R. W. 27.03.2018 21:01:49
Guten Abend, kann ich - falls mein bald 92-jähriger Vater nicht mehr selbst bestimmen könnte - bei ev. Heimeintritt, bei ärztlichen Eingriffen etc. als Tochter selbst bestimmen, was geschehen soll (so wie er das eigentlich wünscht) oder würde hier die KESB eingreifen wollen? Brauche ich eine Vollmacht?
Ruth Schindler
Guten Abend, Sie brauchen eine Vollmacht. Ihr Vater müsste einen Vorsorgeauftrag von Hand schreiben oder Sie müssten mit ihm zu einem Notar, der den Vorsorgeauftrag für Ihn schreibt und beurkundet. Sie müssten für die Personenvorsorge eingetragen sein. Die Pro Senectute berät Sie sicher in Ihrem Anliegen noch detaillierter.Mit freundlichem Gruss Ruth Schindler
P. W. 27.03.2018 21:41:49
Guten Abend. Ist es möglich, dass ein eigenes Kind Beistand sein kann oder muss das zwingend eine fremde Person sein? Vielen Dank für Ihre Antwort.
Ruth Schindler
Guten Abend, wenn diePerson vorgängig einen Vorsorgeauftrag handschriftlich verfasst hat können Angehörige die Beistandschaft übernehmen. Aber auch im Fall keines Vorsorgeauftrags kann mit der KESB eine Beistandschaft der Angehörigen geprüft und wenn für gut befunden eingerichtet werden
t. s. 27.03.2018 21:42:55
Guten Tag. Ich bin wirklich schockiert, dass es keine Möglichkeit gibt, uns und demente Angehörige ohn Entmündigung vor solchem zu schützen! Ist das wahr? Pennt die Politik wieder? Muss denn die Bank nicht fragen und warnen? Darf die Bank nicht wenigstens schnell eine INFO an Angehörige senden, die Auszahlung meinetwegen machen, aber den Angehörigen so die Möglichkeit geben, noch rechtzeitig einzuschreiten?
Walter Boente
Die Bank ist grundsätzlich nicht zu einer Überprüfung verpflichtet, ob wir etwas "Vernünftiges" mit unserem Geld machen wollen. Gerade bei älteren Leuten bestünde sonst auch die Gefahr, dass sie aus "Haftungsbedenken" dann in vielen Fällen ohne Geld nach Hause gehen. Eine Grenze ist jedoch spätestens dann zu ziehen, wenn die Bank von einem betrügerischen Verhalten weiss (oder ihr dies offenkundig ist). Ob Angehörige benachrichtigt werden, hängt zunächst ganz vom Willen der betroffenen Person ab. Ein Vertrauensverhältnis zu Angehörigen ist in nicht wenigen Familien alles andere als selbstverständlich - besonders in finanziellen Angelegenheiten. Nach Eintritt der Urteilsunfähigkeit aber kommt es darauf an, wer für die betroffene Person dann das "Sorgerecht" hat.
B. M. 27.03.2018 21:45:26
Guten Abend Ich habe einen Sohn und bin verwitwet. Kann ich das mit der Bank nicht so lösen, dass Bezüge / Zahlungen von mir nur mit Kollektivumterschrift möglich wären? Ich hätte Kollektivunterschrift mit dem Sohn. Er könnte auch Einzelunterschrift auf meinen Konti haben, dann wäre er handlungsfähig wenn ich das nicht mehr wäre. So müsste die KESB nichts machen, Mein Sohn ist sowieso einmal Einzelerbe. Vielen Dank für die Antwort.
Ruth Schindler
Guten Abend, es wäre sicher am Besten wenn Sie einen Vorsorgeauftrag handschriftlich schreiben würden. Mit freundlichem Gruss Ruth Schindler
E. S. 27.03.2018 21:47:34
Meine zunehmend demente Mutter hat mir vor einiger Zeit eine Vollmacht (schriftlich) gegeben dass ich ihre finanziellen und rechtlichen Geschäfte abwickeln kann. Gilt diese Vollmacht auch dann noch wenn meine Mutter Ihre Urteilsfähigket verliert? Oder braucht es dann einen Vorsogeauftrag?
Ruth Schindler
Guten Abend, die Vollmachten gelten, aber ein Vorsorgeauftrag ist verbindlicher und anerkannter.
U. C. 27.03.2018 21:53:24
Wo gibt es Vorlagen für Vorsorgeauftrag wo wird er hinterlegt?
