Moderator
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H.B. Montag, 16.01.2017, 20:41
Gibt es Hoffnung, dass die Biologicals dank Generika billiger werden?
Curdin Conrad
Ja, die Preise werden sicherlich ein bisschen sinken. Aber die Medikamente bleiben sehr teuer und werden in absehbarer Zeit wohl nicht um mehr als 20-25% "günstiger"
M.F. Montag, 16.01.2017, 20:44
Guten Abend seit meinem vierten Lebensjahr habe ich Schuppenflechte. Nun wurden bei mir sogenate Plaques im Gehirn gefunden. Ist dies möglich dass es auch da zum Vorschein kommt? Denn vor ca 18 Jahren hatte ich an einer anderen Hirnregion welche die dann in der Verlaufskontrolle nicht mehr da waren.Dafür wider an einer anderen Stelle im Kopf. Sowie es auch typisch auf der Haut vorkommt.
Florian Anzengruber
Es ist keine Manifestation der Psoriasis im Gehirn bekannt. Betroffen sein können die Haut, Nägel, Gelenke und das kardiovaskuläre System.
S.W. Montag, 16.01.2017, 20:45
Ich hätte ziemlich Respekt davor, ständig Biologika einzunehmen. Hat man Erfahrungen mit Langzeitschäden?
Julia-Tatjana Maul
Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Biologika zählen: vermehrtes Auftreten von Infektionen wie beispielsweise Hautinfektionen, Harnwegsinfektionen oder Lungenentzündungen. Die meisten Biologika sind erst seit einigen Jahren auf dem Markt. Bisher haben wir sehr gute Erfahrungen damit gemacht.
C.S. Montag, 16.01.2017, 20:46
Sehr geehrte Damen und Herren Ich leide bereits seit ca. 20 Jahren an Psioriasis, habe jenste Therapien durchgemacht. Vor gut 4 Jahren habe ich die Lichttherapie gemacht, dadurch hatte ich ein relativ Grossen Erfolg. in den darauf folgenden Jahren hat die Lichttherapie nichts mehr geholfen. Als letztes versuchte ich die Spritzen Therapie wo Lokal mehrere Injektionen gespritzt wurden in den Flechten Herd. Jedoch dies brachte auch nichts.Können Sie mir evtl. weiterhelfen was noch möglich wäre.
Florian Anzengruber
Es gibt sehr viele Therapien, welche man bei der Psoriasis anwenden kann. Wesentlich in Ihrem Fall wird sein, wie ausgeprägt die Psoriasis ist, wieviel Körperoberfläche betroffen ist, ob Gelenksbeschwerden oder Nagelveränderungen bestehen. Sicherlich ist ein persönliches Gespräch mit einem Dermatologen am zielführendsten. Auf Ihre Frage hinsichtlich möglicher Systemtherapien: Acitretin, Fumarsäureester (nicht in der CH zugelassen), Methotrexat, Apremilast und - in besonders schlimmen Fällen- auch Biologika.
Y.B. Montag, 16.01.2017, 20:49
Mein Daumennagel verändert sich von allen Nägeln am schlimmsten. Vor lauter Grübchen und entzündetem Nagelbett habe ich Angst, meinen NAgel zu verlieren. Der eine Arzt gab mir Volon, der andere zuckte die Schultern. muss ich mich damit abfinden?
Curdin Conrad
Nein, Sie müssen sich sicherlich nicht mit dem von Ihnen beschriebenen Zustand abfinden. Heute stehen uns unzählige Therapieoptionen zur Verfügung, die wir den Patienten inviduell nach den Anforderungen der Patienten, eventueller Begleiterkrankungen und v.a. anhand des Schweregrads der Psoriasis anpassen können. Die Auswahl des passenden Therapie erfolgt im Gespräch mit den Patienten. Sie sollten sich an einen Dermatologen beziehungsweise einen Rheumatologen wenden, der ausreichend Erfahrung mit der Behandlung der Psoriasis haben. Entsprechende Kontaktinformationen erhalten Sie bei Bedarf sicherlich von der nationalen Patientenorganisation.
Y.B. Montag, 16.01.2017, 20:52
ich leide seit 10 Jahren an Nagel- und Kopf-PSO, jetzt kommen Gelenkschmerzen (Achillessehne, Knie, Ellenbogen, Finger) hinzu. Kein dermatologe will mir system. Therapie verschreiben. Meine Mutter, mein Onkel und mein Opa haben PSO und vermutlich auch PSA. In der Reha auch nur Topika. Der Juckreiz udn die Schuppen machen micht wahnsinnig. Habe dadurch auch schon einen Job verloren: unhygienisch und und nicht belastbar. Wieso erhalte ich keine richtige Therapie? Ich leide
Florian Anzengruber
Ich kann Ihre Zeilen gut nachvollziehen, da mir viele Patienten Ihr Leiden derart schildern. Um ehrlich zu sein, ist nur im Rahmen einer persönlichen Konsultation eine Einschätzung möglich und man muss im Hinterkopf haben, dass jegliche Systemtherapien zwar bei den meisten Patienten gut vertragen werden, es jedoch auch Psoriatiker gibt, die Nebenwirkungen auf systemische Therapien entwickeln. Mein Motto ist: "So viel wie nötig, so wenig wie möglich." In Ihrem Fall macht es sicherlich Sinn einen Dermatologen/eine Dermatologin Ihres Vertrauens aufzusuchen, ihren Leidensdruck so zu schildern- wie Sie das jetzt tun- und ggf. nach einer Begründung der Therapieentscheidung zu fragen.
Y.B. Montag, 16.01.2017, 20:53
ich kann wochenlang nicht laufen wegen der Fersenschmerzen/Achillessehen. Einlagen, SToßwelle, Globuli - alles hat nichts gebracht. Durch die SChmerzmittel hatte ich schon Magenblutung. Orthopäde und Dermatologe machen nix. Ich kann keinen Sport mehr machen, keine Städtetrips, tageweise weiss ich nicht wie ich zur Arbeit kommen soll, mit Freunden kann ich nicht mehr bummeln und spazieren gehen. ich kann mich wegen der Schuppenflechte doch nicht in einen Rollstuhl setzen?
Julia-Tatjana Maul
Ich würde Ihnen empfehlen einen Rheumatologen aufzusuchen, da sich Ihre Symptome sehr nach einer Psoriasisarthritis anhören. Es gibt heutzutage sehr gute Therapiemöglikeiten mittels Biologika oder anderen Systemtherapeutika wie Methotrexat, die Ihre Beschwerden lindern können.
F.A. Montag, 16.01.2017, 20:55
Gibt es auch medizinische Gründe, die gegen Biologika sprechen, doer geht es nur um die FInanzen?
Curdin Conrad
Die Biologika haben - wie jede andere Therapie - gewisse mögliche Nebenwirkungen (z.B. gehäufte Infektionen, gewisse immunologische Nebeneffekte,...) und Kontraindikationen. Entsprechend können sie nicht bei allen Patientinnen und Patienten eingesetzt werden. Zudem ist der Zugang, auch aufgrund des hohen Preises, gesetzlich limitiert. Grundsätzlich bieten die Biologicals jedoch eine sichere und hoch effektive Behandlungsoption dar und haben die Behandlung der Psoriasis revolutioniert.
A.K. Montag, 16.01.2017, 20:57
sind Fälle bekannt, wo die Schuppenflechte spontan von alleine wieder einfach so verschwunden ist?
Florian Anzengruber
Ja, das kannn absolut sein. Leider gibt es jedoch keine Möglichkeit dies beim Einzelnen vorherzusagen.
v.R.G. Montag, 16.01.2017, 21:16
Guten Abend, ich habe gelesen, dass die sogennate "rosa Creme" Avocado.B12(mit Vitamin B12, Avocadöl, Nachtkerzenöl und Urea) sehr erfolgversprechend sein soll.Ist da was dran? Es wird behauptet, dass mit Ayurveda Behandlungen die Psoriasis geheilt werden kann. Was sagen Sie dazu? Vielen Dank zum Voraus.
