Moderator 06.10.2017 08:20:34
Guten morgen geehrte Zuschauerin, geehrter Zuschauer. Heute findet hier von 08:30 bis 09:30 ein Live-Chat mit zwei Experten zum Thema «DAB+» statt. Stellen können Sie Ihre Frage schon jetzt. Herzlichen Dank für ihre Geduld.
Moderator 06.10.2017 08:27:07
Der Chat ist jetzt eröffnet. Die zwei Experten stehen Ihnen ab sofort zur Verfügung. Bitte stellen Sie Ihre Frage so kurz wie möglich. Sie wird nach dem Chat auf srf.ch anonymisiert (Beispiel: „A. B. aus Z.“) veröffentlicht bleiben. Bitte haben sie auch Verständnis, dass nicht alle Fragen beantwortet werden können. Besten Dank.
R. G. 06.10.2017 08:28:46
Wann werden die Autobahntunnels für DAB+ bereit sein?
Thomas Schnorf
Grüezi. Für den Ausbau der Tunnel ist das ASTRA (Bundesamt für Strassen) zuständig. In einer Medienmitteilung im April 2016 hat es bekannt gegeben, rund 200 Nationalstrassentunnel bis Ende 2018 mit DAB+ auszurüsten. Auf https://www.broadcast.ch/de/radio/dab/#empfang-im-strassentunnel finden Sie jeweils den aktuellen Stand des Ausbaus.
L. Z. 06.10.2017 08:29:27
Was ist der Unterschied UKW und DAB+. Kann man z. B. DAB+ nur noch über's Internet hören?
Thomas Schnorf
DAB+ und UKW werden beide terrestrisch übertragen, also über die Luft. Für DAB+ Empfang braucht es kein Internetzugang, jedoch ein DAB+ fähiges Radio.
R. G. 06.10.2017 08:34:08
Sehr geehrte Herren. Wie sieht der Empfang im Auto nach der Umstellung aus? Muss das alte Radio ausgebaut werden und ein DAB+ fähiges Radio eingebaut werden?
René Wehrlin
Es gibt eine Vielzahl an sehr günstigen und auch sehr teuren Einbau- und Adapterlösungen; das ist in erster Linie abhängig vom Fahrzeug, das Sie umrüsten wollen. Die Garage Ihres Vertrauens wird Sie aber mit Sicherheit über die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten informieren. Einen Ratschlag kann ich Ihnen jedoch geben: Sorgen Sie bei der Neuanschaffung eines Autos dafür, dass DAB+ standardmässig eingebaut ist, bzw. gönnen Sie sich den Aufpreis für den Einbau; er ist billiger als ein nachträglicher Einbau und er steigert den Wert Ihres Fahrzeuges.
M. T. 06.10.2017 08:35:21
Grüezi, ich bin im Auto viel unterwegs und empfange fast zu 100% DAB Sender. Was aber ausgesprochen nervig ist, ist der Empfangsunterbruch in bestimmten Funklöchern (allenthalben!) und in Tunnels. Es wird für viel Geld eine Umstellung propagiert und für zig Millionen Autobahntunnels gebaut, aber so etwas banales, wie Repeater baut man anscheinend nicht konsequent ein. Spricht das BAKOM nicht mit dem Astra?
René Wehrlin
Kein Radioempfang im Tunnel ist ärgerlich. Dass das DAB+-Signal in einzelnen Tunnels immer noch fehlt, dürfte jedoch in naher Zukunft kein Thema mehr sein: Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat sich des Problems angenommen und wird die Nationalstrassen-Tunnels mit über 300 Metern Länge mit DAB+-Sendeanlagen ausrüsten. Das Ausbauprogramm soll bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Ausgenommen davon sind Tunnels, bei denen in den nächsten Jahren grössere Unterhaltsarbeiten anstehen. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren, und bereits heute sind alle neuen oder kürzlich sanierten Tunnels mit DAB -Sendeanlagen bestückt, so z.B. der Gotthardtunnel, die Umfahrungen von St. Gallen und Schaffhausen, und in den nächsten Wochen folgen auch jene von Zürich oder Biel/Bienne.Für das Projekt, das vorab aufgrund von Sicherheitsüberlegungen gestartet wurde, wird der Bund rund 30 Millionen Franken ausgeben.
A. M. 06.10.2017 08:35:37
Im Auto ist ein UKW-Radio fest vom Autohersteller verbaut. Also kein Norm-Radio wie früher, welches ausgebaut/gewechselt werden konnte. Ab 2024 ist UKW tot. Also auch kein Empfang im Auto. Was gibt es für Alternativen für fest eingebaute Geräte? DAB+-Adapter via USB? Anderes?
