C. D. . 30.10.2017 20:38:10
Guten Tag. Es ist ja längst bekannt dass Zucker Krebszellen wie ein Kontrastmittel zum leuchten bringen da sich diese davon ernähren. Warum wird darum nicht besser auf unseren hohen Zucker und auch Kohlenhydrate-Konsum (was ja auch in Zucker umgewandelt wird) hingewiesen?
Markus Jörger
Das ist eine im Moment (wieder) viel diskutierte Frage; kürzlich wurde gezeigt, dass Hefezellen unter 'Zuckereinfluss' eher zu 'krebsähnlichen' Veränderungen neigen. Die Zuckereinnahme an und für sich ist aber nicht Krebs-auslösend; Übergewicht und die damit verbundene 'schlechte' Stoffwechsellage sind allerdings mit Krebsentstehung in Verbindung gebracht worden. Natürlich empfiehlt es sich trotzdem, auch ohne Übergewicht auf 'raffinierten' Zucker eher zu verzichten.
n. m. 30.10.2017 20:39:40
guten tag. bei meinem mann wurde anfang speiseröhrenkrebs diagnostiziert. nach 8 chemozyklen und nun bestrahlung leidet er sehr stark unter gefühlsstörungen in händen und füssen! kann man wirklich nichts dagegen tun??
Martin Früh
Leider gibt es kein Mittel, welches nachweislich die Gefühlsstörungen verbessert. Falls auch Schmerzen auftreten, könnte man beispielsweise mit Lyrica helfen. Oft klingen die Gefühlsstörungen jedoch über Wochen bis Monate ab oder verbessern sich deutlich
P. W. 30.10.2017 20:42:15
Im April 2016 erhielt ich neu das Medikament Opdivo gegen Nierenkrebs. Im September 2016 hatte ich keine einzige sichtbare Metastase mehr. Meine Ableger in Knochen, Lunge, Lymphknoten an diversen Stellen sind verschwunden. Die grösste Angst die ich habe, dass die abnormal teuren Medikamente nicht mehr bezahlt werden.
Stefan Diem
Das ist in der Tat ein sehr guter Therapieerfolg. Sollte es zu einem Rückfall kommen, muss die Situation mit der Krankenkasse neu beurteilt werden.
R. S. . 30.10.2017 20:42:18
Grüezi, vor 7 Jahren wurde mir die Prostata mit einem Karzinom entfernt. Danach veränderte sich der PSA-Wert kaum, jetzt seit gut 1 1/2 Jahren steigt er ständig, in letzter Zeit immer schneller! Vor 6 Monaten lag dieser Wert bei 0.07, jetzt schon bei 0.18, was bedeutet diese Steigerung? Ich bin 66 Jahre alt! Besten Dank und freundliche Grüsse
Markus Jörger
Nach einer Prostataentfernung sollte der PSA bei 0 ('Null') liegen, das heisst sie sollten sich abklären lassen. Häufig wird in diesen Fällen eine Bestrahlung der (ehemaligen) Prostataregion mit ihnen diskutiert werden. Der steigende PSA-Wert ist leider ein deutliches 'Signal', dass einige Tumorzellen überlebt haben und jetzt wieder aktiv geworden sind.
D. M. . 30.10.2017 20:44:41
Guten Tag - ist bei aggressivem Brustkrebs HER-2 positiv (bei kurativer neoadjuvanter Chemo A/C + THP, OP, Bestrahlung, etc.) eine Immuntherapie sinnvoll oder ist sie eher bei anderen Tumorarten angesagt. Was sind genau die Kriterien? Welches sind die Risiken? Vielen Dank.MfG
Markus Jörger
In dieser Situation bestehen sehr gute Daten für eine 'adjuvante' Therapie mit Herceptin; diese wird üblicherweise während einem Jahr nach der Operation durchgeführt. Ihr Onkologe wird das sicher mit ihnen besprechen. Zur Zeit gibt es wenige, und im wesentlichen nicht sehr ermutigende Zahlen zur Immuntherapie beim Brustkrebs. Eine Ausnahme ist möglicherweise das sogenannte 'triple-negative' Mammakarzinom, also kein Vorhandensein von ER-Rezeptoren, PR-Rezeptoren oder HER2/neu.
A. R. 30.10.2017 20:45:03
6J. nach meiner Prostatatektomie begann mein PSA wieder zu steigen. Daher halte ich den PSA seit 3 Jahren durch pflanzliche Hormone auf unter 0,03. Tendenz steigend. Gibt es für mich eine Immuntherapie oder muss ich da noch warten?
Martin Früh
Hier würde ich keine Immuntherapie vorschlagen sondern die Evaluation einer ev nötigen Strahlentherapie über ihren Onkologen, wobei es hier auf den genauen PSA Verlauf ankommt
H. G. 30.10.2017 20:48:39
Nach der Diagnose Morbus Waldenström im Jahr 2012 und Therapien nach auftretenden Symptomen im Jahr 2016 mit den Wirkstoffen Bendamustin und Rituximab haben sich meine Blutwerte normalisiert und ich habe wieder Energie und fühle mich wohl. Frage an PD Dr. Jörger: Sind die neuen Therapien auch in meinem Fall angezeigt, sollten später wieder Symptome auftreten?
Markus Jörger
Der Morbus Waldenström ist eine Erkrankung, die ich selber nur sehr selten gesehen habe. Sie wird häufig von den Hämatologen resp. Hämato-Onkologen behandelt. Immuntherapien sind meines Wissens zur Zeit beim Morbus Waldenström kaum erforscht. Sollte die Erkrankung bei ihnen wieder zurückkommen, bestehen mit grosser Wahrscheinlichkeit gute Möglichkeiten einer erneuten - erfolgreichen - Behandlung mit Rituximab (plus evtl. Bendamustin oder einem ähnlichen Chemotherapeutikum).
F. G. 30.10.2017 20:48:41
Leide seit 11 Jahren an chronisch lymphatischer Leukämie (CLL). Bin 68 Jahre alt. Aktuelle Leukozytenzahl ca. 100 000. Die anderen Blutwerte in noch knapp zu tolerierenden Bereichen. Habe bis jetzt noch nie eine Grippeimpfung machen lassen. In CLL Internetforen besteht eine grosse Kontroverse ob man die Grippeimpfung machen lassen soll oder nicht. Was raten Sie mir?Vielen Dank!
Martin Früh
Es kommt etwas darauf Ihre Immunabwehr und die Therapie an. Prinzipiell ist eine erhöhte Leukozytenzahl kein Grund nicht zu impfen. Hier würde ich mich durch Ihren Hämatologen beraten lassen. Patienten mit CLL sind erhöht infektgefährdet, so dass eine Impfung häufig Sinn macht.
K. M. 30.10.2017 20:50:40
Gehört die Misteltherapie auch zu der Immuntherapie
Martin Früh
Nicht im Sinne einer nachgewiesenen Wirkung gegen den Krebs. Zudem sind Kombinationen aus zugelassenen Immuntherapien und Misteln nicht geprüft.
F. G. 30.10.2017 21:09:31
Guten Abend. Ich bekomme zurzeit nach einjährigem Unterbruch das Medikament "Optivo" von BMS. Mir geht es momentan sehr gut. Besteht die Gefahr, dass meine Tumorzellen resistent werden?
Martin Früh
Prinzipiell ist eine Resistenz möglich. Die optimale Dauer der Opdivobehandlung wurde nicht untersucht. Meistens behandelt man 1-2 Jahre. Je nach Krebsart sind die Chancen jedoch dann sehr gut, dass die Erkrankung nach dem Absetzen nicht wieder wächst.
B. W. . 30.10.2017 21:18:11
Guten Abend, besteht die Imzntherapie auch bei Brustkrebs? Besten Dank für Ihre Antwort
Stefan Diem
Guten Abend, es gibt bereits Studien auch bei Brustkrebs. Allerdings sind die Resultate noch nicht soweit fortgeschritten wie bei anderen Krebsarten. Somit kommen diese Medikamente in der Routine noch nicht zum Einsatz.
S. W. 30.10.2017 21:22:32
Ich habe im Sommer 2017 die Diagnose Diffuses Astrozytom WHO grad 2 bekommen. Im moment Therapie mit Temodal. Wie sieht hier eine Immuntherapie aus? Vielen Dank!
M. W. 30.10.2017 21:22:32
Guten Abend.Ich hatte imm Februar dieses Jahres Eierstockkrebs habe cemo gemacht.es geht mir sehr gut,aber wäre das auch etwas für mich?
Stefan Diem
Bei dieser Krebsart werden diese Medikamente noch nicht ausserhalb von Studien eingesetzt.
Martin Früh
Nicht zum jetzigen Zeitpunkt wenn der Tumor "besiegt" ist so wie es tönt. Im Falle eines Rückfalles wäre dies nur man im Rahmen von klinischen Studien eine Option
S. B. 30.10.2017 21:24:36
Gibt es auch Immuntherapie für Pankreas carzinom mit Metastasen in der Leber?
Martin Früh
leider war bisher die Immuntherapie beim Pankreaskarzinom nicht sehr erfolgreich. Nach durchgeführten Chemotherapien müssten Sie mit ihrem behandelnden Onkologen prüfen, ob allenfalls eine Immuntherapie im Rahmen einer Klinischen Studie möglich wäre.