Curdin Conrad
Eine optimale Hautpflege mit guter Rückfettung ist essentielle Basistherapie in der Psoriasis. Urea (wie auch Milchsäure) hat zudem den Effekt, die Feuchtigkeit in der Haut zu behalten und hilft bei der Entfernung der Schuppen. Hierzu sind viele verschiedene Alternativen auf dem Markt, die ähnliche Wirksamkeit zeigen. Die Hautpflege muss jedoch regelmässig und konsequent durchgeführt werden. Deshalb ist für die Auswahl des Produktes entscheidender, dass Ihnen die Therapie genehm ist, und Sie diese am Schluss auch wirklich täglich durchführen. Bezüglich Ayurveda und einer eventuellen Heilungschance: Es gibt aktuell (und in absehbarer Zukunft) keine Behandlungsmöglichkeit, die eine dauerhafte Heilung verspricht. Gegen alternativmedizinische Ansätze spricht eigentlich nichts, solange diese nicht für die Haut irritierend sind, und Sie nicht allzu viel Geld aufgrund falscher Hoffnungen investieren. Da diese Therapieformen häufig auch den Stress der Patientinnen und Patienten zu reduzieren versuchen, sind gewisse Ansätze auch aus schulmedizinischer Sicht zu unterstützen. Sprechen Sie sich aber mit ihrem Arzt ab, da gewisse Therapien auch negative Effekte haben können.
R.m. Montag, 16.01.2017, 21:28
guten abend - mit kohlcreme super erfolge bei der schuppenflechte erziehlt freundliche gruesse vielleicht kann man anderen damit auch helfen creme gekauft kloster Leiden cristi - emmental
D.D. Montag, 16.01.2017, 21:29
Ich habe Kinderwunsch und Psoriasis. Da ich dann kein MTX nehmen kann und auch viele Biologika wegen der Halbwertszeit ausfallen (was ist das?): ist dieser neue PDE4 besser geeignet für junge Frauen?
Curdin Conrad
Die Halbwertszeit entspricht der Zeitdauer, bis die Hälfte der Medikamentenmenge aus Ihrem Körper eliminiert ist. Die Halbwertszeit ist bei den verschiedenen Biologika sehr unterschiedlich (von wenigen Tagen bis zu ca einem Monat). MTX und Retinoide sind absolut kontraindiziert bei aktuellem Kinderwunsch! Bei Biologika ist die Kontraindikation hingegen nur relativ. Einerseits passieren die Biologika die Plazenta in den ersten Monaten kaum und sollten deshalb keinen Effekt auf den Fötus haben. Andererseits sind die Erfahrungen hierzu - trotz mehrerer Tausend beschriebener Fälle von Schwangerschaften unter Biologika-Therapie, die im Vergleich zu unbehandelten Patientinnen keine Zunahme von Problemen zeigten - noch limitiert. Deshalb muss dies im Einzelfall diskutiert werden. Bezüglich des neuen PDE4 Inhibitors (apremilast/Otezla) sind noch deutlich weniger Daten vorhanden. Zudem kann das Medikament aufgrund der kleinen Grösse die Plazenta einfacher passieren. Aktuell würde ich persönlich das Medikament bei aktuellem Kinderwunsch nicht verschreiben. Dazu erhalten Sie aber eventuell auch unterschiedliche Meinungen.
J.G. Montag, 16.01.2017, 21:30
Ich habe seit mehreren Jahren an beiden grossen Zehen, auf dem Knöchel etwas ähnliches wie Schuppenflechten (es sieht so aus, aber es juckt nicht) Können Sie mir helfen? Wissen Sie, ob das schlimm ist? Gehört das auch schon zu Schuppenflechten und was soll ich tun? Danke :)
Florian Anzengruber
Schuppenflechte muss nicht jucken, kann aber. Eine Diagnose kann man durch eine klinische Untersuchung stellen. In manchen Fällen ist zusätzlich noch eine Hautbiopsie nötig. Ich rate Ihnen zu einer Vorstellung beim Dermatologen.
H.M. Montag, 16.01.2017, 21:31
Grüezi. Es wird immer von Schuppenflechte geredet. Bitte macht mal einen Bericht über Neurodermitis. Meine Freundin leidet seit 20 Jahren an Neurodermitis am ganzen Körper.
H.B. Montag, 16.01.2017, 21:32
Guten Abend, Ich habe Schuppenflechte an Händen und Füßen, Bluthochdruck, Divertikulitis und Übergewicht. Meine nicht-alkoholische Fettbleber macht mir sehr zu schaffen. Alle Ärzte tun mich als Trinker ab. Haben Sie eine Idee, welchen Arzt ich aufsuchen kann und wie eine Therapie für die vergrößerte Leber in Frage käme? Ich schäme mich mittlerweile in eine Praxis zu gehen. Mein Beruf als Wohnbereichsleitung und Altenpflegerin ist stressig, keine geregelten Pausen. Alltagstaugliche Tipps willkomm
Julia-Tatjana Maul
Bei der Behandlung der Psoriasis kommt es darauf an, in welchem Schweregrad (leicht, mittelschwer oder schwer) Sie sich befinden. Gemäss den einzelnen Therapiestufen werden Sie entweder topisch (äusserlich mit Crems oder Licht) oder systemisch behandelt. Zusätzlich sollten wegen der Ko- Morbiditäten regelmässig Screening- Untersuchungen beim Hausarzt durchgeführt werden (u.a. Bestimmung der Blutfette, Messung des Blutzuckers, Puls- und Blutdruckmessung und Bestimmung des Body Mass Index (BMI) als Maß für Übergewicht). Ich empfehle Ihnen einen Dermatologen aufzusuchen, der Sie gemeinsam mit einem Internisten behandelt. Die Behandlung der palmoplantaren Psoriasis würde ich zunächst mit einer guten Rückfettung und topischen Steroide unter Okklusion. Oftmals empfehlen wir im Verlauf zusätzlich eine Lichttherapie. Bei ausgeprägterem Befall empfehle ich eine Systemtherapie, die Wahl dieser ist u.a. abhängig von Ihren Leberwerten. Es ist ebenfalls bekannt, dass eine Gewichtsreduktion und Sport sowie eine Stressreduktion sich postiv auf Ihre Psoriasis auswirken kann.
C.Z. Montag, 16.01.2017, 21:37
Guten Abend. Kann Schuppenflechten auch nur auf dem Hinterkopf vorkommen? Was kann ich dagegen machen? Ich habe es möglicherweise seit 23 Jahren. Kann es auch auf den Schleimhäuten vorkommen? Wie zeigt es sich da? Herzliche Grüsse
Florian Anzengruber
Ja, eine Schuppenflechte kann am Hinterkopf vorkommen. Das ist für viele Patienten besonders unangenehm, da das Haar sehr schuppig und ungepflegt aussieht. Hier gibt es kortison-, salicyl- und/oder Vit-D-haltige Externa (=Lösungen, Gels etc.), die man hierfür verwenden kann. Auch eine Lichttherapie oder Systemtherapien können bei starkem Befall angewendet werden. An den Schleimhäuten kann die Psoriasis vorkommen, ist aber eher selten.
S.B. Montag, 16.01.2017, 21:39
Keine Frage, aber ein Hinweis: ich war ein halbes Jahr arbeitsunfähig durch zunehmende Gelenkbeteiligung im Achsskelett, nichts half bis ich "Healing Psoriasis" - v.. John Pagano in die Hände bekam: Kein Zucker, kein Salz, viel Gemüse und ein paar spezielle Essensregeln, ein Tee der glitschigen Ulme kleidet nicht nur den Dünndarm aus, sondern wirkte wie Öl von innen (beim Duschen perlte das Wasser ab).... und meine Beschwerden (inklusive Hauterscheinungen!) waren unglaublich schnell weg! Lg S
M.S. Montag, 16.01.2017, 21:42
Kann Seborrhoische Dermatitis ein Vorstadium sein?
Florian Anzengruber
Eine seborrhoische Dermatitis (SD) kann mit einer Psoriasis gemeinsam auftreten. Dermatologen nennen es dann eine Seborrhiasis. Ein Vorstadium im klassischen Sinne ist die SD nicht, es gibt aber mit Sicherheit einige Patienten, bei denen sich die seborrhoische Dermatitis zuerst manifestiert hat.