Thomas Schnorf
Auch für fest verbaute UKW-Radios gibt es diverse Nachrüstlösungen in verschiedenen Preisklassen. Günstige Nachrüstlösungen bestehen aus einem einfachen DAB+-Adapter, der dann das Signal via Aux-In oder auch USB ans Radio übermittelt. Diese kann man in der Regel selbst einbauen. Aufwändigere Nachrüstlösungen können von Experten so eingebaut werden, dass man das Radio auch am Lenkrad bedienen kann und keine Kabel sieht. Am besten erkundigen Sie sich bei Ihrem Garagisten nach den verfügbaren Lösungen.
P. U. . 06.10.2017 08:39:15
Sehr geehrte Herren, meine Fragen: Wir das DAB+ auch auf die Kabelnetze übertragen in unserem Fall EBL? Bei den Autos sehe ich in letzter Zeit wieder die unschönen von Waschanlagen nicht beliebten Dachantennen sind diese zwingend notwendig?
René Wehrlin
DAB+ kann in Kabelnetzen übertragen werden; allerdings werden dafür besondere Geräte benötigt, die heute im Markt nicht erhältlich sind. Wer sein Radioprogramm über Kabel empfängt, fährt fast besser, das Signal vom TV-Gerät auf eine Stereoanlage, eine Soundbar oder ein Multiroomgerät umzuleiten.
A. K. . 06.10.2017 08:40:25
Weshalb gibt es keine Handys mit DAB+? Chips gibt es ja, die Handys wären vorbereitet?
Thomas Schnorf
Das ist eine gute Frage! Einzig der Hersteller LG hat ein Modell mit DAB+ auf den Markt gebracht. Im Regelfall orientieren sich die Handyhersteller jedoch an IP/Internet-basierten Radio-Lösungen.
B. W. 06.10.2017 08:42:22
Gibt es bei DAB+ auch einen Datenkanal (für Programminformation oder Werbung zum Beispiel)? Vielen Dank.
René Wehrlin
DA DAB+ eine digitale Technologie ist, lassen sich sämtliche Informationen, also Ton, Text, Bild und Videos verbreiten. Effektiv sind in einem DAB+-Kanal auch Kapazitäten für Daten reserviert. Noch sind die Möglichkeiten von DAB+ in der Schweiz aber keineswegs ausgereizt: Kurz: es ist alles möglich.
M. M. 06.10.2017 08:45:58
lohnt es sich heute noch ein mp3 player mit radio funktion zu kaufen ohne dab + ?und werden die grossen hersteller ipod und sony walkman die dab + radio empfang in den nächsten modellen integrieren ? ist schon bekannt wan die grossen hersteller die neuen mp3 player mit dab + funktion auf den markt bringen ?vielen dank
Thomas Schnorf
Ob bereits MP3 Player mit DAB auf dem Markt sind, kann ich leider nicht beantworten. Es gibt jedoch eine gute Auswahl an portablen DAB Radios. Möglicherweise haben einige auch eine MP3 Funktion.
T. S. 06.10.2017 08:47:17
Ist bis 2024 bereits mit einem neuen DAB Standard, z.B. DAB ++ zu rechnen?
Thomas Schnorf
Nein, es wird kein weiterer DAB-Standard eingeführt. Mit einem DAb+ Gerät sind Sie also gut für die Radiozukunft gerüstet.
R. B. 06.10.2017 08:50:15
Ich bin überzeugt, dass die aktuelle DAB+ Tonqualität schlechter ist als das heutige UKW. Dies ist vermutlich der schmalen Bandbreite bei DAB+ geschuldet. Technisch ist eine bessere Tonqualität möglich. Können Sie meinen subjektiven Eindruck bestätigen? Viele meiner Freunde hören auch lieber UKW als DAB+. Am besten ist Streaming übers Internet. Hier ist die Bandbreite deutlich höher. Unter diesen Umständen ist DAB+ ein Rückschritt. Vielen Dank für eine Antwort
René Wehrlin
Bezüglich der Tonqualität ist entscheidend, was mit was verglichen wird: UKW auf einer HiFi-Stereoanlage mag voller und dynamischer klingen, ebenso wie eine Schallplatte möglicherweise toller tönt als eine CD. Vergleicht man hingegen die normale Empfangssituation, tönt DAB+ rasch besser als UKW, weil das Signal entweder vollständig oder gar nicht zu hören ist. UKW wird jedoch häufig beeinträchtigt von Interferenzen, was zu Rauschen oder Lautstärkenabfall führt. Zur Bandbreite bzw. Datenkapazität für ein Programm: Dies ist eine Abwägung zwischen Quantität und Qualität.Wenn mehr Programme gleichzeitig, aber mit einer geringeren Qualität verbreitet werden, kostet das einzelne Programm weniger. Und da Radio in der Regel auf kleinen (Küchen-)Radios gehört wird oder im Verkehr mit Umgebungslärm, hat die effektive Tonqualität nicht erste Priorität.