N. R. 30.10.2017 21:25:04
Wer darf eine Imunzellentherapie bekommen? Wie teuer ist so eine Therapie, wenn man keine Krankenkasse hat? Gibt es evtl. Studien an denen man mitmachen kann?
Markus Jörger
Sie sprechen jetzt von einer Immunzellentherapie; dies ist etwas anderes als eine Immuntherapie. Immunzellen-Therapien sind bis jetzt in der Schweiz noch nicht zugelassen. In der Sendung wird vor allem von sogenannter Immuntherapie gesprochen, dies sind Antikörper, welche über eine Infusion verabreicht werden. Zugelassen sind diese Therapien für Patienten mit Lungentumoren, Nierentumoren, Blasentumoren, Tumoren des Hals-Nasen-Ohren-Bereiches, Melanom und Hodgkin-Lymphomen. Eine einzelne Infusion kostet in etwas 3500 CHF. Studien sind an etlichen Spitälern zugänglich, etwa am Univspital Zürich, den Kantonsspitälern St.Gallen und Chur, oder auch am Unispital Basel (Deutschweiz).
A. G. 30.10.2017 21:26:57
Bei welchen Krebsarten wirkt die Immuntherapie? Wirkt sie nur bei soliden Tumoren oder auch bei Lymphomen und Leukämien?
Stefan Diem
Die Therapien wirken bei verschiedenen soliden Tumoren wie zum Beispiel Melanom, Lungenkrebs, Nierenkrebs oder bei Tumoren des Kopf-Halsbereichs. Auch beim Morbus Hodgkin gibt es bereits vielversprechende Resultate.
N. R. 30.10.2017 21:27:08
Ist die Ummuntherapie auch für Leberkrebs eine Option?
Markus Jörger
Mit grosser Wahrscheinlichkeit sollte dieses Jahr eine Zulassung für Opdivo für Leberkrebs in der Schweiz erfolgen. In den U.S.A. ist diese Zulassung bereits erfolgt. Ihr Onkologe kann sicher Optionen mit ihnen besprechen. Es besteht evtl. die Möglichkeit, bei der Krankenkasse einen sogenannten 'off-label use' anzufragen, oder evtl. steht eine klinische Studie mit einer Immuntherapie zur Verfügung.
P. C. 30.10.2017 21:28:57
Wenn ein Dickdarmkrebs mit mehreren Metastasen ohne Ableger in den Knochen vorliegt, wie wird zwischen Immuntherapie versus Chemotherapie entschieden? Danke fuer Ihre Info
Stefan Diem
Beim Dickdarmkrebs wird eine solche Immuntherapie noch nicht in der Routine eingesetzt. Hier ist allgemein noch die Chemotherapie der Standard.
c. a. 30.10.2017 21:33:00
guten abend.meine mami hat ein nesotheliom.die linke lunge wurde bereits nach der chemo entfernt und bestrahlt.jetz ist ein rezidiv rechts gekommen.wäre die immuntherapie auch geeignet beim mesotheliom? erfolge belegt?zahlt dies die krankenkasse?merci
Stefan Diem
Es gibt Fälle in denen auch eine solche Immuntherapie beim Mesotheliom wirken kann. Man muss allerdings vorab eine Uebernahme der Kosten mit der Krankenkasse klären.
A. G. 30.10.2017 21:33:04
Wieso muss zuerst eine Chemotherapie gemacht werden und erst wenn diese nicht anschĺägt wird auf die Immuntherapie zurück gegriffen? Warum kann man nicht direkt damit anfangen? Und wer entscheidet, dass man überhaupt in Genuss der neuen Therapie kommt?
Martin Früh
Dies entscheiden in erster Linie die Zulassungsbehörden, welche ein Medikament erst dann in einer bestimmten Situation (also vor oder nach einer Chemotherapie) zulassen wenn ein entsprechende Wirkung nachgewiesen ist. Das heisst, eine Studie muss gezeigt haben, dass in dieser Situation die Immuntherapie besser ist als die zugelassene Standard (meist Chemo-)Therapie
M. S. 30.10.2017 21:34:12
Guten Abend, hilft die Immuntherapie auch bei Prostatakrebs, der bereits in Lymphen und Knochen gestreut hat?. Einer Hormontherapie wurde vor ein paar Wochen begonnen. Der PSA Wert ist knapp über 100. Besten Dank für Ihre Antwort.
Martin Früh
Beim Prostatakrebs gibt es eine Reihe von zugelassenen wirksamen Therapien. Der Stellenwert der Immuntherapie wird zur Zeit erst erforscht.
G. T. 30.10.2017 21:37:16
Wenn einen solchen Zusammenhang zwischen Immunsystem und Krebs, kann es sein, dass Medikamente gegen Allergien, die Reaktion des Körpers gegen Allergen schwächen, Krebserregend wirken können?
Martin Früh
Allergie ist ein "Überschiessen" der Immunabwehr. Mittel gegen Allergien wurden bisher nicht mit der Krebsentstehung in Zusammenhang gebracht, ganz im Gegenteil zu Immunabwehr "schwächenden" Mittel welche man beispielsweise nach einer Organtransplantation oder bei gewissen Autoimmunkrankheiten einsetzt.
M. D. F. . 30.10.2017 21:37:26
Ich habe ein Lymphom non hodgkin Fulikolare. Nach der Serie Chemo/Antikörper Therapie sollte ich mit Immuntherapie fortfahren. Leider hat diese "Retuximab" ein Vorhofflimmern (fibrillazione atriale) verursacht. Jetzt musste ich abbrechen. Wie gross ist die Benachteiligung? Gibt es eine Alternative? Danke und Gruss
Markus Jörger
Der anti-CD20 Antikörper Rituximab nennen wir tatsächlich auch 'Immuntherapie', obwohl es nicht zu dieser Gruppe von Immuntherapien gehört, welche in der Sendung 'PULS' hauptsächlich besprochen werden. Sollte das Lymphom später wieder zurückkehren muss natürlich entschieden werden, wie gross das Risiko ist, dass diese Herzrhythmusstörungen unter Rituximab wiederkehren. Das Vorhofflimmern ist mindestens keine typische Nebenwirkung von Rituximab, deswegen kann eine erneute Behandlung evtl. wieder in Betracht gezogen werden.
C. F. 30.10.2017 21:38:58
Grüetzi Miteinander. Bin seit 2 Jahren an einem Gallenwegskarzinom erkrankt. Eine erste Chemotherapie im Claraspital Basel hat den Wachstum angehalten. In einer 2ten Therapie im USZ hat der Tumor von 21 cm auf 11cm schrumpfen lassen. Mir wurde eine Arrow Pumpe eingepflanzt. Bin nun für eine Lebendlebertransplantation vorgesehen. Tumor liegt auf der Leber. Habe Jahrgang 74 männlich. Ist die Imuntherapie bei mir ein weitere Therapiemöglichkeit? Besten Dank für Ihre Mithilfe. Cf
Markus Jörger
Leider gehören die Tumoren der Gallenwege (wie auch der Bauchspeicheldrüse) nicht zu den Tumoren, welche typischerweise auf Immuntherapie ansprechen. In Zukunft könnten eventuell Kombinationen verschiedener Immuntherapie-Medikamente zu Erfolgen bei diesen Tumoren führen, aber in naher Zukunft erwarte ich hier keinen Durchbruch.
O. k. 30.10.2017 21:39:08
Gibt es Immun Therapien beim Multiplen Myelom ?
Markus Jörger
Immuntherapien wurden kürzlich beim Myelom untersucht, einige dieser Studien wurden aber aus Sicherheitsbedenken mindestens pausiert. Der Stellenwert dieser Behandlungen beim Myelom ist zur Zeit also noch unklar. Beim Myelom sind grundsätzlich andere Ansätze (im Moment) noch vielversprechender, zum Beispiel Empliciti oder Darzalex.
G. W. 30.10.2017 21:39:43
Guten Abend. Ich bin 50 Jahre alt, sportlich und gesamtheitlich, gesund unterwegs. Vor kurzem wurde bei mir ein >Speiseröhrenkrebs festgestellt. Dieser befindet sich im unteren drittel der Speiseröhre. Kann diese Therapie auch bei dieser Erkrankung helfen. Was sind die Voraussetzungen, dass man sich für Chemo- oder Immuntherapie entscheiden sollte.
Martin Früh
In der Situation wo eine Heilung mit Operation/Chemotherapie und oder Radiotherapie erreicht werden kann, sollten keine Immuntherapien ausserhalb von klinischen Studien eingesetzt werden.
m. m. . 30.10.2017 21:40:55
guten abend. haben sie erfahrung bei einem cholangio karzinom ohne metastasen? danke für ihre antwort. freundliche grüsse
Stefan Diem
Beim Cholangiokarzinom kommen diese Medikamente ausserhalb von Studien noch nicht zum Einsatz.
J. B. 30.10.2017 21:40:56
Meine Mama hat am Freitag die Nachricht erhalten, dass sie einen bösartigen Tumor auf der Lunge hat. Nach weiteren Analysen bekamen wir heute den Bericht, dass sie Ableger auf dem Lungenfell hat. Zur weiteren Abklärung wird demnächst PETZT gemacht. Sie ist im Kantonsspital Bruderholz. Wo werden Immuntherapien angeboten?