S.K. Montag, 16.01.2017, 21:43
Guten Abend. Gibt es Nahrungsmittel, welche von Psoriasis-Patienten eher gemieden werden sollten, weil sie das Wachstum der Schuppenflechten begünstigen? Besten Dank für Ihre Antwort.
Julia-Tatjana Maul
Es ist bekannt, dass eine gute ausgewogene Ernährung, Sport, Stressvermeidung, Normalgewicht sowie meiden von Nikotin und Alkohol sich positiv auf die Psoriasis auswirken können. Wissenschaftlich sind keinen Nahrungsmittel nachgewiesen, die gemieden werden sollten.
R.T. Montag, 16.01.2017, 21:43
Was ist der Unterschied zwischen Psoriasis und Neurodermitis? Kann es auf anhieb festgestellt werden?
Curdin Conrad
Beide Erkrankungen entsprechen chronischen, entzündlichen Hauterkrankungen. Die Immunantworten, die den beiden Hauterkrankungen zugrunde liegen, sind jedoch verschieden. Entsprechend sind auch das klinische Erscheinungsbild und die Histologie (das mikroskopische Abbild der kranken Haut) meistens verschieden. Desweiteren ist die Neurodermitis (oder atopische Dermatitis) mit Heuschnupfen sowie allergischem Asthma assoziiert und tritt meistens im Kindesalter auf. Die Psoriasis ist bei den sogenannten Atopikern deutlich seltener und tritt tendentiell später auf. Somit können die beiden Erkrankungen in den allermeisten Fallen alleine aufgrund des Erscheinungsbildes und der Anamnese (der Krankengeschichte) unterschieden werden.
Moderator
Das Interesse am Thema ist enorm! Die Experten arbeiten mit Hochdruck an der Beantwortung Ihrer Fragen - wir bitten um etwas Geduld.
A.W. Montag, 16.01.2017, 21:46
Guten Abend, Ich habe nur eine leichte Ausprägung von Psoriasis an Knie und Beinen. Ich benutze ca. alle 3 Tage eine Kortison-Salbe (Daivobet Gel), da die Schuppenflechten zurückkommen sobald ich damit aufhöre. Kann ich diese Salbe so regelmässig auftragen oder kann dies zu nachhaltigen Schäden führen?
Florian Anzengruber
Daivobet®-Gel halte ich für eine gute topische Therapie, da sie sowohl Kortison, als auch Vitamin-D enthält. Ein gutes Nutzen/Nebenwirkungs-Verhältnis hat man bei einer Anwendung von 2x pro Woche. Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass eine Kortison-Therapie auf Dauer die Haut ausdünnen kann. Alternativ können Sie nach Rücksprache mit einem Arzt Curatoderm® Lotio oder Salbe versuchen. Diese enthält nur Vitamin D, kein Kortison.
S.T. Montag, 16.01.2017, 21:46
Ich bin nicht einverstanden mit der Aussage Ihres Experten im Studio. Er meint, es sei ein Problem des Gewichts. Ich selber war jahrelang betroffen von Psoriasis und kenne in meinem Umfeld nur Menschen mit "normalem" Gewicht, die ebenfalls betroffen sind. Ich denke die Ursache hat mit der Ernährung und der Life Balance zu tun.
R.K. Montag, 16.01.2017, 21:46
Ich habe schon seit einigen Jahren eine leichte Schuppenflechte an einem Ellbogen und ein wenig am Rücken (Kreuzbereich). Meine Schuppenflechte juckt aber nicht. Viele Patienten klagen über eine juckende Schuppenflechte. Gib es also beide Varianten ?
Julia-Tatjana Maul
Die Symptome unterscheiden sich teilweise sehr stark zwischen den einzelnen Patienten. Einige Patienten leiden sehr unter dem Juckreiz, bei anderen steht dieser gar nicht im Vordergrund.
B.b. Montag, 16.01.2017, 21:47
Hallo kann psoriasis auch bei Kleinkinder auftretten?
Curdin Conrad
Ja. Es gibt zwar gewisse Häufigkeitsgipfel (im Alter um ca. 25 Jahre und nach 40 Jahren), aber die Psoriasis kann in jedem Alter auftreten.
M.B. Montag, 16.01.2017, 21:47
Bei Ihrer Sendung ist mir aufgefallen, dass ein gewisses Verständnis für die Situation der einzelnen Erkrankten fehlen muss. Als Betroffene verstehe ich es, die seit über 50 (!) Jahren mit der Krankheit umgehen muss, sehr schlecht, wie ein Mann mit solch stark betroffenen Händen mit dem "Prozent-Prinzip" abwimmeln kann. Es ist nicht egal, an welcher Körperstelle man betroffen ist....Warum ist dieses System soo "strikt"?
S.W. Montag, 16.01.2017, 21:51
Guten Abend, wir haben eine 5 jaehrige Tochter, die mit 4 Jahren mit Psoriasis diagnostiziert wurde. Der Verdacht ist, dass die 2 Schuebe, die sie bis jetzt hatte, durch Streptokken ausgeloest wurden - gibt es Hoffnung, dass sie die Psoriasis verwaechst? Weitere Frage, ist Phototherapie bei 5jaehrigen eine Option? Vielen herzlichen Dank.
Florian Anzengruber
Ja, zum Glück besteht diese Möglichkeit. Ich habe selbst eine Tochter und kann Ihre Sorge insofern gut nachvollziehen. Bezüglich der Phototherapie: Wir sind bemüht, bei Kindern so schonend wie möglich zu behandeln. Das bedeutet zuerst nur Rückfettung, ggf. andere Externa (Cremes). Falls der Leidensdruck dennoch sehr hoch ist und die Psoriasis nicht anspricht, muss man in manchen Fällen mit den Eltern über Alternativen (wie eine Lichttherapie) sprechen. Da kindliche Haut jedoch empfindlicher ist, sind wir hier sehr zurückhaltend.
M.S. Montag, 16.01.2017, 21:53
Ich bin ein längjährige psoriasis Patientin.Ich mag nicht mehr verschiedene Therapien weiter machen,sondern creme einfach weiter und bin schon Pensioniert,jetzt habe ich auch Zeit mich zu pflegen.Mich hat es SEHR gestört,dass die Moderatorin hat gesagt,Psoriasis ist EIGENTLICH NICHT ANSTECKEND,ES IST NICHT ANSTECKEND!!!!!Das wäre wichtig gewesen zu sagen!
Moderator
Das war selbstverständlich auch so gemeint.
M.k. Montag, 16.01.2017, 21:54
Guten abend was halten sie von einem aufenthalt am toten meer? ist dies eine option. Danke für die antwort.
Curdin Conrad
Diese Kuren sind seit sehr langer Zeit bekannt (das Prinzip wurde sogar bereits in der Bibel beschrieben) und auch heute noch populär. Das Salzwasser hilft, die Schuppen abzulösen, und die Sonnenexposition führt zu einer Reduktion der Entzündung in der Haut. Zudem helfen diese Kuraufenthalte meistens auch, den Alltagsstress zu reduzieren. Die UV-Exposition hat bei Exzess jedoch auch negative Folgen (schnellere Hautalterung bis zu Erhöhung des Hautkrebsrisikos), aber grundsätzlich sind solche Aufenthalte eine valable Option, die Sie mit Ihrem Arzt besprechen sollten. Die Krankenkasse übernimmt eventuell auch einen Anteil der Kosten.
M.S. Montag, 16.01.2017, 21:55
Guten Abend: Ich bin 17 Jahre alt und habe seit drei Jahren rechts und links von der Nase Rötungen. Es bilden sich Schüppchen und juckt extrem. Perilox und Imacort waren erfolglos. Haben sie einen alternativ Forschlag? Freundliche Grüsse
Julia-Tatjana Maul
Ohne ein Foto ist es sehr schwierig eine Diagnose zu stellen. Es könnte sich auch um ein seborrhoisches Ekzem handeln, eine Psoriasis im Gesicht ist in dem von Ihnen beschriebenem Bereich eher unwahrscheinlich. Diese ist typischerweise im Bereich des Haaransatzes und der Ohren lokalisiert. Ich empfehle Ihnen sich bei einem Dermatologen vorzustellen.
