Moderator 25.01.2019 08:12:49
Guten morgen und herzlich willkommen! Die Experten geben ab 08:30 Uhr Auskunft. Herzlichen Dank für Ihre Geduld.
Moderator 25.01.2019 08:36:39
Sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer. Zur Zeit bestehen technische Probleme. Dafür möchten wir uns entschuldigen. Wir bitten um Verständnis. Der Moderator
Moderator 25.01.2019 08:46:38
Der Chat ist jetzt eröffnet. Die drei Experten stehen Ihnen ab sofort zur Verfügung. Bitte stellen Sie Ihre Frage so kurz wie möglich. Sie wird nach dem Chat auf srf.ch anonymisiert (Beispiel: „A. B. aus Z:“) veröffentlicht bleiben. Bitte haben sie auch Verständnis, dass nicht alle Fragen beantwortet werden können. Besten Dank.
P. Z. 25.01.2019 08:48:39
Guten Morgen. Meine Ölheizung ist ziemlich alt - irgendwann muss ich sie ersetzen. Was wäre besser, eine Erdsondenlösung, oder ein simpler Wärmetauscher - letzteres wäre ja bedeutend einfacher, oder?
Peter Richner
Wenn es der Untergrund erlaubt, d.h. Ihr Haus nicht in einer Grundwasserzone steht, würde ich eine Erdsonde favorisieren. Eine Wärmepumpe mit Erdsonde hat insbesondere bei tiefen Aussentemperaturen einen deutlich besseren Wirkungsgrad, als eine Luft-Wasser Wärmepumpe.
U. M. 25.01.2019 08:49:56
Thema Stromverbrauch: Eine Wärmepumpe benötigt doch mehr Strom als eine Ölheizung für die selbe Wärmeerzeugung. Wieviel höher ist der Stromverbrauch einer WP als bei einer Ölheizung bei gleicher Heizleistung? Bitte einmal ohne CO2 vergleich! Wie und wo wird der zusätzliche Strom produziert?
Christoph Schär
Eine Wärmepumpe, die die gleiche Heizleistung erbringt nimmt 2/3 der Energie aus der Umgebung (Luft/Wasser oder Erdreich) und einen Drittel aus zugeführter Energie in Form von Strom. Bei der Ölheizung ist der Strombedarf gering, da er nicht zur Wärmeerzeugung, sondern fast ausschliesslich zur Steuerung und für die Peripherie (Pumpen, Ventile etc.) gebraucht wird. Wo der Strom produziert wird, ist abhängig von der Auswahl Ihres Stromes. Viele Versorger haben heute einheimischen erneuerbaren Strom im Basisangebot. Das bedeutet, wenn Sie nichts unternehmen beziehen Sie in der Regel das Basisangebot (auf Ihrer Stromrechnung ersichtlich). Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, den Strom selber zu produzieren (Photovoltaik etc.).
M. H. 25.01.2019 08:51:11
Warum zahlt der Bund so wenig an eine Energiesanierung?
Adrian Grosenbacher
Für die finanzielle Förderung im Gebäudebereich sind die Kantone zuständig. Die Höhe der Beiträge wird immer auch an den sogenannten nicht-amortisierbaren Mehrkosten berechnet. Informationen erhalten Sie bei der zuständigen Energiefachstelle, Kontakt siehe https://www.endk.ch/de/kontakt/kantonale-energiefachstellen.
U. G. 25.01.2019 08:51:32
Ein wirklich grosses Problem ist bei einem Ausfall der Ölheizung die Baubewilligung, die für eine L/W WP nötig ist. Da die neuen L/W WP's nun viel leiser sind, ist da von der Politik etwas zu unternehmen bzw. zu vereinfachen! Viele Heizungen, auch Ölheizungen werden erst bei einem Ausfall ersetzt: Die Ölheizung meiner Eltern hat viel höhere Wartungskosten als meine L/W WP von 1990. Bisher habe ich für 2 Kontrollen meiner WP je 100.- in 29 Jahren ausgegeben. Heizkosten mit der WP ca. 500.-/Jahr..
Peter Richner
Wie Sie richtig sagen, sind die Luft-Wasser WP's heute deutlich leiser als früher. Insofern sollten auch die Baubewilligungen einfacher zu erhalten sein.