Moderator 06.10.2017 08:53:02
Es sind zur Zeit sehr viele Teilnehmer im Chat. Bitte haben Sie Verständnis, wenn nur eine beschränkte Anzahl von Fragen beantwortet werden kann.
F. C. .. . 06.10.2017 08:53:18
Kurz zusammengefasst: Es wird dem Konsumenten etwas völlig unausgegorenes mit komplett fehlenden Rahmenbedingungen aufgezwungen. Die Unterhaltungselektronikindustrie wird sich freuen, sonst niemand. Abgesehen davon sollte es ja DAB- heissen (halbe Bandbreite von DAB+). Was nützt das + wenn zuhause nicht alle Sender ankommen? Bei uns ist zum Beispiel SRF3 stumm.
Thomas Schnorf
Es tut mir leid, dass Sie schlechte Erfahrungen mit DAB+ machen mussten. Bezüglich Bandbreite: DAB+ arbeitet gegenüber DAB mit einem deutlich effizienteren Codec, der mit geringerer Datenrate ein besseren Klang ermöglicht. Wenn Sie SRF3 nicht empfangen, andere DAB+ Programme der SRG jedoch schon, empfehle ich folgendes: Führen Sie ein Factory-Reset an Ihrem Gerät durch. Dabei setzen Sie ihr Gerät auf die Werkseinstellungen zurück. Danach liest das Gerät die Programme neu in den Speicher ein. Oftmals können Empfangsprobleme so behoben werden. Sollte dies nicht helfen, melden Sie sich doch unter dabplus@srgssr.ch. Dann können wir weitere Abklärungen treffen.
E. P. 06.10.2017 08:55:55
Das ist doch ein absoluter Rückschritt, wenn man wieder zusätzliche Antennen montieren muss. Lächerlich.
René Wehrlin
Ich nehme das Beispiel SRG: Die SRG hat heute rund 800 UKW-Antennen in Betrieb. Nach Abschaltung von UKW werden noch rund 300 bis 400 Antennen in Betrieb sein. Das bedeutet: Weniger Energieverbrauch, tiefere Strahlungswerte, tiefere Kosten und: doppelt soviele Programme. Ähnlich ist die Situation bei den Privaten Radiostationen: auch sie werden Kosten einsparen, gleichzeitig können sie Ihr Verbreitungsgebiet wesentlich vergrössern: schon heute können Sie ein Ostschweizer Programm auch in Biel empfangen. Das ist mit UKW nicht möglich. Und der Nutzen für den Hörer, die Hörerin: eine wesentlich grössere Auswahl an Programmen, also mehr Vielfalt.
J. W. 06.10.2017 08:56:55
Guten Tag, bei Geräten mit UKW und DAB+ hat es eine lange Ausziehantenne, muss diese für DAB+ auch ausgezogen sein ? Ich sehe keinen Unterschied in der Signalstärkeanzeige ?
René Wehrlin
Ja, auf jeden Fall!
M. K. . 06.10.2017 08:57:36
Natürlich können Sie nicht auf Fragen betr. fehlendem Empfang in einer bestimmten Ortschaft eingehen. Weil es zu viele solcher Ortschaften gibt! Trotzdem eine Frage: Warum pushen sie das DAB+ derart, obwohl deren Empfang an unzähLigen Orten noch absolut miserabel ist? Manche Leute kaufen einen DAB+-Empfänger, Zuhause angekommen stellen sie fest, dass wenig bis gar nix geht. Sorry für den Ausdruck, aber so "verarschen" sie manche Hörer.
Thomas Schnorf
Grüezi. Wie von Herr Wehrlin erwähnt bauen die SRG und weitere Netzbetreiber das DAB Netz im Moment massiv aus. Gerne schauen wir uns die Empfangssituation bei Ihnen genauer an. Melden Sie sich doch bitte bei dabplus@srgssr.ch.
R. U. . 06.10.2017 08:57:55
Ich höre Radio mit meinem IPod. Gibt es DAB+-Radio in kleinem Taschenformat?
René Wehrlin
Ja, es gibt eine gute Auswahl an DAB -Radios im Taschenformat. Der Fachhandel weiss Bescheid.