A.J. Montag, 16.01.2017, 21:56
Ich hatte 40 Jahre Schuppenflechte und mit H 15 Weihrauchtabletten Curcuma und Shiitake Tabletten innert 3 Wochen war alles weg.War bei einem Naturheilarzt in Herisau.Aber diese Tabletten gibt es nur im Kt. Appenzell.
P.A. Montag, 16.01.2017, 21:57
Guten Abend, ich leide seit ca. 10 Jahren unter Psoriasis. Den Befall am Körper kann ich mit Vitamin D Derivaten und Lichttherapie gut kontrollieren. Jedoch die Kopfhaut ist ein ewiger Kampf, nichts scheint zu nützen (Lichtkamm, zahlreiche Shampoos mit Kortison/Teer/Schwefel, Kortisongels/Lotions haben alle nicht geholfen). Was gibt es sonst noch für Möglichkeiten (insbesondere für eine Frau mit langen Haaren)? Besten Dank
Florian Anzengruber
Die Kopfhaut verursacht oftmals einen sehr starken Leidensdruck. Sie haben schon die klassischen Therapien gemacht, das finde ich gut. Es besteht bei einer starken Ausprägung auch die Möglichkeit mit einer klassischen Systemtherapie zu behandeln. Wenn ich an Ihrer Stelle wäre, würde ich - sofern es möglich ist - solange es geht mit der topischen Therapie bzw. einem Lichtkamm arbeiten. Falls dies für Sie überhaupt nicht mehr praktikabel ist, ist die Thematisierung einer Systemtherapie bei Ihrem Dermatologen, meines Erachtens, sinnvoll. Alles Gute!
U.S. Montag, 16.01.2017, 21:58
Ist es möglich,dass psoriasis auch nach schwirigen lebenssituatione auftreten kann?
Curdin Conrad
Ja, akute Stressituationen, wie der Verlust einer nahestehnden Person, ein Verlust der Arbeitsstelle, eine schwere Erkrankung, eine Operation, eine Geburt, etc (also körperlicher und psychischer Stress), sind als Auslösefaktoren der Psoriasis gut bekannt.
S.N. Montag, 16.01.2017, 22:00
eine Liste mit Behandlungsmethoden und Vor- und Nachteilen wäre toll. Könnten Sie so etwas im Nachgang anbieten, damit man mit dem eigenen Arzt besser sprechen kann? man wird so wenig einbezogen als Laie
Moderator
Entsprechende Informationen und Links zu weiterführenden Angeboten finden Sie auf http://www.srf.ch/sendungen/puls/psoriasis-wenn-sich-die-haut-ungesund-schnell-erneuert
H.S. Montag, 16.01.2017, 22:00
Ich bin 72 jährig, Kann ich Psoriasis auch in diesem Alter noch bekommen. Ich habe seit etwas 2 Monaten Irritationen der Haut, die Juckreize verursachen und etwa so gross wie ein 5 Franken Stück sind. Meine Vermutungen: Kälte oder Reaktionen auf Medikamente - Atorvastatin 40 mg - neu seit 1 Monat Crestor 20 mg / Spasmo-Urgentine Neo 20 mg / Ramipril 2.5 mg
Curdin Conrad
Die Psoriasis kann in jedem Alter auftreten. Aufgrund Ihrer Beschreibung ist eine Diagnosestellung aus der Ferne jedoch leider nicht möglich. Ich würde die Hautläsionen Ihrem Hausarzt zeigen, der Sie bei Bedarf an einen Dermatologen weiterleiten kann.
J.B. Montag, 16.01.2017, 22:03
Guten Abend - Kann man Schuppenflechte nur an 2 Finger haben?
Curdin Conrad
Ja, das ist theoretisch möglich. Da aber etliche andere Hauterkankungen auch Hände und Finger befallen können, sollten Sie für eine Diagnosestellung Ihren Hausarzt oder bei Bedarf einen Dermatologen aufsuchen.
Moderator
Es erreichen uns weiterhin sehr viele Fragen. Wir bitten um Geduld...
P.P. Montag, 16.01.2017, 22:04
Guten Abend, was gibtes für neue gute Salben? Ich brauche meistens Daivobet Salbe
Julia-Tatjana Maul
Wir empfehlen bei der Behandlung von Psoriasis zunächst eine tägliche Rückfettung, sowie Vitamin D Präparate, wie bspw. Curatoderm Creme. Es sind zahlreiche Kombinationspräparate von Cortison und Vitamin D wie bspw. Xamiol Gel oder Daivobet erhältlich, die sehr gute Resultate zeigen. Im akuten Psoriasis Stadium sollte eine Therapie mit Steroiden der Klasse III oder IV angestrebt werden. Inginal, axillär und im Gesicht empfehlen wir die Anwendung von Calcineurininhibitoren wie Elidel oder Protopic.
D.U. Montag, 16.01.2017, 22:05
Ich leide seit über 30 Jahren an Schuppenflechte, insbesondere auf der Kopfhaut. Seit ca. 5 Jahren behandle ich diese bei Bedarf (ca. alle 1-2 Wochen) mit Dermovate Scalp Application. Ich frage mich, ob diese Selbstbehandlung, wenn weiter über mehrere Jahre so fortgesetzt, nicht Langzeit-Nebenwirkungen hervorrufen kann, da es doch ein Kortikosteroid stärkerer Klasse ist?
Florian Anzengruber
Ja, Dermovate® ist ein Kortikosteroid der Klasse IV, der stärksten Klasse. Die häufigste Nebenwirkung bei Langzeit-Applikation von Steroiden ist, dass die Haut dünner wird (man spricht von Atrophie). Zum Glück sind vor allem unsere Hand- und Fussflächen, als auch die Kopfhaut mit einer sehr dicken oberen Schicht der Haut versehen (anders als z.B. die Ohren oder das Gesicht), sodass es sehr, sehr lange dauert, bis diese NW eintreten. Sofern ich verstanden habe, verwenden Sie Dermovate® nur alle 1-2 Wochen- was das Risiko eines Ausdünnen der Haut weiter senkt. Ich hoffe, ich konnte Ihnen Ihre Angst nehmen! Mit Sicherheit ist ein persönliches Gespräch beim Dermatologen für Sie hilfreich.
D.U. Montag, 16.01.2017, 22:05
Ich leide seit über 30 Jahren an Schuppenflechte, insbesondere auf der Kopfhaut. Seit ca. 5 Jahren behandle ich diese bei Bedarf (ca. alle 1-2 Wochen) mit Dermovate Scalp Application. Ich frage mich, ob diese Selbstbehandlung, wenn weiter über mehrere Jahre so fortgesetzt, nicht Langzeit-Nebenwirkungen hervorrufen kann, da es doch ein Kortikosteroid stärkerer Klasse ist?
Florian Anzengruber
Ja, Dermovate® ist ein Kortikosteroid der Klasse IV, der stärksten Klasse. Die häufigste Nebenwirkung bei Langzeit-Applikation von Steroiden ist, dass die Haut dünner wird (man spricht von Atrophie). Zum Glück sind vor allem unsere Hand- und Fussflächen, als auch die Kopfhaut mit einer sehr dicken oberen Schicht der Haut versehen (anders als z.B. die Ohren oder das Gesicht), sodass es sehr, sehr lange dauert, bis diese NW eintreten. Sofern ich verstanden habe, verwenden Sie Dermovate® nur alle 1-2 Wochen- was das Risiko eines Ausdünnen der Haut weiter senkt. Ich hoffe, ich konnte Ihnen Ihre Angst nehmen! Mit Sicherheit ist ein persönliches Gespräch beim Dermatologen für Sie hilfreich.
S.O. Montag, 16.01.2017, 22:07
Ist Psorias vererbbar ? Meine Mutter hatte Psorias, meine Haut ist gesund! Habe Kinder und Enkelkinder.
