S. B. 03.12.2018 21:09:52
Gibt es überhaupt eine Alternative zu Knie- oder Hüftprothesen, wenn ein Gelenk erst einmal derart zerschlissen ist?
Michael Betz
Bei starker Abnützung eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenkes gibt es die Möglichkeit einzelne Komponenten der Prothese oder die gesamte Prothese zu wechseln. In wenigen Ausnahmefällen ist die Gelenkversteifung eine mögliche Alternative zum Prothesenwechsel.
H. S. 03.12.2018 21:10:01
Bin Ende 50zig und werde wohl bald mein erstes Knieimplantat bekommen müssen. Jetzt mache ich mir natürluch noch mehr Sorgen als sowieso schon, Kann ich in Unispitälern davon ausgehen, dass besser gearbeitet wird? Oder in einem Privatspital? Kommt ein normales Kantonsspital überhaupt in Frage? Oder ist das alles egal und ich muss auf mein Glück vertrauen??
Artur Kröll
Bei der Implantation einer Knieprothese kommt es insbesondere auf die Erfahrung des Operateurs auf diesem Gebiet an. Es ist wichtig, einen Operateur zu finden, der viel Routine mit dieser Operation hat. Solche kann man sowohl in Universitäts-, in Kantons- und Privatspitälern finden. Privatspital bedeutet zwar meist eine bessere Gastronomie, aber nicht zwingend, dass die medizinische Versorgung qualitativ hochwertiger sein muss.
A. S. 03.12.2018 21:10:17
In Amerika wäre der Skandal wenigstes eine Goldgrube für die Patienten und die Pfuscher würden so richtig zur Kasse gebeten. Hierzulande wird es für die ruinierte Gesundheit wohl nur ein Trinkgeld geben, oder?
Erika Ziltener
Verhältnisse wie in Amerika haben wir tatsächlich nicht. Wenn aber ein Fehler passiert ist und jemand deshalb einen kausalen bleibenden Gesundheitsschaden erlitten hat und beides bewiesen werden kann, besteht eine reale Chance auf Schadenersatz.
J. B. 03.12.2018 21:20:45
Was passiert wenn ein Zahniplatat versagt?
Erika Ziltener
Das hängt davon ab, weshalb es versagt. Zuerst gilt es mit dem Zahnarzt die Frage der Ursache bzw. zu klären, ob es sich um eine Komplikation oder einen Behandlungsfehler handelt. Wenn das Gespräch nicht zielführend ist, kann eine entsprechende Stelle (Patientenstelle) mit den medizinischen Abklärungen beauftragt werden. Dazu ist das Patientendossier nötig und das persönliche Gespräch an der Beratungsstelle zu empfehlen. Erst danach können mögliche Lösungswege definiert werden.
M. G. 03.12.2018 21:30:20
Kann ich mich einer Sammelklage im Ausland anschliessen?
Erika Ziltener
Sammelklagen kennen wir in der Schweiz bei Behandlungsfehlern nicht. (Ich gehe davon aus, dass die Operation in der Schweiz stattgefunden hat.) Jedoch kann die Beweisführung für die Fälle in einer ausländischen Sammelklage für die Beweisführung in der Schweiz übernommen und angepasst werden. Auch hier gilt, es ist der Einzelfall zu prüfen.
A. S. 03.12.2018 21:30:28
Woran bemisst sich der Schadenserstz? Wenn eine Prothese derart zerbröselt und man gelämt ist, lässt sich das mit Geld doch nicht wieder gut machen!
Stephan Kinzl
Das ist sicher richtig, mit Geld lässt sich der Gesundheitsschaden nicht wieder gut machen. Entschädigt werden können denn auch nur die finanziellen Folgekosten, also z.B. den Erwerbsausfall oder den Schaden im Haushalt, nicht gedeckte Auslagen usw. Am nächsten kommt die Wiedergutmachung wohl beim der sog. Genugtuung, also einem Schmerzensgeld, doch sind die bezahlten Summen in der Schweiz verglichen mit anderen Ländern verschwindend klein. Dies wird von den verschiedenster Seite seit Jahren kritisiert, doch das Bundesgericht hält regelmässig daran fest.
R. B. 03.12.2018 21:36:25
Mein Orthopäde empfielt mir ein implntat in der Schulter nach Unfall mit 2 Gerissenen Bändern. Wurde schonmal operiert. Wie sind die Erfahrungen damit. Sind die Implantate sicher. Was ist zu beachten? vielen Dank
Artur Kröll
Eine detaillierte Auskunft würde an sich eine bessere Kenntnis Ihres Problems voraussetzen. Er hört sich danach an, dass man bei Ihnen eine sogenannte inverse Prothese bei nicht mehr zu reparierendem Sehnenschaden implantieren will. Diese Implantate sind zuverlässig und etabliert. Mit einer guten Schmerzverbesserung und Wiederherstellung der Funktion ist (je nach Ausgangsituation in Ihrer Schulter) zu rechnen. Die "Schwachstelle" dieser Implantate ist die Verankerung auf der Schulterblattseite. Ältere Prothesentypen mit schlechterer Verankerung zeigten Lockerungen nach ca. 10 Jahren. Man versucht deswegen, diesen Prothesentyp v.a. bei älteren Patienten einzusetzen.
P. S. 03.12.2018 21:37:30
Habe seit sieben Jahren ein Bandscheibenimplantat, welches aus Sicherheitsgründen vor drei Jahren fixiert (versteift) wurde. Leider habe ich nach wie vor sehr starke Schmerzen und bin auf starke Medikamente angewiesen um den Alltag meistern zu können. Wie und wo kann mam so ein Implantat auf eventuelle Fehler „testen“, um allenfalls Schadenersatz geltend zu machen? Und wer übernimmt solche Kosten?
Erika Ziltener
Es handelt sich einerseits um die aktuelle Behandlung. Hier zu würde ich eine Zweitmeinung empfehlen und ist meines Erachtens prioritär. Andererseits müsste ein möglicher Behandlungsfehler oder Produktefehler abgeklärt werden. Um diese Abklärungen sorgfältig tätigen zu können, muss das vollständige Patientendossier zur Verfügung stehen. Das kann jeder Patient selber einfordern oder eine Beratungsstelle damit und mit den Abkärungen beauftragen.