D. L. 06.10.2017 09:00:23
Ich besitze seit etwa 3 Jahren eine Mini-Hifi-Anlage von Sony mit DAB+ Empfang. Bereits im letzten November habe ich mittels Suchlauf die DAB-Sender eingestellt. Leider kann ich ausgerechnet die Sender SRF1 und SRF3 nicht empfangen. Hingegen erhalte ich etwa 30 bis 40 Lokalsender (wie z.B. Radio Basilisk).Meine Töchter, welche im selben Haushalt leben, haben mit ihren Geräten keine Probleme. Woran liegt das? Danke für Ihre Antwort.
Thomas Schnorf
Bitte versuchen Sie, Ihr Radio auf die Werkseinstellungen (Factory-Reset) zurückzusetzen. Danach sollten die Programme wieder verfügbar sein.
M. T. 06.10.2017 09:01:00
Ist die Abdeckung mit jener der Übertragung via UKW vergleichbar oder gibt es grössere Funklöcher, in Alpentälern zum Beispiel oder entlang der grossen Verkehrsachsen?
René Wehrlin
Die Schweiz hat heute schon die weltweit beste DAB+-Abdeckung. Zwar gibt es immer noch Funklöcher; aber DAB+ hat den grossen Vorteil, dass sich die von verschiedenen Sendern kommenden Signale nicht gegenseitig stören wie bei UKW sondern verstärken. Zudem können Signalreflexionen z.B. von den Berghängen, zu einer weiteren Verstärkung führen. Sind die Netze also einmal voll ausgebaut, wird der Empfang auch in Randgebieten sicherer sein als mit UKW.
E. M. 06.10.2017 09:02:50
Kann ich mit DAB+ "multiroom" machen? Laufen meine DAB+ Geräte synchron in mehreren Räumen?
Thomas Schnorf
Grundsätzlich ist DAB nicht auf Multiroom ausgelegt. Bei baugleichen Modellen erfolgt die Wiedergabe in der Regel synchron. Da die Hersteller jedoch verschiedene Chipsätze in den Geräten verwenden, werden zwei unterschiedliche Modelle von verschiedenen Hersteller mit grosser Sicherheit nicht synchron sein.
a. g. 06.10.2017 09:02:57
Guten Tag oder besser gute Nacht wie funktioniert die UKW77 Not Versorgung ? Stimme die durch den Beton geht?? Keine Chance im Luftschutzkeller !!!! Wie kann ich den Südwestfunk weiter empfangen?? Oder oe3 funktioniert nicht mehr in der Schweiz nur noch zensuriertes aus Bern
René Wehrlin
Zu den Auslandprogrammen: Für den DAB -Empfang gilt, was bei UKW schon bisher der Fall ist: Es sind lediglich die Programme der jeweiligen Länder empfangbar, in denen sie produziert werden; Programme aus anderen Ländern sind jeweils nur in Grenznähe erhältlich. Der Grund liegt wie bei UKW darin, dass die DAB -Sendernetze nur eine beschränkte Reichweite haben, die zudem gemäss internationalen Vereinbarungen nicht über die Landesgrenzen hinausstrahlen dürfen. Es handelt sich somit nicht um eine Zensur. Ausländische Programme können Sie wie bisher über das Kabel- oder TV-Netz, Satellit oder Internet beziehen. So gibt es mittlerweile dafür sehr geeignete DAB /Internet-Kombigeräte, mit denen Sie die in Ihrer Region verfügbaren DAB -Programme und, z.B. via WiFi, Radioprogramme aus der ganzen Welt geniessen können.
F. S. 06.10.2017 09:05:40
Guten TagIst es richtig, dass Deutschland im Moment nicht auf DAB+ wechselt?
René Wehrlin
Deutschland hat zwar eine sehr gute DAB+-Versorgung, ein Umstieg ist aber noch nicht bekannt gegeben worden. DAB- bzw. DAB+-Signale finden sich praktisch in ganz Europa, Tendenz zunehmend. Führend sind die Schweiz, Grossbritannien, Norwegen und Dänemark. Norwegen wird bis Ende 2017 alle UKW-Sender abschalten. Sehr gut vertreten sind neben Deutschland auch Italien, Belgien und die Niederlande, aber auch Australien. Im Aufbau sind – mehr oder weniger intensiv – DAB+-Netze in den meisten übrigen europäischen Ländern.
H. G. . 06.10.2017 09:09:16
Viel mehr Sender, die man aber nicht braucht. Man hat ja seine Sender. Aber wie ist es dann im Ausland ? Wo kann man mit einem DAB+-Autoradio dann noch in DE oder FR die UKW-Sender empfangen ? Danke für Ihre Aufmerlsamkeit.
René Wehrlin
Zum Ausland, siehe weiter oben: mit dem Auto können Sie heute vom Nordkapp mit einem Abstecher nach Grossbritannien über Holland, Deutschland, durch die Schweiz bis nach Süditalien fahren - und immer DAB+ hören.
