maseltrangen 29.11.2017 21:23:57
Warum werden nicht Autos gebaut, die kein Oel und Benzin brauchen, es wäre ja technisch möglich ? Warum wird nucht mehr nach sauberer Energie geforscht, das All ist voll von Energie. Neutrinos hat es massenhaft.
Reto Knutti
Das gibt es, Elektroautos zum Beispiel. Aber die Technologie ist neu und damit noch relativ teuer. Aber sie macht grosse Fortschritte. Die Forschung im Bereich Energie ist enorm.
Fabian Allemann, Derendingen 29.11.2017 21:24:13
ich finde es absolut gut und genial, dass ihr über das thema wasser informiert. ich bin sehr dafür, dass wir alle sparsam damit umgehen. aber ich hoffe, dass falls die gletscher wirklich so schmelzen wie erwähnt, dass das gute und kostbare gletscherwasser aufgefangen wird und in Not gebraucht weden kann. macht man da was?
Matthias Huss
In der Schweiz kommt heute schon mehr als 50% des Stromes von Wasserkraft. Viele Stauseen werden von Gletschern gespeist. Allerdings werden diese auch noch gefüllt werden können, wenn die Gletscher weg sind. Denn Wasser aus Niederschlägen und Schneeschmelze wird es auch in Zukunft noch geben. Einfach zu anderen Zeitpunkten.
Iris Grossen, Frutigen 29.11.2017 21:26:00
Kann es sein das wir in den Bergen uns mehr Sorgen machen müssen das sich Felsen lösen können und Dörfer zerstören. Wegen des Klimawandels wie zum Beispiel im Graubünden.
Andreas Rigling
Der Klimawandel wird sicherlich die Naturgefahrensituation in den Berggebieten verändern. Abschmelzender Permafrost könnte zu vermehrtem Steinschlag führen. Vermehrte Starkniederschläge könnten zu häufigeren Murgängen und Überschwemmungen führen. Auch die Lawinendynamik wird sich verändern - in tieferen lagen wird es wohl eher zu einer Verringerung kommen, in den höheren Lagen ist die Entwicklung ungewiss. Es ist aber sehr schwierig vorherzusagen wie wie sich die Situation insgesamt verändern wird.
Beni Duss, Gelfingen 29.11.2017 21:28:45
Leistet eine PV-Anlage einen Beitrag zur Redukion des CO2-Ausstosses, wenn man die zur Produktion und Entsorgung benötigte Energie in die Berechnung mit einbezieht?
Roland Stulz
Die ökologische Rückzahlfrist einer modernen PV-Anlage liegt bei ein bis drei Jahren. D.h. der Energieverbrauch für die Produktion und Entsorgung ist nach höchstens drei Jahren "abbezahlt".
Sandro Fischer, Hausen AG 29.11.2017 21:28:55
Ich habe vor einigen Wochen eine Doku über die Auswirkung unseres Fleischkonsumes auf die Umwelt gesehen. Ca. 90% des Urwaldes der gerodet wird, geht auf kosten der Viehhaltung! Es werden Unmengen Wasser verbraucht um zu bewässern und das Vieh zu versorgen. Angeblich ist die Landwirtschaft der Hauptgrund für die Verschmutzung und globale Erwärmung... auch wenn in der Doku evtl etwas übertrieben wird, möchte ich wissen warum davon nie die Rede ist?! Nie sagt man uns man muss weniger Fleisch essen
Moderator
Googlen Sie bitte einmal «Fleisch Klima SRF»
viktor schmid, 8132 Egg 29.11.2017 21:30:19
warum lassen so viele Autofahrer am Morgen den Motor laufen und kratzen die vereisten Scheiben ab, daneben wohnen ihre Kinder! Beobachte ich fast jeden Morgen im Winter Wie kann ich diese Idioten überzeugen ?!
Urs Neu
Idioten lassen sich normalerweise nur schwer überzeugen. Spass beiseite: Wenn es im Auto sehr kalt ist, vereisen die Scheiben sehr schnell und der Fahrer sieht kaum durch die Frontscheibe. Deshalb lässt sich das Aufwärmen nur schlecht umgehen (es sei denn, das Auto besitzt eine heizbare Frontscheibe). Besser versuchen Sie jedoch ganz freundlich, die Leute an kalten Tagen dazu zu bringen, den öffentlichen Verkehr zu nutzen. Da ist der Effekt viel grösser.
Hans Gomm, Krummenau 29.11.2017 21:30:59
1. Können Sie kurz skizzieren, wie die IPCC-Sachstandsberichte zustande kommen. 2. Meines Wissens ist für die Berichte ein breiter Konsens nötig. Auch politisch. Wie hoch schätzen Sie das Risiko ein, dass die Prognosen deshalb zu milde ausfallen?
Reto Knutti
Die Politik entwickelt mit der Wissenschaft zusammen das grobe Inhaltsverzeichnis, sie sagt also auf welche Fragen sie gerne Antworten hätte. Einige hundert Wissenschaftler schreiben den Bericht, die Politik hat darauf keinen Einfluss. Dabei wird nicht neue Forschung gemacht, sondern man stützt sich auf die publizierten Studien. Die Ländervertreter akzeptieren den Bericht am Schluss. Dabei machen sie Vorschläge wie man die Aussagen formulieren könnte, so dass sie für die Politik relevant und verständlich sind, aber die Politik ändert die Fakten nie. Die Aussagen sind nicht zu milde.
Tony Gloor, 4500 Solothurn 29.11.2017 21:31:56
wie viel CO2 produzieren wir mehr mit dem Tages-Abblendlicht an den Motorfahrzeugen ? Fällt das ins Gewicht ?
Konstantinos Boulouchos
mit moderner LED-Beleuchtung ( die allerdings nur neue Autos und von diesen nicht alle serienmässige haben ) fällt der Energieaufwand nicht ins Gewicht. Auch bei älteren Systemen ist dieser gering, bei Autobahnfahrt vernachlässigbar, in Stadt und Agglomeration kann er höchstens einige wenige Deziliter pro 100km betragen.
Max Gier, Oberwil 29.11.2017 21:32:37
Wie hoch wäre eine CO2-Steuer denn ungefähr
Philippe Thalmann
Da gibt es zwei Ansätze. Erstens kann (sollte) die CO2 Steuer nach den geschätzten Schäden berechnet werden, die durch jede Tonne CO2 verursacht werden. Dadurch gäbe es Kostenwahrheit: Strom oder Produkte, zu deren Herstellung viel CO2 ausgestossen wurde, würden entsprechend teurer. Es ist schwierig, die Klimaschäden auf den Franken zu berechnen, aber die Wissenschaft schätzt sie auf etwas über 100 Franken pro Tonne CO2. In der Schweiz hat man einen anderen Ansatz gewählt: die CO2 Abgabe wird so hoch festgelegt, dass sie zu der gewünschten Reduktion des CO2 Ausstosses führt. Es geht also mehr um die Lenkung als um die Internalisierung. Deshalb wird der Ertrag der Abgabe zum grossen Teil ja wieder an Bevölkerung und Unternehmen zurückgezahlt. Konkret wurde die CO2 Abgabe sukzessive von 12 Franken pro Tonne bei der Einführung in 2008 auf 84 Franken in 2016 und 2017 erhöht. Nächstes Jahr wird sie auf 96 Franken angehoben, weil sonst das Minderungsziel im CO2 Gesetz nicht erreicht wird. Das sind dann 25,6 Rappen pro Liter Heizöl. Die CO2 Abgabe wird übrigens nur auf Heizöl und Gas erhoben; Benzin und Diesel werden aus politischen Gründen nicht belastet. Da gibt es andere Abgaben und Massnahmen.
Tanya Schmid, Gündlischwand 29.11.2017 21:33:26
Wie gross eine Rolle spielt Fleisch- und Milchprodukt-Konsum?
Philippe Thalmann
Bitte bestehende Antworten mit Stichwort "Fleisch" lesen.
xx xx, xx xx 29.11.2017 21:33:47
Was haltet Ihr davon vollkommen auf Tierprodukte zu verzichten.Damit könnte man das grösste Problem mit dem Methan lösen.
Philippe Thalmann
Bitte bestehende Antworten mit Stichwort "Fleisch" lesen.
Victor Garcia, Zürich 29.11.2017 21:33:51
Das IPCC Szenario RCP2.6 -in welchem die globale Temperatur unter 2 Grad Erwärmung bleibt- nimmt an, dass die Welt in nicht allzu langer Zukunt negative CO2 Emissionen haben wird. Ich habe auf der Suche, was die Schweiz im Beitrag zur Entwicklung dieser Technologien beiträgt, wenig gefunden. Wird in der Schweiz Forschung zu diesem Bereich betrieben, und in welchem Mass? Hat die Schweiz das Potential, geologische Sequestrierung von CO2 zu betreiben?
Reto Knutti
Die ETH forscht auch auf diesem Gebiet. http://www.climeworks.com/ ist ein Spinoff davon. Wo die Sequestrierung stattfindet ist egal, das CO2 ist gut durchmischt. Ob sich die Schweiz geologisch eignet weiss ich nicht. Marco Mazzotti von der ETH könnte Ihnen mehr sagen.
Samuel Schindler, 8215 hallau 29.11.2017 21:36:03
Wäre es sinnvoll an den seen und flüssen wärmepumpen zu betreiben um zu heizen? So würden doch die gewässer einige grad kälter.
Konstantinos Boulouchos
Ja, es ist in der Regel sinnvoll und wird zum Teil gemacht. Die ETH Zürich zum Beispiel nutzt für die Heizung eines Teils ihres Campus im Zentrum Energie aus der Limmat
Albert Marty, 6414 Oberarth 29.11.2017 21:36:28
Soeben sah ich den Beitrag über das künstliche beschneien der Pisten. Ist das Wasser beim künstlichen beschneien verloren oder wir das Wasser nur über sie Skisaison auf der Piste ge-speichert oder deponiert? Ich meine der Schnee schmitzt wieder zu Wasser und kommt so zurück in den Kreislauf.
Urs Neu
Nein, das Wasser ist nicht verloren und bleibt im Kreislauf. Solange bei der Herstellung keine chemischen Zusätze verwendet werden, wird auch die Wasserqualität nicht wesentlich beeinträchtigt. Allerdings kann dieses Wasser nicht mehr als Trinkwasser verwendet werden.
Hans Anreiner, St. Gallen 29.11.2017 21:37:27
Wenn man selber gestalten könnte: Welches Vorgehen, welche Gremien, Institutionen müssten vorhanden sein, um Weltweit die nötigen Aktivitäten durch zu setzen?
Martin Grosjean
Es gibt ein paar Grundsätze: weil CO2 und andere Treibhausgase in der Atmosphäre gut verteilt werden und überall wirken braucht es zwingend eine Kooperation der internationalen Gemeinschaft, bei der alle Staaten (Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer) mitmachen und gemeinsam langfristige und bindende Verpflichtungen eingehen. Ebenso braucht es Sanktionsmechanismen. Beide Elemente sind mit dem Vertrag von Paris nicht gegeben. Eine solche Funktion kann nur die UNO (oder eine zu schaffende Institution) übernehmen. Als weiterer Grundsatz gilt das rasche und dezidierte Handeln (Reduktion von Emissionen, Entwickeln von negativen Emissionen). Das rasche Handeln ist ökonomisch sinnvoll. Ebenso ist das Vorsorgeprinzip in der Verfassung verankert: rasches zeitgerechtes Handeln, auch wenn wissenschaftlich noch nicht das letzte Komma erforscht ist. Nun, auch hier hinkt die Politik kläglich nach.
Josef Kammermann, Hàgglingen 29.11.2017 21:38:34
In 67 Jahren hat sich die Weltbevölkerung von 2,4 Miliarden auf 7,5 Miliarden erhöht. Linear hochgerechnet wird die Welbevölkerung in 200 Jahren zirka 200 Miliarden betragen. Wie hoch sind dann die Temperaturen? Oder sind wir dann schon gegrillt? Von wo holen wir uns die Resourcen? Wie werden wir dann das Meerwasser entsalzen? (Bin Vegetarier und nutze bereits fasst alle energiesparenden Methoden, trenne alle Abfälle perfekt undcdas als kinderlose Familie)
Jörg Franke
Sehr geehrter Herr Kammermann, die Vereinten Nationen gehen in ihren Prognosen davon aus, dass die Weltbevölkerung nicht weiter linear steigen wird (https://esa.un.org/unpd/wpp/). Die Theorie beruht darauf, dass mit steigendem Wohlstand die Zahl der Kinder pro Familie zurückgehen wird wie dies in den westlichen Ländern seit der Industrialisierung passiert ist, wo wir in vielen Ländern heutzutage schon eine schrumpfende Bevölkerung beobachten können. Natürlich wird das nicht in allen Ländern gleich schnell passieren, aber global beobachten wir, dass immer weniger Menschen in Armut leben. Wenn wir also weiter dafür sorgen, dass es der Menschheit immer besser geht, muss die Weltbevölkerung nicht umbedingt immer weiter wachsen.