R. K. 25.01.2019 08:51:51
Macht es Sinn, eine Gasheizung mit einer Wärmepumpe zu ersetzen, wenn noch mit Radiatoren geheizt wird? Oder reicht die Leistung einer Wärmepumpe dazu nicht aus?
Christoph Schär
Der Betrieb einer Wärmepumpe ist heute auch mit Radiatoren möglich. Ich habe dies auch bei meinem eigenen Haus realisiert und es funktioniert bestens.
H. j. 25.01.2019 08:55:21
es wird immer die CO2 Belastung für die Produktion von elektrischer Energie in Frage gestellt. Wie sieht es diesbezüglich aus in Bezug auf die Produktion von fossilen Energien? Diese müssen ja auch aufbereitet/zubereitet werden. Ich weiß, dass der Verbrauch elektrischer Energie für die Zubereitung von Benzin sehr hoch ist. Und entsprechend auch in die Berechnung der CO2 Belastung einfließen müsste.
Adrian Grosenbacher
Die Vergleichsrechnungen oder Berechnungstools sollten dies immer bei jeder Energieform berücksichtigen, sonst werden Äpfel mit Birnen verglichen. Am korrektesten ist es, wenn die Umweltbelastungspunkte UBP benutzt werden. Darin sind alle Umweltbelastungen von der Energiegewinnung bis hin zur Entsorgung (z.B. radioaktive Abfälle) eingerechnet.
N. R. 25.01.2019 08:55:57
Wir haben eine 20-jährige Ölheizung. Es könnte also sein, dass diese bald den Geist aufgibt. Ich möchte danach eine Wärmepumpe einbauen lassen. Unser Haus ist bereits isoliert. Mit welchen Kosten muss ich rechnen?
Christoph Schär
Super, dass Sie sich bereits rechtzeitig um den Heizungsersatz kümmern! Die Kosten hängen von verschiedenen Faktoren ab: Wärmepumpensystem (Luft/Wasser, Erdsonde etc.). Dank der guten Isolation ist Ihr Wärmebedarf bereits optimiert, was möglicherweise eine kleinere Dimensionierung der Wärmepumpe ermöglicht. Ich empfehle Ihnen einen Gebäudetechniker zu rate zu ziehen und sich eine auf Ihr Objekt zugeschnittene Offerte erstellen zu lassen: https://www.suissetec.ch/de/gebaeudetechniker_finden.html
C. F. 25.01.2019 08:56:16
Wie sieht die Ökobilanz aus Holzheizung versus Wärmepumpe?
Peter Richner
Die Antwort auf diese Frage ist abhängig davon, wie der Strom erzeugt wird, mit der die Wärmepumpe betrieben wird. Je grösser der Anteil an nicht erneuerbarer Energie im Strom ist, umso schlechter fällt die Bilanz für die WP aus. Umgekehrt schlagen bei der Holzheizung die Feinstaubemissionen negativ zu Buche
R. B. 25.01.2019 08:59:53
Bis anhin wurde noch nicht darauf hingewiesen, dass die Umstellung auf eine Wärmepumpen-Heizung nebst geringeren Heizkosten den Verkehrswert einer Immobilie erhöht und eine Erdsonde bei einem allfälligen Neubau wieder verwendet werden kann.
Peter Richner
Da stimme ich Ihnen absolut bei. Eine Liegenschaft, die über eine Erdsonde verfügt, hat einen höheren Wert. Kommt dazu, dass die Sonden über eine sehr lange Lebensdauer verfügen. Mit der Sonde erschliessen Sie sich ein eigenes Energiereservoir, dass Ihnen für die Wärmeproduktion zur Verfügung steht.
A. G. 25.01.2019 09:01:55
Thema Erdsonde: Ist es korrekt, dass bei Ersatz der Sonde nach ein paar Jahrzehnten die Bohrung selber nicht erneuert werden muss und damit die Investition dazu deutlich tiefer sein sollte - womit mit der Bohrung indirekt der Wert der Liegenschaft erhöht wird (im Gegensatz zu einer Luftwärmepumpe)? Auch für ältere Besitzer würde dies eine sinnvolle Invesition sein, da der mögliche Verkaufswert bleibend erhöht wird.