B. F. . 06.10.2017 09:11:27
Guten Tag, wir verwenden DAB+ sehr fleissig und meist ist es besser als UKW. Es gibt aber Orte wo UKW besser ist, z.B. im Keller, Bad, Altersheim der Schwiegermutter. Ich weiche dann auf iPad, WLAN, 4G etc aus. Ich denke DAB+ wird wahrscheinlich sehr schnell durch Web Radio überholt, weil hier der Netzausbau durch die reale Nachfrage getrieben wird. Gruss Beat Frick
Thomas Schnorf
Es gibt in der Tat Orte, an denen DAB+ nicht verfügbar ist, UKW jedoch schon. Aber auch der umgekehrte Fall habe ich in einer Tiefgarage bereits erlebt - DAB+ im Autoradio funktionierte, UKW und Handyempfang nicht. Der Empfang hängt immer von verschiedenen Faktoren ab, eine pauschale Aussage ist daher schwierig. Zum Internetradio: Grundsätzlich kokurriert DAB+ nicht mit Internet /IP-Radio, sondern beide ergänzen sich gegenseitig. So beinhaltet die Zielvorgabe für den Ausstieg von UKW nicht nur die ausreichende Verbreitung von DAB+, auch Internetradio und Kabelradio werden dazugezählt.
S. J. 06.10.2017 09:14:57
Im Wohnzimmer empfange ich UKW-Radio über das Antennenkabel (Quickline). Gibt es bei dieser Verbreitung auch Umstellungen in den nächsten Jahren.
René Wehrlin
Über Kabelnetze kommen die Radiosignale heute noch als UKW-Signal sowie in digitaler Form; über IPTV-Netze (Swisscom, Sunrise-TV) nur digital. Wenn UKW abgeschaltet wird, werden auch die Kabelnetze voraussichtlich nur noch digital verbreiten. In der Wohnung macht es aber duchaus Sinn, das digitale Signal aus em Kabel/IPTV zu nutzen. Diese Möglichkeit dürfte dank der zunehmenden Dichte von Multirom- oder TV-Soundanlagen deutlich an Bedeutung gewinnen.
A. S. 06.10.2017 09:18:17
Wird DAB+ nicht in absehbarer Zukunft (10-20 Jahre) durch Internet-Radio komplett ersetzt und obsolete?
René Wehrlin
Internet-Empfang – zumindest in der Wohnung – ist sicher eine Alternative zu DAB+, wenn UKW ab 2020 abgeschaltet wird. Einerseits hat heute praktisch jeder Haushalt einen W-Lan-Router, andererseits gibt es bereits eine Vielzahl kostengünstiger und teurer Multiroom-Geräte, die alle mittels Apps, WLan und Internet funktionieren. Ein weiterer Vorteil des Radioempfangs via Internet ist die Verfügbarkeit mehrerer 10‘000 Radioprogramme aus der ganzen Welt.Für den mobilen Empfang, z.B. im Auto, ist das Internet aber kein Ersatz. Das beginnt mit der Flat Rate, die nur vermeintlich flach ist, da der Empfang ab einer gewissen Datenrate gedrosselt wird. Weiter wird beim Internet-Empfang eine sog. Punkt-zu-Punkt-Verbindung aufgebaut. Das macht eine Rundfunkverbreitung, also die Übertragung eines Massenmediums grundsätzlich ineffizient, da das Streamingpaket an jeden einzelnen Nutzer separat geschickt werden muss. Bei einer Rundfunktechnologie wie DAB+ spielt es hingegen keine Rolle, ob ein Programm für einen oder für eine Million gleichzeitige Nutzer verbreitet wird. Hinzu kommt der Sicherheitsaspekt. Schon heute ist es z.B. in grösseren Staus wie am Gotthard manchmal unmöglich, zu telefonieren, weil die Netze völlig überlastet sind. An ein Radiohören, z.B. für dringende Verkehrsmeldungen, ist somit nicht zu denken. Und schliesslich (aber sicher nicht abschliessend): Damit Sie via Internet radiohören können, müssen Sie einen Vertrag mit einem Mobilfunkbetreiber abschliessen. Radiohören via DAB+ ist hingegen gratis und erfolgt unabhängig von einem Provider.
E. H. 06.10.2017 09:21:27
Guten Tag. Was passiert mit den frei werdenden UKW-Frequenzen. Und wie verhält sich das in Grenzgebieten. Es werden kaum alle umliegenden Länder bis 2024 alles umgerüstet haben. Besten Dank.
René Wehrlin
Die freiwerdenden UKW-Frequenzen kommen in eine tiefe Schublade des Bakom. Über eine Weiterverwendung wird nicht die Schweiz alleine entscheiden; vielmehr dürfte dies im Rahmen von internationalen Vereinbarungen neu geregelt werden.