Beatrice Stampfli, Rüschegg 29.11.2017 21:38:40
Wie wahrscheinlich ist es, dass mit der Klimaerwärmung auch der Golfstrom aufhört zu fliessen?
Stefan Brönnimann
Die Wahrscheinlichkeit dass der Golfstrom völlig aufhört ist sehr gering. Eine allmähliche Abschwächung der Zirkulation des Nordatlantiks ist eher wahrscheinlich (und wird vonModellen vorhergesagt), wird sich aber für unser Klima nicht sehr stark auswirken.
Martin Köchli, Boswil 29.11.2017 21:38:55
Wieweit wird das gesellschaftliche Verhalten, das zum Klimawandel beiträgt, psychologisch untersucht. D.h. dass wir immaterielle Bedürfnisse wie Selbstwert, soziale Kontakte, Kreativität nicht mit Konsum und Mobilität und anderen Umweltbelastungen materieller Art befriedigen müssen.
Reto Knutti
Dazu gibt es viele Arbeiten. Zum Beispiel weiss man dass die Betroffenheit bez. Klimwandel keinen klaren Zusammenhang hat zu Bildung oder Intelligenz, aber klar beeinflusst ist von unserem Weltbild, und von dem von anderen Menschen die uns nahe stehen. Wir entscheiden oft nicht rational, und unsere Werte/Meinungen sind gesellschaftlich beeinflusst.
Adrian Amstutz, Schwanden 29.11.2017 21:38:56
Vorab Danke für die grossmehrheitlich sachlichen Expertenkommentare! Einzig: Tigermücke vom Tessin in den Norden mit Auto, Lastwagen und Car... mit der Eisenbahn offenbar nicht? Bitte wichtige Botschaften nicht mit einseitigen, ideologischen Unvollständigkeiten schwächen.
Jürg Maier, 4148 Pfeffingen 29.11.2017 21:39:18
Weshalb redet niemand von den Oelheizungen. Ersatz durch Gas oder Wärmepumpen verbunden mit Photovoltaik.
Roland Stulz
Im Neubau ist heute die Wärmepumpe die am Häufigsten installierte Wärmeversorgungstechnik. In Altbauten ist die Wärmepumpe aber nur sinnvoll, wenn die Wärmeverteilung im Gebäude mit höchstens 45 Grad Vorlauftemperatur erfolgt. Somit muss die Gebäudehülle gut wärmegedämmt werden. Photovoltaik führt in der Schweiz, verglichen mit Staaten der EU, ein stiefmütterliches Dasein und verdient eine wesentlich grössere Verbreitung. Eine Verbindung mit der Wärmepumpe ist möglich aber meist nicht zwingend.
Peter Meyer, Bern 29.11.2017 21:39:22
Es gibt u.a. Forscher, die die Rolle des ansteigenden CO2-Gehaltes auf das Klima sehr stark relativieren bzw. wenig dramatisch sehen. Ihre Begründung: während des Holozäns gab es Warmphasen in den Alpen, bei denen die Gletscher sich noch viel mehr zurückgezogen haben im Vergleich zu Heute. Was entgegnen Sie diesen Leuten bzw. was sagen Sie zur Rolle des CO2 auf das Gletscherverhalten.
Matthias Huss
Natürlich gibt es neben dem CO2-Gehalt der Atmosphäre auch andere Faktoren, welche wichtig sind im Klimasystem, wie z.B. die Intensität der Sonnenstrahlung. CO2 ist aber ein Faktor, der sehr gut mit Schwankungen der Temperatur in der Atmosphäre übereinstimmt. Dies kann man an 800'000 Jahre abdeckenden Eiskernen aus der Antarktis beobachten. Was den Gletscherrückgang betrifft: Die Gletscher der Schweiz sind momentan noch lange nicht an die aktuellen CO2 Konzentrationen angepasst, sie sind zu gross. Sie werden viele Jahrzehnte brauchen, bis sie sich auf einer Grösse stabilisieren, bei der sie mit aktuellen CO2 Konzentrationen weiterbestehen könnten.
Moderator
Das Interesse am Thema ist riesig! Die Fragen treffen im Sekundentakt ein – die Experten arbeiten mit Hochdruck an den Antworten. Wir bitten um etwas Geduld...
Victor Garcia, Zürich 29.11.2017 21:39:56
Die Universität Harvard betreibt ein "Solar Geoengineering Reseach Program". Hier wird erforscht, wie mit Emissionen von Aerosolen in der Mesosphäre künstlich die Erdtemperatur senken könnte. Wie realistisch sind solche Massnahmen, um uns Zeit für den Ausstieg von fossilen Energieträgern zu verschaffen?
Philippe Thalmann
Geoengineering ist wirklich ein verzweifelter Ansatz, wie eine Handbremse, die man anziehen würde auf einer Hebebrücke, und die Brücke steht immer steiler. Wenn man sie dann einmal los lassen muss, dann kommt die ganz grosse Katastrophe. Besser ist es, alles zu tun, damit wir diese Handbremse nie brauchen.
Simon Berquier, Affoltern a.A. 29.11.2017 21:40:43
Eine massive Erhöhung auf fossile Energieträger, Besteuerung auf Kerosin sowie Subventionen an Umweltzerstörerische Lobbies und Marktriesen wäre ein Anfang, dafür muss der Stein aber in der Politik zum rollen kommen.
Reto Knutti
Das wäre eine effiziente Möglichkeit, aber nicht eine populäre. Die Politik kann in einer Demokratie auch nur machen was das Volk akzeptiert. Wir bestimmen was die Politik macht.
Marco Affolter, Münchringen 29.11.2017 21:41:05
Ist es ökonomisch und ökologisch vertretbar diese Mengen an Wasser zu Verbrauchen? Man könnte auch mal bei sich selber auf die Finger sehen, und nicht nur auf Massnahmen der Politik warten. Wer etwas ändern will, muss selber handeln.
Martin Grosjean
Nein, sicher nicht, das ist unsinnig. Und ja, Anpassung im persönlichen Verhalten ist der beste Beginn. Und noch besser ist es, wenn Freunde und Bekannte Ihrem Beispiel folgen.
Dusan Nemanja Ristic, Bad Ragaz 29.11.2017 21:43:09
Wie würde es im ca. 5 Jahren aussehen wenn wir für das Klima etwas tun? Und wie würde es in ca. 5 Jahren ausehen wenn wir für das Klima nichts tun?
Stefan Brönnimann
Fünf Jahre ist eine sehr kurze Zeit; darauf, wie sich das Klima in dieser Zeit verändert, können wir fast keinen Einfluss mehr nehmen. Wir müssen bereit sein, etwas für das Klima zu tun, damit die Menschen in 50 Jahren eine bessere Erde vorfinden.
Christian Buri, 3116 Kirchdorf 29.11.2017 21:43:42
Welchen Einfluss auf den Klimawandel hat die Variabilität der Sonnenaktivität?
Reto Knutti
Nur einen kleinen, und die Sonneneinstrahlung hat ab-, nicht zugenommen über die letzten Jahrzehnte.
Peter Honegger, Kriens 29.11.2017 21:44:11
@ Hr. Knutti: Was halten Sie vom CO2 Stripping und dem Lagern in der Tiefe - ist das eine aussichtsreiche Methode für die Zukunft?
Reto Knutti
Siehe frühere Antworten zu Sequestrierung/Geoengineering.
Niklas möckli, Basadingen 29.11.2017 21:44:22
Ist es nicht so das die Entwicklung weiter geht? Ich meine, es wird an der Effizienz gearbeitet für weniger Wasserverbrauch oder weniger Stromverbrauch aufgrund besserer/effizienteren Geräten. Wird diese Entwicklung auch einberechnet da diese ja immer mehr Fortschritt macht?
Konstantinos Boulouchos
Ja, zum Glück geht die ( vor allem technologische )Entwicklung weiter. Allerdings wird dieser positiver Trend in vielen Bereichen von der Erhöhung der Nachfrage schlimmstenfalls über- , jedenfalls teilweise kompensiert. Um 1-2 Beispiele zu geben : der internationale Flugverkehr wächst weltweit mit etwa 5% pro Jahr, der technische Fortschritt ( Effizienz der Flugzeuge ) um etwa 2% pro Jahr ( Ueberkompensation ). bei den Gebäuden wiederum ist es so, dass das Bedarfswachstum kleiner ist als der Effizienzgewinn durch ( die immer noch zu langsame ) energetische Sanierung bzw. den Neubau. Schlussendlich braucht es sowohl auf der Nachfrage- als auch auf der Angebotsseite ( Technologie ) noch deutlichere Verbesserungen.
Manuel Suarez, Stetten 29.11.2017 21:44:56
Könnte es auch sein, dass wir in Zukunft mit einer "Eiszeit" rechnen müssen und das was wir jetzt erleben mit dem Temperaturanstieg nur ein Trug ist. Der Klimawandel ist ja am stärksten beim Nord- und Südpol am stärksten. Wenn es dort immer schneller wärmer wird, beeinflusst dies ja die Meeresströmungen, sie verlangsamen sich oder könnten sogar zum erliegen kommen. Für uns in Europa ist ja der Golfstrom verantwortlich.
Stefan Brönnimann
vgl. frühere Antworten zu "Eiszeit" und "Golfstrom"
David Stöcklin, Appenzell 29.11.2017 21:45:18
Unser jetziges Geographiethema beschäftigt sich mit dem Klimawandel. Es gibt ja den Golfstrom, welcher warmes Wasser nach Norden und kaltes Wasser nach Süden transportiert. Ist es realistisch, dass durch die Versüssung der Weltmeere dieser Strom abstellt und sich in Europa eine neue Eiszeit ausbreiten wird?
Reto Knutti
Nein, eine Eiszeit wird es nicht geben. Beachten Sie die früheren Antworten zum Golfstrom.
Peter Seeberger, 4242 Laufen 29.11.2017 21:46:37
Ist CO2 Kompensation ein probates Mittel den persönlichen CO2 Ausstoss abzufedern? Welche Projekte zur Kompensation sollten unterstützt werden?
Urs Neu
CO2-Kompensation ist wohl nicht das beste Mittel, aber es ist eins. Mit der Kompensation sind immer Unsicherheiten bezüglich ihrer Wirkung verbunden, z.B. sollten Massnahmen gefördert werden, die man sonst nicht gemacht hätte (das ist nicht immer einfach zu überprüfen) oder dass unterstützte Massnahmen auch weitergeführt werden. Was ich selber tue, ist viel besser kontrollierbar.
Hamid Talebolhagh, St.Gallen 29.11.2017 21:46:50
Guten Abend, kann man das Klima von einem Land oder eines bestimmten Gebites bewusst negativ beeinflussen? Mit anderen Worten gibt es so ein Technologie, dass in einem Land weniger regnet und langsam austrocknet?! Wie eine Kriegsführung !
Reto Knutti
Das hat man vor einigen Jahrzehnten versucht, aber es gibt wenig Hinweise dass es klappt. Hagelraketen werden heute an einigen Orten noch verwendet, das ist eine Form von Wetter-Modifikation, aber sie hilft nur beschränkt.
S mendler, Ebnat 29.11.2017 21:47:36
Können sie uns bitte erklären wie weit es mit der Technologie im bereich ( Geoengineering ) vorankommt. Werden dadurch die Ziele erreicht?
Reto Knutti
Beachten Sie bitte die früheren Antworten zu Geoengineering/Sequestrierung.
Rene Decrusch, 9535 Wilen 29.11.2017 21:48:03
Sorry aber soo ein spannendes Thema.Habt ihr bemerkt das bei eurer Livesendung Bild und Ton nicht synchron sind.Schade und fast nicht richtig zu geniessen.verwirrend.
Moderator
Je nach Anbieter und Übertragungskanal (Internet, Satellit, Kabel) kann es zu Verschiebungen kommen. Darauf hat SRF leider keinen Einfluss. Wir können Ihnen versichern, dass das Signal ursprünglich synchron ist. Hoffentlich renkt es sich bei Ihnen wieder ein!
Huber Marcel, Hofstetten 29.11.2017 21:49:00
Wussten Sie dass ein Elektro Auto von der ersten Schraube/Herstellung bis hien zur Entsorgung nicht ökölogischer ist als ein normales verbrennungs auto?