Markus Jörger
Das ist natürlich eine Situation die viel Beunruhigung und Sorge bereitet. Als erstes sollte jetzt die Diagnostik abgeschlossen werden, erst die Biopsie wird das definitive Ergebnis und damit Diagnose erbringen. 'Wucherungen' in der Lunge oder dem Lungenfell entsprechen nicht immer einem Lungenkrebs; es könnte sich dabei auch um ein sogenanntes 'Mesotheliom' oder sogar um andere Tumoren handeln.
P. W. 30.10.2017 21:41:15
Wie sieht es mit Brustkrebs aus?
Martin Früh
Insgesamt ist die Immuntherapie beim Brustkrebs weniger wirksam, weshalb keine Zulassung besteht. Es gibt jedoch kleine Untergruppen, wo Immuntherapie allenfalls nützt. Diese Untergruppen werden zur Zeit in Studien untersucht
P. C. 30.10.2017 21:42:24
Wenn ich richtig verstehe, depleated Chemotherapie die Immunabwehr sehr deutlich. Auf der anderen Seite sind Immuntherapien als Alternative Methode bei gewissen Karzinomen eingesetzt. Gibt es Biomarker/Diagnostica, die erlauben rauszufinden, ob jemand auf eine Immunetherapie ansprechen wird oder muss einfach ausprobiert werden - zweite Frage, wenn eine Chemotherapie angefangen wurde, kann ein Umstieg auf Immuntherapie vollzogen werden? Danke sehr fuer Ihre Antwort
Stefan Diem
Leider gibt es nach heutigem Stand keine verlässlichen Biomarker, welche uns voraussagen können, ob ein Patient von einer solchen Therapie profitiert oder nicht. Somit wird je nach Zulassungsstatus jeder Patient behandelt sofern keine Kontraindikationen bestehen. Natürlich kann nach Beginn einer Chemotherapie bei fehlendem Wirkungsnachweis auf eine Immuntherapie gewechselt werden (sofern für diese Indikation zugelassen).
D. O. 30.10.2017 21:44:51
Ich habe zweierlei Non-Hodgkin Lymphome überlebt, die wir vor mehr als 10 Jahren erkannten. Ich bin überzeugt, dass Faktoren wie Resilienz und Self-Efficacy ebenso wichtig waren wie Mabtera. Warum kommt in der Sendung die Psychoneuroimmunologie nicht zu Sprache?
Markus Jörger
Ich stimme ihnen zu, dass psychologische Faktoren wahrscheinlich einen Einfluss haben können auf das Immunsystem wie auch auf andere körperliche Funktionen. Diese Einflüsse sind sehr schwierig zu untersuchen resp. zu messen, und das macht das ganze sehr schwierig. Das soll aber nicht heissen dass psychologische Faktoren nicht wichtig sind. In vielen Spitälern sind auch Spezialisten vorhanden die sich um diese Aspekte bei den Patienten kümmern.
J. S. 30.10.2017 21:46:52
Guten Abend! Kann Immuntherapie auch eine Möglichkeit sein oder werden bei Blasenkrebs oder/und Prostatakrebs? Besten Dank!
Markus Jörger
Beim Blasenkrebs sind bereits verschiedene Präparate/Immuntherapien zugelassen (in den U.S.A. effektiv 5 der sogenannten 'Immun-Checkpoint-Inhibitoren!). Diese Erkrankung lässt sich relativ häufig gut behandlung mit Immuntherapie. Anders sieht es leider beim Prostatakrebs aus, der in den bisherigen Studien nur ein geringes Ansprechen auf Immuntherapien gezeigt hat.
E. B. 30.10.2017 21:49:11
Ich habe Blasenkrebs wiee sind die Heilungs schazen mit Imuntherapie?
Martin Früh
Immuntherapie wirkt bei einem Teil der Patienten mit fortgeschrittenem Blasenkrebs. Für eine Heilung in der sogenannten "Primärbehandlung" , das heisst bei lokalisierter Erkrankung ist jedoch eine Operation, allenfalls eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie die empfohlene Therapie
P. C. 30.10.2017 21:50:12
Gibt es eine Immuntherapie fuer Kehlkopfkrebs? Naechste Woche werde ich operiert mit dem Risiko, die Stimme zu verlieren. Ich bin von Beruf Erwachsenentrainer - ohne Stimme wird es sehr schwierig, meinen Beruf auszuueben. Danke Ihnen sehr fuer Ihre Info.
Markus Jörger
Es scheint dass aktuell die operative Behandlung ihrer Krankheit im Vordergrund steht; dies ist auch die wichtigste Therapieoption zur Heilung der Erkrankung. Eine Immuntherapie ist in dieser Situation nicht indiziert, resp. auch nicht notwendig. Auch nach einer Tumoroperation sind Immuntherapien bis anhin noch wenig untersucht. Erst beim Melanom erwarten wir bald die erste Zulassung einer Immuntherapie nach operativer Entfernung, whs zuerst in den U.S.A.
R. H. 30.10.2017 21:50:26
Wirkt die vorgestellte Immuntherapie auch bei einem Prostata Karzinom (ohne Methastasen)?
Stefan Diem
Leider sind die Ansprechraten auf diese Immuntherapien beim Prostatakrebs gering.
M. S. 30.10.2017 21:50:44
Wie steht es mit dder Kombination von Methadon in der Krebs- bzw Chemotherapie? Es hilft offensichtlich aber wird aber verschwiegen.
Martin Früh
Der Vorteil von Methadon zusätzlich zur Krebstherapie muss zuerst in einer sauber durchgeführten klinischen Studie nachgewiesen werden. Einzelfallberichte oder Labordaten reichen nicht, um Methadon als Krebsmittel zu empfehlen
P. s. 30.10.2017 21:52:49
Hallo meine frage bei einem kleinzellenkarzinom kämme die immuntherapie infrage? Besten dank
Martin Früh
Im Rahmen von klinischen Studien ist der Einsatz von Immuntherapien erfolgsversprechend. Insgesamt scheinen aber weniger Patienten mit kleinzelligem Karzinom von einer Immuntherapie zu profitieren im Vergleich zu Patienten mit nicht-kleinzelligen Lungentumoren.
Moderator
Es erreichen uns gerade sehr viele Fragen. Die Experten arbeiten mit Hochdruck an den Antworten - danke für Ihre Geduld...
R. A. 30.10.2017 21:54:50
Wie wirkt die Immuntherapie für CLL?
Markus Jörger
Die CLL spricht sehr gut an auf Therapien welche das sogenannte 'CD20' Antigen auf der Oberfläche von CLL-Zellen erkennen und dadurch CLL-Zellen abtöten können. Die 'Immuntherapien' wie sie in der Sendung 'PULS' besprochen wurden sind bei der CLL kaum untersucht. Das liegt aber vor allem daran dass die CLL sehr gut anspricht auf die anti-CD20 Therapien wie Rituximab, Obinutuzumab oder Ofatumumab, häufig kombiniert mit klassischen Chemotherapien. Effektiv nennen wir diese anti-CD20 Antikörper auch gerne 'Immuntherapien'.
R. S. 30.10.2017 21:55:09
Ich habe von 2007-2009 eine immuntherspie gemacht wegen einem Melanom. Seit daher kein Rückfall gehabt. Wie sicher ist es jetzt für mich nach dieser Zeit kein Rückfall, oder Neuerkrankung zu bekommen???
Stefan Diem
Es kommt sehr auf das damalige Stadium und den genauen Melanomtyp an. Grundsätzlich ist jedoch nach dieser Zeit ein Rückfall sehr unwahrscheinlich.
R. K. 30.10.2017 21:56:31
Kann diese Immuntherapie auch bei alten Patienten, 83 jährig, Bauchspeicheldrüsenkrebs, mit schon vielen Ablegern im ganzen Bauch, angewendet werden?
Stefan Diem
Grundsätzlich kann eine solche Immuntherapie auch bei älteren Patienten gegeben werden. Leider ist diese beim Bauchspeicheldrüsenkrebs kaum wirksam.
D. O. 30.10.2017 21:56:32
Mir fehlt in der Sendung der Bezug zu Resilienz und Self-Efficacy. Ihre Sichtweise scheint mir etwas gar mechanistisch zu sein. Heilung hat auch mit den Potenzialen der Individuen zu tun. Individualisierte Therapieformen, auch die Immuntherapie sollte deshalb auch die Psychoneuroimmunologie beachten. Ich lebe nun schon im Jahr 11 nach heftiger Chemo- und Radiotherapie.
Martin Früh
Ich weiss nicht genau, was Sie meinen. Ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass die Psyche bei jeder Behandlung eine wichtige Rolle spielt und wir legen hierauf in der Behandlung grossen Wert (Psychoonkologie u.a.)
C. K. 30.10.2017 21:58:57
Guten Abend, wird das Ansprechen von Leiomyosarkomen auf Immuntherapien als gut bewertet? Ich habe schon gelesen, dass in den USA öfters Keytruda eingesetzt wird.
Markus Jörger
Tatsächlich ist bei Leiomyosarcomen gutes Ansprechen auf Keytruda beschrieben worden, allerdings ist es zur Zeit schwierig zu sagen, wie häufig Ansprechen bei dieser Erkrankung erwartet werden kann. Ihr Onkologe wird gerne mit ihnen besprechen, ob evtl. eine Anfrage bei der Krankenkasse für 'off-label use' sinnvoll wäre. In klinischen Studien mit Immunotherapien sind Patienten mit Sarkomen häufig ausgeschlossen, was für die betroffenen PatientInnen natürlich enttäuschen ist.