H. B. 03.12.2018 21:39:12
Guten Abend, ich bin im Jahr 2003 an der Halswirbelsäule operiert worden.Es wurden mir zwischen C5 uns C 6 und C6 und C7 2 sogenannte Bryan Prothesen eingesetzt worden.Diese wurden ca.ein halbes Jahr wieder vom Markt genommen. Hat dies auch mit der Qualität zu tun. Muss ich mir Sorgen machen?
Michael Betz
Die Bryan Prothese ist nach meiner kurzen Recherche nach wie vor am Markt erhältlich. Auf der Homepage der Swissmedic gibt es bezüglich dieser Prothese eine Sicherheitsinformation aus dem Jahr 2009, welche die Verpackung der Prothese betraf. Ich denke jedoch nicht, dass Sie sich aufgrund der Prothese Sorgen machen müssen.
R. M. . 03.12.2018 21:44:44
Guten Abend. Wird mir als allgemein versicherter die gleiche Qualität für ein Hüftgelenk zur Verfügung gestellt wie einem privat versicherten? Herzlichen Dank für Ihre Antwort.
Erika Ziltener
Ja. Wichtig ist, dass sie den Zeitpunkt für das Implantat sorgfältig wählen und sich die Fragen stellen: Welche Lebensqualität erwarten Sie, welche Alternativen gibt es, sind alle konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft worden und sind die Risiken im Verhältnis zum erwarteten Nutzen tragbar. Für den Operateur und das Spital gelten die gleichen Qualitätskriterien wie Fallzahl, Routine, Infrastruktur, usw. Und von besonderer Bedeutung ist das Aufklärungsgespräch, welches ihnen eine mündige Entscheidung möglich machen muss.
I. M. H. . 03.12.2018 21:46:20
Guten Abend. Am 29.06.18 bekam ich links eine 3D-Knieprothese. Habe seit Anfang das Gefühl, dass die Prothese wackelt. Nach 5 Monaten wird dies durch eine bestätigt. Im Januar wird die TP ausgewechselt. Die Prothesenherstellerfirma hat vor kurzem einen *dear doctorletter" geschrieben. Es seien vermehrt wacklige Prothesen vorgekommen. Wer bezahlt nun die OP, den Arbeitsausfall und meine Schmerzen Welche Rechte habe ich? Habe auch einen Neurostim im Rücken dessen Kabel Probleme macht.
Artur Kröll
Eine Knietotalprothese - egal ob konventionell oder 3D - ist angewiesen auf einen funktionierenden Bandapparat. Bei der Operation sollte die Bandspannung wiederholt vom Operateur überprüft und bei Bedarf über kleinere technische Handgriffe eingestellt werden. Die Möglichkeit, die Bandspannung insbesondere über die Implantatausrichtung zu korrigieren, ist bei 3D Prothesen eingeschränkt. Implantatausrichtung und Form sind bereits vor der Operation festgelegt. Man hat weniger Möglichkeit "zu spielen".
P. E. 03.12.2018 21:47:49
Sehr geehrte Frau Ziltener, sehr geehrte Herren Im April 2017 sind meine L3-L5 fixiert worden. 2 Implantate wurden für zwei entfernte Bandscheiben eingesetzt. Gemäss Spitalrechnung (Hirslanden) handelt es sich um "Telix Ti Cage Iordotic 5". Kann ich davon ausgehen, dass diese Cages sicher sind? Ein Cage ist in leicht schiefer Position (sollte gem. operierendem Arzt keine Folgen haben, "war nicht anders möglich"). Kann ich davon ausgehen, dass diese schiefe Position wirklich ohne Folge ist?
Michael Betz
Mir ist bezüglich der bei Ihnen verwendeten Cages kein Rückruf bekannt. Ohne die Bildgebung kann die Cagelage leider nicht hinreichend beurteilt werden.
F. B. 03.12.2018 21:51:22
Guten Abend. Aufgrund des Skandals mit Prothesen von ungenügender Qualität wüsste ich gerne, ob die bei meinem Ehemann am 3.6.15 eigesetzte Knieprothese Balansys uni bzw. Ersatz des Inlays von 6 auf 5mm am 20.11.15 ebenfalls eine ungenügende Performance aufweist. Freundliche Grüsse
Michael Betz
Auf der Homepage der Swissmedic (www.swissmedic.ch) können Sie sich unter der Rubrik 'Swissmedic Datenbank Medizinprodukte' informieren, ob für die verwendete Prothese Sicherheitsmassnahmen erforderlich waren oder Rückrufe erfolgt sind.
S. B. 03.12.2018 21:51:41
Sie fordern staatliche Zulassungen für Medizinprodukte, da so die Kontrolle ja viel besser sei. Im nächsten Beitrag bringen sie, dass Generika teilweise nicht die Qualität haben, die sie sollten, obwohl hier staatliche Zulassungen nötig sind. Also funktioniert staatliche Kontrolle doch nicht?
Erika Ziltener
Die Zulassung von Medizinprodukten und Generika kann nicht wirklich verglichen werden. Wenn jedoch die Zulassungsstelle Mängel aufweist und die verantwortlichen Personen werden nicht in die Pflicht genommen, kann das - wie wir aktuell feststellen müssen - gravierende Gesundheitsschäden für Patientinnen und Patienten zur Folge haben. Das aber muss zwingend verhindert werden. Eine Möglichkeit sind unabhängige Prüfstellen und eine sichere Zulassung.
C. H. 03.12.2018 21:51:45
Ich habe vor 4Jahren eine Knieopperation erhalten. Teilprothese! Habe Problem mit den Knie. Vorallem wenn das Knie kalt hat. Könnte sein, dass die Prothese auch felerhaft ist. Danke für Ihre Antwort.