Urs Neu
Diese Feststellung hängt davon ab, ob Sie den Betrieb des Autos auch miteinbeziehen oder nicht, und wenn ja, wie der Strom produziert worden ist, der für den Betrieb des Autos verwendet wird.
Thomas Schmid, Zürich 29.11.2017 21:51:16
Wie genau wirkt sich ein hoher Wasserverbrauch auf die Klimaerwärmung aus? Ist da vorallem der Energievebrauch für die Wasseraufbereitung das Problem? Ansonsten stosse ich ja keine Treibhausgase aus, wenn ich den Hahn aufdrehe.
Martin Grosjean
Die Logik der Argumentation ist eine andere: Durch die Klimaerwärmung wird das Wasserangebot in gewissen Einzugsgebieten und vor allem im Sommer kleiner. Zusammen mit einem gesteigerten Verbrauch (Bewässern von Rasen und Landwirtschaft, Schwimmbäder usw) wird das Angebot deshalb zunehmend knapp. Das ist der erste Grund, weshalb Wasser sparen eine gute Idee ist. Der zweite Grund ist der: sauberes und sehr gutes Trinkwasser aus dem Wasserhahn zu haben ist ein enormes Privileg, das wenig Menschen auf der Erde teilen. Das allein ist ein genügend guter Grund zum sorgsamen Umgang mit einer kostbaren Ressource.
Andi Winkler, 5106 Veltheim 29.11.2017 21:51:26
nützt es etwas wenn die kleine Schweiz alles mögliche gegen die Klimaerwärmung tut aber die Grossmächte sich einen Deut darum tun??
Roland Stulz
Die Schweiz ist in einigen Bereichen sicher gut aufgestellt. Andere Nationen sind jedoch in keiner Weise inaktiv. Bei den erneuerbaren Energien (Windkraft, Solar) ist die Schweiz sogar bestenfalls international im Mittelfeld. Der grösste Produzent und Anwender von Windkraftanlagen und Solaranlagen ist China. Ich erwarte wesentliche Innovationen und Impulse in naher Zukunft von China. In der EU gilt ab 2018 das "Near Zero" Gesetz für Neubauten; d.h. diese Gebäude verursachen praktisch keine CO2-Emissionen mehr. Für die Schweiz ist die Entwicklung und Anwendung nachhaltiger Technologien auch eine Exportchance.
Brigitte Bühler, 3362 29.11.2017 21:51:59
Was ist mit den Flugzeugen die seit einigen Jahren extreme Streifen am Himmel hinterlassen. Mir ist es dieses Jahr extrem aufgefallen. Die Streifen werden dann immer breiter und zuletzt sieht der Himmel milchig aus. Und ich habe das Gefühl, dass dies auch ein Treibhausefekt auslöst. Vor 15 Jahren hatten wir noch ein schöner blauer Himmel und die Sommer waren nicht so feucht wie heute. Und ich bin mir sicher, dass was von den Flugzeugen hinterlassen wird, einige Metalle drinnen ist.
Reto Knutti
Beachten Sie bitte die früheren Antworten zu Chemtrails.
Kurt Notter, 6300 Zug 29.11.2017 21:52:23
Welchen Einfluss hat das Ozonloch auf die Klimaerwärmung?
Stefan Brönnimann
Der direkte Einfluss der Ozonlochs auf Temperatur (via Strahlung) ist gering. Allerdings verstärkt das Ozonloch die Winde um die Antarktis und verändert damit das Klima regional. Auch wird das Ozonloch durch Gase (wie zB FCKWs) verursacht, welche ihrerseits starke Treibhausgase sind. Bekämpfung des Ozonlochs ist daher auch eine sehr wirkungsvolle Klimamassnahme.
Anna Wegelin, Basel 29.11.2017 21:53:08
Kleines im Grossen bewirken, oder: Wider die Klimaerwärmung - wo setzt der Klimaforscher selber an, wenn er Feuerabend hat?
Reto Knutti
Er geht zum SRF ;-)
Peter Buchmüller, Stettfurt 29.11.2017 21:53:50
Wenn der Globale co2-Ausstoss ab Morgen um 80% reduziert würde, wie lange würde es dauern bis wieder ein normales Klima auf unserem Planten herrschen würde? 100, 1000 oder 10000 Jahre? Ist es nicht längst Fünf nach Zwölf? Ich befürchte, dass in den nächsten 100 Jahre die hälfte der Menscheit nicht überleben wird.
Reto Knutti
Selbst wenn wir den CO2 Ausstoss auf null reduzieren wird sich die Temperatur über Jahrhunderte nicht stark reduzieren. Wir können das also nicht einfach rückgängig machen, aber wir können entscheiden ob wir 2, 4 oder 6 Grad wollen.
Karl Knaus, 1022 Chavannes 29.11.2017 21:54:00
Was passiert wenn alle Gas und Erdöl Reserven aufgebraucht sind. Kommt dann eine neue Eiszeit ?
Urs Neu
Ohne Verbrennung der fossilen Reserven wäre die nächste Eiszeit erst in mehreren Zehntausend Jahren ein Thema. Mit dem bereits jetzt verbrannten fossilen Brennstoffen hat sich die CO2-Konzentration bereits so weit erhöht, dass eine neuerliche Eiszeit wahrscheinlich bis auf Weiteres kein Thema mehr ist. Werden alle Reserven aufgebraucht, dann sowieso nicht mehr.
Dominik Jenni, Zürich 29.11.2017 21:55:10
Angenommen der CO2-Austoss wird in Zukunft sehr stark reduziert. Ist dann die bisherige Klimaerwärmung reversibel oder bleibt die bisherige Erwärmung bestehen?
Reto Knutti
Beachten Sie bitte die früheren Antworten dazu.
Sabrina Heimsch, Bern 29.11.2017 21:55:26
Wir waren in den letzten Jahren in Italien im Sommer in den Ferien. Wir hatten enorme Muckenstickestiche und die Mücken sahen wie Tigernücken aus. Ist das möglich? Die Frage stellen uns seit ein paar Jahren.
Martin Röösli
Ja das ist möglich. Tigermücken sind in Italien heimisch. Das Typische an Tigermücken ist, dass sie auch am Tag aktiv sind. Der Stich einer Tigermücke ist nur ein Gesundheitsrisiko, wenn die Mücke vorher schon kranke Menschen gestochen hat. Im Sommer 2017 gab es in Italien einen Ausbruch von Chikungunya mit 239 bestätigten Fällen.
Federica Dobrita, Zürich 29.11.2017 21:56:15
In wie weit wird die Möglichkeit verfolgt, das Klima in den überheizten Städten mit geeigneter Bepflanzung und mit dem Einsatz von geeigneten Materialien zu verbessern? Nicht nur in öffentlichen Räumen, sondern auch in privaten Gärten.
Stefan Brönnimann
Ja! Solche Strategien gibt es und sie werden verfolgt: Grünflächen schaffen, Dächer oder sogar Fassaden bepflanzen, Wasserflälchen schaffen, Kaltluft ungehindert zirkulieren lassen usw. Nur ist die stadtplanerische Umsetzung oft nicht immer ganz einfach.
Michael Steinegger, Tuggen 29.11.2017 21:56:50
Guten Abend, ich habe mich im Rahmen meiner Maturaarbeit das Klimabewusstseins im Kanton Schwyz analysiert und durch Personenbefragungen untersucht. Dabei stand der Besorgnisgrad bei 90%. Die Selbstverantwortung (sich selbst als Teil der Lösung zu sehen) lag lediglich bei 58%. Wieso steht die relativ tiefe Selbstverantwortung in absolut keinem Verhältnis mit dem hohen Selbstbesorgnisgrad? Was sagen Sie über das Zitat " Jeder ist Teil des Problems und somit ist jeder Teil der Lösung."?
Reto Knutti
Das deckt sich mit der SRF Umfrage und ist bekannt aus anderen Situationen. Man ist besorgt, aber wenn es darum geht es zu lösen dann denken alle die anderen sollen es machen.
Markus Mühlbacher, 6006 Luzern 29.11.2017 21:57:12
Es geht in einer kapitalistischen Gesellschaft halt vor allem übers Portemonnaie. Die ökonomische Lehre des BIP als Gradmesser von Wohlstand hat einen entscheidenden Konstruktionsfehler: Schäden werden ignoriert. Würde man diese Externalitäten korrekt in den Preis einrechnen, wären Produkte und Verhaltesweisen, die klimaschädlich sind, automatisch teurer als die "gesunden", würden deshalb weniger nachgefragt und die Folge davon wären weniger klimaschädliche Emissionen.
Philippe Thalmann
Muss der Bauer fürs Wasser, mit dem er seine Felder bewässert, nichts zahlen, dann sind seine Produkte günstiger. Muss er dafür zahlen, dann verteuern sich seine Produkte, damit nimmt aber das BIP zu, denn das BIP entspricht ja im Grunde genommen den Ausgaben für Konsum und Investitionen. Ähnlich ist es, wenn Unternehmen für ihren CO2 Ausstoss zahlen müssen: das erhöht das BIP! Wie das BIP auch zunimmt, wenn wir unsere nichterneuerbaren natürlichen Ressourcen abbauen und verkaufen. Damit werden wir nicht reicher: wir haben zwar mehr Geld aber weniger Ressourcen. Ähnlich dem, der sein Familiensilber verkauft. Um seine wahrhafte Bereicherung zu messen, muss man das verlorene Silber von seinem Einkommen abziehen. Genau so müssen wir den Verlust unserer natürlichen Ressourcen vom BIP abziehen. Dazu gehört die schwindende Aufnahmekapazität unserer Atmosphäre für CO2. Damit wäre das BIP ein besseres Mass für unser volkswirtschaftliche Einkommen. Ob das alleine zu Verhaltensänderungen führen würde bezweifle ich, so wichtig ist das BIP auch wieder nicht. Wichtig ist uns, dass unser Einkommen zunimmt. Den Unternehmen und ihren Eigentümern ist es wichtig, dass ihr Umsatz und ihre Gewinne zunehmen. Der Staat sorgt sich um seine Steuereinnahmen. All diesen Zielen kommt eine korrekte Bepreisung unserer Umweltbelastung in die Quere.
beat Allemann, Horriwil 29.11.2017 21:57:13
Was haltet Ihr von der Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit der These, welche im Film "Der Tag danch aufgestellt und aufgezeigt wird?Es geht um eine neue Eiszeit, welche durch den veränderten Lauf des Golfstroms verursacht wird. Und dies könnte relativ rasch Realität werden. Besten Dank für Ihre Meinung dazu. Gruss Beat Allemann.
Reto Knutti
Beachten Sie bitte die früheren Antworten zum Golfstrom.
Victor Garcia, Zürich 29.11.2017 21:58:42
Sehr geehrter Herr Knutti, was ist nach Stand der Forschung die Sensitivität des Klimas auf CO2, d.h. die Temperaturerhöhung die auf eine Verdoppelung des CO2-Gehaltes folgt? Wie wahrscheinlich ist es, dass diese kleiner als 2.5 Grad ist?
Reto Knutti
Die Wahrscheinlichkeit dass es unter 2.5 Grad liegt ist relativ klein, die beste Schätzung immer noch bei etwa 3 Grad.
Heinz Leibundgut, Frick 29.11.2017 22:00:31
Guten Abend seit Dich einmal ehrlich. Wann wurden die Umweltsünden begangen die das heutige Klima erzeugen. Was und wan ändert sich etwas wenn wir heute absoluten Klimaschutz betreiben würden. Und was passiert wenn nur wir in der Schweiz dies tun. Seit einmal ehrlich heute Abend.
Willi Pfeiffer, Eglisau 29.11.2017 22:00:52
Finden Sie das nicht ein Widerspruch bvetreffend Klimaerwärmung/Co2 Ausstoss etc., wenn der Bundeswrat für Fernbusverbindungen in der Schweiz ist, obwohl wir das beste ausgebaute öV-Netz der Welt haben?
Philippe Thalmann
Doch, durchaus. Wie auch der Entscheid für die zweite Gotthardröhre und alles, was das Strassennetz ausbaut, hinterfragt werden kann.
Peter Stoller, 8032 Zürich 29.11.2017 22:01:22
Welches Naturgesetz sagt uns eigentlich, dass unser heutiges Klima das "richtige" ist?
Martin Grosjean
Keines. Das ist auch nicht die Frage. Die Frage ist, an welches Klima wir am besten angepasst sind und welche klimatischen Bedingungen unsere Bedürfnisse (Nahrungsmittelsicherheit, Wasser, Gesundheit etc) am besten sicherstellen können. Und da ist die Antwort klar: eine Erwärmung von mehr als 1.5°C (das Ziel von Paris) hat mit grosser Wahrscheinlichkeit gravierende negative Folgen.
