Moderator
Der Chat ist offen. Stellen Sie Ihre Frage(n) zum Thema hartnäckige Infekte!
C.S. Montag, 11.04.2016, 21:55
Guten Abend mein Vater ist MRSA positiv. Im Mai werde ich mich einem geplanten Eingriff unterziehen. Ist es sinnvoll, im Vorfeld eine MRSA-Abklärung zu machen oder ist die Ansteckungsgefahr als gering einzustufen, wenn man einfach im gleichen Haushalt mit jemandem zusammen lebt?
Martin Loessner
Eine Abklaerung ist auf jeden Fall sinnvoll, da der Keim sehr leicht uebertragen werden kann.
D.H. Montag, 11.04.2016, 21:55
Warum ist es so wichtig, dass ich mein Antibiotika fertig nehme? Ich fühle mich heute (3. Tag) bereits gesund. Soll ich meinen Arzt kontaktieren?
Urs Karrer
Grundsätzlich weiss ihr Arzt, wie lange eine bestimmte Infektion zu behandeln ist. Wir behandeln aber immer noch meistens zu lange. Fragen Sie also nach, ob sie nicht schon aufhören können.
A.G. Montag, 11.04.2016, 21:59
Warum wird die präventive oder flächendeckende Anwendung von Antibiotika in der Tiermedizin nicht endlich sofort verboten ???
Urs Karrer
Als Arzt kann ich Ihnen da nur zustimmen. Immerhin sind entsprechende Bestrebungen im Gang. Es gibt das sogenannte Star-Programm vom BAG und BVET, das sich gegen den unsachgemässen Einsatz von Antibiotika auch in der Tiermedizin richtet.
B.W. Montag, 11.04.2016, 22:00
Sollte nicht schon längst vor einem Spitaleintritt obligat ein Test gemacht werden, und wenn positiv, die Patienten sofort isoliert werden. Macht es ev. sogar Sinn, wenn Bakterien sich durch resistenzen verändern? Wird durch Antibiotika das Milieu im Körper dermassen beschädigt,dass bösartige Bakterien die Oberhand gewinnen und dadurch Schaden anrichten.Warum wird immer wieder auf eine gute Hygiene hingewiesen,das Problem liegt doch ganz woanders.
Martin Loessner
Ja, solche Abklaerungen waeren sehr sinnvoll, werden aber leider nicht in allen Laendern oder Spitaelern zwingend durchgefuehrt. Antibiotika schaedigen nicht den Koerper, sondern nur die empfindlichen Bakterien. Dadurch koennen sich aber allenfalls andere Keime ausbreiten. Eine gute, aber nicht uebertriebene Hygiene hilft generell bei der Vermeidung von Infektionen.
R.G. Montag, 11.04.2016, 22:00
Inwieweit sehen Sie eine mögliche Heilung durch Phagen bei vorliegen von Morbus Reiter?
Urs Karrer
Das ist leider nicht realistisch, da es sich um eine immunologische Erkrankung handelt, die nicht (mehr) durch Bakterien unterhalten wird.
P.M. Montag, 11.04.2016, 22:02
Welche Resistenzen können die Bakterien gegen die Phagen bilden und wie genau?
Martin Loessner
Es gibt verschiedene Wege wie Bakterien gegen Phagen resistent werden koennen. Sie veraendern ihre Oberfläche oder zerstören das Erbgut des Phagen vor der Vermehrung.
R.B. Montag, 11.04.2016, 22:04
Ich habe eine Bio Herzklappen Protese, vor 2 Jaher hatte ich eine Enodkarditis wurde 8 Wochen mit Antipiotika behandelt. verlauf gut. Nun möchte ich meine Schwägerin in Osnabrück (Deutschland)besuchen dies ist Schwerkrank und ist Trägerin von MSRA Bakterien in NAse und Hals . ist es für mich ein Risiko Sie zu besuchen.Wenn ich Mundschutz und Handschuhe anwenden. Oder soll ich auf den Besuch verzichten
Urs Karrer
Ein Restrisiko bleibt leider, dass Sie sich mit diesen MRSA besiedeln könnten. Falls Sie aber die Hygienevorschriften genau einhalten, ist das absolut vertretbar (insbesondere eine ganz strikte Händehygiene).