Ruth Schindler
Guten Abend,Vorlagen und Informationsveranstaltungen zum Thema Vorsorgeauftrag gibt es bei Pro Senectute. Hinterlegt kann er, nach Absprache bei der Gemeinde, beim Zivilstandsamt oder Zuhause, nach Absprache mit den eingesetzten Personen. Mit freundlichem Gruss Ruth Schindler
u. t. 27.03.2018 21:55:38
guten abend für meine bald 90 jährige mutter habe ich einen vorsorgeauftrag sowie vollmacht iniziert mit iherer handschriftlichen unterschrift falls sie eines tages stirbt. als ihr sohn habe ich die vollmacht bei der bank auf alle ihrenkonten. was kann ich zusätzlich noch präventiv unternehmen. weil ich nicht bereit bin mit der kesb in kontakt zu tretten da ich sehr schlechte erfahrungen mit der kesb gemacht habe. ich bitte um ihren professionellen rat besten dank u.t
Rolf Naegeli
Ich denke, dass dies in ihrem Fall ausreicht. Solange sie ein gutes Verhältnis mit ihrer Mutter haben funktioniert das so. Sollte jedoch ihre Mutter sterben und hat kein klares, handschriftliches Testament hinterleg, kann es sein, dass die KESB aktiv wird und sich um die Regelung des Nachlasses kümmert. Allenfalls kann ihnen aber auch Herr Boente im Chat ein Antwort aus seiner Sicht geben.
G. K. 27.03.2018 21:56:09
Guten Tag. Wie sieht es aus bei Ehepartnern, wenn einer der beiden nicht mehr selber entscheiden kann, kann dann der andere bestimmen, oder greift da auch die KESB ein? Und wird die KESB in jedem Fall aktiv, wenn eine Person nicht mehr entscheidungsfähig ist? Vielen Dank !
Walter Boente
Der Gesetzgeber hat sich hier für eine "Mittellösung" entschieden. Wenn der andere Ehepartner das Recht haben soll, seinen Ehepartner bei Urteilsunfähigkeit (grds.) umfassend zu vertreten, dann ist ein Vorsorgeauftrag Voraussetzung bzw. zusätzlich ein Vorsorgeauftrag für medizinische Massnahmen, bei dem man heute auch von Patientenverfügung (i.w.S.) spricht. Hat der Ehepartner nicht durch einen Vorsorgeauftrag ausdrücklich bestimmt, dass er für den Fall seiner Urteilsunfähgkeit durch seinen Ehegatten vertreten werden will, so "vermutet" das Gesetz diesen Willen des Ehegatten... jedoch nur in bestimmten Fällen. Hier umfasst das Vertretungsrecht in vermögensrechtlichen Angelegenheiten grds. nur Rechtshandlungen, die zur Deckung des Unterhaltsbedarfs üblicherweise erforderlich sind und die (nur) ordentliche Verwaltung des Einkommens und der übrigen Vermögenswerte (+ nötigenfalls die Befugnis, die Post zu öffnen und zu erledigen). Für Rechtshandlungen im Rahmen einer "ausserordentlichen" Vermögensverwaltung hingegen muss der Ehegatte die Zustimmung der Erwachsenenschutzbehörde einholen. Bei medizinischen Massnahmen ist der Gesetzgeber hingegen, nicht zuletzt weil es dort auf ein "persönliches Näheverhältnis" ankommt, etwas "offener".
W. U. 27.03.2018 21:56:14
Warum ermittelt in diesem Betrufsfall nicht die Polizei? Bevor eine Bank kulant ist müsste man doch das Geld vom Betrüger holen?
Rolf Naegeli
Guten Abend. Wenn in dem im Beitrag dargestelltem Fall die Angehörigen oder die Geschädigte zur Polizei geht kann sie selbstverständlich eine Anzeige erstatten und seitens der Polizei werden die Ermittlungen aufgenommen. Häufig handelt es jedoch bei den betrügerischen Handwerkern um Durchreisende welche keinen festen Wohnsitz in der Schweiz haben und da führen die Ermittlungen oft ins Leere. Aber wie gesagt, man kann und soll immer eine Anzeige bei der Polizei machen. Nur so erhält die Polizei Kenntnis von den Fällen und kann so allenfalls auch schon die Bevölkerung mit einer Medienmitteilung warnen.