Silvan Gentner, Fideris 29.11.2017 22:02:13
Ich würde gerne Projekte zum Klimaschutz unterstützen. Macht es nun mehr Sinn, wenn ich Projekte ausserhalb der Schweiz unterstütze? Dort herrscht grösserer Nachholbedarf und mein gespendetes Geld kann mehr bewirken!
Roland Stulz
Es ist sicher sinnvoll, wenn Sie ein gutes Projekt im Ausland unterstützen. Die Wirkung pro Franken ist wahrscheinlich grösser als in der Schweiz. Allerdings empfehle ich Ihnen, sich das Projekt sehr gut und kritisch zu prüfen und mit einer glaubwürdigen Organisation zu arbeiten.
Maria Kalt, 4315 Zuzgen 29.11.2017 22:02:21
Ist es wegen der Tigermücke besser, kein Biotop mehr zu haben im Garten?
Martin Röösli
Im Moment sind die Tigermücken nördlich der Alpen noch wenig verbreitet. Grundsätzlich sind aber alle stehenden Gewässer potentielle Brutstätten für Mücken. Dabei handelt es sich aber nicht nur um Biotope sondern auch um Pfützen oder Regentonnen. Es ist daher empfehlenswert solche Brutstätten möglichst zu vermeiden.
Werner Mörikofer, 8055 Zürich 29.11.2017 22:02:32
Ist das mit dem weniger Fliegen nicht Augenwischerei? Wenn ich z.B. auf einen Ferienflug nach Asien verzichte, so fliegt das Flugzeug doch trotzdem?Das gilt auch, wenn z.B. 20 Personen nicht fliegen???
Reto Knutti
Nein, wenn weniger Leute fliegen dann wird es weniger Flüge geben. Und wenn Sie allein nicht fliegen dann wird Fracht geladen, und damit braucht es weniger Flüge.
Ilija Asic, Zürich 29.11.2017 22:04:27
Wenn Grönland schmelzen sollte, dann wird der Meeresspiegel um mehrere Meter ansteigen. Würden dann Inselstaaten wie z.B. Kiribati oder die Marshall-Inseln komplett versinken?
Reto Knutti
Grönland entspricht etwa 6 Metern Meeresspiegel, die Antarktis etwa 60 Meter. Da wäre viel unter Wasser. Das geht nur sehr langsam, wir rechnen mit bis 1 Meter bis 2100, aber langfristig kann es deutlich mehr sein. Es sind nicht nur die Inseln, viele grosse Städte sind nahe am Meer.
Andreas W., Uster 29.11.2017 22:04:29
Gletscher schmelzen und verschwinden. Wäre es nicht gut für den Wasserkreislauf, wenn wir diese Flächen für Stauseen nutzen würden?
Jörg Franke
Diese Möglichkeit wurde bereits in einer ersten Studie untersucht. Nähere Details finden sie hier: https://www.ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2016/05/staudaemme-statt-gletscher.html
Richard Auer, Schaffhausen 29.11.2017 22:04:40
Wie entwickelt sich das Klima wenn ein grosser Vulkanausbruch stattfindet?
Stefan Brönnimann
Ein grosser Vulkanausbruch in den Tropen führt zu einem Schleier aus Schwefelteilchen in der Stratosphäre. Das kühlt die Erdoberfläche während 1-3 Jahren etwas ab (für die letzten "grossen" Ausbrüche wie Pinatubo 1991 or El Chichon 1982 war die maximale Abkühlung 0.3-0.5 °C). Es setzen aber auch indirekte Effekte ein. Wegen der schnelleren Abkühung der Landmassen im Vergleich zu den Ozeanen nehmen die Monsunniederschläge überall ab.
Hans Bergmann, 8706 Meilen 29.11.2017 22:05:32
Auf der Sonne finden laufend Gas-Explosionen und Eruptionen statt. Wie gross ist der Einfluss dieser Ereignisse auf das Klima der Erde?
Reto Knutti
Die Sonnenaktivität hat nur einen kleinen Einfluss auf die Temperatur, und in den letzten Jahrzehnten hat die Sonneneinstrahlung ab-, nicht zugenommen.
Simon Bühlmann, Bubikon 29.11.2017 22:05:43
Hallo ich bin 16 und ein extremer winter fan.und habe mich immer sehr wür das wetter interessiert. Ich frage mich ob es einen zusammenhang mit dem Schneefall und dem klimawandel gibt, den mir ist aufgefallen dass es immer häufiger nur kleine schneegestöber in unserer gegend sind und selten schneefälle welche lang anhaltens sind und dies nun seit 3 jahre. Naja kann auch sein das ich konplett daneben liege mit meiner auffassu g aber kann ja sein das es eine erklärung gibt
Martin Grosjean
Hallo Simon, ja, dieser Zusammenhang ist klar. Je wärmer das Klima, desto mehr fällt der Niederschlag als Regen und nicht mehr als Schnee. Ebenfalls schmilzt der Schnee im Frühjahr früher. In den letzten 30 Jahren wurde der Winter durchschnittlich um drei Wochen kürzer. Also: wenn Dir der Winter am Herzen liegt benütze das Fahrrad oder den ÖV, verzichte auf das Fliegen in die Ferien und spare Energie. Und teile das Deinen Freunden und Bekannten mit.
Urs Maeglin, 4102 Binningen 29.11.2017 22:06:36
Weshalb werden als schlimmste Umweltverchmutzer immer nur Verkehr, Flugzeuge, Tourismus, Öl- und Gasheizungen, Stromerzeugung, Tierzucht etc., aber nie der geradezu explodierende internationale Schffsverkehr (Schweröl- und Diesel-Betrieb) erwähnt?
Urs Neu
Der Schiffsverkehr ist für rund 2-3% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich.
Schindler ernst, Rothrist 29.11.2017 22:07:21
Wird co2 nicht haupsächlich von der Natur produziert, sprich Wald , Wiese, Meere?
Reto Knutti
Doch, aber das ist Teil des natürlichen Kreislaufes. Wächst der Baum nimmt er CO2 auf, verfault er wieder dann gibt er das wieder ab, der Netto Effekt ist null. Die fossilen Brenn- und Treibstoffe hingegen kommen zusätzlich in die Luft, und sind die alleinige Ursache des CO2 Anstiegs.
Hans Rudolf Meier, Wald ZH 29.11.2017 22:07:35
Angenommen es gelingt den globalen CO2-Ausstoß in den nächsten 23 Jahren pro Erdenbürger mittels energietechnischen Massnahmen und erneuerbaren Energien um 50% zu reduzieren: würde das ausreichen für eine Stabilisierung des CO2-Gehaltes in der Atmosphäre? Wann wäre dadurch gemäss Simulationen der Temperatut-Peak erreicht?
Reto Knutti
Nein, um die Temperatur zu stabilisieren müssen die CO2 Emissionen auf Null sinken. Für das 2 Grad Ziel bis etwa 2070 (je nach dem wie viel wir vorher emittieren und wieviel wir nachher sequestrieren).
Walter Guyer, 5070 Frick 29.11.2017 22:09:19
Im Schweizer Strom-Konsumentenmix ist die Klima-Bilanz für Wärmepumpen-Heizung und e-Mobilität zwar noch positv (K. Boulouchos, um 19:29 und 20:02), wohl dank der vielen Hydro- und Kernenergie. Aber mit welchen Stromquellen sollen bei uns Treibstoff und Erdölbrennstoff ersetzt werden, die energetisch den Stromverbrauch zweifach übertreffen (PANORAMA, www.bfs.admin.ch)?
Konstantinos Boulouchos
Richtig : die relevante Antwort für die vergleichende Bilanz ist ob und wie es uns in Zukunft gelingt den ZUSAETZLICHEN ( also nicht den jetzt durchschnittlichen ) für die CO2-Absenkung des Wärme- und insbesondere des Verkehrssektors nötigen Strom weitgehend erneuerbar herzustellen, wobei mittelfristig der jetzige Beitrag der Kernkraftwerke ausfällt ? Dies ist nicht unmöglich, wird aber sehr grosse ( allerdings berechtigte ) Investitionen in Infrastruktur erfordern und es muss in der richtigen Reihenfolge stattfinden : zuerst die zusätzliche Elektrizität mit sehr niedrigem CO2 erzeugen indem man gleichzeitig die schlimmsten Kraftwerke ( Braunkohle ) ausschaltet ; dann insbesondere den Verkehrssektor elektrifizieren ; für diesen aber in der Zwischenzeit die massiven Effizienzpotentiale ausschöpfen. D.h. nicht, dass es nicht eine gewisse Ueberlappung geben soll, nur eben : die Reihenfolge muss stimmen.
Emil Lindenmann, 8580 Amriswil 29.11.2017 22:09:48
45 Jahre reise ich regelmässig zu den Kanarischen Inseln. Obwohl es damals noch nicht soviel Feriengäste hatte war das Wasser in den 1980 Jahren sehr knapp, die Temperaturen hoch. Es galt für Neubauten, oberhalb der Autobahn braucht es keine Heizungen. Nach 45 Jahre stellen wir fest, die Temperaturen sind tiefer, es regnet mehr, die Neubauten auch unterhalb der Autobahn wollen alle Heizungen. Meine These: Es ist keine Klimaerwärmung sondern ein Klimawandel rund um die Welt. Was meinen Sie dazu?
Reto Knutti
Die globalen Messungen kommen klar zu anderen Schlüssen. Die Erwärmung ist eindeutig.
Luara Häusermann, Birr 29.11.2017 22:10:00
Sehen Sie im stetigen Abholzen der Regenwälder einen Zusammenhang mit dem Klimawandel?
Andreas Rigling
Die grossflächigen Regenwälder spielen in vieler Hinsicht eine sehr wichtige Rolle: In diesen Wäldern ist sehr viel Kohlenstoff gebunden. Wenn diese Wälder gerodet werden wird der globale Kohlenstoffspeicher massiv reduziert und es kann weniger Kohlenstoff aus der Atmosphaere entnommen und gespeichert werden. Zudem wird leider nur ein kleiner Anteil des Holzes geerntet und in Form von Holzprodukten verwendet - der weitaus grösste Teil der Holzes, der Biomasse, wird verbrannt und grosse Mengen von CO2 werden in die Atmosphaere abgegeben. Zusätzlich gelangen als Folge der Waldbrände grosse Mengen an Russpartikel in die Atmosphaere. Da die Regenwälder über ihre Verdunstung die Wolkenbildung massiv beeinflussen, führt grossflächiges Abholzen zu einer Veränderung des Wasserhaushaltes und des Wettergeschehens auf regionaler bis kontinentaler Skala.
Tobias Curda, Tuggen 29.11.2017 22:10:49
Gletscher schmelzen! Warum diese nicht wieder mit Schneekanonen aufbauen oder schützen?
Moderator
Mark Riedi, Zürich 29.11.2017 22:11:12
Wenn ich mit meinem Beruf später (mache dieses Jahr meine Matura) etwas beitragen möchte gegen den Klimawandel, sei es durch Politik oder Forschung, welcher davon ist dabei am nützlichsten?
Andreas Rigling
Der Kampf gegen den Klimawandel braucht gut ausgebildete Fachleute in allen Berufsgruppen, nicht nur in der Forschung und der Politik, sondern auch in der Industrie und Wirtschaft. Sie können aber auch als gut informierter und engagierter Bürger einen wichtigen Beitrag leisten.
Giann Theler, Engelberg 29.11.2017 22:12:03
Ist es nicht so, dass die Beschneiungsanlagen zum Speichern von Wasser beiträgt, da analog des natürlichen Schnees der Schnee der Beschneiung länger liegenbleibt und als Wasser schließlich wieder in Bäche und Seen fliesst
Urs Neu
Ein gewisser Speichereffekt ist da, aber der speichert das Wasser nicht so lange, bis wir es wirklich brauchen würden, d.h. bis in den Sommer und Herbst.
Susanne Schultheiss, Uster 29.11.2017 22:13:07
Nachdem ich gestern den Film "The day after tomorrow" gesehen habe beschäftigt mich die Frage, was für Auswirkungen der Klimawandel auf den Golfstrom hat. Ich habe einmal in der Schule gelernt, dass die angenehme Temperatur in Europa dank des Golfstromes höher ist, als sie nach dem Breitengrad eigentlich wäre. Was für Auswirkungen hat die Eisschmelze auf den Golfstrom? Könnte es auch sein, dass es in Europa in Zukunft kälter wird, wenn wegen dem Klimawandel der Golfstrom nicht mehr wirksam wäre?