E. W. 30.10.2017 21:59:46
Kann die Immuntherapie auch bei Blutkrebs angewendet werden?
Stefan Diem
Diese Art der Immuntherapie wird beim Blutkrebs nicht in der Routine eingesetzt.
S. A. 30.10.2017 22:01:18
Guten Abend, ich habe einen Freund der hat Leberkrebs. Eigentlich bräuchte er ein Teil neue Leber. Wäre diese Therapie eine Möglichkeit für Ihn?
Stefan Diem
Beim Leberkrebs haben diese Medikamente leider fast kein Wirkung.
A. S. 30.10.2017 22:01:28
meine Tochter und meine Schwiegermutter sind beide mit 30 Jahren an Schilddrüsenkrebs erkrankt meine Tochter ist mit 43 Jahren erneut daran erkrankt Ihr wurden dieses Jahr beide Schilddrüsen entfernt meine frage mit wievieler wahrscheinlichkeint ist es das auch ich an diesem Krebs leide? habe bereits auch vergrüösste /geschwulste rechts und links)
Martin Früh
Die Schwiegermutter ist nicht mit Ihnen verwandt. Hier spielt es eine Rolle, wieviele Blutsverwandte an einem Krebs erkrankt sind (inklusive Onkel, Tanten, Grosseltern, Cousins). Falls mehrere erkrankt sind, würde ich eine genetische Beratung empfehlen. Bezüglich Ihren eigenen "Geschwülsten" würde unabhängig vom Risiko eine ärztliche Kontrolle empfehlen.
I. V. 30.10.2017 22:01:49
Gibt es auch Daten zur Behandlung von neuroendokrinen Tumoren mit Checkpoint-Inhibitoren? (Speziell NET des Dünndarms)? Besten Dank!
Markus Jörger
Die neuroendokrinen Tumoren scheinen - in ihrer Gesamtheit - kaum anzusprechen auf Immuntherapien. Auch in aktuellen Studien für Immunotherapien sind diese Tumoren (leider) häufig ausgeschlossen.
G. Z. 30.10.2017 22:04:10
Wie lange dauert eine Immuntherapie??
Stefan Diem
Eine Immuntherapie wird solange gegeben, solange sie wirkt bzw. bis Nebenwirkungen auftreten, welche ein Pause bzw. einen Stop erfordern. Wenn die Therapie wirkt und keine Probleme aufgetreten sind, dann kann nach 2 Jahren eine Pause mit dem Patienten diskutiert werden.
T. e. 30.10.2017 22:05:18
Nach prostatektomie Metastasen in lymphknoten. Gibt es versuche auf diesem Gebiet mit Immuntherapie?
Stefan Diem
Beim Prostatakrebs haben diese Medikamente leider eine geringe Wirkung.
w. g. 30.10.2017 22:07:57
Bei mir haben die Aerzte vor 4 Jahren einen Lungenlappen herausoperiertn Nun zeigt da CT dass 2 Lümpfdrüsen wieder geschwollewn sind etwa 12 mm. Würde jetzt die Imuntherapie auch greiffen???
Markus Jörger
Aus ihrem Schreiben entnehme ich, dass wahrscheinlich ein Lungenkrebs operiert wurde. Sollte dem so sein, so besteht jetzt - mit den 'geschwollenen Lymphdrüsen - der Verdacht eines späten Rückfalles dieses Tumors. Da es seit der Operation bereits 4 Jahre her ist, sollte mit einer Biopsie geklärt werden, ob es sich tatsächlich um einen Rückfall dieses früheren Tumores handelt. Sollte dem so sein, lohnt sich in diesem Fall eine weitere Klärung mit einem CT oder eim PET-CT, um zu verstehen, ob dies die einzige Lokalisation des Tumors ist. Sollte dem so sein, könnte evtl. eine lokale Strahlentherapie besprochen werden. Diese Schritte sollten geklärt werden, bevor über mögliche Therapien gesprochen wird.
E. H. . 30.10.2017 22:07:58
Sehr geehrte Herrenunsere Schwiegertochter erhielt im Mai nach einer Tumorentfernung am Eileiter die Diagnose Sarkom. Nach der Behandlung nach Banerji-Protokoll und Vitamin C Infusionen wurde letzte Woche wieder ein PET gemacht. Die niederschmetternde Diagnose, Metastasen in der Lunge, Bauchspeicheldrüse und an der Wirbelsäule.Besteht mit einer Immuntherapie eine Chance, diesen Krebs zu behandeln?Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.Freundliche Grüsse
Markus Jörger
Die Sarkome sind eine grosse Gruppe von verschiedenen Untertypen von Sarkomen. Beim sogenannten Leiomyosarcom (welches häufiger von der Gebärmutter ausgeht) wurde kürzlich gutes Therapieansprechen in vereinzelten Patienten auf Immuntherapie beschrieben. Allerdings ist es zur zeit noch relativ schwierig abzuschätzen, wie hoch die Chance auf Therapieerfolg ist. In ihrer Gesamtheit sprechen die Sarkome allerdings -leider - nur selten auf Immuntherapie an. Deshalb ist es bis anhin auch zu keinen Zulassung bei dieser Erkrankung gekommen. Der Onkologe ihrer Schwiegertochter wird sicher die aktuellen Therapieoptionen mit ihrer Schwiegertochter besprechen. Am ehesten kommt eine Chemotherapie mit Doxorubicin (oder Ifosfamid/Doxorubicin) in Frage.
P. G. 30.10.2017 22:09:13
Mein Vater leidet an einem Glioblastom. Momentan macht er eine Kombitherapie Bestrahlung und Chemotherapie noch bis Mitte November. Käme für ihn die Immumtherapie in Frage?
Markus Jörger
Die Immuntherapien haben bis anhin beim Glioblastom keinen Stellenwert, obwohl einzelne Studien dazu laufen (meines Wissens allerdings nicht in der Schweiz). Im Moment erhält ihr Vater die gängige und adäquate Therapie.
K. B. 30.10.2017 22:10:09
Ich habe heute einen Termin bei meinem Onkologen der mir eröffnete dass das Medikament Opdivo die Wirkung nicht erfüllt hat. Neu empfiehlt er mir mit dem Produkt Inlya eine neue Therapie zu beginnen. Ist dies empfehlenswert und ist die Verträglichkeit gut. Mit freundlichen Grüssen
Martin Früh
Dies kommt ganz darauf an, was Sie für einen (wahrscheinlich) Nierentumor haben. Prinzipiell ist Inlyta recht gut verträglich, aber natürlich können auch Nebenwirkungen auftreten.
D. L. 30.10.2017 22:10:27
Ich habe Metastasen, die von einem Darmkrebs stammen, der operiert wurde. Ich habe meinen Onkologen bereits zur Immuntherapie befragt. Mir wurde gesagt, dass meine Zellen 'satellitenstabil' sind (falls ich das richtig verstanden habe) und eine Immuntherapie direkt nicht erfolgsversprechend ist. Gibt es da wirklich keine Möglichkeit mehr?
Stefan Diem
Grundsätzlich wirken diese Immuntherapien beim Darmkrebs fast nicht. Bei Mikrosatelliten-instabilen Tumoren gibt es erfolgversprechende Studien, welche eine gute Wirkung gezeigt haben. Beim Mikrosatelliten-stabilen Tumor stellt dies somit leider keine Option dar.
A. S. 30.10.2017 22:11:23
Ich bin an Eileiterkrebs erkrankt und bereits in Behandlung (Neoadjuvante Chemo, OP R0, nun wieder Chemo. Gibt es eine zusätzlich Möglichkeit für mich in Bezug auf Immuntherapie?
Martin Früh
Nicht ausserhalb eines Studienprotokolls. Ihre Behandlung erscheint mir dem Standard zu entsprechen, obwohl mir hier nicht alle Einzelheiten vorliegen
P. C. 30.10.2017 22:13:27
Im Moment ist es so, dass bei Chemotherapien der ganze Koerper mit dem Medikament geflutet wird. Wie schaetzen Sie die Moeglichkeit, dass Zytotoxika via smart pills und Advanced Drug Delivery Systems genau an den Ort des Krebs gebracht werden koennen und sehr gezielt dort die Wirkung erreichen kann? Vielen herzlichen Dank fuer Ihre Information.
Markus Jörger
Das ist tatsächlich ein grosses Thema. Insbesondere Antikörper welche sich an 'Rezeptoren' an den Tumorzellen 'andocken' folgen diesem Prinzip. Onkologika wie z.B. Rituximab, Alemtuzumab, Trastuzumab, Ofatumumab, Pertuzumab, TLD-1, Cetuximab, Panitumumab gehören in diese Kategorie. Auch bei diesen Medikamenten kann es aber zu 'on-target' Effekten im Sinne von Nebenwirkungen kommen. 'Zielgerichtete' Arzneimittel sind also keine Garantie für fehlende Nebenwirkungen!
R. H. 30.10.2017 22:13:37
Gibt es schon Untersuchungenen über den Einsatz der Immuntherapie bei jungen Patienten mit schwerem Lymphdrüsenkrebs. Wenn ja mit welchen Resultaten ?