Artur Kröll
Es gibt viele mögliche Gründe, warum ein Patient nach Knie(teil)prothese unzufrieden sein kann. Angefangen von einer Lockerung oder Verschleiss des Implantates, einer nicht optimalen Implantation über ein Fortschreiten der Arthrose in den übrigen Gelenkteilen bis hin zu Gründen, die mit dem Knie gar nichts zu tun haben (z.B. Arthrose im Rücken mit Schmerzausstrahlung). Selten liegt das Problem am Implantat selbst. In einem solchen Fall lohnt es sich, einen Spezialisten aufzusuchen, der viel Erfahrung mit schmerzhaften Knieprothesen hat.
H. S. 03.12.2018 21:54:13
Rechtsfrage: Mir wurde im Juli 2007 mein rechtes Hüftgelenk (Totalendoprothese) ausgewechselt. Was schief laufen konnte lief schief. Die Haftpflichtversicherung versucht den Fall mit sämtlichen Tricks zu verschleppen. Es besteht nun ein Verjährungsverzicht. Bei der Schadenabfindungssumme kürzen sie, wo sie nur können. Als Verzugszins offeriert sie mir 3,5 %. Gilt der OR-Artikel 104 noch, wonach der Schuldner 5 % Verzugszins zu bezahlen hat? Gibt es dazu eine Berechnungsanleitung? Herzlichen Dank
Stephan Kinzl
Es kommt darauf an, von welchem Zins man spricht. Der Genugtuungsanspruch wird ab Unfall-/Schadenszeitpunkt zu 5 % verzinst, aufgelaufener Schaden zum mittleren Zins von 2.5% und mit dem von Ihnen erwähnten Zins von 3.5 % dürfte der Kapitalisierungszinsfuss gemeint sein. Die Berechnung des Schadens ist sehr anspruchsvoll, ich empfehle Ihnen auf jeden Fall den Beizug eines spezialisierten Anwalts, damit dieser zumindest den Vergleichsvorschlag der Versicherung überprüfen kann.
r. k. . 03.12.2018 21:56:07
guten abend.habe im Juni 2017 2 Bandscheiben Implantate erhalten im balgrist.leider sind meine schmerzen eher grösser geworden könnte ev.eine problemaitk,wie im puls behandelt vorliegen.weiss nicht mehr was ich machen soll.vielen dank für ihre Bemühungen.
Michael Betz
Für die an unserer Klinik verwendeten Bandscheibenprothesen liegen derzeit keine Sicherheitsmängel oder Rückrufe vor. Bei persistierenden Beschwerden bitte ich Sie um Kontaktaufnahme mit unserem Sekretariat. Wir werden Sie dann in unsere Sprechstunde für eine Verlaufskontrolle einladen.
K. S. 03.12.2018 21:57:08
Im 2017 wurde mir ein OSG Implantat eingesetzt. Wie kann ich feststellen ob es einen Rückruf gab. Vor kurzem musste ich einen zweiten Eingriff vornehmen lassen. Ich bin unsicher dass alles richtig gemacht wurde. Wohin kann ich mich wenden. Besten Dank
Erika Ziltener
Ob ein Rückruf erfolgt ist, können sie der Homepage der Swissmedic entnehmen bzw. dort nachfragen. Das ist zwar sehr anspruchsvoll, aber möglich. Ich empfehle Ihnen ein klärendes Gespräch mit dem Arzt. Wenn das nicht möglich ist oder offene Fragen bleiben, können sie z.B. die Patientenstelle mit den medizinischen Abklärungen beauftragen. Für die Abklärungen muss das vollständige Patientendossier zur Verfügung stehen.
M. S. 03.12.2018 21:58:17
Meinem Vater wurde eine Conformis Knieprothese eingebaut, nach einigen Monaten durch eine neue, 'handelsübliche' Prothese ersetzt. Die Conformis war 'lotterig', hielt nicht das, was sie versprach. Es war für meinen Vater der Horror! Der Arzt wie auch die Firma konnten uns nicht genau sagen, wie oft diese in der Schweiz Implantiert wurden. Sind diese Prothesen überhaupt durch den Bund kontrolliert und freigegeben worden?
Artur Kröll
Die Conformis-Prothese gehört der Gruppe der sogenannten Patienten-spezifischen oder massgeschneiderten Prothesen an. Die Idee ist, ein besseres Resultat zu erzielen, indem man der Anatomie des Patienten näher kommt als mit einer konventionellen Prothese "von der Stange". Dies hört sich für den Patienten klarerweise einleuchtend an. Die Realität sieht ein wenig anders aus. Bis jetzt gibt es nur sehr kurzfristige Resultate dieses Implantattypus. Und diese sind teilweise durchzogen. Dem Patienten, dem ein derartiges System eingepflanzt wird, sollte erklärt werden, dass es wenig Daten über tatsächliche, langfristige Patientenzufriedenheit gibt. Obwohl ein derartiger Lösungsansatz in Zukunft vielleicht den Durchbruch bringen wird, wird die Zeit zeigen. Es ist übrigens auch gut möglich, eine Prothese "von der Stange" zu lotterig einzubauen. Auch dies kann zu katastrophalen Resultaten führen.
Y. A. 03.12.2018 21:59:49
Im Januar werde ich voraussichtlich ein künzliches Huftgelenk im Sonnenhofspital in Bern ( Prof. Nötzli) erhalten. Muss ich mir über die Qualität des Implantates Sorgen machen ?. Gibt es Unterschiede in der Verträglichkeit der Implantate zementiert / nicht zementiert ? Freundliche Grüsse und besten Dank für die Antwort.
Artur Kröll
Ich sage gerne, dass es in der Orthopädie drei Gewinner-Operationen gibt, bei denen der Patient im Anschluss über ein "vergessenes Gelenk" berichtet. Eine davon ist die Hüftprothese. Sie haben sich einen äusserst versierten Hüftchirurgen ausgesucht, bei dem Sie sich in guten Händen befinden. Die Standard-Implantate in Hüftchirurgie beruhen auf altbewährten Prinzipien und sind zuverlässig. Zementierte und unzementierte Fixationstechniken sind ebenfalls etabliert. Häufig entscheidet sich der Operateur anhand Ihrer Knochenqualität für die eine oder andere Methode.