C. D. . 06.10.2017 09:21:29
Guten Tag. Wissen Sie, ab wann in der Schweiz via DAB+ Verkehrsflussinformationen ans Navigationsgerät zur Verfügung stehen werden (so wie aktuell z.B. in Deutschland)? Dank der enormen Bandbreite der digitalen Radiotechnologie erhält man viel mehr Informationen für's "Navi" (aktuellere Staumeldungen, etc.). Sollte ich mit dieser Frage hier am falschen Ort sein, bitte ich um Entschuldigung.
Thomas Schnorf
Grüezi. Der Datendienst von dem Sie sprechen, genannt TPEG, wird von uns als Versuch seit 15.11.2016 über DAB+ verbreitet. Um den Dienst nutzen zu können, benötigt man ein Navigationsgerät, das TPEG empfangen kann. Welche Geräte dies sind, kann ich ihnen leider nicht beantworten.
P. S. 06.10.2017 09:27:18
Warum soll / muss UKW genau abgeschalten werden - ist einfach besser... habe ich da gehört, warum bitte um fakten...
René Wehrlin
Gleich vorweg: in Norwegen wird es in wenigen Monaten kein UKW mehr geben; andere europäische Länder setzen ebenfalls auf DAB und planen, die UKW-Verbreitung aufzugeben. Erster Grund ist sicher der wesentlich bessere, d.h. störungsfreie Empfang; doch die Empfangsqualität ist nicht der einzige Grund für die digitale Migration. Ebenso wichtig ist die Medienvielfalt. Seit Jahrzehnten fordern private Radiostationen Frequenzen für Programme, die in der ganzen Deutschschweiz verbreitet werden können. Mit UKW war dies im Gegensatz zu DAB jedoch nicht möglich, weil die Frequenzen fehlten. Der Umstieg auf DAB ist somit als Marktöffnung für die privaten Radioveranstalter zu betrachten. Als dritter Grund ist die Digitalisierung zu nennen: Radio ist das letzte Medium, das noch analog verbreitet wird. Alle anderen Kommunikationsmittel, vom Telefon bis zum TV-Gerät, sind längst digitalisiert. UKW ist somit ein Auslaufmodell, das die digitalen Bedürfnisse wie Interaktivität, Verbreitung von Text und Bild oder andere Kommunikationsformen in keiner Weise erfüllen kann. Gleichzeitig sind aber diverse digitale Medien wie z.B. Online-Musikplattformen wie Spotify im Begriff, den Radiokonsum zu konkurrenzieren und, so wird befürchtet, längerfristig zu verdrängen. Die Digitalisierung der Radioverbreitung wird deshalb verschiedentlich auch als Rettung des Mediums Radio als solches bezeichnet.
t. s. 06.10.2017 09:31:48
zusätzliche senderstandorte schiessen wie pilze aus dem boden. warum muss ein LOKALradio nun in der halben schweiz empfangbar sein? warum müssen kW-starke sender im siedlungsgebiet aufgestellt werden, wo bei UKW entferne hügel gereicht haben?
Thomas Schnorf
DAB+ braucht im Vergleich zu UKW deutlich (über die Hälfte) weniger Sender und ist aus diesem Grund auch energieeffizienter (stromsparender) und ökonomischer. Die gesetzlichen Vorgaben bezüglich Strahlung sind zudem identisch mit denjenigen von UKW Sendern.
Moderator 06.10.2017 09:32:37
Sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer. Der Chat ist beendet. Da sehr viele Fragen eingegangen sind, konnten nicht alle beantwortet werden. Wir danken Ihnen für das rege Interesse und bitten um Verständnis, wenn ihre Frage nicht berücksichtigt wurde. «Espresso» wünscht Ihnen einen schönen Tag. Auf Wiedersehen. Ihr Moderator Philip Kempf
N. S. 06.10.2017 09:34:35
Mein Auto mit Jahrgang 2012 ist mit einem Qualitäts-Radio 1. Güte ausgestattet. Funktioniert dieses Gerät ab 2020 gar nicht mehr und gilt als Schrott?