Stefan Diem
Beim Morbus Hodgkin gibt es bereits sehr erfolgversprechende Resultate mit hohen Ansprechraten bei Patienten, welche schon mehrere Chemotherapien erhalten hatten.
H. W. 30.10.2017 22:14:23
Onkologie oder nicht? Ich bin 50 Jahre und vor 2 1/2 Jahren wurde mir Darmkrebs diagnostiziert. Vor 2 Jahren sollte ich operiert werden (Teil Dickdarm entfernen, Rest flicken). Was aber wegen schlechten Blutwerten abgebrochen wurde, Vor 1 Jahr sagte der Chirurg, dass ein rep. nicht geht, da Tumor zu weit unten. Da ginge nur ein dauerhaftes Stoma, was ich aber ablehnte. Seither ist nichts mehr passiert. Ich glaube immer noch an eine Selbstheilung. Probleme mit stuhlen namen im Sept. wieder ab.
Martin Früh
Dies ist eine erstaunliche Geschichte. Ich würde empfehlen, eine computertopographische Kontrolle durchzuführen um die aktuelle Situation zu beurteilen.
P. C. 30.10.2017 22:15:29
Fuer die Redaktion und alle Teams - vielen herzlichen Dank fuer Ihre Sendungen. Ich schaue sie mit sehr viel Interesse. Danke. PC
S. H. 30.10.2017 22:15:57
Nach den Ausführungen in dieser Sendung, frage ich mich, ob z.B. Metastasen in der Leber nicht die gleichen sind, ob sie von einem Brust- oder Lungenkrebs etc. stammen und deshalb die Immuntherapie bei Brustkrebspatienten weniger erfolgsversprechend ist.
Markus Jörger
Die Biologie eines Tumors bleibt - bis zu einem gewissen Masse - auch bei den Metastasen erhalten, unabhängig ob diese in der Leber, im Knochen oder z.B. im Gehirn auftreten. Deshalb werden Metastasen grundsätzlich nicht nach ihrem Sitz sondern nach ihrem Ursprungsort ('Primärtumor') behandelt. Dieses Konzept stimmt natürlich nur bis zu einem gewissen Masse, d.h. ein Tumor verändert sich über die Zeit bis zu einem gewissen Grad, was ja auch die Therapie über die Zeit häufig erschwert.
U. Z. 30.10.2017 22:16:11
Bei meiner Lebenspartnerin wurde im Juni dieses Jahres Lungenkrebs mit Gehirnmetastasen festgestellt. Sie wurde für die Immunkörpertherapie über die Uni Klinik Köln ausgewählt. Zuvor hat man aber mit der Bestrahlung der Gehirn-Metastasen begonnen. In die Studie schaffte sie es nicht mehr, zumal sie anfangs September im Alter von 56 Jahren verstarb. Meine Frage nun: Wäre es nicht besser gewesen, direkt mit der Immunkörpertherapie zu beginnen?
Martin Früh
Dies kann ich so nicht sagen. Wenn die Metastasen im Gehirn nicht so ausgedehnt sind hätten wir eher mit Immuntherapie begonnen. Zu "Studienzeiten" hat man jedoch meistens die Vorlage gehabt zuerst eine Bestrahlung durchzuführen. Leider kann der Lungenkrebs manchmal sehr rasch wachsen
R. A. . 30.10.2017 22:16:19
Vielen Dank für die Antwort. R. und A. A.
J. L. 30.10.2017 22:17:57
Die neuen Immuntherapien sind interessant, jedoch auch sehr teuer. Wenn ich an die ständig steigenden Krankenkassenprämien denke kommen bei mir doch auch einige Fragen zu diesen Behandlungen auf. Mich interessiert, ob solche Therapien alters unabhängig angewendet werden. In der Pulssendung konnte ich nur Patienten ab ca. 50 Jahren sehen. Wie ist es mit ganz jungen Leuten, wie mit Patienten ab 80 Jahren? Ich gönne allen Mitmenschen eine gute Lebensqualität.
Stefan Diem
Das ist ein berechtigter Einwand. Diese Immuntherapien können altersunabhängig eingesetzt werden, somit auch bei älteren Patienten. Ob eine solche Therapie wirkt oder nicht hängt keineswegs vom Alter ab, auch treten Nebenwirkungen beim älteren Patientin nicht häufiger auf.
A. S. 30.10.2017 22:18:13
Es sollen bei Eileierkrebs bald Studien mit T-Zellen durchgeführt werden. Wissen Sie wann und wo?
Markus Jörger
'Studien mit T-Zellen' würden wir auch 'Zell-Therapien' nennen; in der Schweiz ist das Universitätsspital Lausanne hier der 'Pionier', und nach meinem Wissen sollten dieses Jahr die ersten Studien mit sogenannten 'TIL-Zellen' starten, zuerst aber vor allem beim Melanom. Dies wurde auch in der Sendung 'PULS' kurz berichtet.
V. B. 30.10.2017 22:19:10
Ist Immuntherapie auch bei agressivem Bauchspeicheldrüsentumor mit Ablegern in der Leber anwendbar ?
Stefan Diem
Beim Bauchspeicheldrüsenkrebs wirkt diese Therapie leider fast nicht.
A. M. 30.10.2017 22:19:36
Meine Frau ist 39 Jahre alt. Vor 18 Monaten und 2 Tage nach der Geburt unseres Sohnes erhielt sie die Diagnose Rektumkarzinom Stadium 4 mit bilateralen Lungenmetastasen. Der Primärtumor konnte erfolgreich mit R0 entfernt werden vor einem Jahr. Im Juni wurde die rechte Lungenseite operiert. Nun sind wieder neue Lungenmetastasen gewachsen. Jetzt sind 12 Zyklen Chemotherapie auf dem Programm. Können wir uns dank der Immuntherapie neue Hoffnungen machen und wann ist der richtige Moment dazu? Danke.
Martin Früh
Dies müssten Sie mit Ihrem Onkologen besprechen und ihn fragen, ob allenfalls eine mismatch-repair deficiency am Tumormaterial vorliegt
M. L. 30.10.2017 22:20:06
Ich habe Multiples Myelom. Ist diese Krebsart behandelbar mit der Immuntherapie?
Markus Jörger
Studien mit Immuntherapien wurden beim Myelom durchgeführt, einige Studien mussten aufgrund gewisser Sicherheitsbedenken mindestens pausiert werden. Aktuell hat die Immuntherapie im strengeren Sinne (noch) keinen Stellenwert beim Myelom. Allerdings gibt es etliche neuere zielgerichtete Therapien beim Myelom, z.B. Empliciti oder Darzalex, welche sehr wirksam sind, und die Behandelbarkeit dieser Erkrankung deutlich verbessert haben.
I. D. 30.10.2017 22:20:47
Guten abend , spricht die immuntherapie auch bei leber krebs an?
Stefan Diem
Diese Art der Immuntherapie wirkt leider beim Leberkrebs fast nicht.
D. T. . 30.10.2017 22:21:21
Guten Abend , Ich habe vor wenigen Tagen die Imuntherapie Opdivo im Claraspital in Basel angefangen . Schon länger mach ich auch die Mistel Iscador Therapie .Muss ich diese Misteltherapie wirklich beenden , oder darf ich diese weiter machen ? Mit freundlichen Grüssen
Markus Jörger
Das ist ein relativ umstrittenes Thema, und hier zählt sicher auf wesentlich die Erfahrung ihres behandelnden Onkologen, ob er ihnen empfehlen wird, die Misteltherapie während der Immuntherapie auszusetzen.
W. P. 30.10.2017 22:21:43
Im vergangenen Jahr hatte ich eine Magen-/Darmspiegelung. Dabei wurde festgestellt, dass ich einen Tumor auf dem Darmbereich habe. Es folgten 2 Operationen im Darmbereich. Bei einem PETCT wurde festgestellt, dass der Tumor im Darmbereich verschwunden ist, dafür Ableger auf der Leber vorhanden sind. Nun bin ich in der 2 Chemoserie mit starken Nebenwirkungen. Könnte die Immuntherapie auch hier angewendet werden? Danke für Ihren Bescheid.
Martin Früh
Dies müssten Sie mit Ihrem Onkologen besprechen und ihn fragen, ob allenfalls eine mismatch-repair deficiency am Tumormaterial vorliegt Allenfalls kann man aber die Nebenwirkungen von der Chemotherapie allenfalls mit einer Dosisanpassung/Therapieumstellung verbessern?
a. S. 30.10.2017 22:23:35
meine Tochter wie auch meine Schwiegermutter sind mit 30 Jahren an Schilddrüsenkrebs erkrankt bei meiner Tochter ist er mit mit 43 zurück gekehrt meiner Tochter wurden beide Schilddrüsen entfernt worden weil auf de linken Seite ein bösartiger Tumor festgestellt wurde. Jetzt habe ich festgestellt das auch bei mir die Schilddrüsen Vergrössert sind und auf beiden Seiten einen Knoten habe wie wahrscheinlich ist es das ich auch an Schilddrüsenkrebs erkrankt bin?