Reto Knutti
Beachten Sie bitte die früheren Antworten zum Golfstrom.
v spühler, wolfhausen bubikon 29.11.2017 22:13:52
Guten Abend,meine Frage;bei uns wird eine Studie über Buschmücken gemacht.Was ist der Unterschied zw.Tigermücke und Buschmücke?Wir haben noch einen "stillen" See" Egelsee",in der Gde.Sollte ich mein kl.Seerosen"teichli" nicht mehr haben-(Vor zig-Jahren machte sich Herr Meteo-Bucheli noch lustig über den Klimawandel !Seit da an kann ich diesen Mann nicht mehr leiden!)-Was mir auffällt,nicht nur Eltern,denken nicht so an die Zukunft ihrer Kinder,Angehörige.Kann man da nicht mehr sensibilsi.Danke
Martin Röösli
Wie die Tigermücke hat die Buschmücke auch weisse Querstreifen. Die asiatische Buschmücke ist aber eher dunkelbraun, während die Tigermücke schwarz ist. Die Buschmücke stammt ursprünglich aus Japan und China, und ist relativ gut an das gemässigte Klima Europas angepasst. Sie wurde in der Schweiz erstmals 2007 lokalisiert. Tatsächlich sind stille Wasseroberflächen geeignete Brutstätten für alle Arten von Mücken. Eine von mehreren Möglichkeiten zur Verhinderung von Mückenlarven in einem Teich ist, die Wasseroberfläche ständig in Bewegung zu halten. Dies kann man z.B. mit einem Springbrunnen oder Wasserfontäne erreichen.
Erich Meier, Zürich 29.11.2017 22:14:51
Gibt es wiederholbare Experimente, die zeigen, dass der verschwindend kleine Anteil des anthropogenen Co2 am Gesamten Co2 der Luft einen Einfluss auf den Klimawandel hat? Konnten Voraussagen der Klima-Modelle durch empirische Daten im Nachhinein bestätigt werden?
Martin Grosjean
Ja klar, da gibt es viele unabhängige Experimente. Der anthopogene Anteil am CO2 der Atmosphäre ist auch nicht verschwindend klein sondern ungefähr 25%. Die Projektionen von Modellrechnungen zur Klimaerwärmung sind ziemlich genau eingetroffen, beziehungsweise die Erwärmung war teilweise sogar noch stärker als im 'Business as usual' Szenario errechnet. Die Schätzungen der Klimaforscher waren deshalb eher eine Untertreibung, sicher keine Übertreibung vie oft kolportiert wird.
Louis Nef, 2558 Ägerten 29.11.2017 22:15:03
Wie hoch ist der prozentuale Anteil des von Menschen gemachten CO2-Ausstosses an der gesamten CO2-Produktion des Planeten? Also, wie viel CO2 produziert der Planet ohne uns Menschen und wieviel produzieren wir Menschen?
Reto Knutti
Der natürlichen Flüsse sind viel grösser, aber sie kompensieren sich alle (der Baum bindet CO2 wenn er wächst, und gibt es wieder ab wenn er verfault oder verbrannt wird). Der menschengemachten CO2 Ausstoss hingegen ist zusätzlich, und ist allein für den beobachteten Anstieg verantwortlich.
Ursula Hediger, Gossau SG 29.11.2017 22:15:10
Wenn wir einmal pro Monat einen autofreien Sonntag einführen würden - würde das etwas nützen? und prozential ?
Stefan Brönnimann
Autofreie Sonntage wären eine psychologische Massnahme - vielleicht merken wir, dass es auch anders geht, dass es in der Natur auch Geräusche gibt, und dass man sich auch anders beschäftigen kann als in der Gegend herumzufahren (slowUp).
S mendler, Ebnat 29.11.2017 22:15:58
Wie weit ist die Schweiz mit dem Thema Geoengineering und werden dadurch die Ziele erreicht. Was sind die folgen für uns und die Natur..?
Reto Knutti
Beachten Sie bitte die früheren Antworten zum Thema.
Fabio Perrin, Dübendorf 29.11.2017 22:17:11
Was mus alles geschehen damit sich die Wirtschaft der Natur beugt?
Urs Neu
Das ist schwierig zu sagen. Wahrscheinlich dann, wenn die Schäden und Kosten gross genug sind. Wieviel aber ist gross genug? Aber wer ist denn eigentlich "die Wirtschaft"? Die Gesellschaft, also wir, können die Wirtschaft durchaus durch das, was wir konsumieren oder nicht konsumieren, beeinflussen. Wenn wir Dinge bevorzugen, die CO2-arm produziert worden sind, Häuser, die nicht-fossil beheizt werden, usw., dann ist die Wirtschaft gezwungen, so zu produzieren und die Investoren werden entsprechend investieren. Aber dazu müssen es natürlich viele tun und das auch wollen.
Beat Hauser, Basel 29.11.2017 22:17:12
Wenn ich nur etwas machen möchte um möglichst viel Treibhausgas zu reduzieren. Was müsste ich machen?
Jörg Franke
Sehr geehrter Herr Hauser, ohne nähere Details über sie zu wissen, kann ich natürlich nicht beurteilen, was in ihrem Fall am meisten Treibhausgase reduzieren würde. Die Akademie der Wissenschaften hat kürzlich eine kompakte Übersicht veröffentlicht, worauf jeder von uns achten kann: https://naturwissenschaften.ch/uuid/78a1ef24-a813-5d1e-823a-89ba7bf63a1e?r=20170706115333_1499299128_f58b9a9c-674c-54bc-9a7b-af536adf02f6
Adrian Willi, Hasliberg 29.11.2017 22:17:13
Guten Abend Wen die Verbrennungsmotoren 2040 in verschiedenen Länder verboten werden und es für Motoren oder Heizungen kein Öl mehr gibt, kommt doch das dem Klimawandel auch zu gut.
Philippe Thalmann
Genau. Erdöl ist als fossiler Rohstoff sowieso viel zu Schade, um in einem ineffizienten Fahrzeugmotor oder in einer Gebäudeheizung verbrannt zu werden.
Michiel Suter, Wil 29.11.2017 22:17:49
Wenn wir kein Wasser mehr haben, sieht es dann im Resten von Europa nicht noch schlechter aus? Das könnte doch zu geopolitischen Probleme für uns führen? Müssen wir uns auf aggression einstellen?
Reto Knutti
Die Auswirkungen sind des Klimawandels auf Konflikte und Migration sind ein wichtiges Thema. Ein Einfluss ist denkbar, aber gesicherte Aussagen dazu gibt es meines Wissens nicht.
Roger Joss, Bern 29.11.2017 22:18:08
Frage an Konstantinos Boulouchos: Was für zukunftsweisene Antriebsformen sehen Sie in der Luftfahrt und in welchem Zeithorizont?
Konstantinos Boulouchos
Schwierige Frage oder : man sollte nie "nie" sagen, trotzdem : nach Massgabe aller verfügbaren Informationen und denkbaren Technologiefortschritten ist es nicht ersichtlich, wie eine Elektrifizierung des Mittel- und Langstreckenflugverkehrs in den nächsten - sagen wir mal - 3 Jahrzehnten realisiert werden kann ( das betrifft auch absehbar Brennstoffzellen ). Für Kurzstrecken sind Hybridantriebe für Teile des Betriebs denkbar, mittelfristig müssen wohl synthetische Treibstoffe zum Einsatz kommen. Da die weltweite, umweltfreundlich erzeugbare Biomasse nicht genug für alle Wünsche hergibt, sind synthetische Treibstoffe nur unter Einsatz erneuerbarer Elektrizität ( die Infrastruktur muss zusätzlich aufgebaut werden ) denkbar, oder langfristig durch solarchemische Prozesse direkt aus der Sonne gewonnen, wie an der ETH z.B. die Forschungsgruppe von Professor Also Steinfeld vorantreibt.
Hans-Peter Gschwend, Lachen SZ 29.11.2017 22:19:13
Ist es möglich, dass es eines Tages zu einem Klima-kollaps kommt und sich die Ereignisse weltweit überstürzen. Wenn ja, wann könnte so etwas passieren? Beispiel: Mitte Dez. +25° C Ende Dez. - 30° C mit wochenlangem Schneefall.
Reto Knutti
Dafür gibt es wenig Hinweise. Aber man braucht kein Katastrophen Szenario um die Thematik ernst zu nehmen, um zu entscheiden, und um etwas zu tun.
Max Herger, 8162 Steinmaur 29.11.2017 22:19:59
Warum wird bei Neubauten nicht gleich thermische Solaranlagen auf den nach Süden gerichteten Dächern installiert. Warum macht der Staat nicht mehr Information und motiviert die Leute so auch Geld zu sparen, und auch viel Strom ? Ich habe vor 5 Jahren ca 5quadrat meter Solarzellecauf dem Dach installiert und habe 29`856 kWh gespart. Meine Waschmaschine kann ich fast 100% aufheizen sparen, bei der Abwaschmaschine ca 50% und der Boiler ist im Sommer in ein paar Std aufgeheitzt. Ich spare so viel.
Roland Stulz
Danke für den guten und richtigen Hinweis. Trotz unzähligen Motivationsprogrammen werden noch immer viel zu wenige Solaranlagen installiert. Diese sind übrigens auch sinnvoll auf östlich und westlich orientierten Dachflächen sowie an Fassaden. Die Mehrkosten sind sinnvoll investiert und gut amortisierbar.
Flavio Hürlimann, Ennetbürgen 29.11.2017 22:21:40
Wurde der Einfluss auf A-Bomben Tests je im Bezug auf das Klima untersucht ? Sie verursachten/verursachen ja enorme Hitze (Sprichwort: Zusammenhang CO2/Hitzeanstieg vis versa ?)
Stefan Brönnimann
Ja, das wurde untersucht - es gibt (gab) keinen Effekt auf das Klima oder auf die Ozonschicht.
Fabian Sarbach, Erlinsbach 29.11.2017 22:22:22
Der Treibhauseffekt von CO2 ist im Labor seit mehr als hundert Jahren nachgewiesen. Dennoch machen es sich viele Wissenschaflter zu einfach. Wie stark die Erwärmung der letzten über hundert Jahre von einer natürlichen Klimaschwankung überlagert wird kann niemand sagen. Im realen Klima sind schlicht zu viele Faktoren beteiligt.(insbesondere die Koppelung mit Wasserdampf). Glauben Sie dass man sich hier auf Computermodelle verlassen kann?
Reto Knutti
Ihre Aussagen entsprechen nicht der Resultaten der Forschung. Naürliche Schwankungen der globalen Temperatur über Jahrzehnte bewegen sich im Bereich von 0.1 Grad. Beobachtet sind fast 1 Grad. Die Computermodelle sind nicht perfekt (kein Modell ist), aber ihre Resultate reflektieren das beste Verständnis der Physik, und viele Voraussagen sind schon eingetroffen.
Ursula Widmer, Birmensdorf 29.11.2017 22:23:01
Was passiert, wenn der Permafrost immer mehr auftaut? Was, wenn die Alpen in hundert Jahren unbewohnbar werden? Will man dann die Bewohner der Alpen im bereits jetzt überfüllten Mittelland ansiedeln? Schöne neue Welt!
Matthias Huss
Wenn der Permafrost auftaut bedeutet das nicht, dass die Alpen in sich zusammenstürzen. Schliesslich haben sie auch viele Eiszeiten und Zwischeneiszeiten überlebt. Wenn der Permafrost verschwindet kann das aber zu einer Häufung von Bergstürzen führen. Die Gefahrenstellen müssen rechtzeitig erkannt und überwacht werden. Dann ist ein Leben in den Alpen weiterhin möglich.
André Caluori, Chur 29.11.2017 22:23:17
Im Wissen um die Unvernunft der Menschheit, würde man nicht besser diskutieren wie wir mit dieser Erwärmung überleben können statt die Entwicklung etwas zu verlangsamen?
Martin Röösli
Die Anpassung an den Klimawandel ist ebenfalls ein wichtiges Thema. Die Schweiz hat eine Anpassungsstrategie entwickelt, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels möglichst klein zu halten. Anpassungen sind in vielen Bereichen vorgesehen wie Landwirtschaft, Gesundheit, Energie, Naturgefahren, Wasserwirtschaft etc. Für weitere Informationen, sehen Sie: https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/klima/fachinformationen/anpassung-an-den-klimawandel.html
Petra Gardelliano, Härkingen 29.11.2017 22:23:40
Die Arbeitgeber sollen in Zukunft, wo immer es auch möglich ist, ihre Mitarbeiter von zuhause aus arbeiten lassen. So könnte man wenigstens ein wenig den Verkehr eindämmen und somit den CO2 Ausstoss verringern.