H.B. Montag, 11.04.2016, 22:05
Guten Abend, Wann und warum wird ein Patient Antibiotika resistent. Kommt es von zu vielen im Verlauf der Jahre bereits genommenen Antibiotikas. Besten Dank.
Martin Loessner
Nicht der Patient, sondern die Keime werden resistent gegen die Wirkung der Antibiotika. Das kommt tatsaechlich meist daher, dass viel zu viel Antibiotika eingesetzt werden und dadurch die Resistenzen selektiert und sogar provoziert werden. Weniger waere evtl. mehr...
B.M. Montag, 11.04.2016, 22:06
Sehr geschätzte Herren, infolge mehreren Rückenmarksödemen (die Aerzte denken an einen Zusammenhang mit meiner Schuppenflechte Psoriasis Pustulosa) werden mir Biologicals empfohlen. Gerne möchte ich wissen, ob die Phagen denselben Heilungserfolg haben.
Urs Karrer
Bei der Schuppenflechte handelt es sich nicht um eine Infektionskrankheit. Deshalb wäre eine Phagentherapie, die sich gegen Bakterien richtet, völlig nutzlos.
C.R. Montag, 11.04.2016, 22:09
Als Arzt macht das Thema Sorgen. Wann kommt endlich das vollständige Verbot für ?Antibiotikagaben in landwirtschaftlichen Mastbetrieben .?
Martin Loessner
Ein vollstaendiges Verbot waere wenig zielführend (auch Tiere leiden an Infektionen) und wird es nie geben. Es geht vielmehr um den sinnvolleren und gut kontrollierten Einsatz, also nur noch im Ernstfall. Und auf die Verwendung von AB als Wachstumsfoerderer sollte weltweit voellig verzichtet werden.
P.H. Montag, 11.04.2016, 22:09
Wegen einer Prostatainfektion (nach Biopsie festgestellt) hat mir der Urologe eine Antibiotikum veschrieben. Ich soll während 12 Wochen täglich 2 x 500mg CiproHexal einnehmen. Eine massive Dosierung. Was halten Sie davon?
Urs Karrer
Eine chronische Prostatainfektion muss man tatsächlich sehr lange behandeln. Man sollte unbedingt das ursächliche Bakterium kennen und die Therapie darauf ausrichten. Normalerweise sind aber 4-6 Wochen ausreichend. Besprechen Sie sich noch einmal mit Ihrem Urologen, weshalb er 12 Wochen Therapie empfiehlt.
P.H. Montag, 11.04.2016, 22:45
Wegen einer Prostatainfektion (nach Biopsie festgestellt) hat mir der Urologe eine Antibiotikum veschrieben. Ich soll während 12 Wochen täglich 2 x 500mg CiproHexal einnehmen. Eine massive Dosierung. Was halten Sie davon?
Urs Karrer
Eine chronische Prostatainfektion muss man tatsächlich sehr lange behandeln. Man sollte unbedingt das ursächliche Bakterium kennen und die Therapie darauf ausrichten. Normalerweise sind aber 4-6 Wochen ausreichend. Besprechen Sie sich noch einmal mit Ihrem Urologen, weshalb er 12 Wochen Therapie empfiehlt.
c.b. Montag, 11.04.2016, 22:11
Wieso tragen die Infektiologen bei der Visite in der Isolierstation ihren weissen Mantel von draussen ? Dies ist eine wirkliche Infektionsquelle ?
Martin Loessner
Die Gefahr ist tatsaechlich seit Joseph Lister und Ignaz Semmelweiss bekannt, entsprechende Massnahmen haben sich aber immer noch nicht ausreichend durchgesetzt.
I.S. Montag, 11.04.2016, 22:12
Ich bin vor ca. 3 Jahren aus einem Spital in Schottland, wo ich wegen eines Bruchs untersucht wurde, mit bestimmten Keimen (ich weiss nicht mehr welche) zurück in die Schweiz gereist und habe mich dann hier behandeln lassen. Muss ich auch jetzt, 3 Jahre später, davon ausgehen, dass ich noch diese Keime habe?