Christoph Schär
Ob die pauschal gesagt werden kann, bin ich mir nicht sicher. Es ist aber möglich, eine allfällig neue Sonde in das bestehende Rohr einzuführen, was allerdings die Dimension geringfügig reduziert. Ich empfehle Ihnen diese Frage bei der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz (FWS) noch detailliert zu klären: https://www.fws.ch/
S. L. 25.01.2019 09:02:40
Warmwasseraufbereitung bei Umrüstung von Elektrospeicherheizung mit integriertem Boiler zu Sole-WP: Was macht hinsichtlich Energieverbrauch und Anschaffungskosten mehr Sinn: a) Kombispeicher, der Brauchwasser nach Bedarf erwärmt, b) Boiler + sep. Pufferspeicher für Heizung?
Adrian Grosenbacher
Leider kann dies als "Ferndiagnose" nicht entschieden werden, das wäre unseriös. Was Ihnen helfen kann, ist die Unterstützung eines unabhängigen Energieberaters oder eines GEAK-Experten. Diese Fachpersonen können ganz konkret auf das Gebäude, die Technik und Ihre Bedürfnisse eingehen und eine korrekte Empfehlung abgeben. GEAK-Expertinnen und Experten finden Sie unter www.geak.ch.
P. F. 25.01.2019 09:04:45
Im Altersheim haben wir eine Holzschnitzelheizung. Neu müssen wir nun für diese einen Elektrofilter und einen Tank (Pufferspeicher) (9000l) neu beschaffen. Da wir kein Platz im Haus haben, muss der Tank aufwendig im Garten vergraben werden. Empfehlen sie Alternativen zur Holzschnitzelheizung zu prüfen (Erdsonden) oder die aufwendigen Umbauten vorzunehmen.
Peter Richner
Alternativen zu prüfen macht immer Sinn. Ich gehe davon aus, dass Sie wahrscheinlich mehr als eine Sonde brauchen werden und damit entstehen auch einige Investitionskosten. Ein Vorteil der Erdsondenlösung könnte die Kühlmöglichkeit im Sommer sein. Im Free-Cooling-Betrieb wird das Wasser nur zirkuliert (Wasser wärmt sich im Gebäude auf und wird in der Erdsonde abgekühlt), man braucht also wenig Energie und regeniert zudem noch die Sonde. Ich könnte mir vorstellen, dass das in einem Altersheim sehr attraktiv wäre, weil ältere Menschen tendenziell die Hitze schlechter vertragen.
S. L. 25.01.2019 09:08:14
Wir planen den Ersatz der Elektrospeicherheizung durch eine Erdsonden-WP. Verschiedene Anbieter offerieren verschiedene Vorgehensweisen und Einzelbestandteile. Auf welche Punkte/Fragestellungen ist als Laie besonderes Augenmerk zu legen? Wie erkenne ich fachmännische Projekte? Wo gibt es besonders heikle Punkte in einem solchen "Projekt"?
Christoph Schär
Aus meinem eigenen Projekt kann ich Ihnen ein Augenmerk auf folgende Punkte empfehlen: Nicht zu knappe Dimension der Erdsonde (min. 40mm), definierte Schnittstelle zwischen Bohrfirma und Heizungsinstallateur (z.B. Kugelhahn beim Sondeneintritt), klare Koordination der beteiligten Firmen (wer, wann, was), Anlageübergabe mit Abnahmeprotokoll. Zusätzlich ist die Frage nach der Stromqualität zu klären (vorzugsweise erneuerbarer Strom aus der Schweiz oder Eigenproduktion mit Photovoltaik). Eine Liste mit Gebäudetechnik-Fachleuten finden Sie unter: https://www.suissetec.ch/de/gebaeudetechniker_finden.html
M. H. 25.01.2019 09:08:27
Wieso gibt es gerade für grössere Liegenschaften so wenig Wärme/Kraft-Kopplungssysteme?
Peter Richner
Gute Frage ... Vorteile sind offensichtliche: guter Gesamtwirkungsgrad, im Winter kann ich Wärme und Strom miteinander produzieren, beide sind Mangelware im Winter. Im Sommer ist es wenig attraktiv, weil ich die Wärme nicht nutzen kann.Hauptnachteil ist der fossile Energieträger (Gas oder Oel), der zum Einsatz kommt. Falls man aber mit Biogas arbeitet, sieht die Bilanz sofort viel besser aus.