R. K. 27.03.2018 21:57:22
Guten Abend Meine Mutter (74) ist von bester geistiger und physischer Gesundheit. Sie hat einen Vorsorgeauftrag handschriftlich verfasst. Kann die Kesb einen handgeschriebenen Vorsorgeauftrag auch einfach für ungültig erklären, da er ja nicht beglaubigt wurde. Leider ist ein Beglaubigung vom Notar unerhört teuer. Ist es eine gute Idee den Vorsorgeauftrag jetzt bei der Kesb zu hinterlegen, man möchte ja nicht schlafende Hund wecken?
Daniel Rosch
Guten Abend. Ein Vorsorgeauftrag ist gültig, wenn er von ihrer Mutter vollumfänglich handschriftlich verfasst wurde. Sie können den Ort, wo der Vorsorgeauftrag hinterlegt wird, beim Zivilstandesamt eintragen lassen. Die KESB muss, wenn Ihre Mutter urteilsunfähig werden sollte, zunächst beim ZIvilstandesamt nachfragen. Unter Umständen können Sie den Vorsorgeauftrag auch bei der KESB hinterlegen, wobei das in jedem Kanton unterschiedlich ist. Freundliche Grüsse Daniel Rosch
U. B. 27.03.2018 21:57:24
Guten Abend. Wie muss ein Vorsorgeauftrag abgefasst werden damit er bei einer Überprüfung durch die KESB akzeptiert und nicht angefochten werden kann. Wie sieht es aus wenn dieser bei einem Notar erstellt und durch diesen bestätigt ist?
Ruth Schindler
Guten Abend, ein Vorsorgeauftrag muss handschriftlich verfasst und mit Datum und Unterschrift versehen sein. Bei Pro Senecute gibt es Vorlagen und Informationsveranstaltungen und die Mitarbeitenden beraten Sie gern.
F. G. 27.03.2018 21:59:35
Guten Abend, ich habe gehört, dass es so etwas ähnliches wie eine Verfügung gibt, mit der man verhindern kann, dass sich die KESB einmischt, falls mein Ehemann oder ich an Alzheimer oder ähnlichem erkranken. Wie nennt man diese Verfügung und wo kann man eine solche veranlassen? Notariat? Vielen Dank und beste Grüsse
Ruth Schindler
Guten Abend, es gibt bei Pro Senectute einen Vorsorgeauftrag. Sie können den Vorsorgeauftrag handschriftlich, mit Datum und Unterschrift versehen verfassen oder mit einem Notar aufsetzen. Freundliche Grüsse Ruth Schindler
A. S. 27.03.2018 22:03:07
Guten Abend Wie ist beim wem vorzugehen, damit ein Vorsorgeauftrag "aktivert" wird. Der Vorsorgeauftrag wurde von einem Notar erstellt. Besten Dank
Daniel Rosch
Guten Abend. Wenn die Person, die den Vorsorgeauftrag verfasst hat, urteilsunfähig wird, ist die KESB zu involvieren, die den Vorsorgeauftrag überprüft und die im Vorsorgeauftrag genannte Person einsetzt, sofern diese geeignet ist. Diese Person erhält von der KESB eine Urkunde, damit sie sich auch gegenüber Dritten ausweisen kann. Freundliche Grüsse Daniel Rosch
T. H. 27.03.2018 22:03:14
Grüezi, meine Mutter (81) hat für den Fall einer Handlungsunfähigkeit infolge Unfall oder Demenzerkrankung einen Handschriftlichen Vorsorgeauftrag verfasst. In diesem sind 2 ihrer 5 Kinder als Handlungs bzw. Entscheidungs- bevollmächtigte eingesetzt. Für die Bankkonti haben diese eine Vollmacht welche mit offiziellem Vormular der Bank dort eingereicht wurde. Für Medizinische Fälle hat sie eine Patientenverfügung ausgefüllt. Ist das so "wasserdicht"? Vielen Dank für ihre Antwort. Freundlich Grüßt
Ruth Schindler
Guten Abend, ich denke so wie Sie es formulieren ist bei Ihnen die Vorsorge gut geregelt. Wenn Sie aber dennoch unsicher sind, könnten Sie entweder noch bei Pro Senectute ein Beratungsgespräch abmachen oder einen Notar fragen. Mit freundlichem Gruss Ruth Schindler
J. R. 27.03.2018 22:04:05
Grüezi, ich arbeite selber am Schalter bei einer Bank. Es ist also wirklich eine Gratwanderung was man alles kontrollieren soll, und in vielen Fällen sind die Kunden mehr als nur verärgert wenn man sie auf solche Betrüge anspricht. Wie kann es sein, dass in Ihrem Beispiel mit der Kundin Brunner, am Schluss im Studio Interview gesagt wird, dass Frau Brunner alles Geld beziehen könne und keine Sperre bestehe wenn kein Beistand etc. aber im Eingangsinterview das Problem der Bank zugewiesen wurde?