Urs Karrer
Wenn es sich um Hautbakterien gehandelt hat (z.B. MRSA) dann nicht, wenn es aber Darmbakterien waren (z.B. E. coli), dann ist das durchaus möglich.
R.M. Montag, 11.04.2016, 22:13
Ich bin im Sommer 2015 in einem Regionalspital Nofall operiert worden. Es folgte noch im Spital eine Infektion. Wunde musste ca-.4-5cm geöffnet werden. Nach Austritt während Monaten Wundbehandlung. Erst zu Hause ergab sich nach Wundabstrich die Diagnose "Staphylocus aureus" mit sogennanter Teilresistenz. Werde ich für diese 5-8 Antibiotika resistent bleiben?
Martin Loessner
Die Bakterien sind resistent, nicht sie selber. Sobald die Keime durch geeignete Massnahmen eliminiert werden koennen, ist die Resistenzsituation wieder normalisiert.
E.D. Montag, 11.04.2016, 22:16
Meine Tochter hat seit sehr vielen Jahren eine Blasenentzündung die nicht weggeht. Sie wärmt stundenlang die Blase mit Decken und oft auch Pats, da die Schmerzen sonst zu gross werden. Sie kann kaum mehr von zuhause weggehen, da die Blasenentzündung dauernd präsent ist. Eine auswärtige Arbeit ist nicht mehr möglich. Es wurde schon vieles probiert, von Naturheilmitteln bis Antibiotika. Im Spital wurde geröntgt und div. Untersuchungen gemacht. Keine Ergebnisse. Der Leidensdruck ist unendlich gross
Urs Karrer
Das Problem ist eindeutig zu komplex, als dass ich Ihnen via Internet eine Abklärungs- oder Behandlungsvorschlag machen kann. Dazu muss man die genaue Krankengeschichte und die Resultate aller Voruntersuchungen und Behandlungen kennen, bevor man sich ein Urteil erlauben kann. Sie könnten allenfalls Ihren Hausarzt bitten, dass er Ihre Tochter einem Infektiologen überweisen könnte.
P.S. Montag, 11.04.2016, 22:16
Guten Abend Ich bin Landwirt und habe Milchkühe. Bei mastitis lasse ich jeweils eine Laboranalyse der Milch machen und weiss somit genau welches Antibiotikum nötig ist. Ich bin immer auf der Suche nach Alternativen und bin vor Jahren auf die Phagen aufmerksam geworden. Könnten diese auch bei mastitis eingesetzt werden? Gibt es Studien? Mein Tierarzt hält nichts davon aber die Landwirtschaft sollte schon nur wegen dem Image Alternativen zur Verfügung haben.
Martin Loessner
Tatsaechlich ist Mastitis bei Kühen ein grosses Problem. Allerdings sind Phagen weniger geeignet, dafuer die Phagenenzyme umso besser. An der ETH und auch in den USA laufen entsprechende Studien, die ersten vielversprechenden Ergebnisse werden noch dieses Jahr veroeffentlicht.
Moderator
Der Fragenberg ist enorm. Die Experten arbeiten mit Hochdruck an den Antworten – wir bitten um etwas Geduld...
N.H. Montag, 11.04.2016, 22:19
Guten Abend, ich bin in der 22. Woche mit Zwillingen schwanger und bei einer Untersuchung wurde mir MRSA nachgewiesen. Wir haben versucht den Keim mit Desinfektionsmittel (Dusche, Nasensalbe, Mundspülung und Hand Desinfektion) zu bekämpfen. Bisher jedoch leider erfolglos. Gibt es eine Beratungsstelle für die weitere Behandlung und Fragen ? Vielen Dank.
Martin Loessner
Es wird nicht moeglich sein, diese Besiedlung zu entfernen. Sinnvoll und notwendig sind gute Hygienemassnahmen im Spital, so dass es bei der Geburt nicht zu einer Infektion kommen kann.
J.K. Montag, 11.04.2016, 22:22
Mein Sohn (19j) hat sich nach einer Knie-Op (Meniskus) im Mai 15 mit Staphylokokkus aureus infisziert. Im August 16 steht eine weitere Op am selben Knie an (Knorpelschaden ,Meniskus ). Ist die Gefahr sich wieder mit diesem Bakterium anzustecken grösser?