C. L. 25.01.2019 09:09:23
Warum wird nicht die Kraftwärmekopplung mit Gas-,Diesel- oder Benzinmotoren im Zusammenhang mit Wärmepumpen oder Stromerzeugung für Wärmepumpen oder für das Laden eines Elektroautos geprüft? Vor allem im Winter wäre das doch eine sinnvolle Lösung, wenn Solaranlagen weniger leisten. Zudem ergibt es eine geringere Netzbelastung.
Peter Richner
siehe Antwort zu vorheriger Frage
C. J. 25.01.2019 09:12:18
Wie gut muss eine Gebäude Dämmung für eine Wärmepumpe sein? Reichen ca 10 cm? Was muss bei Wärmepumpen mit Radiatoren beachtet werden? Danke!
Christoph Schär
Gerne gebe ich Ihnen die Erfahrungen aus meinem eigenen Projekt weiter: An meinem Haus sind die Fenster und das Dach neu mit Isolation auf Minergie-Standard. Die Fassade stammt aus dem Jahre 1976 und besteht aus einem Doppelschalen-Mauerwerk mit einer Isolation unter 10cm. Die Wärmeabgabe erfolgt über Radiatoren. Meine Oelheizung habe ich durch eine Erdsonden-Wärmepumpe ersetzt. Ebenso wird das Warmwasser mit diesem System erzeugt. Wir haben das System auf 21° eingestellt und erreichen diese Raumtemperatur problemlos.
J. G. 25.01.2019 09:13:14
Habe ein älteres Haus mit Radiatorenheizung. Gemäss Wärmebilder genügend isoliert. Um die Räume zu wärmen, benötige ich in der kalten Jahreszeit eine Vorlauftemperatur von mind. 70 Grad. Welches Heizsystem ausser Oel oder Gas können sie mir empfehlen?
Peter Richner
Bei diesen sehr hohen Vorlauftemperaturen macht nur eine Verbrennungslösung Sinn. Als Alternative käme also nur eine Holzheizung in Frage. Falls Ihr Gebäude wirklich gut isoliert ist und Sie demzufolge einen vergleichsweise kleinen Wärmebedarf haben, stellt sich aber die Frage, ob Sie wirklich so hohe Vorlauftemperaturen brauchen und ob Sie nicht sogar auf eine Flächenheizung mit tiefen Vorlauftemperaturen wechseln könnten. Dann wären WP's ein Thema.
F. K. 25.01.2019 09:14:05
Wir wohnen ein einer 50-jährigen Überbauung mit Terrassen- und Reihenhäuser, die momentan zentral mit Gas geheizt wird (auch Brauchwarmwasser). Weil das Verteilnetz in den letzten Jahren Lecks oder Verstopfungen aufwies, planen wir (48 Beteiligte) den Ersatz mit dezentralen Wärmepumpen (meist Luft-Wasser-WP). Wie steht es mit der Lärmbelastung, wenn Dutzende WP auf relativ engem Raum in Betrieb sind (Interfenzen?). Gibt es allenfalls eine Überbauung mit mehr als 10 WP, wo man das hören kann?
Adrian Grosenbacher
Die Geräusche von neuen Luft-Wasser-Wärmepumpen sind im Vergleich zu älteren Modellen schon kleiner geworden. Es lohnt sich, diesen Punkt bei der Planung gut zu beachten. Im Wärmepumen-System-Modul ist dies berücksichtigt. Ich vermute, dass es solche Überbauungen gibt, ich kann Ihnen aber keine Adresse nennen. Es ist in Ihrem Fall sicher sehr ratsam, eine Fachperson z.B. aus der Energieberatung oder Planung einzubeziehen, damit alle verfügbaren Möglichkeiten geprüft und verglichen werden. Aus Sicht der Effizienz wäre eine zentrale Anlage mit Erdsonden-Wärmepumpe mit einem neuen Verteilnetz vermutlich sehr gut geeignet.
D. S. 25.01.2019 09:16:55
Wir haben eine Infrarotheizung und damit kein Wassergeführtes Wärmeverteilsystem im Haus. Wir würden die Heizung gerne durch eine Wärmepumpe ersetzen, jedoch sind nach erster Einschätzung die Kosten für das Wärmeverteilsystem, welches nachträglich Installiert werden müsste derart hoch dass sich das nicht lohnt. Gibt es da andere Möglichkeiten?