A. D. 03.12.2018 22:03:15
Guten Abend, mir wurde im Feb. 2012 im Kantonsspital Aarau an der Halswirbelsäule HWK 5/6 einen Cage eingesetzt. Bin jedoch Beschwerde frei. Muss ich da etwas unternehmen? Besten Dank, Grüsse
Michael Betz
Bei aktueller Beschwerdefreiheit ist nichts zu unternehmen.
H. M. 03.12.2018 22:05:27
Ich habe seit 11 Jahren eine Hüftprothese. Unter Belastung (Lastentragen) habe ich immer mehr Schmerzen in der Hüfte. Abklärungen via Hausarzt und Chirurg ergaben, dass der Prothesenschaft im obersten Bereich leicht locker sein soll (radiologische Untersuchung, welche Reaktion des Knochens zeigt) und als Empfehlung wurde ein Austausch vorgeschlagen. Meine Empfindung ist aber eher ein muskuläres Problem oder eine Auswirkung einer Wirbelsäulenschädigung. Was empfehlen Sie mir als weiteres Vorgehen
Erika Ziltener
Ich empfehle ihnen eine unabhängige Zweitmeinung. Notieren sie die Fragen, welche sie dem Arzt stellen wollen. Insbesondere sollte ihnen der Arzt die Diagnose bzw. Ursache der Beschwerden und die entsprechende Behandlung medizinisch begründen. Prüfen sie ebenfalls vorgängig sorgfältig was ihre Erwartungen sind, lassen sie sich allenfalls vor einem weiteren Eingriff umfassend und verständlich aufklären und nehmen sie sich Zeit für die Entscheidung. Sollten sie nach wie vor offene Fragen haben, empfehle ich ihnen ein Gespräch an einer Beratungsstelle.
H. B. 03.12.2018 22:06:11
Was taugen HWS Bryan Banscheibenprothesen?
Michael Betz
Bryan Bandscheibenprothesen sind nach wie vor auf dem Markt erhältlich. Ich habe selbst keine Erfahrung mit diesem Implantat.
J. E. 03.12.2018 22:09:24
Ich bin 56 J. alt und habe ein stark beschädigtes Kniegelenk. Man empfielt mir eine Prothese nach Mass. Welche sind die Erfahrungen mit solchen Prothesen? Woher weiss man, ob sie qualitativ gut sind?
Artur Kröll
Es hört sich einleuchtend an, dass eine Prothese, die "für mich massgeschneidert" ist, besser sein soll als eine konventionelle Prothese "von der Stange". Darauf baut sich ein aktueller Hype auf, der von der Implantat-Industrie entsprechend gepusht wird. Es handelt sich aber nicht um den Heiligen Gral. Tatsache ist, dass wir noch relativ wenig längerfristige Erfahrungswerte mit diesem Prothesentyp haben. Wenn man derartige Prothesen implantiert, sollte man seine Patienten darüber informieren. Bei uns werden derartige Implantate zum Teil auch verwendet, werden dann aber unter streng kontrollierten Studienbedingungen nachuntersucht.
I. M. H. 03.12.2018 22:10:36
Wer übernimmt die Kosten der OP, des Arbeitsausfalls und ein eventuelles Schmerzensgeld, wenn bestätigt wird, dass die Knieprothese fehlerhaft ist? MfG I.M.H.
Stephan Kinzl
Wenn die Prothese selbst fehlerhaft ist, so haftet deren Hersteller für Ihren direkten Schaden, also für den Erwerbsausfall, den Haushaltsführungsschaden so wie weitere, selbst zu tragende Kosten/Auslagen wie z.B. Franchise, Selbstbehalte und Wegkosten. Der Hersteller einer fehlerhaften Prothese hat Ihnen auch ein Schmerzensgeld (sog. Genugtuung), auszurichten, vorausgesetzt, der Schaden hat ein gewisses Ausmass in Form einer dauerhaften Schädigung angenommen. Für die Operation selbst kommt in erster Linie der Krankenversicherer auf, wenn die OP medizinisch "indiziert", d.h. nötig ist. Der Krankenversicherer kann dann seinerseits Regress auf den Hersteller der fehlerhaften Prothese nehmen.
J. D. 03.12.2018 22:13:04
Meine Wirbelsäule wurde 4x Operiert. Dabei wurde die 3. unterste Bandscheibe mit einem Gelenk ersetzt. Das Gelenk wurde falsch geliefert und doch eingesetzt. Jetzt ist es gebrochen und die nächste Bandscheibe defekt. Wer kann mir sagen, wie oder was ich machen soll. Ich habe Schmerzen.
Michael Betz
Die klinische Situation ist nach mehrfachen Voreingriffen kompliziert. Ich empfehle Ihnen daher eine Zweitmeinung in einem Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie einzuholen.
M. B. 03.12.2018 22:14:33
Vor einem Jahr hatte ich eine Hüft TP OP. Ist es möglich, dass dies Allergien/Hautirritationen auslösen kann?
Artur Kröll
Allergien sind in der Prothetik ein heiss diskutiertes Thema. Insbesondere auch, da die Industrie sogenannte "hypo- oder antiallergene" Implantate an den Mann bringen will. Die tatsächliche Anzahl an weltweit veröffentlichten Metallallergien ist verschwindend gering. Es lassen sich nämlich Haut-gebundene Metall-Allergien (Hapten-asoziiert) in der Art ihrer Entstehung nicht 1:1 in die Tiefe übertragen. Ein positiver Hauttest beim Allergie-Spezialisten bedeutet nicht, dass sie eine Hüft- oder Knie-Prothese nicht vertragen. Sollte über ihrer Haut eine Rötung auftreten, sollte sich dies ihr Operateur zwingend ansehen. Insbesondere, um keinen Infekt zu verpassen.
P. S. 03.12.2018 22:15:54
68 Jahre alt, sportlich sehr aktiv (Triathlon), Diagnose: Hüftarthrose, aber zurzeit mit intensiver Physio noch mehr oder weniger im Griff. Suche im Raum Lausanne (privat versichert) versierten Chirurg, der sportliche Patienten mit erprobten Hüft-Implantaten versorgen kann.