Arnold Schaltegger, Flawil 29.11.2017 22:24:41
Vor 40 Jahren habe ich in der Lehrausbildung zum Chemielaboranten an einem Modell vordemonstriert gekriegt wie die Erderwärmung vonstatten geht. und es war uns damals schon bekannt das dies eine Dynamik auslöst, welche nicht mehr "Natürlich" ist. Seitdem bin ich nie mehr geflogen, habe kein Auto , ..... - und Ihr?
Gerd Kienzle, 6064 Kerns 29.11.2017 22:24:52
Stickoxide und CO2 sind u.a. besonders schädlich für den Klimawandel. Wie stellt sich die Politik aktuell dieser Situation entgegen? ich würde befürworten, dass die Schweiz sich in die erneuerbaren bzw. regenerative Energie investiert, sowie im Strassenverkehr für alle Verkehrsteilnehmer im privaten sowie im gewerblichen Verkehr der Bonus-Malus-System einführt. Je mehr ein Fahrzeug (PW oder Nutz- und Lastfahrzeuge) Schadstoffe abgibt, soll auch entsprechend mit höheren Steuer belastet werden.
Philippe Thalmann
Es wird ja schon einiges gemacht in der Klimapolitik, in der Energiepolitik, im Verkehr, selbst in der Landwirtschaft. So ist die Schwerverkehrsabgabe nach Umweltbelastungsklasse der Lastwagen abgestuft. Die Wissenschaft ist immer ein Schritt voraus, denkt nach über mobility pricing, Städtemauten, usw. Auch in der Technik entwickelt sie laufend neue Lösungen. Solche Veränderungen bedrohen aber immer auch eingesessene Partikularinteressen. Die verteidigen sich dagegen, ist ja ihr unbestrittenes Recht. Die Erdölbranche und die Autobranche sind da auch nicht anders, obschon der Grossteil, von dem was sie uns verkaufen, importiert wird.
Philip Isler, Einsiedeln 29.11.2017 22:25:06
Aus welchem Grund wird der CO2(Absaugeinrichtung) in Hinwil so hoch gelobt? Dieser verbraucht zusätzlicher Strom und das CO2 welches für die Düngung von Tomaten genutzt wird, wird beim absterben dieser wieder freigesetzt? Ich sehe den Vorteil für die Natur nicht.
Reto Knutti
Dies ist eine Demonstration dass das Prinzip funktioniert, CO2 aus der Luft zu finden. Aber Sie haben recht, damit es klimawirksam ist braucht es einen zweiten Schritt, man muss das CO2 speichern. Daran wird auch geforscht.
Samuel Luginbühl, Wattenwil 29.11.2017 22:26:51
Ist es nur das CO2, könnte es nicht auch die Abwärme der Elektrizitä und diversen Verbrennungen von Fossilenenergien sein? Die das Klima erwärmen
Reto Knutti
Nein, die Abwärme ist ein verschwindend kleiner Beitrag weltweit. In Städten hingegen kann er lokal gross sein ("urban heat island effect").
Thomas Staffelbach, FORST 29.11.2017 22:27:02
Ich habe gelesen, dass das Abschmelzen des Eises am Nordpol zu einer Verschiebung des Salzgehaltes im Meer kommt und dadurch der Golfstrom zum Erliegen kommen könnte. Ist das wissenschaflich beweisbar? Dann müssten wir eher die Frage diskutieren wie wir mit einer Abkühlung umgehen wollen. Warum wird diese Thematik nicht auch miteinbezogen?
Stefan Brönnimann
vgl. vorherige Beiträge zu "Golfstrom"
Robert Bayard, 6375 Beckenried 29.11.2017 22:27:20
Auf unserer Erde verursachen Frachtschiffe auf den Meeren viel mehr Umweltverschmutzung als alles Andere auf der Welt. Was nützt es, wenn wir in der Schweiz zur Umwelt sorge haben, wenn das andere nicht machen. Beispiele das staatenlose Meer, die USA, usw. Können wir nur ein gutes Beispiel sein, oder nützt es trotzdem direkt für die Schweiz.
Martin Grosjean
Ja, Umweltschutz nützt uns so oder so. Ökologie ist die beste Langfrist-Ökonomie! Anstatt dass wir jedes Jahr für den Kauf von fossilen Brenn- und Treibstoffen im Ausland unserer Wirtschaft Duzende von Millionen entziehen würden wir das Geld besser in Erneuerbare, in Haustechnik etc stecken und somit im Inland Arbeitsplätze sichern. Mit Innovationen im Bereich von 'sauberen oder grünen Technologien' kann man ebenfalls den Wirtschaftsstandort Schweiz fördern. Massnahmen zur Luftreinhaltung (Feinstaub etc), zum Boden- und Gewässerschutz wirken ebenfalls lokal und regional, d.h direkt bei uns.
urs hersperger, 8730 Uznach 29.11.2017 22:27:41
Zur TV Klima-Sendung: Wie verhält sich die Eis-Abschmelzsituation der Nord-exponierten Gletscher zu den meist Süd-exponierten Gletscher? Sind die grössten südexponierten CH-Gletscher, wie Aletsch, Rhone, Gorner uwm besonders von der Klimaerwärmung betroffen? Besten Dank Urs Hersperger
Matthias Huss
Es ist richtig, dass südexponiertes Eis schneller schmilzt als eine Eisfläche, die nach Norden exponiert ist. Allerdings haben sich die Gletscher schon über Jahrhunderte an genau diese Begebenheiten angepasst. Südexponierte Gletscher reichen deshalb weniger weit ins Tal als nach Norden. Deshalb verlieren sie nicht unbedingt mehr Massen. Die Messungen zeigen, dass die Verluste durchaus vergleichbar sind und sich eher aufgrund der Gletscher-Form (steil/flach, gross/klein) unterscheiden.
Patrik Ziegler, Bern 29.11.2017 22:27:46
Hat der Metanausstoss von Kühen einen relevanten Einfluss auf das Klima oder handelt es sich nur um einen Scherz?
Reto Knutti
Kein Scherz, die Kühe sind ein nicht kleiner Beitrag zum Methan, dem zweitwichtigsten Treibhausgas. Wird gerade jetzt diskutiert.
Hans-Peter Brassrr, Birmensdorf 29.11.2017 22:28:04
Ist es theoretisch möglich, dass wir eine Seegfröhrni wie 1963 nochmals erleben?
Stefan Brönnimann
Solche Ereignisse werden immer seltener werden - aber immer noch möglich.
Luc Nyffenegger, Biel 29.11.2017 22:28:33
Wie wahrscheinlich ist der Zusammensturz des Golfstromes, welcher das warme Wasser nach Europa bringt?
Stefan Brönnimann
vgl. vorherige Antworten zu "Golfstrom"
K. & M. Notter, Zug 29.11.2017 22:28:57
Vor Jahren war das Ozonloch ein grosses Thema. Heute hört man nichts mehr darüber. Wie gross ist dessen Einfluss auf die Klimaerwärmung?
Reto Knutti
Das hat keinen Zusammenhang. Das Ozonloch ist auf dem Weg zur Besserung seit dem Verbot der entsprechenden Substanzen im Montreal Protokoll.
marco fässler, lenzburg 29.11.2017 22:29:14
Die Massentierhaltung wird nicht erwähnt? Klar, wenn wir nur die CH betrachten, dann kann dies evt aussen vor gelassen werden, aber solte das nicht auch thematisiert werden? Für mich ist da der Wurm begraben. Bin etwas enttäusch von Sendung, Idee gut, aber zu wenig HART und Ehrlich, zu viel political correctness.
Moderator
Das Thema wird soeben besprochen.
Heidi Grüter, Wikon 29.11.2017 22:29:20
Welchen Einfluss hat der Golfstrom in Zukunft?
Reto Knutti
Beachten Sie bitte die früheren Antworten zum Golfstrom.
Chantale Girard, Luzern 29.11.2017 22:29:27
Keine Frage, sondern einen Hinweis zum Thema: 1. Jeder Haushalt nur 1 Auto. 2. Nur bezahlte Autos. Das würde viel ausmachen
Thomas Hofmänner, Bern 29.11.2017 22:29:50
Warum "akzeptiert" man die Erderwärmung nicht, versucht sich anzupassen und investiert die Milliarden für Mitigationsmassnahmen besser in innovative Anpassungsmassnahmen weltweit? Irgendwann kühlt sich die Erde ab wenn Kohle und Öl verbraucht sind... und der Mensch überlebt auch bei 6 Grad mehr. Zudem wird weltweit immer dieselbe Menge verfügbar sein, ein kluges Wassermanagement wäre das Ziel, nicht um jedes Prozent CO2 Reduktion zu kämpfen.
Urs Neu
Die Anpassung wird mit jedem zusätzlichen Grad sehr viel aufwändiger. In vielen Gebieten ist Anpassung gar nicht möglich, weil diese schlicht unbewohnbar werden. Und vor allem wird längerfristig der Meeresspiegel stark ansteigen. Vor drei Millionen Jahren, als es zum letzten Mal 3 Grad wärmer war als heute, lag der Meeresspiegel etwa 20 Meter höher als heute. Bei 6 Grad ist es noch einiges mehr. Was machen Sie dann mit all den Millionenstädten in Küstennähe, die unbewohnbar werden? Die Kosten sind schon bei 3 Grad sehr hoch. Zudem können sich starke Änderungen in der Zirkulation ergeben, bisher ungekannt starke Extremereignisse und allenfalls Entwicklungen, die wir heute überhaupt nicht abschätzen können. Wir würden damit ein ziemlich hohes Risiko eingehen.
Victor Garcia, Zürich 29.11.2017 22:30:20
Was ist das Risiko des Eintretens einer selbstverstärkenden Amplifikation der Klimaerwärmung, wenn 3 Grad globale Erwärmung erreicht werden?
Urs Neu
Nach bisherigem Wissen wird es - zum Glück - keinen so genannten "Runaway"-Effekt geben, also eine Erwärmung, die von selbst immer weiter geht, auch wenn wir 3, 4 oder mehr Grad erreichen. Es braucht jeweils immer eine Verdoppelung der CO2-Konzentration, um die gleiche Erwärmung zu bewirken. Das führt dazu, dass die Erwärmung nicht beliebig weitergeht. Aber mit Sicherheit ausschliessen können wir das auch nicht, da bei starken Erwärmungen Effekte auftreten können, die wir nicht kennen oder an die wir nicht denken.
Casper Koster, Widnau 29.11.2017 22:30:25
Gibt es ein wissenschaftliches Experiment welches zeigt wie CO2 die Wärme einfängt oder Infrarot Strahlen zurückgezahlt ?
Reto Knutti
Wir tun es seit einem Jahrhundert... die Änderung in der Strahlunsbilanz ist messbar, die Temperatur auch.
Rico Fornaro, Basel-Stadt 29.11.2017 22:31:21
Ist das richtig? Ich habe gelesen, das ein einziger Vulkan-Ausbruch mehr CO2 ausstösst als die Menschheit in ihrem ganzen dasein.
Stefan Brönnimann
Der Mensch stösst mehr als 100 Mal mehr CO2 aus als Vulkane.
Joel Biondi, adlikon 29.11.2017 22:31:22
Wir sind vor kurzem in einen Neubau gezogen mit einer Holzschnitzel Heizung. Wie Ökologisch sind solche Heizungen? Besonders für grossbauten mit 30-40 Wohnungen.
Roland Stulz
Eine gut geplante und installierte Holzschnitzelheizung ist sinnvoll und ökologisch sofern die Abgasreinigung gut funktioniert. Zudem sollten die Holzschnitzel in der Region produziert werden und mit kurzen Wegen transportiert werden.
Silvan Gentner, Fideris 29.11.2017 22:31:48
Elektroautos sind in Allermunde! Wie sauber denn ein Tesla wirklich, wenn man Produktion und Entsorgung mitberücksichtigt?
Konstantinos Boulouchos
Es stimmt, dass en Elektroauto energie- und CO2-aufwändiger bei der herstellung als ein konventionelles ist. U.U. wird dies über die Lebensdauer des Autos kompensiert. Als Faustregel können Sie heute wissen : der Break-Even zwischen einem Benzin-Hybridauto und einem Elektroauto ist heute gegeben wenn der Strom durch Gaskombikraftwerke erzeugt wird. beim europäischen Strommix ist das e-Auto etwas schlechter, bei älteren fossilen Kraftwerken deutlich schlechter, bei erneuerbarer Elektrizität ( die aber zusätzlich zur heutigen erzeugt werden soll ) klar besser
Dani Imesch, Zug 29.11.2017 22:32:44
Hätte es einen Einfluss auf die Temperatur wenn alle Dächer weiss anstatt schwarz gesteichen wären?