René Wehrlin
Schrott ist ein hartes Wort! Wenn ihr Auto ein Radiogerät mit AUX-Eingang hat, macht es Sinn, einen DAB+-Adapter einzubauen: Die Umrüstung bzw. Ergänzung von UKW mit DAB+ ist mittlerweile europaweit ein Thema. Entsprechend gibt es diverse Hersteller, die kleine DAB+-Adapter für Autos anbieten. Diese Adapter enthalten eine besondere DAB -Antenne, die an die Frontscheibe geklebt werden muss. Die Montage ist sehr einfach. Die Adapter funktionieren nach folgendem Prinzip: Das DAB -Signal wird von der DAB -Antenne empfangen und zum Adapter geführt, der wie ein kleines Navi am Armaturenbrett befestigt werden kann. Der Adapter hat ein Display und die Senderwahltasten. Etwas teurere Adapter bieten zudem via Bluetooth eine direkte Verbindung zum Smartphone, einerseits für die persönliche Musik, andererseits, um via ein optional mitgeliefertes Mikrofon handsfree zu telefonieren. Die Verbindung von Adapter und eingebautem UKW-Radio geschieht wahlweise auf zwei Arten: Entweder können Sie den Adapter über ein einfaches Klinkenkabel mit dem Autoradio verbinden. Diese zu bevorzugende Variante ist jedoch nur möglich, wenn das eingebaute UKW-Radio über einen AUX-Eingang verfügt. Oder, falls kein AUX-Eingang vorhanden ist, kann das Adaptersignal auch drahtlos via UKW zum Radio geführt werden, und zwar über eine fixe UKW-Frequenz, die an beiden Geräten eingestellt werden muss.
A. P. . 06.10.2017 09:36:22
Bis 2024 wird UKW eingestellt und durch DAB+ ersetzt. Meine Frage warum diesen Zwischenschritt. wie ich gehört habe gibt es schon etwas neueres da eigentlich das DAB+ nicht die neuste Technik ist. wenn es stimmt frage ich mich warum nicht die neuste Technik nicht eingeführt wird.
René Wehrlin
Bei DAB+ handelt es sich um die neueste, breit erprobte und bewähte Rundfunktechnik!
U. W. 06.10.2017 09:41:36
Guten Tag: Sie werben mit der hohen Qualität von DAB+. Leider übertragen Sie einige Sender aber nur mit geringerer Bitrate: z.B. Swiss Jazz, Swiss Pop und Musikwelle mit 64 kBit/s. Espace 2 jedoch mit 96 kBit/s und Couleur 3 mit 80 kBit/s. Wer entscheidet welcher Genre eine höhere Bitrate verdient? Musik ist Geschmackssache und keine Frage der Übertragungsrate. Weniger Sender, aber hohe Qualität wäre hier angesagt! Mit freundlichen Grüssen.
Thomas Schnorf
Grüezi. Das sind programmstrategische Entscheidungen, welche von der SRG und den Netzbetreibern getroffen werden. Welche Faktoren dabei wie gewichtet werden, kann ich Ihnen leider nicht beantworten. Es ist in der Tat so, dass auch die Kapazität von einem DAB+ Kanal begrenzt ist und es daher immer ein Abwägen zwischen Qualität und Sendervielfalt ist. Die bestmögliche Qualität unserer Programme haben Sie übrigens über Satellitenradio, bei dem wir sämtliche unserer Programme mit 256 kbp/s verbreiten.
J. W. 06.10.2017 09:45:56
Manche Radios haben UKW und DAB, diese haben auch UKW Antennen (zum hochziehen) für DAB merke ich keinen Unterschied ob diese ausgezogen ist oder nicht, braucht es diese ?
Thomas Schnorf
Es kann gut sein, dass Sie auch ohne ausgezogene Antenne ein einwandfreies Signal haben. Allerdings empfehlen wir in jedem Fall die Antenne ganz auszufahren und Wurfantennen komplett und vertikal aufzuhängen.
P. S. 06.10.2017 09:49:04
Wer steckt eigentlich hinter DAB+ und zwingt uns umzusteigen?
René Wehrlin
Am Anfang stand die Frage, wie die Radioverbreitung digitalisiert werden kann. Im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts wurde daraufhin DAB+ (Digital Audio Broadcasting) entwickelt. Die SRG sendet bereits seit 1999 digital via DAB+. Seit 2009 sind auch die privaten Radiostationen digital in der Luft. In der Schweizer Radiobranche setzte sich vor ca. fünf bis acht Jahren die Erkenntnis durch, dass die Zukunft der Radioverbreitung digital sein müsse. Auch der Bundesrat äusserte schon 2006 diese Haltung, nachdem er dem Wunsch der privaten Radiostationen nach UKW-Frequenzen nicht nachkommen konnte. Im Interesse der Medienvielfalt entschied der Bundesrat damals, dass die künftige Radioverbreitung digital sein muss. Vor ca. fünf Jahren Schlossen sich deshalb die kommerziellen und nichtkommerziellen Radios zusammen mit der SRG zur Arbeitsgruppe DigiMig (Digitale Migration) zusammen, um den UKW-Ausstieg vorzubereiten. Das Bakom sorgte für die rechtliche Basis für den Umstieg und unterstützt die Programme, die über DAB+ verbreiten finanziell, indem den Radios 80% der Kosten zurückbezahlt werden. Der UKW-Ausstieg ist somit breit abgestützt, und wird von allen Akteuren und auch von den Behörden getragen.