Walter Boente
Sie haben ganz Recht. Es handelt sich hier jedoch um zwei unterschiedliche Fragen. Zum einen, wie ein solcher "Sperrvermerk" wirkt (wenn er selber durch Frau Brunner veranlasst wurde). Hier stellt sich die Frage, ob Frau Brunner in dem Moment selbst, dem der Schutz dient, einen solchen Sperrvermerk wieder frei aufheben kann. Zum anderen, ganz allgemein und bezogen auf (Bank-)Geschäfte von Personen jeden Alters: wenn in solchen Fällen der Geschäftsparter bzw. hier die Bank Kenntnis davon hat, dass der Partner Opfer eines Betruges ist (oder der Bank ein betrügerisches Verhalten offenkundig ist), kommt diesem insoweit jedoch meines Erachtens eine Schutzpflicht zu. Richtig ist im Ausgangspunkt meiner Meinung nach hingegen, dass die Bank grds. nicht zu überprüfen hat, ob das, was wir mit unserem Geld vorhaben, vernünftig ist - oder eben nicht. Im Beitrag handelt es sich meines Erachtens um einen "Extremfall".
A. W. 27.03.2018 22:07:58
mein Mann ist seit einigen Monaten im Altersheim, nach Schlaganfall, total gelähmt! Wir haben seit jeher gegenseitige Vollmacht auf unsere Konten, auch unsere Kinder, im Falle uns gemeinsam was zustossen sollte! Frage: wird nun die KESB beurteielen..., oder habe ich bei den Banken das Recht auf die Konten, denn ich muss ja auch die Heimkosten bezahlen! Danke für Ihre Antwort die ich an Herrn Prof. Dr. Daniel Rosch richte!!! A. W.
Daniel Rosch
Guten Abend. Unklar ist für mich, ob ihr Mann trotz Schlaganfall und Lähmung noch urteilsfähig ist. Ist er urteilsunfähig, gelten Vollmachten in der Regel nur noch, soweit diese auch Situationen im Falle der Urteilsunfähigkeit betreffen (Art. 35 OR). Sonst erlöschen sie in der Regel. Sollte Ihr Mann noch urteilsfähig sein, könnte er solche Vollmachten noch erteilen, aber wohl nur noch mit einer notariellen Beglaubigung. Schauen Sie also die Vollmachten zunächst genau an. Vielleicht geht es auch noch ohne KESB. Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Energie in dieser schwierigen Zeit. Freundliche Grüsse Daniel Rosch
P. Z. 27.03.2018 22:08:45
Sehr geehrte Damen/Herren. Wir haben ein grosses Problem mit unserem Bruder und Freund.Ein ehemaliger Arbeitskollege hat ihm bis jetzt über 40`000.-- Fr. abgeknöpft. Neu besteller Waren auf seine Adresse und die Rechnung kommt zu ihm, aber er hat kein Geld mehr. Auf der Polizei können wir keine Klage einreichen. Bleib uns nur die KESP einzuschalten. Es würde uns sehr helfen, von Ihnen eine Antwort zu erhalten. Freundliche Grüsse, Paul Zumbühl
Rolf Naegeli
Guten Abend. Grundsätzlich ist die Polizei verpflichtet, eine Anzeige entgegen zu nehmen. Wenn der Arbeitskollege im Namen ihres Bruders Ware bestellt und die Rechnung an ihren Bruder geht und er dies aber so nicht genehmigt hat, dann sprechen wir hier von Betrug. In diesem Fall würde ich mit sämtlichen Unterlagen nochmals zur Polizei gehen und ihnen die Sachlage erklären. Sie können jedoch auch vorgängig schon einmal mit dem vermeidlichen Arbeitskollegen Kontakt aufnehmen und ihm klar machen, dass das so nicht geht und sie rechtliche Schritte einleiten werden, sollte dies nicht aufhören.