Martin Röösli
Für das weltweite Klima sind die Auswirkungen gering. Das wurde mal für die Stadt New York durchgerechnet. Dabei hat sich gezeigt, dass es durchaus einen gewissen Einfluss auf das Stadtklima hat und typischen Wärmeinsel-Effekt einer städtischen Bebauung reduziert. Ein weisses Dach kann sich auch positiv auf das Raumklima des entsprechenden Hauses auswirken. Damit erwärmt sich das Gebäude weniger stark, was sich positiv auf die Gesundheit auswirkt. Natürlich ist dieser Effekt nur in Gegenden erwünscht, wo die Hitze das grösser Problem als die Kälte ist.
bruno rudolf, 9473 gams 29.11.2017 22:33:31
Warum nützen wir nicht die naturelemente wie wind und sonne um strom zu erzeugen ? Es gäbe viel weniger CO 2 ausstoss ! Somit könnten wir, wie auch unsere nachbarsländer, zur klimaregulierung einen grossen anteil leisten?
Martin Grosjean
Völlig einverstanden. Lange war es eine Frage des Preises, dass PV und Wind einen schweren Stand hatten. Die Preise für Photovoltaik sind heute aber durchaus konkurrenzfähig. Deshalb ist es eine Frage der Zeit. Selbstverständlich gäbe es Möglichkeiten, zusätzliche finanzielle Anreize zu schaffen (Beispiel die Kostendeckende Einspeisevergütung KEV) und damit den UMbau des Energiesystems zu beschleunigen... wenn der politische Wille da wäre.
S. & M., Bern 29.11.2017 22:33:34
Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf Hurricane-Aktivitäten?
Reto Knutti
Der Einfluss auf tropische Wirbelstürme ist unsicher. Im Moment geht man davon aus dass die Anzahl sich wenig ändert oder sogar abnimmt, aber die stärksten Stürme zunehmen. Aber Wirbelstürme sind komplex, und Gegenstand der Forschung.
Regula Schmid, Tschappina 29.11.2017 22:34:37
Wenn wir in der Schweiz auch alles tun würden gegen den Klimawandel, wieviel Abgas stosst der Rest der Welt im Verhältnis aus? Bringt es das wenn wir weniger Autofahren und in anderen Ländern verbrennen sie alles nur erdenkliche?
Philippe Thalmann
7,6 Milliarden WeltbewohnerInnen emittieren 37 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr. 8,4 Millionen BewohnerInnen der Schweiz emittieren 39 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Letztere stellen also etwa ein Promille der Welt in beiden Statistiken. Fahren wir diese 39 Millionen Tonnen auf null runter, ändert das kaum etwas fürs Klima. Wenn alle "kleinen" Emittenten gleich handeln, macht das am Ende einen grossen Unterschied. Dann kann noch jeder Staat in den USA, jede Region in Indien, jede Stadt in China gleich argumentieren und auch nichts tun, es ändert ja sowieso nichts am Klima. Die Welt steuert auf die Katastrophe hin und jeder schaut zu und denkt: der andere soll doch…
Tobias Curda, Tuggen 29.11.2017 22:35:02
Hat die Verschiebung von Nord-Südpol einen Einflus auf den Klimawandel?
Reto Knutti
Falls Sie die Verschiebung des magnetischen Pols meinen, oder die Verschiebung der Platten, dann ist die Antwort nein auf den Zeiskalen von 100-1000 Jahren. Auf wesentlich längeren Zeitskalen schon.
Remy Eck, Steckborn 29.11.2017 22:37:20
Habe WP Heizung mit Erdsonde. Kann ich im Sommer mit Erdsonde kühlen über die Bodenheizung. Wie geht das, welche Probleme könnten AUFTRETEN?
Roland Stulz
Es sollte möglich sein, dass Sie im Sommer mit der Erdsonde Ihre Wohnung über die Bodenheizung kühlen können. Falls das dazu notwendige Ventil nicht bereits eingebaut ist, kann dieses für rund 2000 Franken nachgerüstet werden. Probleme sollten nicht entstehen.
Martin Burkhalter, Sumiswald 29.11.2017 22:38:41
Wie werden die Folgen der "globalen Verdunkelung" beruteilt, könnte die Erwärmung plötzlich viel schneller gehen als angenommen?
Stefan Brönnimann
Die globale Verdunkelung ist in den 1980er Jahren in eine globale Aufheiterung übergegangen und hat damit den Temperaturtrend in den betroffenen Regionen (u. a. Europa) beeinflusst. In Regionen, die in den letzten Jahren eine "Verdunkelung" erlebten, wird dasselbe in der Zukunft passieren. Das ist aber nötig - wir brauchen saubere Luft zum atmen.
Stephanie Kraner, St. Gallen 29.11.2017 22:38:51
Wie stark könnte der CO2 Austoss verringert werden, wenn beim Lebensmittelkonsum auf saisonale Kost geschaut wird?
Urs Neu
Frische saisonale (vegetarische) Produkte haben eine um ein mehrfaches bessere CO2-Bilanz als konservierte Produkte (Gefroren oder Konserven). Regionale Produkte sind dann besser, wenn sie nicht in Gewächshäusern produziert oder konserviert werden. Andernfalls können Freilandprodukte z.B. aus Europa eine bessere CO2-Bilanz aufweisen.
Margrit Hueber, Glattfelden 29.11.2017 22:39:26
Was ist Ihre Meinung zu den Aussagen des renommierten Atmossphärenphysikers Richard Lindzen? Warum werden auch andere Professoren der Atmossphärenphysik, die den anthropogenen Anteil am Klimageschehen für vernachlässigbar halten kaum konsultiert, wenn es um politische Entscheidungen geht? Nur weil sie eine Minderheit sind, müssen sie ja nicht falsch liegen.
Reto Knutti
Die Forschung hinterfragt Ihre Resultate ständig, und wenn jemand ein gutes Argument hat dann wird das erstgenommen, ob Minderheit oder nicht. Die Theorien von Lindzen zum Iris Effekt insbesondere wurden alle widerlegt.
Axel Schneider, Ettingen 29.11.2017 22:39:38
Je heisser die Sommer sind- je mehr Menschen Wasser brauchen und nutzen - um so tiefer ist der Grundwasser spiegel -- und so weniger Wasser gibt es. Wasserschloss ist heute --- und morgen ???
Matthias Huss
Wir sind in der Schweiz klimatisch gesehen - im Vergleich zu anderen Regionen der Erde - in einer bevorzugten Lage. Auch in Zukunft werden wir noch genügend Wasser haben, auch bei stärkerem Verbrauch. Allerdings sind periodische Engpässe wahrscheinlicher.
Peter Stoller, 8032 Zürich 29.11.2017 22:40:11
Fossile Brennstoffe sind nichts anderes als gespeicherte Sonnenenergie. Einmal werden sie aufgebraucht sein, es ist eine beschränkte Ressource. Dann ist die ganze CO2-Diskussion vom Tisch. Allerdings werden wir dann ein paar andere Probleme haben.
Reto Knutti
Die Reserven sind so gross dass uns das weit über das 2 Grad bringen würde. Damit regelt sich das Klimaproblem nicht.
Raphael Graf, Aarwangen 29.11.2017 22:43:05
Weshalb werden fördernde Massnahmen von der Politik zur Reduktion der co2 Ausstösse nicht mehr gefördert? Fahrzeuge im öffentlichen sowie privaten Bereich zum Beispiel durch Magnetmotoren statt Elektromotoren (Batterien herstellung TESLA Co2 Verbrauch = gleichviel Emissionen wie 16 Jahre VW Golf fahren) oder Verbrennungsmotoren. Ich denke durch diese Technik könnte viel zur Reduktion der Klimaerwärmung beigetragen werden.
Philippe Thalmann
Subventionen sind grundsätzlich heikel. Es handelt sich ja um Steuergelder, damit muss man sorgfältig umgehen. Wie weiss die Politik oder die Verwaltung, welche Technologie sie unterstützen soll und welche nicht? Bei den Milliarden, die für die Kernfusion ausgegeben wurden und noch werden, kann man sich solche Fragen schon stellen. Wenn eine saubere Lösung teurer ist als die schmutzige (z.B. Elektromotor gegen Benzinmotor oder Solarstrom gegen Kohlekraftwerke), dann ist es nicht unbedingt die saubere Lösung, die subventioniert, sondern eher die schmutzige, die besteuert werden sollte. Beim Schwerverkehr hat man eine Mittellösung gewählt: Lastwagen zahlen eine Schwerverkehrsabgabe, und damit wird der Bahngüterverkehr vergünstigt. Eine patente Lösung.
Angela Häberli, Winterthur 29.11.2017 22:43:18
Guten Abend. Angenommen ich habe drei Wochen Ferien. Ist es klimafreundlicher, einen Langstreckenflug zu buchen, oder einen Roadtrip zum Beispiel durch Südeuropa zu machen? (Veloferien und Zugfahren mal ausgeklammert). Vielen Dank für Ihre Arbeit!
Reto Knutti
Das können Sie einfach rechnen auf dem myclimate CO2 Rechner. Der Langstreckenflug ist schlimmer, ausser Sie fahren sehr sehr weit.
Simon Dalcher, Schlieren 29.11.2017 22:44:31
Sind CO2-Kompensationen bei Flügen effektiv? Und gibt es Unterschiede von Kurz- zu Langstreckenflüge?
Martin Grosjean
Ich bin der Meinung, das die CO2-KOmpensation von Flügen ein reiner Ablasshandel ist und nur zur Beruhigung des Gewissens taugt (wenn überhaupt). Der Preis für die Kompensation ist lächerlich. Die einzige griffige Massnahme ist der Verzicht auf das Fliegen, insbesondere konsequenter Verzicht auf Ferienflüge, Wochenendflüge und dergleichen. Die Alternative dazu wäre ein hoher Preis für CO2 Emissionen, ein Preis der weh tut.
Rolf Jäger, Höri 29.11.2017 22:45:29
Warum wIrd alternative Energiegewinnung nicht stärker gefördert ja teilweise sogar be-resp. verhindert?
Philippe Thalmann
Subventionen sind grundsätzlich heikel. Es handelt sich ja um Steuergelder, damit muss man sorgfältig umgehen. Wie weiss die Politik oder die Verwaltung, welche Technologie sie unterstützen soll und welche nicht? Bei den Milliarden, die für die Kernfusion ausgegeben wurden und noch werden, kann man sich solche Fragen schon stellen. Wenn eine saubere Lösung teurer ist als die schmutzige (z.B. Elektromotor gegen Benzinmotor oder Solarstrom gegen Kohlekraftwerke), dann ist es nicht unbedingt die saubere Lösung, die subventioniert, sondern eher die schmutzige, die besteuert werden sollte. Beim Schwerverkehr hat man eine Mittellösung gewählt: Lastwagen zahlen eine Schwerverkehrsabgabe, und damit wird der Bahngüterverkehr vergünstigt. Eine patente Lösung. Dann gibt es noch eine politische Erklärung. Die eingesessenen Unternehmen können ihre Partikularinteressen oft viel besser verteidigen als die Neuankömmlinge.
Eduard Grob, 8625 Gossau ZH 29.11.2017 22:46:47
Kompliment zur heutigen Sendung ...+3°.... Ich bin der Meinung, dass in der Schweiz schon recht viel zur stabilisierung des Klimas unternommen wird... Bsp: Unsere Energiestrategie resp. das Gesetz worüber wir abgestimmt haben...leider sind es aber die einzelnen/alle Steuerzahler der CH welche die ganzen Kosten tragen...es ist nicht ganz so rosig wie das im Abstimmungsbüchlein. Nun meine Frage: Was machen die anderen Länder zum Schutz des Klimas...meines Wissens ist unser Einfluss nur 1 Promille.
Urs Neu
Auch in anderen Ländern wird viel gemacht. Sogar in Amerika. Dort werden die Massnahmen vor allem von den Bundesstaaten ergriffen. Die US-Bundesstaaten im Nordosten hatten ein Emissionshandelsystem lange vor der EU oder der Schweiz, Kalifornien ist im Klimaschutz schon sehr weit. Deutschland hat mit der Förderung von Sonne- und Windstrom massgeblich zu deren starken Verbilligung beigetragen, Dänemark ist beim Verkehr ein Vorbild, usw. Einzelne Staaten, auch kleine wie die Schweiz, können vor allem als Vorbild, mit der Entwicklung von Massnahmen, mit dem Aufzeigen, wie es auch ohne fossile Brennstoffe geht, viel bewirken. Das bietet auch Vorteile für unsere Wirtschaft.