Erika Ziltener
Wenn sie so sportlich sind, unbedingt den Zeitpunkt für das Implantat sorgfältig wählen. Risiken und Nutzen abwägen und an der Lebensqualität messen. Der Leidensdruck muss hoch sein, damit die Erwartungen erfüllt sind. Für eine konkrete Empfehlung stehen nicht ausreichend Informationen zur Verfügung. Beim Entscheid für ein Implantat sollte jedoch nicht der Versichertenstatus entscheidend sein, sondern die Kriterien, welche ein Operateur und ein Spital zu erfüllen hat. Sollten Fragen offen bleiben, hilft allenfalls eine Beratung weiter.
Y. L. . 03.12.2018 22:18:15
Guten Abend mir wurde am 20.Februar2018 an der Halswirbelsäule C4/C5eine Prothese eingesetzt.(wegen Lähmungen rechts) Seit dem Aufwachraum bis jetzt habe ich starke Schmerzen links laut den Untersuchungen ist die Prothese korrekt platziert,und sonst gibt es nicht erklärbares. Könnte es sein das man vielecht das Material (Stahl/Titan) nicht verträgt und allergisch reagiert?
Michael Betz
Es gibt in sehr seltenen Fällen tatsächlich Allergien im Zusammenhang mit Prothesen. Allerdings sollten zuvor andere Ursachen für verbleibende Beschwerden ausgeschlossen werden bevor eine Allergieabklärung erfolgt. Ich empfehle Ihnen ggf. eine Zweitmeinung einzuholen.
m. B. . 03.12.2018 22:19:55
Guten Abend, wegen meiner Chondrokalzinose sind meine Gelenke und Knorpel an Händen, Knien und Füssen sehr geschädigt. Die Ärzte möchten die Fuss-Sprunggelenke durch Implantate ersetzen. -Wie hoch schätzen Sie das Risiko ein?
Artur Kröll
In den Händen eines erfahrenen Fusschirurgen ist die Implantation einer Sprunggelenksprothese bei der korrekten Diagnose ein sehr guter Eingriff. Aufgrund des knöchernen Widerlagers sind allerdings die Standzeiten der Sprunggelenksprothesen im Schnitt etwas kürzer als z.B. bei Hüft- oder Knieprothesen. Eine gewissenhafte Beurteilung der Durchblutung ist notwendig, um nicht das Risiko einer Wundheilungsstörung oder Infektion einzugehen.
B. D. S. 03.12.2018 22:20:51
Im Jahr 2012 bekam ich ein neues Hüftgelenk. Hatte nach der Op.mehr Schmerzen.Ich war 4-5 mal zur Kontrolle. Aber immer wurde mir gesagt dass meine Hüfte Ok sind.Im jahr2015wurde mir wieder ein neues Hüftgelenk implantiert weil es nicht richtig operiert wurde.Das Bein ist auch 9mm länger.Die Schmerzen sind immer noch da.Ich kann auch nicht verlängert aufwärts laufen ohne Schmerzen. Was empfehlen Sie mir ?
Erika Ziltener
Für die Behandlung raten wir Ihnen zu einer Zweitmeinung. Zudem empfehlen wir Ihnen die Abklärung eines möglichen Behandlungsfehlers. Für diese Abklärungen benötigen Sie das Patientinnendossier. Dieses können Sie anfordern und eine Beratungsstelle mit den Abklärungen beauftragen.
Z. L. 03.12.2018 22:22:24
Guten Abend, mir wurde vor vier Jahren in der Halswirbelsäule folgendes Implantat eingesetzt: SHELL Cage cervicql titanbeschichtet 5x18mm hergestellt von der Firma Advanced Medical Technologies AG. Bis Heute habe ich keine Beschwerden. Ist Ihnen das Produkt bekannt und/oder muss ich jetzt etwas unternehmen? Danke für Ihre Antwort
Michael Betz
Ich habe mit dem genannten Produkt nie gearbeitet. Nach kurzer Recherche sind mir keine Rückrufaktionen aufgefallen. Bei fehlenden Beschwerden müssen Sie im Moment nichts unternehmen.
H. G. 03.12.2018 22:24:00
ich habe vor wenigen Wochen ein Zahnimplantat erhalten. Muss ich mir da Sorgen machen? Soll ich meinen Zahnarzt fragen, welches Material er verwendet hat? Oder lasse ich es darauf ankommen?
Erika Ziltener
Wenn Sie keine Beschwerden haben, müssen Sie sich meines Erachtens keine Sorgen machen. Ihren Zahnarzt können Sie trotzdem fragen, was für Material er verwendet hat oder gleich das Patientinnendossier anfragen.
R. J. 03.12.2018 22:24:04
Ich habe im März und April 2017 je 1 HTP erhalten. Da ich noch relativ jung war für HTP im Alter von 54 Jahren, mit der Aussage dass diese laut Nachweisen 20 - 25 Jahre halten sollten, kreisen doch ab und zu Gedanken darüber, ob dem so sei. Wie kann ich frühzeitig erkennen, dass es sich um ein Fehlerhaftes Implantat handeln könnte?
Artur Kröll
Solange es Ihnen gut geht ... geniessen Sie Ihr Leben und bleiben sie aktiv! Und seien Sie sich der Tatsache bewusst, dass auch eine hervorragend implantierte und gut funktionierende Prothese gewisse Beschwerden (z.B. Wetterfühligkeit) machen kann. Sollten Beschwerden zunehmen (v.a. belastungsabhängige Schmerzen), setzen Sie sich mit Ihrem Operateur in Verbindung.
E. M. 03.12.2018 22:26:27
Operation 14.03.2014 Anteriore Diskektomie C5 und C6/7 linksbetote Foraminotomie Cage- Implantation ( Shell Cage Firma Medronic. Sind meine HWS Implantate auch betroffen. Mache Chiropraktik wegen den Nackensmerzen. Man sagt es seien Verspannungen. Vielen Dank für Ihre Antwort
Michael Betz
Nach kurzer Recherche liegen keine Rückrufaktionen für die genannten Cages vor. Aufgrund des Materials müssen Sie sich keine Sorgen machen. Bei persistierenden Beschwerden empfehle ich Ihnen eine Verlaufskontrolle bei Ihrem Operateur.