H. B. . 06.10.2017 09:55:02
Guten Tag. Offenbar ist nicht jeder DAB+-Empfänger gleich schnell im aufbereiten der Signale. Das ist sehr mühsam wenn man sich in der Wohnung umherbewegt. Benutzt man mehrere Empfänger gibt das zeitliche Unterschiede bis Sekunden. Wäre das nicht möglich einen Standard für die Hersteller zu definieren, dass alle Empfänger die genau gleiche Verzögerung haben? Selbst habe ich keine Lust deswegen im Haus/Wohnung ein eigenes Verteilnetz zu betreiben. (Gegenüber UKW ca. 4 Sek später ist ja normal).
René Wehrlin
Tatsächlich gibt es Unterschiede bei den Geräten. Soeben wurde aber ein neuer europäischer Standard veröfentlicht, der die Gerätebauer zwingt, eine einheitlich gute Qualität zu bauen. Geprüft wird auch die Einführung eines Gütesiegels, das Geräte erhalten sollen, wenn sie bestimmte Standards einhalten. Inder Tat ist es so, dass zwischen den DAB -Geräten Verzögerungen feststellbar sind. Tests haben ergeben, dass sogar bauidentische Radios nicht synchron laufen. Wir hofen, dass es noch zu Verbesserungen kommt.
E. M. . 06.10.2017 09:55:07
Nach der heutigen Espresso-Sendung frage ich mich jetzt: Wenn alle Antennen wegen DAB verstärkt werden müssen, werden auch die Strahlungen wieder entsprechend höher? Das finde ich gar nicht gut. Ebenfalls heisst das, alle Hörer müssen einen DAB+-Radio kaufen - muss diese Branche unterstützt werden? ems
Thomas Schnorf
Die Strahlung von DAB+ liegt unter derjenigen von UKW, da für die Verbreitung deutlich weniger Sender benötigt werden. Die Richtwerte für die Strahlung pro Sender bleiben dieselben wie bei UKW. Mittelfristig ist der Kauf eines DAB+ Radios nötig. Beachten Sie aber, dass es UKW (von der SRG ausgestrahlt) bereits seit 1954 gibt (das ist viel, viel länger als es mich gibt ;-)). Unser Ziel ist es, Hörerinnen und Hörer frühzeitig über den Wechsel zu informieren, damit bei Ersatzkäufen von Radios auf DAB+ geachtet wird.
G. B. . 06.10.2017 09:56:26
Gibt es eine Möglichkeit, dass man mit einem Adapter die älteren Radios und Stereoanlagen "DAB+ fähig" machen kann? Wir möchten eigentlich nicht alle im Haushalt stehenden Geräte ersetzen müssen oder wird man einfach dazu gezwungen?
René Wehrlin
Wie für das Autoradio gibt es auch für die Hifi-Stereoanlage Adapterlösungen, damit die Anlage weiterhin verwendet werden kann. Diese Adapter sind relativ klein, ohne Lautsprecher, sehen oft aus wie ein Radiowecker, haben meist eine kleine Fernbedienung und sie können via AUX-Eingang und oft sogar via Kabelnetzeingang mit der Stereoanlage verbunden werden.
S. M. .. . 06.10.2017 10:04:32
Bedeutet DAB+, dass ein weiteres strahlennetz über die Schweiz gelegt wird? Ist die Strahlungsintensität mit WLAN vergleichbar oder eher mit handystrahlung?
René Wehrlin
Mit DAB+ wird kein weiteres Strahlennetz über die Schweiz gelegt, da die rund 1'500 UKW-Sender ja abgeschaltet und durch ca 500 DAB+-Sender ersetzt werden. Das spart nicht nur Energie, sonern vermindert auch die Strahlengesamtbelastung. DAB+-Sender stehen in der Regel abseits von Wohngebieten, auf Bergen etc., dies im Gegensatz zu Mobilfunkantennen, die in der Regel in den Ballungsgebieten anzutreffen sind. Entsprechend darf festgestellt werden, dass die Strahlungsbelastung im Durchschnitt deutlich tiefer ist als jene verursacht durch Mobilfunknetze. Zur Strahlung in Räumen ist zu sagen, dass sich die Senderstrahlung wesentlich weniger auswirkt als z.B. die Strahlung von W-Lan-Geräten oder Smartphones. Und da das Radiogerät lediglich ein Empfänger ist, strahlt es nicht mehr als ein Fernseher.