Curdin Conrad
Die Erkrankung als solches ist nicht vererbbar. Hingegen die Prädisposition, d.h. das Risiko, eine Psoriasis zu entwickeln, ist durchaus vererbbar. Zum Ausbruch der Erkrankung braucht es zusätzlich zu der genetischen Veranlagung, die Sie von den Eltern erhatlten, noch externe Auslösefaktoren (wie Stress, Erkrankungen oder gewisse Medikamente). Grundsätzlich gilt: Wenn ein Elternteil betroffen ist, besteht für die Kinder ein Risiko von ca. 30%.
A.P. Montag, 16.01.2017, 22:08
Guten Abend, ich habe so was ähnliches wie Flechten an nur einem Finger. Nun hat mir mein Arzt eine Creme verschrieben welche Kordison enthält. Ist Kordison nicht schädlich? Die Creme heisst Elocom. Besten Dank und freundliche Grüsse
Julia-Tatjana Maul
Sie brauchen keine Sorge haben, dass die Cortison Creme schädlich ist, wenn Sie diese so anwenden wie Sie von Ihrem Arzt verordnet wurde.
S.L. Montag, 16.01.2017, 22:12
Guten Abend leider habe ich letzten Sommer das erste Mal Psoriasis Gutta bekommen.leider am ganzen Körper. Sah aus wie ein Fleckenmonster. Mit Lichttherapie habe ich es in den Griff bekommen. Nun nach 7 Wochen Pause gibt es langsam wieder punkte am Rücken und Brust. Habe Angst das die Therapie nicht mehr nachhaltig ist. Was speziell raten sie mir für psoriasis gutta für medikamente wenn es einen groben schub geben würde., was ich nicht hoffe. Dankeschön.
Florian Anzengruber
Ihre Angst ist nachvollziehbar. In unseren Lehrbüchern werden Infektionen als Auslöser einer Psoriasis guttata gesehen. In mehr als der Hälfte der Patienten kann es zu einem Übergang in eine Psoriasis vulgaris kommen. Eine wichtige Frage in Ihrem Fall ist, ob in Ihrem Körper noch ein Infektionsherd besteht, der die Psoriasis unterhält. Andernfalls ist es nicht ungewöhnlich, dass die Lichttherapie nach mehreren Wochen ihre Wirkung verliert. Sofern Sie mit Lotionen/Cremes/Salben und der Lichttherapie nicht weiterkommen, fragen Sie Ihren Dermatologen, ob in Ihrem Fall eine Systemtherapie sinnvoll ist. Für die chronische Psoriasis guttata gibt es keine anderen Medikamente als für die Psoriasis vulgaris, also: Acitretin, Fumarsäureester (nicht in der CH zugelassen), Methotrexat, Apremilast und bei ganz ausgeprägten Fällen Biologika.
R.F. Montag, 16.01.2017, 22:13
Ich bin seit 1/2 Jahr beim Proktologen. Mein After juckt wie blöd. Blutig vom Kratzen. keine hämoriden, kein pliz, keine Sexkrankheit.Zinkpaste, Teersalbe, Deumavan. Keine Abhilfe. Schuppenflechte im Genitalbereich? was tun?
Julia-Tatjana Maul
Psoriasis kann auch im Genitalbereich auftreten. Wenn in Ihrem Fall Psoriasis von einem Dermatologen diagnostiziert wurde, können Calcineurininhibitoren (wie Elidel und Protopic) einen Linderung erziehlen.
E.P. Montag, 16.01.2017, 22:15
warum werden nicht alternative Anwendungen von den Ärzten empfohlen ? ich brauche zur Anwendung von Diprosalic alternativ einen Creme aus China mit grossem Erfolg welch bei Akne und anderen Hautkrankheiten besonders gut wirkt
Curdin Conrad
Zu alternativmedizinische Therapioptionen stehen leider wenig bis keine guten Studiendaten zu Verfügung. Die wirklich Wirkung kann also nicht objektiv beurteilt werden. Zudem ist bei einigen Medikamenten wenig über die Inhaltsstoffe bekannt. Aus diesem Grund schlage ich persönlich meinen Patienten in den meisten Fällen keine spezifische Allternativmedizin vor. Ich habe jedoch auch nichts dagegen, wenn sie diese ausprobieren möchten, solange sie nicht kontraproduktiv sind, keine Gefahren darstellen, und die Patienten nicht allzu viel Geld investieren aufgrund falscher Hoffnungen.
U.W. Montag, 16.01.2017, 22:17
Ich hatte seit vielen Jahren Schuppenflechten. Bei den damaligen Konsultationen beim Hautarzt bekam ich den Eindruck, dass der Hautarzt genau so hilflos war wie ich. Ich brach daher jegliche Behandlunge ab. mit SchSpäter merkte ich, dass ich wesentlich mehr Schuppenflechten bekam, wenn ich unter Stress war. Hat nach Ihren Kenntnissen und Erfahrungen einen Einfluss auf Schuppenflechten?
Julia-Tatjana Maul
Es ist bekannt, dass Stress einen negativen Effekt auf Psoriasis haben kann. Es handelt sich bei der Psoriasis um eine chronische Erkrankung, die häufig in Schüben verläuft. Diese können u.a. von Stress und Infekten getriggert werden.
R.S. Montag, 16.01.2017, 22:18
Wir unterstützen seit gut 10 Jahren mit unserem gemeinnützigen Verein arme Familien in abgelegenen Dschungeldörfern in Kambodscha, und zahlen auch Schulgelder für ihre Kinder. Es schmerz, zusehen zu müssen, wie einige der SchülerInnen in diesen Dschungeldörfern an solcher Schuppenflechte leiden, und auch die Shampoos nicht viel helfen.... Was würden Sie diesen Familien / Jugendlichen vorschlagen.
Florian Anzengruber
Ich finde es wirklich toll was Sie machen. Wären Sie vor mir, würde ich Ihnen gerne die Hand schütteln! Zu Ihrer Frage: wenn wir uns die Häufigkeit der Schuppenflechte weltweit ansehen, dann merken wir, dass z.B. in Afrika diese kaum vorkommt. Sowohl die Genetik, als auch aber die UV-Strahlung (Sonnenstrahlung) ist hierfür ein möglicher Grund. Eine Erkrankung, die auch für uns Hautärzte manchmal mit blossem Auge nicht von einer Schuppenflechte zu unterscheiden ist, ist der Pilzbefall. Die aktuellen Leitlinien empfehlen, zuerst einen Pilzbefall (Tinea corporis) auszuschliessen. Da der Dschungel hierfür prädispositioniert, finde ich das einen wichtigen ersten Schritt. Falls Sie sich sicher sind, dass es sich um eine Psoriasis handelt, kann man oftmals mit einer einfachen Rückfettung bzw. Kortison- oder Vitamin D Präparaten viel erreichen (ca. 80% aller Psoriatiker brauchen keine Systemtherapie).
C.B. Montag, 16.01.2017, 22:20
Mein Freund leidet seit 8 Jahren an Psoriasis vulgaris, hat von Cortisoncreme, über UV-Therapie, Salzbäder etc. schon ziemlich alles probiert, jedoch sind die juckenden Schuppenflechten fortschreitend (ca. 5 % der Körperoberfläche) vor allem im Winter und in Stresssituationen. Er hat sie vor allem am Kopf und über den Streckseiten, neu auch Psoriasis guttata an Beinen und Rumpf. Würden Sie ihm Antibiotika empfehlen? Und Biologicals? Oder weiterhin Cortioson? Bezahlt die Kasse auch die Patches?
Curdin Conrad
Antibotika Therapien würde ich nur bei einem nachgewiesenen bakteriellen Infekt (typischerweise eine Sreptokokken-Angina) vorschlagen. Je nach Schweregrad stehen verschiedene Optionen zur Verfügung, von Lokalbehandlungen, über verschiedene UV-Therapien bis zu Systembehandlungen (inkl. der Biologika). Dies muss jedoch individuell mit dem Patienten besprochen werden. Ja, Patches (wie z.B. Betesil) werden auch durch die Krankenkasse übernommen.
H.V. Montag, 16.01.2017, 22:22
Guten Abend, in Deutschland gibt es Salben oder Crèmes mit oder auf der Basis von Fumarsäure zu Behandlung, die in der Schweiz verboten seien. Ist dem so und wenn ja warum? Habe in der Sendung von Therapiemöglichkeiten in diese Richtung nichts vernommen. Besten Dank und Gruss.