A. L. 27.03.2018 22:11:17
Wo finde ich eine Vorlage für einen Vorsorgeauftrag, der korrekt ist und im schlimmsten Fall auch "verhebet"?
Ruth Schindler
Guten Abend, Sie können bei Pro Senectute eine Vorlage kaufen. Die Pro Senectute macht speziell zu diesem Thema Infoveranstaltungen und Beratungen. Sie können aber auch einen Notar fragen.Mit freundlichem Gruss Ruth Schindler
C. W. 27.03.2018 22:11:52
Wir haben keine Kinder. Die Vermögensverwaltung mache ich selbst. Was ist, wen ich diese nicht mehr selber machen kann? Ist die KESP sicher?
Walter Boente
Die Erwachsenenschutzbehörde handelt heute im Regelfall sehr professionell. Zwar ist es so, dass bei jedem Verfahren auch Verfahrensfehler vorkommen können - aber diese Gefahren bestehen auch, soweit man privat vorsorgt. Es ist oft eine persönliche Abwägung im Einzelfall. In den meisten Fällen ist man bei der Erwachsenenschutzbehörde in sicheren Händen. Wichtig ist es jedoch, dass diese später genau weiss, was Ihnen wichtig ist. Oft wird neben der ganzen "Fürsorgeplanung" (Erwachsenenschutzbehörde, Vorsorgeauftrag, Angehörige etc.) ganz vernachlässig, dass schliesslich jeder dieser "Sorgeberechtigten" Ihren Willen berücksichtigen muss. Das grosse Problem ist jedoch häufig, dass sich hierzu kaum etwas findet. Es ist daher häufig angezeigt, ganz "einfach" niederzuschreiben, was einem heute und später im Leben wichtig ist. Wie man wohnen möchte, ob man auch später lieber sparen will (oder sein wohlverdientes Geld mit Reisen ausgeben möchte). Viele Missstände sind allein darauf zurückzuführen, dass man den später den "mutmasslichen Willen" der betroffenen Person ermitteln muss... und das wird dann oft der Person bzw. ihrem "Selbst" nicht immer gerecht. Haben Sie auch keine Hemmungen, ganz einfache Vorstellungen und Wünsche niederzuschreiben ("ich möchte möglichst lange in meinem Haus wohnen bleiben", "mir ist mein Garten wichtiger, als ein hoher Betrag auf dem Konto", "ich möchte weiter in den Urlaub fahren, auch wenn es so scheinen sollte, als ob ich dies nicht mehr geniessen kann" etc.).
B. R. 27.03.2018 22:13:57
Guten Abend wenn ich einen Vorsorgeauftrag erstelle und meinen Sohn bevollmächtige, falls es mir nicht mehr möglich sein sollte selbst zu entscheiden und er diesen nicht mehr wahrnehmen könnte (Tod), kann ich dann meine Schwiegertochter als zweite Person bevollmächtigen, oder kommt die Kesb zwischenzeitlich zum Zuge. Besten Dank und freundliche Grüsse R. Ballinari
Ruth Schindler
Guten Abend, Sie können im Vorsorgeauftrag als 1. Person Ihren Sohn bevollmächtigen und als 2. Person Ihre Schwiegertochter.Mit freundlichem Gruss Ruth Schindler
D. K. 27.03.2018 22:15:20
Thema: Generalvollmacht kommt zum Tragen, u.a. bei Verlust meiner Handlungsfähigkeit. Ist dies rechtens, gegenüber meiner Söhne?