Martin Früh
Die Schwiegermutter ist nicht mit Ihnen verwandt. Hier spielt es eine Rolle, wieviele Blutsverwandte an einem Krebs erkrankt sind (inklusive Onkel, Tanten, Grosseltern, Cousins). Falls mehrere erkrankt sind, würde ich eine genetische Beratung empfehlen. Bezüglich Ihren eigenen "Geschwülsten" würde unabhängig vom Risiko eine ärztliche Kontrolle empfehlen.
E. M. 30.10.2017 22:23:42
Guten Abend. Ist die Immuntherapie auch bei Leukämie anwendbar ? MfG
Markus Jörger
Die Immuntherapie wie sie in der Sendung 'PULS' besprochen wurde hat aktuell keinen Stellenwert bei den Leukämien. Das hängt vor allem auch damit zusammen dass die Leukämien meistens durch umschriebene genetische Veränderungen ausgelöst werden. Krebserkrankungen welche durch einzelne genetische Veränderungen verursacht wurden sprechen in den meisten Fällen nicht auf eine Immuntherapie an.
w. g. .. . 30.10.2017 22:24:10
Vielen Dank für Ihre Antwort.
U. v. G. 30.10.2017 22:25:44
Guten Abend, welche Chance sehen Sie bei Darmkrebs mit Ablegern in der Leber, Lunge, Milz und Bauchwand ? Gilt die Immuntherapie als letzte Chance, wenn andere Therapien nicht mehr wirken ?
Stefan Diem
Beim Darmkrebs wirken diese Immuntherapien leider nur sehr wenig. Allerdings kann man nach einer Mikrosatelliten-Instabilität suchen. Hierfür gibt es erfolgversprechende Resultate in Studien. Somit wäre das eine zusätzliche Therapieoption. Ein Therapieversuch müsste dann aber zunächst mit der Krankenkasse vorab geklärt werden.
R. Z. 30.10.2017 22:26:15
Was ist der Unterschied zwischen Immun-Theraphie und Anti-Körper-Theraphie?
Markus Jörger
Als die ersten Antikörper-Therapien in die Onkologie gekommen sind, haben wir diese Therapien 'Immuntherapien' genannt, einfach weil die 'Antikörper' Bestandteile des Immunsystems sind. Die 'Immuntherapien' wie sie in der Sendung 'PULS' beschrieben wurden sind auch Antikörper, sie zielen aber auf eine Aktivierung der sogenannten T-Zellen ab, und führen (im Idealfall) zu einer Aktivierung des körpereigenen Immunsystems gegen den Tumor.
B. z. 30.10.2017 22:26:49
Für solche Beitrag zahle ich sehr gern die billaggebühren... super weiter so.
S. B. 30.10.2017 22:27:29
Hilft eine Immuntherapie auch bei Metastasen nach Brustkrebs? (Her2)
Stefan Diem
Diese Immuntherapien werden aktuell beim Brustkrebs in Studien untersucht und werden in der Routine aktuell noch nicht eingesetzt
M. G. 30.10.2017 22:27:31
Krebs im Mittel und Oberbauch, rechtes Zwerchfell Operation im Juni 2016, 5.Chemo musste abgebrochen werden wegen schlechtem Zustand im Nov.2016, im März 2017 zurücksetzung des Ileostomas. Fiebertheraphie mit Mistel musste wegen Unverträglichkeit abgesetzt werden. Seither läuft nichts mehr, fühle mich eigentlich sehr gut, aber alleingelassen. Ich bin 71 und lebe im Ungewissen was kommt oder bin ob ich nun gesund.bin. Wäre nicht eine Computertomography angezeigt?
Martin Früh
Hier habe ich zu wenige Informationen. Was für ein Krebs? Darm? Woche Stadium wurde operiert? Falls lokalisiertes Stadium machen wir nach der Operation jeweils 3 monatliche Blutkontrollen und jährliche CT Untersuchungen.
C. H. 30.10.2017 22:28:35
Wieso spielt Vitamin D, welches nachweislich Tumorwachstum bremsen kann, keine Rolle in der Immuntherapie und generell keine Rolle in der Schulmedizin?
Markus Jörger
Das ist natürlich eine gute Frage. Es gibt einige Untersuchungen welche zeigen dass Tumorpatienten mit einem Vitamin-D-Mangel einen schlechteren Krankheitsverlauf haben als Patienten ohne Vitamin-D Mangel. Es gibt aber keine guten Untersuchungen, die affektiv zeigen dass eine Vitamin-D-Gabe therapeutisch genutzt werden kann. Zu diesem Thema laufen zur Zeit noch Studien, und eventuell wissen wir in 2-4 Jahren, ob solche Vitamin-D-Gaben effektiv sinnvoll sind.
Moderator
Das Interesse ist weiterhin immens. Die Experten arbeiten fleissig daran, den Fragenberg abzutragen...
s. f. 30.10.2017 22:29:33
ich bekomme eine Immunglobelintheraphie seit 4Monaten.jetzt habe ich plötzlich eine Allergie gegen Gluten.ist das eine Nebenwirkung? meine Krankheit ist CLL. ich erhalte auch Imbruvica.
Stefan Diem
Einen direkten Zusammenhang mit der Immunglobulintherapie erachte ich als unwahrscheinlich.
A. M. 30.10.2017 22:31:03
Wurde die Immuntherapie auch schon bei Weichteilkrebs, z.B. High Great Myxofibrosarkom, angewendet?
Markus Jörger
Bei den Sarkomen spielt die Immuntherapie bis anhin leider keine wesentliche Rolle. Dies mit der Ausnahme des Leiomyosarkoms, bei dem Tumoransprechen in einzelnen Patienten beschrieben wurde. Zur Ziet ist es allerdings schwierig, die Chance auf Therapieansprechen anzugeben, und es bestehen keine Zulassungen für Sarkome und Immuntherapien.
H. B. 30.10.2017 22:32:58
Per PET/CT wurden zwei Metastasen in den Lungenflügeln gefunden , die als Ursache meiner steigenden PSA-Werte gewertet werden.-Die Bestrahlung ist -wohl wegen der Herznähe- schwierig.Wie/wo kann ich testen lassen ob die Immuntherapie bei wirksam ist , da Sie nur bei jeden 5. oder 6. Patienten diese Konstalation sehen.
D. K. 30.10.2017 22:32:58
Guten Abend gehören die Antikörper Pertuzumab und Trastuzumab (Perjeta + Herceptin) auch zur Immuntherapie? Antikörper und Immuntherapie wurde im Chat schon in ähnlichem Sinne erwähnt, wie verhält es sich aber genau? Danke und Grüsse
Stefan Diem
Wenn die Diagnose von Prostatakrebs besteht, so wirken diese Immuntherapien hier leider nur sehr wenig.
Martin Früh
Die Verwirrung kommt daher, dass die Immuntherapie ebenfalls Antikörper (gegen CTLA4, PD 1 oder PD L1) sind, wie Pertuzumab und Trastuzumab (gegen HER 2). Bei letzten spricht man nicht von Immunoonkologika
M. A. 30.10.2017 22:34:36
Wie gross ist das Problem die T-cells (oder auch bei anderen Zellen) die in einem grösseren Ausmass wachsen zu lassen? Was ist da der limitierende Faktor (Cell Media, Wissen über die richtigen Growth Factors, Grössen Kapazität der „shake bags“)? Was muss in Zukunft passieren damit es möglich wird diese Zelltherapien 1. Schneller und 2. „at large scale“ anzuwenden?
Markus Jörger
Es gibt 2 wesentliche Formen der Zelltherapien: (1) TIL's aus Tumoren zu isolieren, ex-vivo expandieren und re-infundieren (2) bei der 'CART Therapie' werden die T-Zellen zudem genetisch modifiziert und mit einem 'aktiveren' T-Zell-Rezeptor ausgestattet. Schwierig ist zur Zeit die adäquate Isolierung von TIL's (dies benötigt ein grosses Tumor-'stück'), zudem benötigt die Expandierung eine gewisse Zeit, und während dem Transport können T-Zellen wieder zugrunde gehen. Dann benötigt es vor der Rückgabe eine intensive Chemotherapie und die Gabe von Interleukin, beides kann heftige Nebenwirkungen auslösen.
A. I. 30.10.2017 22:34:47
Ich wurde vor zwei Jahren wegen Lungenkrebs operiert. Es wurden keine Metastasen festgestellt. Kann eine Immuntherapie nun auch vorbeugend eingesetzt werden? Vielen Dank.
Martin Früh
Nein. Es gibt eine Grosse Studie (PEARLS Studie) an welcher man in der CH auch als Patient teilnehmen kann. Diese Behandlung (über 1 Jahr) kann aber in dieser Studie nur unmittelbar nach der Operation oder (falls notwendig) Chemotherapie angeboten werden
m. s. 30.10.2017 22:36:24
Gibt es aktuell Studien für Immuntherapien bei Brustkrebs (ER positiv, HER2 negativ) oder sind solche demnächst in der Schweiz geplant?
Stefan Diem
Ja es gibt Studien mit Immuntherapie bei Brustkrebs, wobei das Studienangebot in jedem Spital unterschiedlich ist. Ich würde empfehlen sich diesbezüglich mit einem Onkologen in Ihrer Umgebung zu besprechen.
A. S. 30.10.2017 22:36:40
Sehr geehrte Herren Onkologen. Wie ist es bei Psoriasis-Patienten mit der Immuntherapie? Bei Psoriasis handelt es sich ja auch schon um eine Überreaktion oder Fehlreaktion des Immunsystems. Wäre da eine Immuntherapie überhaupt möglich?