Florian Anzengruber
Fumarsäure oder Fumaderm® ist in Deutschland, aber nicht in der Schweiz zugelassen. Gründe sind mir selbst nicht bekannt, aber! auch schweizer Patienten können Fumarsäure Tbl. erhalten (zuvor sollte aber eine Kostengutsprache bei der Krankenkasse eingeholt werden). Da es aber auch in der Schweiz sehr gute Alternativen zu Fumaderm® gibt, macht es Sinn, wenn Sie sich in einem persönlich Gespräch beraten lassen, was für Sie die beste Therapie ist! Psoriatiker mit Gelenksbeschwerden sollten nicht mit Fumarsäure behandelt werden, da dies nicht auf die Gelenke wirkt.
C.Z. Montag, 16.01.2017, 22:24
Welche Mittel sind geeignet, um die Haare zu waschen und zu pflegen, wenn die Flechten auf dem Kopf sind. Was sollte man meiden?
Julia-Tatjana Maul
Zur Haarwäsche empfehlen wir schuppenlösende Shampoos zu verwenden, wie bspw. Squamed Shampoo. Ebenfalls zeigen Xamiol Gel und Clarelux Schaum gute Resultate. Bei sehr starker Kopfhautpsoriasis empfehlen wir eine Betnovate Cremekappe. Betnovate Creme wird an drei aufeinander folgenden Tagen am Anemd auf die Haare aufgetragen und darüber eine Badekappe gesetzt (Okklusion). Die Haare werden am Morgen ausgewaschen. Dies kann einmal im Monat wiederholt werden.
A.M. Montag, 16.01.2017, 22:26
Guten Abend, seit ca. 5 Jahren leide ich (w21) unter "psoriasis guttata" (v.a Thorax) welche in guten Zeiten weisse "Flecken" hinterlässt, kann ich die Haut irgendwie unterstützen damit die Haut wieder gleichmässig pigmentiert wird?
Curdin Conrad
Die helle (hypopigmentierte) Haut gleicht sich der restlichen Haut bei einer (nicht exzessiven!) Sonnenexposition selbstständig an. Zudem sollte die übrige Haut ihre Bräunung im Winter wieder verlieren und sich der hellen Haut angleichen. Bei Bedarf gibt es spezielle, getönte Crèmes für eine etwaige Camouflage.
H.M. Montag, 16.01.2017, 22:29
Wie Lange kann ich mit Daivobert meine wenigen psoriasis Bekämpfen. Ich habe nur an den Aemen( Ellbogen) und an einem Bein solche Rötungen. Eigentlich stören diese mich wenig. Ohne Daivobert Anwendungen fürchte ich eine Ausweitung. Ich habe trockenen Haut und benütze täglich 1X11 zurbefeuchtung
Florian Anzengruber
Es gibt in den Leitlinien keine genaue Dauer, diese richtet sich eher nach Ihren Beschwerden. Hinter den Ohren würde ich nur kurzzeitig mit einem kortisonhältigen Präparat (Daivobet®= Kortison Vitmain D) therapieren, da sich hier Hautverdünnen manifestieren können. Alternativ können Sie Curatoderm® (nur Vitamin D, kein Kortison) oder hinter den Ohren z.B. mit Protopic® 0.1% Salbe vorgehen. Bei letzterer handelt es sich jedoch um eine "Off-Label Therapie", spricht es kann sein, dass Ihre Krankenkasse diese nicht vergütet. Rückfettung der Haut ist sehr wichtig- das finde ich sehr gut, dass Sie das regelmässig machen! Weiter so!
Y.S. Montag, 16.01.2017, 22:29
Guten Abend, ich würde gerne allen, die an Neurodermitis leiden Hoffnung machen, dies innert ca. neun Monaten zu verlieren. Ich bin fest überzeugt, dass die gleiche Therapie sicher auch Psoriasis- und Heuschnupfenleidenden hilft. Unser Sohn litt seit Geburt an Neurodermitis, nichts half ihm bis ich annodazumahl (1999) durch die Sprechstunde zu einem Arzt kam, der unserem Sohn helfen konnte. Heute ist er geheilt, dank einem homöopatischen Mittel, das sein Immunsystem ins Gleichgewicht brachte.
B.H. Montag, 16.01.2017, 22:30
Hinweis für den Leidensgenossen beim Proktologen: Imazol Crèmepaste. Von einem guten Gastroenteorologen bekommt man vielleicht sogar eine (formula magistralis) mit etwas Cortison...
Moderator
Das Interesse am Thema ist weiterhin enorm gross! Die Experten arbeiten mit Hochdruck an der Beantwortung Ihrer Fragen - wir danken für Ihr Verständnis und bitten um Geduld.
E.H. Montag, 16.01.2017, 22:32
Kann Schuppenflechte auch in der Handinnenfläche vorkommen? Wie sehe ich den Unterschied zum Ekzem?
Julia-Tatjana Maul
Psoriasis kann auch im Bereich der Hände und Füsse vorkommen. Der Unterschied zwischen einer palmoplantaren Psoriasis und einem dyshidrosiformen Ekzem ist nicht immer einfach. Bei klinischer Unklarheit sollte daher eine Biopsie zur Diagnosesicherung folgen und eine Tinea (Pilzerkrankung) ausgeschlossen werden.
K.B. Montag, 16.01.2017, 22:34
Ich habe seit 10Jahren eine leichte Psoriasis gutata. Ich bin 49 jährig. Ich kann sie mit Lichthreapie und Cortisonsalbe in Schach halten. Sie kam in einer stressigen Zeit, als ich oft Halsentzündungen hatte. Mein Hausarzt sagt, dass sie nicht sein müsste. Was meinen Sie dazu? Ist es psychosomatisch? Was hilft Ihrer Meinung nach? Besten Dank.
Curdin Conrad
Die Erkrankung kann durch psychischen (und physischen!) Stress ausgelöst bzw. verschlechtert werden. Stressreduktion kann deshalb in einigen Fällen sehr hilfreich sein. Aber von einer psychosomatischen Erkrankung sollte nicht gesprochen werden, da die Krankheit auch unabhängig von psychischen Auslösefaktoren (wie auch physischen - die von Ihnen erwähnten Infektionen im Halsbereich sind ebenfalls klassische Triggerfaktoren) schwer verlaufen kann.
R.F. Montag, 16.01.2017, 22:34
für den Kopf habe ich einen UV-Kamm. Kann das nicht Krebs geben? merke nach 6 Jahren keine Besserung der Haut, dafür sind die haare trocken und kaputt
Florian Anzengruber
Leider ist es so, dass jede Therapie, die wir unseren Patienten anbieten auch Nebenwirkungen haben können. Zu viel UV-Strahlung kann zu Hautkrebs führen. Wenn Sie einen helleren Hauttyp haben (rote oder blonde Haare, blaue Augen), dann sind Sie auf UV-Strahlung empfindlicher, als wenn Sie dunkle Haut und Haare haben. Sicherlich macht es Sinn, nach 6 Jahren UV-Therapie Ihren Dermatologen zu fragen, ob in Ihrem Fall auch andere Therapien vielversprechend sind.
r.g. Montag, 16.01.2017, 22:37
Ist die Behandlung von Psoriasis und Neurodermitis ähnlich. Danke
Curdin Conrad
Optimale Hautpflege und antientzündliche Lokalbehandlungen (z.B. durch kortisonhaltige Substanzen) sind in beiden Erkrankungen ähnlich. Zudem sind Lichttherapien und gewisse konventionelle (klassische) Systembehandlungen bei atopischer Dermatitis und bei Psoriasis gut wirksam. Biologika-Behandlungen hingegen sind spezifischer und wirken meistens nur bei einer der beiden Erkrankungen.
M.K. Montag, 16.01.2017, 22:39
Ich habe am Ellenbogen sehr leichte psoriasi, wirklich kaum sichtbar auch für Ärzte. Jetzt hat mir meine Krankenkasse einen Vorbehalt dafür gemacht, darf sie das?