Daniel Rosch
Guten Abend. Sie haben - wenn ich Sie richtig verstehe - eine Generalvollmacht erstellt mit einer sog. Weitergültigkeitsklausel gemäss Art. 35 OR, also die auch weiter gilt, wenn Sie urteilsunfähig werden sollten. Soweit diese nicht auf den Zeitpunkt der Urteilsunfähigkeit erstellt wurde, dürfte diese rechtsgültig sein. Auf den Zeitpunkt der Urteilsunfähigkeit wäre es wohl ein Vorsorgeauftrag und müsste handschriftlich verfasst sein oder öffentlich beurkundet. Das Bundesgericht hat noch nicht entschieden, wie das Verhältnis von Vollmacht zu Vorsorgeauftrag ist. Daher würde ich Ihnen - sicherheitshalber - raten, Ihre Generalvollmacht in der Form des Vorsorgeauftrages zu verfassen, also handschriftlich oder öffentlich beurkundet. Dann sind Sie auf der sicheren Seite. Freundliche Grüsse Daniel Rosch
p. p. 27.03.2018 22:19:04
guten abend, ich bin 31 j. meine mutter weisst erste zeichen auf, dass etwas nicht mehr stimmt, ich weiss nicht wie ich es schon nur ansprechen soll? denn ihre mutter hatte auch alzheimer, war schlimm. ich will sie auch nicht entmündigen, aber sie hat mitte monat kein geld mer und weiss nicht wie sie es aussgegeben hat.oder fragt mich beispiel in 2std. 12mal wegen dess sellben, manchmal endet meine geduld und ich verabschide mich und gehe nach haus. könnten sie mir bitte einen rat geben ? danke
Walter Boente
Wichtig ist auch hier eine offene Kommunikation. Sprechen Sie möglichst bald mit Ihrer Mutter. Wenn man sich zu spät dieser Fragen animmt, dann ist dies häufig Ursache für ein Misstrauen, dass auch später nur noch schwer zu überwinden ist. Haben Sie keine Angst vor der Erwachsenenschutzbehörde. Auch hier können Sie als Beistand eingesetzt , teilweise sogar als Angehöriger von besonderen Pflichten entbunden werden. Sie sind dann eingebettet in ein professionelles Umfeld und nicht auf sich allein gestellt. Wie später die Selbstbestimmung bzw. nun das "Selbst" Ihrer Mutter verwirklicht wird, ob im Rahmen privater Fürsorge oder behördlichen Massnahmen, spielt oft keine grosse Rolle. Meistens ist es eine Risikoabwägung, ob man "bis zu seinem Lebensende" der vorsorgebeauftragten (und möglicherweise später überforderten) Person blind vertraut, oder ob man den Service des Staates überwachter "behördlichen Massnahmen" annimmt (und hier nicht auszuschliessende, aber weniger häufig, als angenommen, vorkommende Verfahrensfehler riskiert).
T. G. 27.03.2018 22:20:47
In unserer Nachbarschaft war dieser Herr Böhmer auch. Auch bei uns uneingehaltene Abmachungen und Betrug! Mein Nachbar meldete den Fall bei der Polizei. Es passierte nichts. Herr Böhmer kam wieder in unser Quartier und fast wären neue Leute auf ihn reingefallen. Warum kann da die Polizei nicht reagieren?
Rolf Naegeli
Guten Abend. Das ist gar nicht so einfach. Grundsätzlich sollte man vor jedem Auftrag den man vergeben möchte eine Offerte einholen. So hat man immerhin einen Anhaltspunkt über die Höhe der zu erwartenden Kosten. Wenn dann die Arbeiten nicht sachgemäss ausgeführt werden, kann dies zivilrechtlich geklärt werden resp. man bezahlt einfach nicht den ganzen Betrag mit dem Hinweis, dass die Arbeiten unsachtgemäss ausgeführt wurden. Wenn aber davon ausgegangen werden muss, dass die Kundin (Geschädigte) gar nicht genau wusste, was sie da in Auftrag gegeben hat und wie die Kosten ausfallen, sprechen wir allenfalls von einer betrügerischen Machenschaft. Aber auch dann ist es noch sehr schwierig dies nachzuweisen. Dies müsste in jedem Einzelfall beurteilt werden.
G. K. 27.03.2018 22:22:08
Würde die KESB auch eingreifen, wenn ich als alleinstehende Person z.B. einen UNfall habe und nicht mehr entscheidungsfähig bin, obwohl Eltern und Geschwister vorhanden sind ? Vielen Dank für Ihre Antwort!
Daniel Rosch
Guten Abend. Das kommt ein wenig darauf an, um was es geht. Sollten z.B. medizinische Massnahmen notwendig werden, dann gibt es eine Kaskade nach Art. 378 ZGB von Personen, u.a. Angehörigen, die die betroffene Person vertreten dürfen. Diese Personen können nach Art. 382 Abs. 3 ZGB auch einen Betreuungsvertrag unterzeichnen (also einen Wohnheimvertrag) für den Fall, dass Sie urtelsunfähig sind. Ausserhalb dieser Vertretungsrechte müssten Sie sich überlegen, ob Sie einen Vorsorgeauftrag oder eine Patientenverfügung erstellen und Angehörige einsetzen möchten. Sonst wird die KESB eine Beistandschaft prüfen, wenn Geschäfte erledigt werden müssen, die Sie aufgrund Ihrer Urteilsunfähigkeit nicht vornehmen können und solche Geschäfte erforderlich sind. Freundliche Grüsse Daniel Rosch
Moderator 27.03.2018 22:24:32
Es sind zur Zeit sehr viele Teilnehmer im Chat. Bitte haben Sie Verständnis, wenn nur eine beschränkte Anzahl von Fragen beantwortet werden kann.