Martin Früh
Im Gegenteil, die aktuellen Immuntherapie können eine Psorisas verschlimmern, da es sich bei dieser Erkrankung um eine Autoimmunerkrankung also in gewisser Weise Fehlfunktion des Immunsystems handelt.
M. R. 30.10.2017 22:37:53
Sehen sie Unterschiede bei der Behandlung mit PD-1, CTLA Antikörpern. Welche werden bevorzugt? Sind die Behandlugsabläufe unterschiedlich? Wann beginnen Sie in SG mit CAR-T. Vielen Dank!
Markus Jörger
Anti-CTL4 Antikörper sind weniger gut verträglich als anti-PD-1 Antikörper, zudem sind die anti-PD-1 Antikörper in den meisten Fällen wirksamer als die anti-CTL4 Antikörper. Zelltherapien werden aktuell in St.Gallen diskutiert, sind allerdings logistisch aufwändig und können auch mit heftigen Nebenwirkungen verbunden sein. CART-Zelltherapien sind anspruchsvoller als Therapien mit sogenannten 'TIL' Zellen. Im Falle von Zelltherapien würde ein Spital also zuerst Erfahrung sammeln wollen mit sog. 'TIL'-Therapien.
A. N. 30.10.2017 22:38:59
Kann die Immuntherapie auch angewendet werden für den Krebs Metastasiertes Leiomyosarkom Grad 3?
Markus Jörger
Es gibt tatsächlich Beschreibungen von gutem Therapieansprechen solcher Tumoren auf Immuntherapien. Es ist zur Zeit aber noch etwas schwierig abzuschätzen, wie gross die Chance auf Therapieansprechen ist.
D. K. 30.10.2017 22:39:38
Ich habe seit vier Jahren Darmkrebs. Im Darm wurde der Tumor erfolgreich operiert, ich habe aber Metastasen auf der Lunge. Ich habe schon 3 Chemotherapien hinter mir, u.a. mit FOLFIRI / Avastin. Im Moment ist das Wachstum der Zellen stabil. Die Krebszellen haben eine RAS-Mutation. Ist mit einer solchen Mutation eine Immuntherapie möglich? Vielen Dank.
Martin Früh
Sie könnten Ihre Onkologen fragen, ob allenfalls eine Mismatch Repair Deficency am Tumor vorliegt. KRAS alleine entscheidet nicht, ob man auf eine Immuntherapie anspricht.
W. G. 30.10.2017 22:40:41
Im Jahr 2000 wurde mir im Alter von 52 Jahren das Auge wegen eines Aderhautmelanoms entfernt. Seither Jährliche Kontrolle des gesunden Auges. Keine Veränderung feststellbar. Frage genügt das? Im Jahr 2012 wurde mir wegen eines Karzinoms die Prostata entfernt. Vor 4 Wochen wurde mir wegen eins befallenen Lymphknotens eine Bestrahlung durchgeführt. PSA Wert 0.85) Nach 5 Sitzungen war er verschwunden. für eine Antwort danke ich.
Stefan Diem
Bezüglich des Aderhautmelanoms sind späte Rückfälle bekannt, wobei Ihre Diagnose schon recht lange zurück liegt. Ein Rückfall nach dieser Zeit ist nun doch sehr unwahrscheinlich. Somit würde ich meinen, dass diese Kontrollen 18 Jahre nach Diagnose ausreichen sollten.
N. M. 30.10.2017 22:40:53
Mein Vater, 74-jährig, hat im letzten Jahr die Diagnose Nierenkarzinom erhalten. Ihm wurde eine Embolisation empfohlen die keinerlei Wirkung zeigte. Einen Monat später hatte er Wasser auf der Lunge das ihm dann entzogen worden ist. Mit einer Therapie wurde nie begonnen und die Möglichkeit einer Immuntherapie wurde nie angesprochen. Für meine Mutter und mich unverständlich. Wäre eine Immuntherapie nicht eine Chance gewesen? 3 Monate nach der Diagnose ist mein Vater verstorben.
Markus Jörger
Ich kann ihren Unmut verstehen. Tatsächlich ist es für uns Experten jetzt schwierig die Situation korrekt einzuschätzen. Die Frage ist natürlich, ob das 'Wasser auf der Lunge' durch den Tumor bedingt war. Ich könnte mir gut vorstellen dass es Gründe gegeben hat, warum eine Therapie vielleicht nicht möglich war, oder man hat das Risiko einer Therapie also zu hoch eingeschätzt.
R. R. 30.10.2017 22:42:25
Im Dezember 2015 Diagnose Brustkrebs, 15.01.2016 operiert. Multizentrisches Karzinom der Mamma, invasiver duktaler Typ.Momentan mache ich Therapie mit Iscador, 3 Spritzen pro Woche, keine Antihormon-Prophylaxe.Am 10.11.wieder Mammographie und Ultraschall. Falls ein erneuter Tumorbefund, wäre eine Immuntherapie sinnvoll? Wie sehen Sie Vitamin B17- Unterstützung gegen Krebs? Vielen Dank für ihre Antwort
Martin Früh
Mir ist der Wirkungsnachweis von B17 in dieser Situation nicht bekannt. Ich empfehle diesbezüglich Kontakt aufzunehmen mit einem in Komplementärmedizin ausgebildeten Kollegen, welcher Sie bezüglich optimalem Einsatz beraten kann. Zur primären Krebsbekämpfung würde ich es nicht alleinig einsetzen.
s. l. 30.10.2017 22:42:37
Guuen Abend. Meine Frau (34) leidet an einem metastasierender positiver Mamakarzinom.Wäre da eine Immuntherapie sinnfoll?
Stefan Diem
Dazu bräuchte man mehr Information zur genauen Diagnose. Die Wirkung bei Brustkrebspatientinnen hat sich nur in kleinen Untergruppen bestätigen lassen.
M. K. 30.10.2017 22:43:31
Können Sie durch Studien bestätigen, dass eine Reduktion von Zucker und Kohlehydraten bei einem Krebspatienten mit Pankreaskarzinom die Energiezufuhr des Tumores behindern und damit das Wachstum des Karzinoms verlangsamt werdem kann?
Markus Jörger
Das ist leider nicht der Fall, und zwar bei keiner Krebserkrankung. Man hat dies relativ eingehend untersucht. Die Zuckerzufuhr scheint auch nicht direkt das Krebsrisiko - also die Entstehung von Krebs - zu erhöhen. Patienten mit Übergewicht und einer 'schlechten Stoffwechsellage' neigen allerdings dazu, häufiger an Krebs zu erkranken. Ist bereits ein Krebsleiden vorhanden, sind insbesondere Diäten nicht sinnvoll, da diese Patienten häufig an Gewichtsverlust leiden, d.h. eine Diät ist kontraproduktiv.
M. D. 30.10.2017 22:43:53
Bei mir wurde mit 49 Jahren Multiples Myelom diognisziert. Ich hatte Chemotherapie später Hochdosischemo mit eigener Stammzellentransplantation. Nach 1 1/2 Jahren leider wieder eine Therapie mit dem Medikament Revlimid. Dass musste ich plötzlich nach ca. 2 Jahren wegen grossen Nebenwirkungen aufhören. Im Moment habe ich keine Therapie und mein Körper könnte sich wieder erholen. Ich muss jedoch alle paar Wochen zur Kontrolle. Könnte bei einem MM die Immuntherapie ebenfalls eingesetzt werden?
Martin Früh
Ich würde hier Ihren behandelnden Onkologen bezüglich Studienoptionen fragen. Sicher keine Empfehlung ausserhalb einer Studie in dieser Situation für Immuntherapie
C. M. 30.10.2017 22:44:27
Ich werde wegen HER2positivem Brustkrebs 6 mal mit Herceptin, Doxeaxel und Carboplatin behandelt. Die Behandlung hat bereits guten Erfolg. Nun bekomme ich zudem 4 mal Perjeta. Gehört dieses auch in die Kategorie Immuntherapie oder ist das eine Antikörpertherapie? Herzlichen Dank
Martin Früh
Dies ist eine andere Antikörper Therapie welche gegen den HER2 Rezeptor gerichtet ist und nicht gegen Immunregulatorische Eiweiße
A. L. . 30.10.2017 22:44:36
Guten Abend. Ich leide an Prostatakrebs, PSA-Wert z. Zt. 33. Ich habe mein Immunsystem mit Misteltherapie behandelt. Nun werde ich mit Xofigo behandelt, bis anhin 2 Spritzen, ohne grosse Nebenwirkungen. Problem ist die grosse Müdigkeit. Werde weiterhin mit Misteltherapie behandelt. Ableger sind nur in den Knochen vorhanden, andere Organe sind nicht betroffen. Kann ich etwas gegen die Müdigkeit, fast Erschöpfung tun? Danke für die interessanten Antworten und die aufschlussreiche Sendung.
Markus Jörger
Müdigkeit ist ein schwierig zu behandelndes Symptom. Sie sollten auf jeden Fall mit ihrem behandelnden Onkologen über dieses Problem sprechen.