Martin Loessner
Wenn die Keime vollstaendig entfernt wurden, ist die Gefahr nicht groesser als vorher. Wichtig ist eine entsprechende Hygiene im Spital und bei der Wundversorgung.
J.K. Montag, 11.04.2016, 22:23
Mein Sohn (19J.) hat sich im Mai 2015 nach einer Knie - Op mit Staphylokokkus aureus infisziert. Im August 16 steht eine weitere Op an diesem Knie an.( Meniskus und Knorpelschaden) Ist die Gefahr grösser als normal, dass er nochmals von diesen Bakterien befallen wird?
Urs Karrer
Es lohnt sich, vor der erneuten Operation zu kontrollieren, ob Ihr Sohn weiterhin mit S. aureus besiedelt ist. Dazu braucht es Abstriche von Nasen-/Rachen und Leiste. Falls er weiterhin besiedelt ist, sollte man eine sogenannte Dekolonisation durchführen. Ihr Hausarzt oder der operierende Orthopäde kann sie bei einem Infektiologen erkundigen, wie man das durchführen muss.
c.b. Montag, 11.04.2016, 22:25
Sind die Experten nicht auch der Ansicht dass zum Vermeiden von Bakterienübertragung auch die Kleider beim Betreten der Isolierstation gewechselt werden sollten ?
Martin Loessner
Ja, das waere sicher eine sinnvolle Massnahme, allerdings schwierig umzusetzen. Vor allem auch die Arztkittel sollten nach jeder Visite bei einem Risikopatienten gewechselt werden.
r.M. Montag, 11.04.2016, 22:27
ich selbst in der Pflege tätig Pflegte einen Patienten und wir wussten leider erst Tage später das er MRSA Positiv ist.Ansteckungsgefahr für mich???Lohnt es sich mich auf MRSA untersuchen zu lassen?
Urs Karrer
Bei konsequenter Einhaltung der Standarthygienemassnahmen sollte eigentlich nichts passiert sein. Sie selber sind sowieso nicht in Gefahr, sie könnten aber doch mit MRSA besiedelt sein und den Erreger auf andere Patienten übertragen. Man sollte Nasen-/Rachen- und Inguinalabstriche machen, um das auszuschliessen.
M.M.A. Montag, 11.04.2016, 22:29
Meine Tochter 16 Jahre, hatte bereits zwei Blasenentzündungen (nach Geschlechtsverkehr). Sie hat jedesmal eine 1x Dosis des Antibiotikums Monuril eingenommen, was auch jedesmal sofort geholfen hat. Eine Untersuchung hat gezeigt, das der Auslöser das Bakterium Escherichia Coli ist. In der Sendung hiess es, dass dieses Bakterium resitent ist und sich die Entzündung bis zu den Nieren ausbreiten kann und schliesslich durch eine Blutvergiftung zum Tode führen kann. Was heisst das für meine Tochter?
Martin Loessner
Manche E. coli sind resistent (sog. ESBL Bakterien), die allermeisten allerdings (noch) nicht. Es besteht kein Grund zur Sorge, solange die verordneten AB wirken. Sehr wichtig ist allgemein eine gute Hygiene um entsprechende Schmierinfektionen zu vermeiden.
W.E. Montag, 11.04.2016, 22:29
Hallo Ich hatte letztes Jahr mehrere Hüft OPs. Es wurden verschiedene Typen SKN in Biosiekulturen festgestellt.. Behandlung war: Vancomycin und Cefepimeund Rimactan während ca. 7 Wochen. Frage: WIE lange braucht der Körper, diese Stoffe auszuarbeiten und wieder sein eigenes Immunsystem aufzubauen? Danke
Urs Karrer
Die Medikamente sind 2-3 Wochen nach der Behandlung aus dem Körper eliminiert. Auch die Darmflora sollte nach einigen Wochen wieder weitgehend normal sein. Das Immunsystem wird durch diese Antibiotika nicht geschädigt und braucht deshalb keine Erholungszeit.
a.g. Montag, 11.04.2016, 22:31
Während meiner Kindheit wurde ich ca. 20 mal mit Antibiotika behandelt. Muss ich auch 40 Jahre später mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Resistenzen rechnen? Besten Dank
Martin Loessner
Das ist sehr unwahrscheinlich, da sich die Besiedlung mit solchen Keimen immer wieder aendert.