S. P. 03.12.2018 22:30:05
Am 16.9.2015 wurde mir ein Hüftplantant aus Metall eingesetzt. Leider hatte ich von Anfang an immer Schmerzen. In letzter Zeit wurden die Schmerzen stärker. Die Schmerzen sind : Schmerzen in der Hüft Gegend, das Gefühl von "abschnürren des Oberschenkels, Ausstrahlungen bis ins Wadenbein, Das Gefühl von einem Stein im Gesäss. Je nach Bewegung starker Schmerz der länger anhält. "Stromstösse" in den Oberschenkel. Könnte es sein das mein Hüftgelenk defekt ist ?
Michael Betz
Sie beschreiben Beschwerden die mehrere Ursachen haben können. Einerseits kann hier ein Problem mit dem eingebrachten Implantat vorliegen, andererseits sollte bei den beschriebenen Ausstrahlungen ins Bein auch eine Wirbelsäulenpathologie ausgeschlossen werden. Ich empfehle Ihnen eine Vorstellung bei Ihrem Operateur.
J. K. 03.12.2018 22:30:55
Guten Abend. Im April 2017 wurde mir nach einem Sturz einen Nagel im Oberschenkel eingesetzt. In den Folgemonaten war ich nie ganz ohne Schmerzen. 8Monate später wurden die Schmerzen so stark, dass ich notfall ins Spital musste. Nach den Röntgen Aufnahmen, wurde mir erklärt, dass der Nagel gebrochen sei. Nach einer neuen 5 stündigen Operation ( weil das Teil fast eingewachsen war) habe ich jetzt ein neues Hüftgelenk mit Nagel Ersatz. Mehrmals habe ich verschiedene Ärzte gefragt warum sowas mögl
Artur Kröll
Wenn Sie einen Knochenbruch haben, wird dieser heutzutage meist mit einem Metallimplantat überbrückt. Dieses Implantat nimmt die Last auf, bis Ihr Knochen geheilt ist. Wie jedes Kunstmaterial ist auch ein solches Implantat einer gewissen Materialermüdung unterworfen. Wie ein Löffel, den Sie hundert Mal hin und her biegen. Genauso wie der Löffel wird auch irgendwann der Nagel brechen. Im Normalfall passiert dies aber nicht, da der Knochen zuerst heilt und dann keine Last mehr auf den Nagel kommt. Es ist davon auszugehen, dass ihr Knochen nie vollständig geheilt ist. Hierfür kann es unterschiedliche Gründe geben.
R. J. . 03.12.2018 22:33:15
Guten Abend. Vermutlich muss ich demnächst ins Spital um einen Herzschrittmacher zu implantieren. Besteht für diesen Eingriff ein Risiko betr. Implantat? Besten Dank für Ihre Rückantwort
Erika Ziltener
Ich empfehle Ihnen gut vorbereitet ans Aufklärungsgespräch zu gehen. Notieren Sie sich die Fragen vorgängig, Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben, fragen Sie auch, ob es sich um ein neues oder ein erprobtes Implantat handelt. Ein guter Arzt nimmt Ihre Unsicherheiten z.B. zum Implantat auf und kann Ihnen, die für Sie passende Wahl des Schrittmachers medizinisch begründen. Nehmen Sie sich Zeit für die Entscheidung und willigen Sie erst ein, wenn für Sie alles stimmt (Bauchgefühl).
M. K. 03.12.2018 22:33:34
Guten Abend,kann es sein dass eine Physio Uebung (angezogene Knie auf dem Rücken liegend und dann jeden Tag 30x nach links und rechts kippen) gegen Rückenschmerzen Schmerzen im vor 4 Jahren operierten Hüftgelenk mit Implantat auslösen kann? Diese kamen nach ungefähr einem halben Jahr Uebungen und wurden immer intensiver. Ich hab dann die Uebung abgebrochen aber die Schmerzen sind nicht komplett verschwunden. Danke für Ihre Antwort
Artur Kröll
Normalerweise sollte 4 Jahre nach Prothesenoperation das Implantat fest eingewachsen sein. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine einfache Bewegungsübung dazu in der Lage ist, eine feste Prothese auszulockern. Wenn sich die Beschwerden nach einiger Zeit nicht in Wohlgefallen auflösen, empfehle ich Ihnen, sich bei Ihrem Operateur zu melden.
R. K. 03.12.2018 22:34:19
Mir hat ein Arzt absichtlich die Wirbelsäule mit Akkupunktur zerstochen, sodass alle Bandscheiben schrumpften und die Facettengelenke zu wuchern begannen. Leider hat er mit einem Laser eine Bandscheibe dann ganz zerstört, d.h. verbrannt. Nun begann meine Oddysee. Zuerst sagte ein anderer Arzt, es hülfe nur noch ein DIAM TM-System an der Stelle TH12-L1. Nach der OP, die Probleme waren da. Im Verlaufsbericht der OP lese ich nun ein DIAM TH12-L1 und ein DIAM an der L1-L2. D.h. zwei. Alle Bänder weg
Michael Betz
Bei persistierenden Beschwerden empfehle ich Ihnen die Einholung einer Zweitmeinung mit Aktualisierung der Bildgebung.
M. E. 03.12.2018 22:37:48
Ich habe im Oktober 2014 eine Hüft-TP eingepflanzt bekommen. Mich würde interessieren, ob das Produkt zu den "Gefährlichen" gehört. Typ: Pinnacle Pfanne Gr. 52 Marathon PE-Inlay 52/32 Corail Schaft Gr. 13 Keramik Kopf 32/+1. Wie lange "hält" normalerweise ein Hüftgelenk dieses Typs? Besten Dank für Ihre Antwort.