Hans Anreiner, St. Gallen 29.11.2017 22:48:05
Welche Katastrophen (Natur, sonst) müssten passieren, damit sich das Klima positiv verändert?
Martin Grosjean
Ich würde eher die Frage stellen, welche Katastrophen noch passieren müssen, damit sich unser individuelles Verhalten und die Politik sich positiv ändern. Dann schwächt sich die Klimaänderung von alleine ab.
T. Luternauer, Nussbaumen 29.11.2017 22:49:10
Unser Haus wurde in unseren Augen klimatisch sehr schlecht gebaut. Sehr grosse Fenster am Sonnenhang. Unser Attikageschoss ist immer zu warm. Klimaanlage würde das Problem nur verlagern. Was kann umweltbewusst sinnvoll getan werden? Storen sind im Sommer immer unten, was ja irgendwie auch wahnwitzig erscheint. In meinen Augen muss sich im Bau einiges ändern. Heisse Sommer werden die Regel. Unsere Terrasse ist jetzt bereits während 2 Monaten zu heiss
Roland Stulz
Ihr Haus scheint über eine mangelhafte Wärmedämmung zu verfügen. Somit müssten Dach und Aussenwände besser gedämmt werden und allenfalls bessere Fenster eingebaut werden. Da ich das Baujahr nicht kenne, können aber keine genaueren Aussagen gemacht werden. Der Beizug eines Energiefachmannes scheint mir angebracht.
Philipp Wartenweiler, Dornach 29.11.2017 22:49:43
Ist es möglich , dass der Mensch zwar der anstoss zum Klimawandel gab, dieser sich aber gar nicht mehr durch den Mensch stoppen lässt aufgrund der auströmenden Gasen durch das abschmelzen der Pole?
Urs Neu
Bisher sind keine Prozesse bekannt, die zu einem nicht mehr stoppbaren Klimawandel führen würden, wenn wir die Emissionen stark vermindern. Das Ausströmen von Methan aus dem arktischen Meer wird zwar diskutiert, es scheint aber zur Zeit unwahrscheinlich, dass der Klimawandel dadurch stark beeinflusst wird.
Marcel Bösch, Winkel ZH 29.11.2017 22:49:52
80 Bäume = Minus 1 Tonne CO2. Stimmt das?
Andreas Rigling
Es wird sogar wesentlich mehr CO2 gebunden: Eine 80 jährige Buche bindet rund 1 Tonne CO2. Je nach Baumart und fruchtbarkeit (Grösse des Baumes) kann diese Schätzung beträchtlich variieren. Unter dem folgenden Link finden sie weiterführende Publikationen mit Angaben für die wichtigsten Baumarten: https://www.waldwissen.net/wald/klima/wandel_co2/lwf_merkblatt_27/index_DE
Urs Jung, Gibloux 29.11.2017 22:51:38
Kann schneekanonenschnee nach dem schmelzen wieder als normales Trinkwasser gebraucht werden?
Martin Grosjean
Nein, erst wenn es durch den Boden wieder gereinigt ist und als sauberes Grundwasser gefasst werden kann.
Chantal Zurbriggen, Saas-Fee 29.11.2017 22:51:41
Wäre es nicht auch wichtig, für die weltweite Klimaerwärmung, die Abgasen von den Kreuzschiffen und den grossen Containerschiffen, regeln würde wie bei den Autos ?
Stefan Brönnimann
Unbedingt. Schiffe tragen nicht nur viel zu den CO2 Emissionen bei, sondern auch SO2, NOx und Partikel. Die EU ist dabei, Massnahmen umzusetzen,
Claudio Gerber, 6805 Mezzovico 29.11.2017 22:51:57
Gerade mal 7% haben abgestimmt um weniger auto zu fahren ... in unserer Schweiz gibt es zuviel Privatverkehr auf den Strassen es geht hier ja nicht nur um diese 3°+ sondern vor allem auch um die Qualität unserer Luft die wir zu Atmen haben ... Wieso werden noch immer so viele Autos mit einem Verbrennungsmotor vor allem Diesel Fahrzeuge in unser Land Importiert ... dass kann ich nicht verstehen ... ich lebe hier an einer sehr stark frequentierten Kantons ...!?
Marcel Bösch, Winkel ZH 29.11.2017 22:52:08
GEWUSST? Eine kurze, heiße Dusche (3 Minuten) verbraucht allein schon fast 3000 Gramm CO2 im Durchschnitt. Verbraucher, die einen Sparkopf beim Duschen verwenden, rufen nur die Hälfte des CO2-Ausstoßes hervor.
Dominic schneider, Bern 29.11.2017 22:52:24
muss man eigentlich angst haben wen die Gletscher schmelzten und neue see gibt und die stäte verschwinden ?
Urs Neu
Wenn Gletscher schmelzen, hinterlassen sie viel Lockermaterial an den Hängen. Wenn dieses Material in grossen Mengen in neu entstandene Seen stürzen, kann das zu Flutwellen und Murgängen führen, die auch in bewohnte Gebiete vordringen. Davor muss man sich schützen. Wenn Städte verschwinden, müssen vor allem die Leute Angst haben, die darin wohnen...
Tobias Curda, Tuggen 29.11.2017 22:54:12
Energiehungriges Kryptogeld Bitcoin verbraucht mehr Strom als Marokko!.....was meinen Sie dazu?
Philippe Thalmann
Ich sehe das ein bisschen wie die Superyachten und -jets, die sich die Superreichen leisten und natürlich auch eine desaströse Ressourcenverschwendung darstellen. Wenn es ums grosse Geld geht, dann spielt der Energiepreis keine Rolle. Finden wir dies unvernünftig, dann funktioniert eigentlich nur noch Gebot und Verbot. Das ist aber nicht so leicht. Erstens müsste ein solches Verbot weltweit umgesetzt werden. Zudem könnte man argumentieren, Kryptowährungen hätten ihren Nutzen. Google verbraucht ja auch Unmengen von Strom, aber wer will auf diesen Dienst verzichten.
Edith Hohl, Allschwil 29.11.2017 22:54:26
Warum müssen Flugzeuge keine Treibstoffgebühren bezahlen? Wenn die Fliegerei teurer wäre gäbe es auch weniger CO2.
Urs Neu
Das ist eine politische Frage. Die Fliegerei hat auch ihre Lobby, genau gleich wie die Automobilindustrie. Immerhin wird die Fliegerei in der EU ins Emissionshandelssystem eingebunden.
Tobias Curda, Tuggen 29.11.2017 22:54:39
Das Thema Energie-effizienz und Stromsparen ist in aller Munde. Sollte für uns alle auch einleuchten! Aber wenn ich vom Stromverbrauch durch die Krypto-Währung höre, dann dreht es mir den Magen! Warum wird sowas zugelassen von der Wirtschaft????
Philippe Thalmann
Ich sehe das ein bisschen wie die Superyachten und -jets, die sich die Superreichen leisten und natürlich auch eine desaströse Ressourcenverschwendung darstellen. Wenn es ums grosse Geld geht, dann spielt der Energiepreis keine Rolle. Finden wir dies unvernünftig, dann funktioniert eigentlich nur noch Gebot und Verbot. Das ist aber nicht so leicht. Erstens müsste ein solches Verbot weltweit umgesetzt werden. Zudem könnte man argumentieren, Kryptowährungen hätten ihren Nutzen. Google verbraucht ja auch Unmengen von Strom, aber wer will auf diesen Dienst verzichten.
Hans-Peter Gschwend, Lachen SZ 29.11.2017 22:57:00
Sind die SP und Grünen nicht auf dem Holzweg, wenn Sie überall in den Städten die Tempolimiten 30 km/h oder sogar 30 km/h propagieren? Ich würde wenn schon lieber auf der Autobahn Tempo 100 km/h fahren.Das Anfahren und Schleichen benötigt doch mehr Treibstoff? Das Auto ist doch länger unterwegs!!!
Urs Neu
Langsamer fahren braucht erwiesenermasen weniger Treibstoff pro km, auch wenn man länger unterwegs ist. Je langsamer man fährt, desto stetiger. Man muss weniger bremsen und beschleunigen.
Hans Rudolf Meier, Wald ZH 29.11.2017 22:58:30
Müssen wir damit rechnen, dass die Alpen an der Schwelle zum 22. Jahrhundert etwa so aussehen, wie heute das Atlas-Gebirge in Nordafrika?
Martin Grosjean
Nein, das nicht. Es wird in sehr hohen Lagen in den Alpen nach wie vor kleine Gletscher geben, das Umland der Alpen wird keine Wüste sein. Die Zusammensetzung des Waldes wird sich aber ändern, aber es wird (ausser in exponierten Lagen wie zBsp im Wallis) nach wie vor geschlosenen Wald geben.
Gerda Bieber, Seuzach 29.11.2017 22:58:36
Wie sieht es denn mit Schifffahrten aus? Ist es klimaneutraler, mit Zug und Schiff nach Irland zu reisen anstatt mit dem Flugzeug?
Philippe Thalmann
Das können Sie mit RouteRank oder einen anderen Reiseplanungstool berechnen lassen. Z.B. https://swissplanner.ch/de
Martin Vollmeier, 6003 Luzern 29.11.2017 22:58:39
Wenn überhaupt Fleisch essen, welches dann, um möglichst wenig Klimabelastung zu verursachen?
Urs Neu
Geflügel und Schweinefleisch sind bezüglich Emissionen um ein Mehrfaches besser als Rindfleisch.
Roland Kolb, Herzogenbuchsee 29.11.2017 22:58:57
Was ist schlimmer für den Klimawandel? Oel oder Gas
Urs Neu
Oel.
rudolf hauser, zürich 29.11.2017 22:59:26
Eine Studie von Richard Alley (2000) schätzt, aufgrund von Grönland-Eisbohrkernen, vor 11500 Jahren eine Erwärmung von ca. 8°C in 40 Jahren. Dies ist deutlich schneller als die momentane Erderwärmung und würde bedeuten, dass der aktuelle Klimawandel sich innerhalb der natürlichen Schwankungen bewegt, oder etwa nicht?
Stefan Brönnimann
Ja, die Tempertauren in Grönland sind damals abrupt angestiegen (das waren nicht globle Tempertauren). Es gibt Kippeffekte im Klimasystem, und wir tun gut daran, das Klimasystem nicht in diese Richtung zu drängen. Ganz langfristig betrachtet bewegt sich aktuelle Klima im Bereich der natürlichen Schwankungen, aber der jetzt ablaufende Klimawandel ist durch den Menschen verursacht. Unsere Gesellschaften und Kulturen haben sich in den letzten paar Hundert Jahren zur heutigen Gesellschaft entwickelt - diese Zeitspanne ist diejenige, die für Vergleiche relevant ist.
Barbara Seiler, Mühlau 29.11.2017 23:02:14
Wie stark wären die Auswirkungen auf den Klimawandel, würden die ins Auge gefassten Einspahrungen in ganz Europa eingehalten werden, aber nicht in den USA, China und Russland? Hat das Ganze überhaupt „einen Sinn“ , ohne diese Länder?
Roland Stulz
China ist der grösste Produzent und Anwender von solar- und Windkraftanlagen. Allerding ist China auch Leader bei Kohlekraftwerken. Andererseits bestehen in China gigantische Projekt für nachhaltige Stadtentwicklung und ÖV-Infrastrukturen. Die Schweiz und die EU müssen sich technologisch weiterentwickeln, um mit Asien mithalten zu können.
Moderator
Der Chat ist beendet. Mehr Informationen und Inhalte zum nationalen Themenabend +3° finden Sie auf https://www.srf.ch/kultur/wissen/3
René Rätz, Willisau 29.11.2017 23:17:48
Würde bei einem grossen Vulkanausbruch wie im Moment beim Gunung Agung das Klima weltweit sich ändern? Köönte dann eine kleine Eiszeit entstehen?
Jörg Franke
Bei grossen Vulkanausbrüchen können Partikel bis in die Stratosphäre gelangen. Dort werden sie nicht so schnell mit dem Regen ausgewaschen und können sich um die gesamte Erde verteilen. Durch diese Partikel gelangt weniger Sonnenstrahlung an die Erdoberfläche und im Mittel über die gesamte Erde kommt es zu einer Abkühlung. Diese Abkühlung hält jedoch maximal wenige Jahre an. Für eine längerfristige deutliche Abkühlung müsste also alle paar Jahre ein extrem starker Vulkanausbruch passieren, was sehr unwahrscheinlich ist.