A. S. 27.03.2018 22:25:54
Guten Abend Wer (eine Behörde, der Hausarzt etc.) kann beurteilen, ob eine Person noch urteilsfähig ist oder nicht. Falls die Urteilsunfähigkeit vorliegt muss ich mich trotz Vorsorgeauftrag in jedem Fall mit KESB in Verbindung setzen? Ist die Eröffnung der Urteilsunfähigkeit dauerhaft und kann somit nicht rückgängig gemacht werden? Besten Dank
Walter Boente
Für die Frage der Beurteilung der Urteilsfähigkeit bedarf es besonderer (regelmässig medizinischer) Fachkenntnisse. Die Frage der Urteilsfähigkeit als solcher ist jedoch darauf aufbauend letztlich eine rechtliche Wertung. Voraussetzung für das "Inkrafttreten" der Vorsorgeauftrags ist nun die Urteilsunfähgkeit Voraussetzung und ist letztlich von der Erwachsenenschutzbehörde zu prüfen (regelmässig Gutachten etc.). Ein Vorsorgeauftrag wird erst wirksam, wenn ihn die Erwachsenenschutzbehörde genehmigt. Sie müssen also auch bzw. gerade bei einem Vorsorgeauftrag an die Erwachsenenschutzbehörde herantreten. Dies ist jedoch regelmässig keine "grosse Hürde" (was teilweise bedauert wird, denn danach mischt sich die Erwachsenenschutzbehörde grds. nicht mehr ein). Wenn die betroffene Person einmal wieder urteilsfähig werden sollte, verliert der Vorsorgeauftrag seine Wirksamkeit von Gesetzes wegen.
V. S. 27.03.2018 22:28:29
Wir sind ein 80jähriges Ehepaar. Der Ehemann ist leicht dement. Was müssen wir unternehmen, sollte der Ehefrau etwas zustossen, damit die 2 Söhne die Vorsorge wahren können. D.h. Zahlungen ect. ausführen.
Walter Boente
In diesem Fall wäre an einen Vorsorgeauftrag an die beiden Söhne zu denken. Dieser kann auch unter der Bedingung errichtet werden, dass die Ehefrau nicht mehr für ihren Ehemann sorgen kann. Wichtig ist es in diesem Fall jedoch, dass Sie frühzeitig mit Ihren Söhnen über den geplanten "Auftrag" sprechen. Die spätere Fürsorge ist oft eine komplexe Aufgabe, die teilweise besondere Fachkenntnisse erfordert. Fragen Sie Ihre Söhne offen, ob diese in der Zukunft in der Lage sein werden, neben etwa Ihrer Familie noch so "komplexe Aufgaben" wahrzunehmen. Eine andere, nicht selten "sicherere" Möglichkeit wäre, sich an die Erwachsenenschutzbehörde zu wenden - mit dem Begehren, in diesem Fall Ihre Söhne als Beistand einzusetzen. So wäre die Fürsorge durch Ihre Söhne in einen oft sehr professionellen Rahmen eingebettet.
R. C. 27.03.2018 22:29:42
Guten Abend, mein Mann ist seit 4 Jahren an Alzheimer erkrankt. Er ist erst 61. Er hat mir am Anfang eine Generalvollmacht erstellt. Heute kann er nicht mehr von Hand schreiben. Was müsste ich für Schritte einleiten? Früher oder später wird er ins Heim müssen. Herzlichen Dank!
Daniel Rosch
Guten Abend Ich hätte hier folgende Frage: Gilt die Generalvollmacht auch bei Urteilsunfähigkeit weiter (Art. 35 OR), also haben Sie dies explizit in der Generalvollmacht vorgesehen? Dann dürfte diese auch im Rahmen der Urteilsunfähigkeit weiterhin gültig bleiben. Soweit Ihr Mann immer noch urteilsfähig sein sollte, könnte er diese Weitergültigkeitsklausel auch jetzt noch nachtragen oder einen Vorsorgeauftrag erstellen. Das würde in Ihrem Falle wohl nur im Rahmen einer öffentlichen Beurkundung gehen. Freundliche Grüsse Daniel Rosch
F. M. 27.03.2018 22:30:57
Ich arbeite bei einer Bank. Vor Wochen haben wir die KESB in einem konkreten Fall (ältere Dame ohne Angehörige und Bevollmächtigte) benachrichtigt und um Massnahmen gebeten. Leider ohne Erfolg! Mehr können wir nicht tun. Die Dame bezieht weiterhin grosse Beträge und uns sibd die Hände gebunden...