B.H. Montag, 11.04.2016, 22:33
Sehr geehrter Herr Prof. Loessnr: schön, dass Sie nach wie vor am Ball sind!! Meine Skepsis bzgl. Akzeptanz der Phagentherapie hatte ich in meiner (berufsbegleitenden) Diss. schon vor über einem Dutzend Jahren formuliert. Sehen Sie inzwischen eine Entwicklung hin vom "Können" zum tatsächlich "Wollen"? In Herrn Karrers Blick sehe ich nichts davon...
Martin Loessner
Tatsaechlich tut sich in letzter Zeit sehr viel in der Forschung und entsprechenden klinischen Studien sind unterwegs. Ich rechne fest damit, dass die ergänzende Therapie mit Phagen und den Phagenenzymen in einigen Jahren regelmaessig angewendet wird.
R.R. Montag, 11.04.2016, 22:33
Ich habe seit 20 Jahren einen Katheter durch den Bauch, weil ich nicht mehr Wasser lösen kann. Seit dieser langen Zeit schlucke ich Antibiotika und die Abstände werden zwischen den Antibiotikas immer kleiner. Auch bin ich gegen die meisten schon Resistenz. Katheterisieren kann ich nicht, weil ich in der Harnröhre zu grosse Schmerzen habe. Auch der Urolog weiss bald nicht mehr weiter. Diese ganze Entwicklung macht mir grosse Sorgen. Wie weiter?
Urs Karrer
Sehr schwierige Situation, da die Harnblase immer mit Bakterien besiedelt bleibt. Neben einer genügenden Trinkmenge ist wichtig, dass Sie die Blase regelmässig und möglichst vollständig leeren, damit der Urin nicht in die Nierenbecken aufgestaut wird. Ausserdem sollten nur dann Antibiotika verwendet werden, wenn Sie wegen der Infektion starke Allgemeinsymptome haben (Fieber, Flankenschmerzen).
E.S. Montag, 11.04.2016, 22:36
Ich mag mich erinnern eine Info Sendung ca.2010 über Phagen gesehen zu haben. In Polen(?) wird diese Therapie auch erfolgreich angewendet. Warum reagiert "der Westen" so zögerlich die Phagen auch anzuwenden oder zu erforschen? Warum keine Zusammenarbeit? Ist der "Westen" zu arrogant um mit dem "Osten" (Georgien Polen.usw.) gemeinsam zu forschen? Ich kenne eine Frau die erfolgreich an Lymphdrüsen behandelt werden konnte!
Martin Loessner
Die Zusammenarbeit mit Osteuropa ist nicht immer moeglich, da die Grundlagen fuer die Durchführung kontrollierter Studien sehr verschieden sind. Auch benoetigen diese Studien recht lange Zeit - vom Forschungsantrag bis zu den Ergebnissen vergehen in der Regel mindestens 5 Jahre...
L.B. Montag, 11.04.2016, 22:38
Ich habe seit 3 Wochen eine Blasenentzündung mit heftigen Schmerzen. Heute nehme ich den 31. Tag in Folge Antibiotika: Ciprofloxacine, Co-Amoxi und Baktrim, sowie Schmerztabletten Ecofenac. Am Freitag bei der Blasenspiegelung war die Blase sehr entzündet. Der Arzt meint wahrscheinlich muss er die Blasenwand "Schälen". Im Moment habe ich keine Schmerzen mehr aber was soll weiter geschehen, wenn ich all die Medis absetze und die Schmerzen wieder auftreten. Was für Möglichkeiten habe ich noch? Dank
Urs Karrer
Zunächst muss sicher sein, dass die Blasenentzündung durch Bakterien verursacht ist und durch welche. Dazu muss man den Urin im Mikrobiologielabor untersuchen. Dann kann man die am besten geeignete Behandlung auswählen.