Christoph Schär
Ich teile Ihre Einschätzung, dass die Kosten für ein nachträglich einzubauendes Wärmeverteilsystem hoch sein werden (Leitungsführung, Bodenheizungsleitung etc). Eine Möglichkeit wäre aus meiner Sicht, möglichst viel Ihres Strombedarfs vor Ort selber zu produzieren und zu verbrauchen (PV-Anlage mit Batteriespeicher). Den fehlenden Anteil können Sie aus einheimischer erneuerbarer Energie beziehen (z.B. Wasser- oder Solarenergie von Ihrem Anbieter).
D. S. 25.01.2019 09:19:43
Wir haben eine Wohnung in Davos in einer grössern Überbauung. Die Ölheizung ist am Ende der Lebensdauer und es stellt sich die Frag was für alternativen es gibt? Wärmepumen mit Erdsonde sind leider am Standort nicht erlaubt und Luft Wasser WP machen bei 1600 müm ebenfalls keinen Sinn.
Peter Richner
In der Tat ist eine Luft-Wasser WP in Ihrer Situation keine Lösung. Eventuell können Sie eine Grundwasser WP installieren. Dazu müssen Sie aber erst die Bewilligungsfähigkeit abklären. Sinnvoll könnte ein Wärmeverbund sein, bei dem man z.B. zentral mit Biomasse Wärme bereitstellt und über ein lokales Netz verteilt.
D. G. 25.01.2019 09:21:44
Guten Tag, ich bin sehr verunsichert in der Frage einer Heizungssanierung (Oel) im Zusammenhang mit Radiatoren. Geht das wirklich mit einer Luft/Wärmepumpe oder heize ich den halben Winter über den Stromzähler? Besten Dank, mfG Daniel Graf
Christoph Schär
Bei einer Luft-Wärmepumpe ist die Regel 2/3 Umgebungswärme und 1/3 elektrische Energie. Bei sehr kalten Aussentemperaturen verschiebt sich dieses Verhältnis zu mehr elektrischer Energie, wie Sie richtig bemerken. Dafür ist im Sommer die Warmwasser-Herstellung mit diesem System sehr effizient, was die Gesamtbilanz deutlich verbessert. Meine Photovoltaikanlage liefert auch im Winter gute Erträge, das wäre eine weitere Möglichkeit, um die Bilanz zu verbessern.
P. K. 25.01.2019 09:22:07
Bei Wärmepumpen in höheren Lagen (ab 1000 m) vereist die Luftzufuhr oft. Gibt es hier Abhilfe? Experten rätseln darüber.
Peter Richner
Wie oben schon erwähnt, ist in dieser Höhe eine Luft-Wärme WP nicht ideal. Es gibt das von Ihnen beschriebene Vereisungsproblem, in diesem Fall muss die WP intervallmässig die Tauscherflächen abtauen, was natürlich Energie kostet. Zudem ist der Wirkungsgrad bei sehr tiefen Temperaturen schlecht.
M. B. 25.01.2019 09:29:19
Unser Haus ist gut isoliert, neue Fenster, Fassade. Weshalb sollte ich die Elektrobodenheizung ersetzen, wenn man gleichzeitig Elektroautos propagiert werden ?
Peter Richner
Strom hat als Energieträger eine sehr hohe Wertigkeit. Man kann damit unglaublich viele Dinge tun: Radio hören, kochen oder sogar ein Auto antreiben. Zudem kann man mit einer Wärmepumpe aus einer Einheit Strom drei und mehr Einheiten Wärme erzeugen. Die so gewonnene Wärme stammt aus der Umgebung. Mit dieser Umgebungsenergie können Sie aber kein Radio betreiben oder autofahren. Deshalb macht es Sinn, das Maximum an Nutzen aus dem Strom zu holen. Wenn Sie mit Strom direkt heizen, vergeben Sie sich quasi zwei Drittel des energetischen Potentials, was nicht sehr effizient ist.