Curdin Conrad
Für die Grundversicherung darf sie dies nicht. Bei einer Zusatz-/Privatversicherung kann sie gewisse Vorbehalte machen (z.B. bei Hospitalisationen)
U.M. Montag, 16.01.2017, 22:40
Vor drei Wochen hatte ich eine starke Erkältung mit Fieber und Halsschmerzen. Ich nahm verschiedene Medikamente wie Pretuval C und Hustensaft Bisolvan. Seither habe ich am linken Bein zwei Stellen, welche stark juckten, und jetzt verhärtete Schuppenflechten entstanden sind,die nicht verschwinden. Diese jucken nun nicht mehr. Ich verwende Bebanthen Creme aber die Stellen sehen immer gleich aus und verschwinden nicht. Braucht es einfach mehr Zeit.? Besten Dank
Julia-Tatjana Maul
Ist bei Ihnen bereits eine Psoriasis diagnostiziert worden? Wenn ja, kann es gut sein, dass es durch Ihre Erkältung zu einem Psoriasis Schub gekommen ist. Ich empfehle eine Therapie mit tägl. Rückfettung, initial 2 Wochen Therapie mit Elocom Creme (1xtägl., oder einer anderen Cortisoncreme der Klasse III), dann 2 Wochen jeden 2. Tag und dann pausieren. Daraufhin würde ich auf Daivobet Creme umstellen. Bitte führen Sie diese Therapie gemeinsam mit Ihrem Dermatologen durch.
C.Z. Montag, 16.01.2017, 22:40
Vielen herzlichen Dank für die wertvolle Beratung!
R.F. Montag, 16.01.2017, 22:40
was löst die Krankheit aus?
Florian Anzengruber
Mediziner werden Ihnen sagen, "die Auslöser sind multifaktoriell". Was das bedeutet ist, dass die Krankheit viele Ursachen haben kann (Genetik (viele, aber nicht alle haben einen Eltern- oder Grosselternteil, der auch eine Schuppenflechte hatte), weitere Umwelteinflüsse). Triggerfaktoren (Faktoren, die einen Schub auslösen können) sind zum Beispiel Infektionen oder auch mechanische Belastungen (in der Medizin als Köbner-Phänomen bekannt).
E.J. Montag, 16.01.2017, 22:41
Guten Abend, früher hat man Schuppenflechten-Patienten ans Tote Meer zum Baden geschickt, war das eigentlich hilfreich?
Florian Anzengruber
Ja, einige meiner Patienten haben mir hierüber sehr positiv berichtet.
M.R. Montag, 16.01.2017, 22:43
Guten Abend, ein Dermatologe hat letzten Sommer festgestellt, dass ich Schuppenflechte habe. Mit den Salben geht es problemlos, einzig in den Ohren und im Anal Bereich habe ich wegen der Schuppenflechte noch Schmerzen. Kann es sein, dass weitere Leiden, die ich habe (aber bis jetzt nie untersucht hab), wie beispielsweise Probleme mit den Augen und Kopfschmerzen, wie auch Verdauungsstörungen mit der Schuppenflechte zusammen hängen?
Curdin Conrad
Entzündungen der Augen (Uveitis) werden bei Psoriatikern gehäuft gesehen. Ebenso treten gewisse entzündliche Darmerkrankungen bei Psoriasis Patienten häufiger auf. Kopfschmerzen könnten wiederum mit erhöhtem Blutdruck vergesellschaftet sein. Diese Punkte können im Einzelfall von ihrem Hausarzt in Zusammenarbeit mit einem Spezialisten ausgeschlossen (oder bestätigt) werden.
P.S. Montag, 16.01.2017, 22:43
Grüezi! Kann man mit Psoriasis bedenkenlos im Chlorwasser baden gehen? Welchen Einfluss hat das Wasser (baden/duschen) sonst auf die Schuppenflechte (Kopfhaut, Ellbogen und unter der Brust)?
Julia-Tatjana Maul
Sie können bedenkenlos baden gehen. Sie sollten nur nach dem Baden/Duschen eine gute Rückfettung bspw. mit Excipial Lipolotion durchführen. Ebenfalls können sie beim Duschen bereits rückfettende Präparate (Antidry Mandelöl) anwenden, um eine Austrocknung der Haut zu vermeiden.
F.K. Montag, 16.01.2017, 22:45
Was halten Sie von Therapie mit Fumarsäure?
Florian Anzengruber
Fumarsäure (oder Fumaderm®) ist in Deutschland, aber nicht in der Schweiz zugelassen. Das Ansprechen ist sehr individuell. Ich betreue einige Psoriatiker, die hiervon sehr profitieren, aber habe auch Patienten, die keinen Erfolg mit dieser Therapie hatten. Vor allem wenn man auch an einer Psoriasis-Arthritis leidet, sollte man über Alternativen nachdenken, von denen es sehr gute gibt! Ein Therapieplan für Sie, muss aber individuell in einer Konsultation erarbeitet werden.
J.R. Montag, 16.01.2017, 22:46
Wie ist es mit der Meersalztherapie? Früher wurde jeweils eine Kur am Totenmeer gemacht. Davon wurde jetzt in dieser Sendung nichts erwähnt. Wird das micht mehr gemacht heute? Und warum nicht? Vielen dank für ihre Antwort.
Curdin Conrad
Ich kopiere hier einfachheitshalber Teile einer anderen Antwort hinein: Diese Kuren sind seit sehr langer Zeit bekannt und auch heute noch populär. Das Salzwasser hilft, die Schuppen abzulösen, und die Sonnenexposition führt zu einer Reduktion der Entzündung in der Haut. Zudem helfen diese Kuraufenthalte meistens auch, den Alltagsstress zu reduzieren. Die UV-Exposition hat bei Exzess jedoch auch negative Folgen, aber grundsätzlich sind solche Aufenthalte eine valable Option, die Sie mit Ihrem Arzt besprechen sollten. Die Krankenkasse übernimmt eventuell auch einen Anteil der Kosten.
n.S. Montag, 16.01.2017, 22:48
kriegt man auch "nur" bei Schuppenflechte am ganzen Kopf, Nägel und Wurstfingern und Zehen, mit dicken Knien und Schleimbeutelentzündungen in Hüfte plus Ferse eine systemische Therapie oder ist das zu wenig und man muss weiter schmieren und bleibt bei Topika?
Julia-Tatjana Maul
Sie beschreiben neben einer Psoriasis ebenfalls die Symptome einer Psoriasis Arthritis. Ich empfehle Ihnen diesebezüglich einen Rheumatologen aufzusuchen. In einem solchen Fall sollte unbedingt eine Therapie mit konventionellen Systemtherapeutika wie Methotrexat oder Biologics eingeleitet werden.
D.G. Montag, 16.01.2017, 22:49
Wie schädlich ist es, wenn man über Jahre Daivobet an den gleichen Stellen verwendet?
Florian Anzengruber
Daivobet® ist eine Kombination aus einem Kortison (Klasse III) und Vitamin D. Wesentlich zur Beantwortung Ihrer Frage ist: Wo verwenden Sie Daivobet®? An Kopf, Hand- und Fussflächen ist dies kein Problem, an Stellen, an denen die Haut dünner ist, z.B. hinter den Ohren, kann es im Verlauf zu einer Atrophie (Verdünnung) der Haut kommen. Ganz wesentlich ist jedoch auch, wie häufig Sie Daivobet® anwenden. Alternativ können Sie auch Curatoderm® versuchen. Diese enthält nur Vitamin D. Manche Ärzte kombinieren gerne Daivobet® 2x wöchentlich, Curatoderm® 5x wöchentlich. Jegliche Therapieentscheidung sollte aber in Rücksprache mit einem Arzt, der Sie persönlich kennt und Ihre Hautveränderungen gesehen hat, erfolgen. Alles Gute!