F.C. Montag, 11.04.2016, 22:40
Gut gemacht Martin. Hast Du jemals Phagen an Dir selbst ausprobiert?
Martin Loessner
Na klar ! ich mag vor allem den leicht nussigen Geschmack von Salmonella Phagen, und das eher schokoladige Aroma von Staphylokokken Phagenenzymen... Im Ernst - ich wuerde es sofort probieren wenn ich an einer ansonsten nicht gut therapierbaren Infektion leiden wuerde
B.B. Montag, 11.04.2016, 22:40
Ich habe seit novembre. 2012 eine knieprothese. 11.03.16 wurde ein kleiner Kniescheibe Rand entfernt. Gab komplikationen. Habe gelenksflùssigkeit verlohren. Wieder öffnen reinigung und schliessung. Jede 4 std antibiotica. Eingriff muss wiederholt werden oder wechsel der knieprothese. Was raten Sie mir? Der Infekt kam am 11.03.16
Urs Karrer
Da müsste ich alle Details Ihrer Krankengeschichte kennen. Besprechen Sie sich mit Ihrem Orthopäden und fragen sie allenfalls nach, ob er mit einem Infektiologen zusammenarbeitet.
W.B. Montag, 11.04.2016, 22:46
In der heutigen Pulssendung wurde über "Phagenbehandlung" diskutiert.Meine Blase ist übergross und entleert sich nicht mehr vollständig, dadurch viele Blasenentzündungen. Behandlung mit Antibiotka, beim Absetzen wiederholt sich das Ganze. Gibt es für dieses Problem bereits ein Phagenmedikament, das dauerhaft hilft? Besten Dank für eine Antwort.
Martin Loessner
Sind die Erreger bekannt ? Wenn ja, koennte theoretisch ein entsprechender Phage gefunden werden. Dieser muesste dann ueber einen Katheter in die Blase eingebracht werden. Leider gibt es in CH noch keine entsprechende Behandlung.
c.H. Montag, 11.04.2016, 22:46
Guten Abend Meine Mutter hat eine chronische Nierenbecken Enzündung momentan ruhig braucht wegen dem regelmässig antbiotika ,jetzt hat sie noch sinusitis bekommen und wieder Antibiotika.....habe langsam das gefühl das sie resistent gegen gewisse Antibiotika ist....wie soll sie vorgehen das das mal genau abeklährt wird?
Urs Karrer
Sie soll jeweils beim Arzt nachfragen, ob es keine alternative Behandlungsform gibt, denn Sinusitis ist zu 90% viral. Ausserdem sollten die Nierenbeckenentzündungen möglichst gezielt behandelt werden. Dazu sollte vorgängig der ursächliche Erreger festgestellt werden.
M.S. Montag, 11.04.2016, 22:48
Guten Abend, ich quäle mich seit über einem Jahr mit einer immer wieder zurückkommenden Blasenentzündung. Nachdem ich div. Antibiotikakuren gemacht habe, versuchte ich es mit natürlichen oder alternativen Medikamenten, die mir zwar etwas Erleichterung bringen aber nicht mehr. Ich habe immer Leukozyten und Nitrit im Urin und dementsprechende Beschwerden. Ich weiss einfach nicht mehr weiter und ich glaube mein Hausarzt auch nicht! Gerne hätte ich von Ihnen einen Vorschlag was ich noch tun kann!
Urs Karrer
Das ist eine schwierige Situation, wo es kein Patentrezept gibt. Neben einigen wenigen partiell wirksamen Vorbeugemassnahmen, muss man durch genaue Analyse herauszufinden versuchen, was bei Ihnen das Problem ist. Das ist leider nicht via Internet möglich. Allenfalls könnte ein Infektiologe weiterhelfen.
R.R. Montag, 11.04.2016, 22:50
Heute habe ich das Antibiotikum "Klacid One 500 mg" von meiner Hausärztin erhalten. Ich habe schon seit Tagen Nebenhöhlen-Vereiterungen. Muss ich bei diesem Medikament keine Bedenken haben, dass ich nach 7 Tagen (1 Tabl. pro Tag) nicht mehr Riechen und Schmecken kann. Habe im Tages-Anzeiger vom 24. Juni 2013 gelesen dass eine Frau ihr Geruchs- und Geschmackssinn für immer verloren hatte.