Walter Boente
Möglicherweise wird die Erwachsenenschutzbehörde davon ausgehen, dass die betroffene Person noch urteilsfähig ist. Wahrscheinlich wird Ihr Fall noch ein wenig anders gelagert sein. Wichtig ist aber, dass man im Altern (grds.) nicht zum Sparen verpflichtet ist, regelmässig auch nicht, dass Geld für die Erben beiseite zu legen. Man muss auch den Fall im Auge behalten, dass ältere Menschen ihr ganzes Leben lang ihr Geld beisammen halten und verantwortungsvoll leben mussten - und nun, wo sie keine Verantwortung mehr haben, auch ihr erwirtschaftetes Gut geniessen können. Hierzu hat natürlich jeder selbst seine ganz persönliche Einstellung - aber allein, weil eine ältere Person höhere Beträge abhebt, gilt es nicht unbedingt, dies zu verhindern. Die Gratwanderung zwischen Missbrauchsverhinderung und Selbstbestimmung ist jedoch (in jedem Alter) schmal.
Moderator 27.03.2018 22:31:55
Sehr geehrte Zuschauerinnen und Zuschauer, der Chat ist beendet. Da sehr viele Fragen eingegangen sind, konnten nicht alle beantwortet werden. Wir danken Ihnen für das rege Interesse und bitten um Verständnis, wenn ihre Frage nicht berücksichtigt werden konnte. «Kassensturz» wünscht Ihnen einen schönen Abend. Auf Wiedersehen.
Walter Boente
Da stimme ich Ihnen zu. Hier erlauben Sie mir aber bitte, von einer gewissen "Selbstentmündigung" zu sprechen - und so stellt sich die (rechtlich umstrittene) Frage, wie weit bzw. lange man sich selbst binden kann. Häufig kommt es gerade bei der Diagnose Alzheimer-Demenz nur darauf an, der betroffenen Person ausreichend Zeit zum Überlegen zu verschaffen, denn nicht selten können die Informationen nicht mehr in der nötigen Schnelle verarbeitet werden - vor allem, wenn diese kompakt und innerhalb kürzester Zeit dargeboten werden (wie eben häufig von Trickbetrügern). Und "Entmündigung"... ja, es wird auf die Risiken privater Vorsorge, wie etwa durch Vorsorgeaufträge, viel zu wenig hingewiesen. Auch der Staat bzw. seine behördlichen Massnahmen sind grds. für uns (!) da. In beiden Bereichen können Fehler geschehen. Es ist oft eine Frage des Vertrauens (was der Erwachsenenschutzbehörde häufig zu Unrecht entzogen wird).
A. D. 27.03.2018 22:39:32
Was ist mit Walter Böhmer, dem Betrüger in diesem Fall? Ich habe vor Jahren mit diesem Mann auch meine negativen Erfahrungen gemacht (Mietzins nicht bezahlt).Danke für Ihre Antwort. Anton Duss
Rolf Naegeli
Auf diese Frage kann und darf ich Ihnen leider von Seiten der Polizei keine Antwort geben.
K. B. 27.03.2018 22:48:01
Meine Mutter hat einen Handwerker bar bezahlt, leider wurde die Dachreinigung und Neubeschichtung mangelhaft ausgeführt. Wir haben eine Mängelrüge mit Fristen gemacht. Wo bekommen wir Hilfe, wenn die Arbeiten nicht nachgebessert werden?
Rolf Naegeli
Guten Abend. Das Vorgehen bei Mängelrügen ist im OR 366 Abs 2 geregelt. Ich denke, dass Sie die Mängelrüge schriftlich einreichen müssen und darauf pochen, dass die Mängel durch den Handwerker behoben werden. Wenn dies nicht der Fall ist müssen Sie sich juristische Unterstützung holen um gegen den Handwerker gerichtlich vorzugehen. Weiterreichende Informationen finden sie unter www.weka.ch.