A.R. Montag, 16.01.2017, 22:52
Sie sind großartig. Können Sie nicht alle Dermatologen schulen, damit man die Therapie versteht und bei der Wahl der Therapie mitentscheiden kann? vielen vielen Dank für Ihre Antworten
K.B. Montag, 16.01.2017, 22:52
Ich bin eine 65-jährige Frau. Meine Mutter hatte eine sehr ausgeprägte Schuppenflechte an beiden Beinen. Damals hat es keine Heilmittel für diese Krankheit gegeben, und meine Mutter hat sehr unter ihren schlimm aussehenden Beinen gelitten. Ich selber habe nie Schuppenflechte gehabt, doch meine (heute 32-jährige) Tochter hat seit ihrer Pubertät immer wieder ähnlich aussehende Ausschläge an Armen und Beinen. Kann es sein, dass eine Generation übersprungen wurde und jetzt bei der Tochter ausbricht?
Curdin Conrad
Ja, da zur Ausbildung der Erkrankung mehrere Risikogene und zusätzliche externe Auslösefaktoren nötig sind, kann die Erkrankung eine Generation überspringen oder z.B. auch bei einem Onkel und dessen Nicht auftreten.
M.B. Montag, 16.01.2017, 22:55
Hallo, ich habe set 45.Jahren Schuppenflechte auf dem Kopf,wenig am Körper.Set etwa einem Jahr habe ich Entzündungen an einigen Gelenken.Mein Hausarzt hat mir immer wieder mal Cortison in die Gelenke gespritzt,ich musste in letzter Zeit auch Cortison Einnehmen,anfangs 40mg,Set Zwei Monaten nehme ich Otezla,verschrieben von meiner Dermatologin.Meine Frage:Wie ist ihre Erfahrung mit Otezla?Herzlichen Dank für Ihre Antwort
Curdin Conrad
Otezla ist eine neue Option, die weniger spezifisch und weniger wirksam als die Biologika ist. Aktuell dürfte es jedoch die sicherste Systembehandlung darstellen und bietet deshalb eine gute Therapiemöglichkeit für gewisse Patienten.
J.F. Montag, 16.01.2017, 22:55
Guten Abend, ich habe auf der Kopfhaut immer wieder Juckreiz und wenn ich kratze kommen "Schuppen" weg. Es ist auch so dass wenn ich sie wegkratze, kommen diese immer wieder. Kann es sein dass es eine Psoriasis ist?
Julia-Tatjana Maul
Juckreiz auf der Kopfhaut assoziiert mit Schuppen kann viele Ursachen haben, eine davon die Psoriasis. Ich würde Ihnen empfehlen sich einmal bei einem Dermatologen vorzustellen zur Diagnosesicherung und um eine Therapie zu beginnen.
U.W. Montag, 16.01.2017, 22:56
Auch lernte ich, dass ich unter tropischem Klima wesentlich weniger Probleme mit Schuppenflechten hatte als hier in der Schweiz (Ich arbeite während einiger Zeit in Südostasien). Hat das Klima einen Einfluss auf Schuppenflechten? Ich hatte einmal gehört, dass Baden im Toten Meer nützen solle.
Florian Anzengruber
Sie haben Recht! Die UV-Strahlung kann die Hautveränderungen bei der Psoriasis deutlich reduzieren und diese ist in südlichen Ländern stärker, als bei uns in der Schweiz. Auch ein Aufenthalt am Toten Meer kann zu einer Verbesserung führen. In Südostasien sind Sie somit, was die Psoriasis angeht, sicherlich an einem guten Ort. Ich rate Ihnen aber, an Stellen, an denen Sie keine Schuppenflechte haben, nicht auf die Sonnencreme zu vergessen! Viel Spass in der Ferne!
P.S. Montag, 16.01.2017, 22:59
Was hat es in dieser Spritze und welche tips haben sie für beurodermitis an den Händen und am Kopf wenn due Lichttherapie znd auch cortison nichts hilft.Besten dank
Curdin Conrad
Ich weiss leider nicht, welche Spritze hier genau meinen. Die besprochenen Biologika sind (mit Ausnahme von Stelara) in der Neurodermitis (oder besser atopischen Dermatitis) wenig wirksam. Aktuell sind jedoch einige Biologika spezifisch für atopische Dermatitis in klinischer Entwicklung, die vielversprechende Resultate zeigen und in 1-2 Jahren auf den Markt kommen werden. Zudem stehen bereits andere, konventionelle Therapieoptionen zur Verfügung, die Sie jedoch individuell mit einem Dermatologen besprechen sollten.
n.S. Montag, 16.01.2017, 23:01
ich war in den letzten 10 Jahren bei bestimmt 20 Ärzten wegen Schuppenflechte.PASI 4,3, NAPSI, LQI 23. überall immer nur kortisoncremes. wissen die es nicht besser oder wollen die nix machen?
Julia-Tatjana Maul
Weitere Therapiemöglichkeiten sind: Lichttherapie, topische Therapie mit Vitamin D3 Analoga, Kombinationstherapie aus Vitamin D3 und Cortison sowie Calcineurinhibitoren. Sehr gerne können Sie sich auch bei uns im Universitätsspital Zürich (Psoriasis Sprechstunde) einmal vorstellen.
n.S. Montag, 16.01.2017, 23:01
ich war in den letzten 10 Jahren bei bestimmt 20 Ärzten wegen Schuppenflechte.PASI 4,3, NAPSI, LQI 23. überall immer nur kortisoncremes. wissen die es nicht besser oder wollen die nix machen?
Julia-Tatjana Maul
Weitere Therapiemöglichkeiten sind: Lichttherapie, topische Therapie mit Vitamin D3 Analoga, Kombinationstherapie aus Vitamin D3 und Cortison sowie Calcineurinhibitoren. Sehr gerne können Sie sich auch bei uns im Universitätsspital Zürich (Psoriasis Sprechstunde) einmal vorstellen.
H.B. Montag, 16.01.2017, 23:02
Seit mehreren Jahren leide ich am Kopf an Schuppenflechte. Die sehr unangenehmen Beschwerden treten stets an den drei selben Stellen auf. Im Winter häufiger als im Sommer. War schon mehrmals in einem Dermacenter. Dort erhalte ich jeweils Xamiol Gel, das jedoch nur vorübergehend ein wenig hilft. Daneben habe ich schon verschiedenste Shampoos ausprobiert, was auch nicht hilft. Was raten Sie mir? Besten Dank + freundliche Grüsse H.B.
Florian Anzengruber
Ja, das ist ärgerlich, dass sobald man aufhört, die Schuppenflechte wiederkommt. Leider können wir die Psoriasis aber noch nicht heilen, sondern nur Ihre Symptome bekämpfen. Sofern Sie mit einer Lokaltherapie gut auskommen, würde ich keine Licht- oder Systemtherapie beginnen. Alternativ zum Xamiol® Gel können Sie, nach Rücksprache mit Ihrem Dermatologen, z.B. 1-2x pro Woche Clarelux® Schaum anwenden. Das macht keine fettigen Haare.
G.V. Montag, 16.01.2017, 23:02
Guten Abend, mich würde interessieren ob eine Schuppenflechte mit dem Hormonhaushalt zusammen hängen kann. Konkret: Auftreten von roten und beissenden Stellen am Kopf meistens vor der Monatsblutung.
Curdin Conrad
Hormone spielen in der Psoriasis eine gewisse Rolle; so kann sich die Psoriasis in der Schwangerschaft verbessern aber auch verschlechtern. In Ihrem Fall sollte die Diagnose aber zunächst korrekt gestellt werden, da auch andere Hauterkrankungen als Ursache in Frage kommen.
g.d.m. Montag, 16.01.2017, 23:04
Ist pityriasis rubra pilaris auch eine Psoriasisform? Kann das unbehandelt auch schwerwiegende Folgen haben?
Curdin Conrad
Nein, das sind 2 verchiedene Erkrankungen. Wir konnten jedoch zeigen, dass gewisse Entzündungswege vergleichbar und einige Biologika ebenfalls wirksam sind. Schwerwiegende Folgen hat die Erkrankung nicht; zudem ist sie meistens selbstlimitierend.
Moderator
Der Experten-Chat ist beendet. Leider konnten in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht alle Fragen beantwortet werden. Mehr Infos zum Thema finden Sie aber auf http://www.srf.ch/sendungen/puls/psoriasis-spenderblut-im-rettungsheli-zahnunfall-verpackungen