M. B. 25.01.2019 09:30:53
wir heizen mit einer Elektrobodenheizung. Das Haus ist gut isoliert. Neue Fenster, Fassade etc. Frage: Weshalb sollte ich die elektroheizung ersetzen, wenn man gleichzeitig Elektroautos progagiert. Die Heizung ist wartungsfrei, kostengünstig und sehr effizient. ??? Danke
Adrian Grosenbacher
Die elektrische Energie besitzt die höchste Wertigkeit, diese Energieform kann für alle Anwendungen entweder direkt eingesetzt oder umgewandelt werden. Für die Gebäudeheizung und Warmwassererwärmung sollten Energieformen genutzt werden, die eine tiefere Wertigkeit aufweisen. Oder wenn elektrisch, dann nur mit einer Wärmepumpe, wo für 100% Wärme nur ca ein Viertel Strom benötigt wird - bei künftigen neuen Modellen noch weniger. Elektroheizungen sind zudem in den meisten Kantonen verboten. Informationen zur konkreten Vorschrift in Ihrem Kanton erhalten Sie bei der zuständigen kantonalen Energiefachstelle, die Adresse finden Sie unter https://www.endk.ch/de/kontakt/kantonale-energiefachstellen.
H. B. 25.01.2019 09:32:10
Habe die Möglichkeit mein 80 Jahre altes EFH in ca. 1 Jahr an das Fernwärmenetz anzuschliessen. Ist dies in jedem Fall einer Wärmepumpenlösung vorzuziehen?
Peter Richner
Kommt drauf an, wie die Fernwärme erzeugt wird. Falls die Erzeugung aus erneuerbarer Produktion stammt, ist das eine sehr gute Lösung. Zudem haben Sie im Haus nur eine minimale Installation. Wichtig in Ihrem Fall ist so oder so die Frage nach der Vorlauftemperatur. Je tiefer umso besser, allenfalls können Sie diese durch zusätzliche Wärmedämmung noch verbessern. Kostenseitig müssen Sie das selber abklären, in dem Sie Offerten vergleichen.
B. W. 25.01.2019 09:33:15
Ich habe ein Ferienhaus (2 kleine Wohnungen) im Wallis (Aletschgebiet, 2000m), dass mit einer Oelheizung für Wärme und Wasser sorgt. Welche Varianten habe ich für die Zukunft. Die Nutzung ist nur ca. 100 Tage, normal wird auf 8 Grad gesenkt. Das Haus hat eine uralte Lerchenholzfassade (von 1750).
Christoph Schär
Gerade in höheren Lagen ist die Sonnenenergie oft eine echte Alternative, das es deutlich mehr Sonnentage und eine stärkere Einstrahlung gibt (weniger Nebel etc.). Schauen Sie sich doch einmal Röhrenkollektoren zur Herstellung von Wärme als Alternative an, z.B. in Kombination mit einem Holzofen, den Sie bei Anwesenheit als Ergänzung nutzen könnten.
Moderator 25.01.2019 09:34:31
Sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer. Der Chat ist beendet. Wir danken Ihnen für das Interesse und bitten um Verständnis, wenn ihre Frage nicht berücksichtigt wurde. Für den verspäteten Beginn wegen der technischen Probleme möchten wir uns entschuldigen. «Espresso» wünscht Ihnen einen schönen Tag. Auf Wiedersehen. Ihr Moderator Philip Kempf
H. R. 25.01.2019 09:40:46
Ich habe eine WP in eine bestehende Anlage eingebaut und muss leider feststellen, dass die Lieferanten von Wärmepumpen nicht sehr seriös arbeiten und auch bei den Einstellungen sehr schlecht arbeiten! Und das alles bemerken nur Kunden mit Fachkenntnisse!
Adrian Grosenbacher
Schade! Die Branche macht sich damit keinen Gefallen. Wir empfehlen bei allen Projekten jeweils das Wärmepumpen-System-Modul einzusetzen. Dies bringt bis und mit Einstellungen eine hohe Qualitätssicherung. Evt. können Sie bei der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz FWS Unterstützung für die Einstellungen und den energieeffizienten Betrieb der Anlage erhalten: www.fws.ch.
J. B. 25.01.2019 09:48:02
Guten Tag. Was halten Sie von sogenannten Eisspeicherheizungen? Wann macht dieses System Sinn?. Wie sieht dies kostenmässig im Vergleich zu anderen Systemen aus?
Adrian Grosenbacher
Mit Eisspeicherheizungen wurden technisch und von der Effizienzbetrachtung her gute Erfahrungen gemacht. Vermutlich macht aufgrund des baulichen Aufwands und der Kosten ein solches System eher bei grösseren Anlagen Sinn. Ein korrekter Kostenvergleich muss immer auf das konkrete Objekt massgeschneidert werden. Daher empfehlen wir Ihnen, einen erfahrenen Energieplaner beizuziehen.