Artur Kröll
Diese Gleitpaarung würde ich mir selbst implantieren lassen. Sehr gute Abriebeigenschaften, wenig komplikationsträchtig. Eine Prothese hat kein "Ablaufdatum" und muss z.B. nach 15 Jahren gewechselt werden. Bei modernen Hüft- und Knieprothesen sind nach 15 Jahren nach etwa 90% funktionstüchtig dort wo sie sein sollen. Erst bei zunehmenden Beschwerden muss man damit anfangen, sich Gedanken zu machen.
N. B. 03.12.2018 22:38:38
Guten Abend,ich möchte gerne wissen ob die Medtronic Sakrale Neurostimulation mit dem InterStim System vom Rückruf betroffen ist? Freundliche Grüsse
Erika Ziltener
Sie können auf der Homepage Swissmedic prüfen ob ein Rückruf erfolgt ist. Allerdings muss Sie Ihr Arzt oder Ihre Ärztin bei einem Rückruf informieren. Sollten Sie nicht weiterkommen können Sie sich an die Patientenstelle wenden.
R. K. 03.12.2018 22:38:56
Guten Abend, mir wurde Anfangs August 2018 im Unispital Basel ein Herzschrittmacher (Sorin Group ??) eingesetzt. Wo kann ich mich orientieren, ob dieser Schrittmacher qualitativ gut ist?
W. W. 03.12.2018 22:40:02
Ist der Arzt oder das Spital verpflichtet einen Implantatenpass mit allen Angaben über Hersteller, Werkstoffe, Abmessungen, Zertifikate usw. an den Patienten abzugeben ?
Stephan Kinzl
Der Patient hat einen gesetzlichen Anspruch auf seine Krankengeschichte, also auch auf Informationen zu den Produkten, die ihm implantiert worden sind. Deshalb wird regelmässig ein Implantatpass mit der präzisen Bezeichnung des Produkts sowie dem Implantationszeitpunkt abgegeben, was allenfalls später rechtlich relevant werden kann.
L. W. 03.12.2018 22:41:58
Guten Abend, 2015hatte man alle LW versteift, 2016 sämtlich BW. Bereits nach der 1. BW OP,heftigste Schmerzen im Bereich der BW, stärkste Opiate. Manchmal kaum laufen, als würde sich im Ber. BW alles hin- herschiebeni An manchen Tagen kann ich kaum laufen, es ist, als würde mich ein Zentner zu Boden drücken und mein Körper bricht fast in sich zusammen. Gefühl, dass alles auseinanderbricht. Schmerzen, dass ich lieber sterbe. Waren diese Implantate 2016 noch im Einsatz? Schulthessklinik. Danke h
Michael Betz
Derart langstreckige Fusionen sind leider häufig mit Restbeschwerden vergesellschaftet. Bei dem beschriebenen hohen Leidensdruck empfehle ich Ihnen eine Vorstellung bei Ihrem Operateur. Es sollten weitere Abklärungen in die Wege geleitet werden. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass bei Ihnen Implantate verwendet wurden, die in Zusammenhang mit dem aktuellen Implantateskandal stehen.
L. M. 03.12.2018 22:43:04
Hallo. Ich habe im Mai ein künstliches Hüftgelenk nach einem sturz erhalten. Seither habe ich grosse Schmerzen und ich habe das Gefühl dass es beim laufen sich erhitzt. Mein Operateur hat einmal ein Röngenbild gemacht und sagt alles sei okay. Ich glaube ihm nicht. Wo könnte ich mein Hüftgelenk untersuchen und mit welchen Methoden? MRI, Ultraschall, ect. was wäre sinnvoll?
Artur Kröll
Zusätzlich zu konventionellen Röntgenbildern - auch vergleichend zu den bereits vorhandenen Voraufnahmen - können je nach Fragestellung MRI, Ultraschall und Spect/CT wertvolle Informationen geben. Normalerweise funktionieren Hüftprothesen auch nach Knochenbrüchen sehr gut. Sollten Sie mit dem Operationsresultat unglücklich sein und sich nicht ernst genommen fühlen, rate ich zu einer Zweitmeinung bei einem Spezialisten mit Erfahrung in Wechselprothetik.
F. S. 03.12.2018 22:43:11
Guten Abend. Ich habe vor 2 1/2 Jahren von Prof. Elke im Merian Iselin Spital in Basel, ein künzliches Gelenk einoperiert erhalten. Ich hatte nie Schmerzen und zum Glück auch nie Probleme mit Bakterien und nie eine Entzündung. Ich bin mit dem Ergebnis absolut zufrieden. Im nächsten Februar möchte ich auch in mein anderes Knie eine Vollprotese operieren lassen, natürlich bei Prof. Elke. Ich bin total optimistisch und habe volles Vertrauen zu Prof. Elke und seine Mitarbeiter.
Erika Ziltener
Damit jede Patientin, jeder Patient einen so wunderbaren Behandlungserfolg erleben, engagieren wir uns in der Qualitätssicherung und vor allem dafür, dass die bekannten Qualitätslücken geschlossen werden.
B. D. S. . 03.12.2018 22:43:49
Wo befinden sich die Beratungsstelle wo ich mich melden soll mit dem Patientendossier .Ich wohne in Ebikon.
Erika Ziltener
Sie können gerne die Patientenstelle Zürich anrufen. 044 361 92 56.
R. K. 03.12.2018 22:44:30
Werden heute die DIAM TH-Systeme von Medtronic immer noch implantiert?
Michael Betz
DIAM Systeme von Medtronic werden noch verwendet
H. T. 03.12.2018 22:46:12
Ich habe einen ICD von Medronic "eingebaut". Kann ich beruhigt sein?
Erika Ziltener
Spontan kann ich die Frage nicht beantworten, hier zu müsste ich etwas Zeit für die Recherche haben. Aber zu Rückrufen usw. können Sie die Swissmedic kontaktieren bzw. die Homepage konsultieren.
K. H. 03.12.2018 22:46:39
Seit ca. 10 Jahren habe ich beidseits Oberflächen-Ersatz an den Hüften (McMinn/Schulthess-Klinik). Leider kommt es in letzter Zeit öfter zu Schmerzen in den Gelenken und sehr oft in den gesamten Beinen. Könnte das eine Folge des erhöhten Abriebs sein? Kann man das mittels Blutanalyse schlüssig beurteilen? Welche Elemente sind kritisch?