Martin Loessner
Seltene Nebenwirkungen kann man nie vollstaendig ausschliessen. Allerdings sollten sie die Chancen der Therapie auf jeden Fall positiv bewerten.
R.R. Montag, 11.04.2016, 22:52
Heute habe ich das Antibiotikum "Klacid One 500 mg" von meiner Hausärztin erhalten. Ich habe schon seit Tagen Nebenhöhlen-Vereiterungen. Muss ich bei diesem Medikament keine Bedenken haben, dass ich nach 7 Tagen (1 Tabl. pro Tag) nicht mehr Riechen und Schmecken kann. Habe im Tages-Anzeiger vom 24. Juni 2013 gelesen dass eine Frau ihr Geruchs- und Geschmackssinn für immer verloren hatte.
Martin Loessner
Seltene Nebenwirkungen kann man nie vollstaendig ausschliessen. Allerdings sollten sie die Chancen der Therapie auf jeden Fall positiv bewerten.
M.J. Montag, 11.04.2016, 22:53
Weshalb wird bei einer Infektion selten oder nicht abgeklärt ob diese viraler oder bakterieller Natur ist? Kosten, zuwenig Zeit, zu kompliziert?? Damit würde gewiss einer zu leichtfertigen Abgabe von Antibiotika ein Riegel geschoben.
Martin Loessner
Selbstverstaendlich sollte das gut abgeklaert werden. Die meisten Erkältungskranheiten sind viraler Natur, Wund- und Gewebeinfektionen allerdings werden ueberwiegend durch Bakterien verursacht. Ein guter Arzt wird das beurteilen koennen.
A.R. Montag, 11.04.2016, 22:53
Guten Abend. Wir haben folgende Situation. Mein Bruder arbeitet für eine Schweizer Firma in Bangkok. Er hatte über längere Zeit Blasenpropleme und sprach schlecht auf Antibiotika an. Ein Untersuch im Kantonsspital Aarau ergab, dass er eine Harnwegsinfektion mit ESBL.coli-Bildner hat. Im Spital in Bangkok haben sie ihn dann mit Restantibiotika behandelt. was bedeutet das für ihn und für uns als Angehörige auch in Bezug auf eine Ansteckung. er hat auch einen kleinen Sohn. herzlichen Dank.
Urs Karrer
Der Sohn ist praktisch sicher ebenfalls mit den resistenten E. coli im Darm besiedelt, da ein sehr enger Kontakt besteht. Bei Ihnen ist es möglich. Das ist primär nicht gefährlich, solange die Erreger nur in der Darmflora sind. Nach einer Reise nach Indien oder Südostasien sind leider 60-80% der Rückkehrer mit diesen resistenten Bakterien besiedelt.
A.S. Montag, 11.04.2016, 22:55
Seit 6 Monaten werde ich mit Antibiotika gegen Bakterien behandelt. Zuerst Co- Amoci-Morpha und Clarithrinin gegen Heliobacter, dann nach Schleimtest mit Nopil forte gegenein anderes Bakterium im Rachen. Ergebnis Null, Zahn- und Gaumenbeläge lassen nicht nach. Hausarzt kann nicht weiterhelfen. Wie soll ich weitermachen, könnten Sie mir einen Rat geben? Danke für Ihre Antwort!
Urs Karrer
Antibiotika stoppen und genau untersuchen, was das Problem ist. Antibiotika scheinen das Problem nicht zu verbessern.
I.K. Montag, 11.04.2016, 22:56
Guten Abend, ich arbeitete mehrere Jahre als Pflegefachfrau in einer internistischen Abteilung und hatte dadurch sehr oft Kontakt mit Antibiotika (Vorbereitung von Infusionen, Tabletten etc.). Ich habe mal gehört, dass man alleine dadurch Resistenzen entwickeln kann - können Sie dies bestätigen? Besten Dank für Ihre Antwort.