Artur Kröll
Die Birmingham oder McMinn Prothese ist ein Implantat mit sogenannter Metall-Metall-Grosskopfgleitpaarung. Bei vielen Patienten hat es zu hervorragenden Resultaten geführt, bei anderen zu Katastrophen. Wegen der hohen Komplikationsraten wird dieser Implantattypus heute praktisch nicht mehr verwendet. Bei Beschwerden rate ich zu einer Abklärung. Die Abriebpartikel können sich einerseits im Blut bemerkbar machen, andererseits riesige Weichteilprobleme verursachen.
N. K. 03.12.2018 22:46:50
Ich ahbe mit 27 Jahren im 2009 eine Totalhüftprothese von Mathys erhalten. Diese knakte nach 6 Jahren sehr komisch. Auch habe laut meinem Operateur die Prothese spiel gehabt. Gibt es eine Möglichkeit zu erfahren, ob mit dem Implantatetyp was nicht in Ordnung war?
Michael Betz
Sie können auf der Homepage www.swissmedic.ch unter der Rubrik 'Swissmedic Datenbank Medizinprodukte' in Erfahrung bringen, ob es für den bei Ihnen verwendeten Prothesentyp Sicherheitsmassnahmen oder Rückrufe gab.
U. W. 03.12.2018 22:50:27
Guten Abend. Ich habe vor 1.5 Jahren eine Hüft-Teilprothese erhalten. Im Operationsbericht stehen unter "Implantate" Ausdrücke wie "R3 54er Pfanne, XLPE Grösse 32, Polar Schaft Grösse 5S, Oxinium-Kopf Grösse 32M". Wie kann man daraus die Hersteller ableiten und wo kann man in Erfahrung bringen, ob solche Implantate sicher sind oder zurückgerufen wurden? Gibt es bei Swissmedic eine Möglichkeit, Internetrecherchen zu solchen Produkten und eventuellen Rückrufen zu machen? Vielen Dank.
Erika Ziltener
Für Hüftprothesen empfehle ich Ihnen die Homepage von SIRIS und auf der Homepage der Swissmedic können Sie die Rückrufe entnehmen.
A. F. 03.12.2018 22:51:26
Meinem Vater musste vor 10 Monaten zum zweiten Mal am selben Knie das Implantat ersetzt werden, weil das erste nicht verheilt war. Leider ist es bis jetzt noch nicht verheilt. Was könnte der Grund sein, dass es nicht gut geworden ist?Besteht noch eine Chance, dass das Kniegelenk noch verheilt? Er müsste auch noch die andere Seite operieren. Muss er davon ausgehen, das es auch da nicht verheilt.
Artur Kröll
Diese Antwort kann ich Ihnen auch als Kniechirurg mit Steckenpferd Wechselprothetik ohne weitere Information so in diesem Forum nicht beantworten. Die Analyse einer nicht funktionierenden Knieprothese ist ein Prozess, der Zeit, Geduld und Sorgfalt braucht. Der Weg zur Diagnose in unserer Spezialsprechstunde "Die schmerzhafte Knieprothese" beginnt überlichweise mit einer 45-minütigen Konsultation und zieht meist mehrere Spezialabklärungen nach sich.
R. K. 03.12.2018 22:54:28
Mir wurde in einer arglistigen Atkion zwei DIAM implantiert. Leider hat der Arzt sämtliche Bänder Längsband Hauptband und alle Zwischenbänder herausgeschnitten. Man musste die beiden Diam entfernen. Nun bin ich hoch instabil. Man versuchte mit Schrauben und Stangen zu stabilisieren, aber die Muskulatur reisst beständig ab, die Bänder fehlen. Was kann man noch tun?
Michael Betz
Eine klinische Beurteilung und Aktualisierung der Bildgebung ist erforderlich, um herauszufinden welche Behandlungsoptionen bestehen.
R. K. 03.12.2018 22:55:10
Haben allen Implantate Zertifkiate? Haben Perdikelstangen und Perdikelschreuben ebenfalls Zertifikate. Wer bezahlt die Kosten OP, Spital bei nicht funktionierender Implantate, Arbeisausfallkosten (Lohn), Schadenersatz Anrecht auf Garantieersatz....Haftung und vorallem Juristische Unterstützung und deren Kosten, ohne eine Versicherung.
Erika Ziltener
Grundsätzlich müssen alle Implantate zugelassen sein. In der Schweiz muss ein Patient einen Behandlungsfehler und den kausalen Gesundheitsschaden beweisen. In diesem Fall bezahlt die Haftpflichtversicherung des Spitals. Die medizinischen Abklärungen können Sie an einer dafür bestimmen Stelle durchführen lassen. Details erhalten Sie auf Anfragen.
Z. H. 03.12.2018 22:56:27
Mir wurde am 9.9.13 und am 31.3.2014 die Hütgelenke operiert. Das linke Bein schmerzt mich immer einwenig. Typ: Medata Lot 133031 und 133953. Bin ich davon betroffen? Eine Nachkontrolle hat nichts besonders ergeben.
Artur Kröll
Die LOT-Nummer ist vergleichbar mit einer Fahrgestellnummer beim Auto. Sie verrät mir nicht, welches Implantat-Modell mit welcher Gleitpaarung vorliegt. Mit dieser Information allein kann ich Ihnen nicht weiterhelfen.
R. B. 03.12.2018 22:58:03
Meine Hüftprothese resp. der Schaft war offenbar zu klein, immer locker und musste nach wenigen Monaten ersetzt werden. Habe ich Anspruch auf Schadenersatz o.ä.?
Erika Ziltener
Sie können eine Beratungsstelle mit den Abklärungen beauftragen. Hier zu muss das vollständige Patientendossier zur Verfügung stehen. Dieses können Sie einfordern.
Moderator
Der Experten-Chat ist beendet. Danke für die interessanten Fragen! Mehr Informationen zum Thema finden Sie aber auf https://www.srf.ch/sendungen/puls/schwerstkranke-kinder-implantat-skandal-digitaler-arzttermin