Martin Loessner
Solange die Substanzen nicht in hoeherer Konzentration in / auf Ihren Koerper gelangen ist die Gefahr gering. Allerdings ist eine Besiedlung durch resistente Bakterien durch Patientenkontakt nicht ganz ausgeschlossen.
F.B. Montag, 11.04.2016, 22:57
Seit etwa drei Monaten habe ich zwei vaginale Infektionen (Strepto B und Pilz). Habe in der Zwischenzeit drei verschiedene Antibiotika und zusätzliche Medikamente genommen. Bis jetzt gab es keine Besserung. Ist es sinnvoll weitere Antibiotika verschreiben zu lassen? Ich bin etwas verzweifelt und mache mir grosse Sorgen weil nichts wirkt.
Urs Karrer
Weitere Antibiotika sind nicht sinnvoll. Strepto B in der Vagina sollte man nur in der Schwangerschaft behandeln, weil es bei Neugeborenen eine lebensgefährliche Blutvergiftung verursachen kann.
M.B. Montag, 11.04.2016, 22:58
Guten Abend die Herren, ich erhielt im November nach einer starken und langwierigen Erkältung die Diagnose; chronische Sinusitis. Muss täglich deshalb Rhinocort in die Nase sprühen, da konventionelle Mittel nicht den gewünschten Erfolg brachten.Auch der Nasenspray ist nicht durchschlagend. Leide seit Jahren gehäuft unter Infekte der oberen Atemwege. Chronische Sinusitis, ist das ein viraler oder ein Bakterieninfekt? Würde in diesem Fall eine Phagentherapie etwas bringen? Danke für ihre Antwort.
Martin Loessner
Hier kann nur eine genaue Abklaerung der Infektion eine Therapie ermöglichen. Chronische virale Infektionen sind selten, Bakterien kommen häufiger vor. Ebenfalls moeglich sind permanente Schleimhautdefekte oder falsche Immunreaktionen.
M.B. Montag, 11.04.2016, 22:58
Guten Abend die Herren, ich erhielt im November nach einer starken und langwierigen Erkältung die Diagnose; chronische Sinusitis. Muss täglich deshalb Rhinocort in die Nase sprühen, da konventionelle Mittel nicht den gewünschten Erfolg brachten.Auch der Nasenspray ist nicht durchschlagend. Leide seit Jahren gehäuft unter Infekte der oberen Atemwege. Chronische Sinusitis, ist das ein viraler oder ein Bakterieninfekt? Würde in diesem Fall eine Phagentherapie etwas bringen? Danke für ihre Antwort.
Martin Loessner
Hier kann nur eine genaue Abklaerung der Infektion eine Therapie ermöglichen. Chronische virale Infektionen sind selten, Bakterien kommen häufiger vor. Ebenfalls moeglich sind permanente Schleimhautdefekte oder falsche Immunreaktionen.
S.M. Montag, 11.04.2016, 22:59
Bei mir wurde zwei mal eine 3 monatige Antibiotikakur wegen E-Coli Bakterien in der Prostata verschrieben. Die Schmerzen und Entzündungen (Blase) sind weg, die Bakterien jedoch resistent und nachwievor nachweisbar. Mein Urologe meint, dass vorerst auf eine weitere Behandlung mit Antibiotika absehen sollten, da keine Schmerzen mehr vorhanden sind. Was aber ist, wenn sich dieses Bakterienstamm weiterentwickelt oder weiterwandert (Niere?). Ist es empfehlenswert einen Infektologen aufzusuchen?
Urs Karrer
Solange sie keine Beschwerden haben, sollten keine Antibiotika eingesetzt werden. Eine reine Besiedelung sollte nicht mit Antibiotika behandelt werden.
E.B. Montag, 11.04.2016, 23:00
Ist Sudeck den ich am rechten Fuss habe eine Infektionskrankheit. Wie ist er Heilbar?
Urs Karrer
Sudeck ist keine Infektionskrankheit. Antibiotika oder Phagen sind da nutzlos.
Moderator
Der Live-Chat ist beendet. Leider war es in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich, alle Fragen zu beantworten. Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf http://www.srf.ch/sendungen/puls/phagen-ausweg-aus-der-antibiotika-krise-2