S. H. 30.10.2017 22:46:37
Guten abend ich habe Prostatakrebs der vor 10 Jahren bestrahlt wurde.Jetzt bekomme ich Hormonsprize da der Psa wieder ansteigt.Nun habe ich seit 2 Jahren einen befall einer Lympfe im Becken man wollte es wieder Bestrahlen,wurde dann aber als zu gefährlich eingestuft.Würde mir eine Immuntherapie etwas bringen?
Markus Jörger
Leider hat sich die Immuntherapie - bis anhin - als relativ wirkungslos herausgestellt beim Prostatakrebs. Eine Behandlung mit einer Immuntherapie in einer klinischen Studie wäre aber eventuell eine Option, mindestens wenn andere Therapieoptionen nicht oder nicht mehr optimal wirken.
C. K. 30.10.2017 22:47:59
Guten Abend! Ich bin 60 und leide seit 40 Jahren an wiederkehrenden Basaliomen im Zusammenhang mit dem Gorlin-Syndrom. Die meisten Hauttumore wurden mit Kryo behandelt, wachsen aber immer wieder nach (vorallem im Gesicht an Augenbrauen, Schläfen und Lippen). Gibt es ein Medikament dagegen, eines welches von innen wirkt? Besten Dank
Stefan Diem
Guten Abend, für diese Situation existieren leider keine sinnvollen Alternativen mit Medikamenten, welche von "innen" wirken.
O. K. 30.10.2017 22:49:56
warum wird versucht krebs mit mitteln zu behandeln, die im normalfall krebs verursachen können?
Markus Jörger
Wenn sie jetzt von Chemotherapie sprechen haben sie völlig Recht; mindestens gewisse Chemotherapeutika können tatsächlich Krebs verursachen. Im Falle einer so ernsthaften Erkrankung wie einem Krebsleiden müssen wir in gewissen Fällen das Risiko einer Auslösung eines weiteren Tumors durch Chemotherapie (oder auch Bestrahlung) in Kauf nehmen. Glücklicherweise sind Therapie-ausgelöste Zweittumoren sehr selten. Für Immunotherapien wurden bis anhin keine Auslösung von Zweittumoren beschrieben.
H. M. 30.10.2017 22:50:46
Wir betreuen einen Onkel (80 Jahre Alt) er hat die Diagnose Magenkrebs mit Ablegern auf der Leber. Ist nicht mehr operierbar. Der Onkologe schlägt eine Immuntherapie vor.Leider gibt es aber einen negativen Bescheid von der Krankenkasse. Was sind die Beweggründe für eine Absage. Das Alter oder auch die geringe Erfolgschancen ( Statistik)
Stefan Diem
Ich vermute mal die geringen Erfolgschancen. Leider sind diese Immuntherapien beim Magenkrebs relativ wirkungslos.
P. S. 30.10.2017 22:51:03
Ich habe seit 10 Jahren Prostatakrebs. Ich habe Operationen und Chemo hinter mir. Im Moment habe ich nur die Hormontherapie. Kann ich in absehbarer Zeit damit rechnen, dass die Immuntherapie auch nützt wenn sich wieder Ableger bilden? Wie lange kann es dauern bis die Forschung soweit ist?
Martin Früh
Die Forschung ist sehr schwierig prognostizierter. Es gibt sehr viele klinische Studien mit Immuntherapie beim Prostatakarzinom, was aber nicht heissen muss dass die Resultate positiv ausfallen werden. Prinzipiell geht es darum, mehr über die Biologie der Erkrankung herauszufinden und möglicherweise mit Kombinationstherapien erfolgreich zu sein.
A. S. 30.10.2017 22:51:07
Wäre bei NET-Tumoren eine Immuntherapie möglich?Ich musste vor knapp 4 Jahren einen solchen TU am Dünndarm operieren lassen, nun zeigten sich erneut 2 Metastasen im Mesenterium und ein Lebertumor von ca. 2 cm Grösse. Eine weitere OP ist im Januar geplant, Wie steht es mit einer weiteren Metastasierung bei so langer Wartezeit?
Martin Früh
Ich verstehe die Frage nicht genau. Wenn die Metastasen spät auftreten, heisst dies dass das Gesamttumorwachstum langsam ist, was häufig der Fall ist, bei NET Tumoren. Der Stellenwert von Immuntherapien bei diesen Tumoren ist noch relativ wenig erforscht. Aufgrund der Seltenheit der Tumoren sollte die Behandlung, von in diesen Tumoren spezialisierten Teams erfolgen.
S. E. 30.10.2017 22:51:18
wenn der Tumor ( Melanom Hautkrebs) durch die Immuntherapie (Yervoy und Nivolumab) nach 2 Infusionen nicht mehr ersichtlich ist, sollte man nicht trotzdem mit der Therapie weiterfahren?
Markus Jörger
Diese Frage wird zur Zeit intensiv diskutiert und auch erforscht. In dem von ihnen beschriebenen Falle bestehen aktuell recht gute Daten, dass mindestens nach einem Jahr Therapie die Behandlung unterbrochen werden kann. Viele dieser Patienten entwickeln auch nach vielen Monaten kein Krankheitsrückfall.
N. S. 30.10.2017 22:52:32
Könnte man die Kosten dieser Therapien senken, beispielsweise wenn man die Dosis verringert? Oder ist die Wirkung dann zu schwach?
Martin Früh
Dies ist eine sehr gute Frage! Wir wissen das nicht. Ein anderer Ansatz wäre auch die Therapieintervalle zu erhöhen, auch so könnten Kosten gespart werden. Bezüglich letztem Ansatz ist beim Lungenkrebs beispielsweise eine grosse Studie in Frankreich geplant.
Y. M. 30.10.2017 22:52:40
Guten Abend mein Mann hat am linken Ohr weissen Hautkrebs. Beim Dermatoloen wurde ihm eine Probe entnommen und untersucht. Die Probe war positiv. Nun soll ihm im Dezember ein Keil entfernt werden. Ist dies nötig und wie sollen wir weiter vorgehen. Besten Dank für eine Stellungsnahme
Markus Jörger
Diese chirurgische Therapie ist auf jeden Fall zu empfehlen; die Heilungschance sollte damit recht gut sein. Medikamente heilen nur in seltenen Fällen Krebserkrankungen, und dies hat sich auch durch die Immuntherapie nicht geändert.
P. G. 30.10.2017 22:52:51
Guten Abend ist die Immuntherapie auch bei einem Metastasierenden Ovarialca anwendbar?
Stefan Diem
Ausserhalb von Studien leider nicht. Diese Immuntherapien sind beim met. Ovarialkarzinom leider relativ wirkungslos.
J. S. 30.10.2017 22:52:57
Gibt es neue Immuntherapie-Medikamente welche in der Schweiz nicht aber in anderen Europäischen Ländern bereits via klinische Studien verfügbar sind?
Martin Früh
Die Studienwelt ist riesig, selbst in der kleinen Schweiz. Es kommt sehr darauf an, wo in Europa sie meinen. Neulich, sind die grösseren Länder /Märkte gegenüber der CH bezüglich Studienvergabe eher im Vorteil, wobei wir in der CH mit der SAKK eine gut Vernetzung und mit gut ausgebildetem Studienpersonal gute Qualität haben und so auch interessant für Firmen mit neuen Medikamenten sind.
B. z. . 30.10.2017 22:54:01
Guten Abend. Falls die Immuntherapie sich positiv auswirkt und der Krebs sich nicht ausweitet wird dann die therapie nie abgebrochen über 2 /5/10 jahre... Oder gibt es einen Endpunkt der Therapie trotz erfolg. Grüsse schönen abend
Markus Jörger
Das wird zur Zeit intensiv diskutiert und teils auch untersucht. Beim Melanom gibt es jetzt ziemlich gute Daten, welche zeigen dass nach rund einem Jahr die Therapie - gutes Ansprechen vorausgesetzt - unterbrochen resp. gestoppt werden kann. Viele dieser Patienten bleiben auch nach vielen Monaten frei von einem Krankheitsrückfall.
B. S. 30.10.2017 22:54:13
Ist Avastin eine Immuntherapie? Ist es möglich, dass man von Avastin Gelenkschmerzen/Gliederschmerzen bekommt??
Martin Früh
Avastin ist ein Antikörper welcher gegen die ein bestimmtes Eiweiss der Tumorblutgefässversorgung wirkt nicht gegen ein das Immunsystem regulierendes Protein. Gelenk und Gliederschmerzen können selten auftreten.
I. D. 30.10.2017 22:55:11
ich habe seit 2011 Eierstockkrebs der mit einer Chemotherapie und Avastin behandelt wurde, aber schon zum 3mal wieder gekommen ist. Nun habe ich auch Ableger auf dem Dünndarm was einen Dünndarm Verschluss zur Folge hatte diese wurde mit einem Stoma gelöst. Würde mir eine Immuntherapie helfen. Mit freundlichen Grüssen
Stefan Diem
Beim Eierstockrebs sind diese Immuntherapien leider relativ wirkungslos soweit man heutzutage weiss.
F. H. 30.10.2017 22:57:16
Knochenmetastasen nach Prostatakarzinom, kann man die mit Immuntherapie behandeln? Im Moment habe ich Zytiga und Zoladex als Therapie, und vor 2 Monaten wurde ich palliativ gegen die Schmerzen an der Wirbelsäule bestrahlt.
Stefan Diem
Leider kann man Knochenmetastasen des Prostatakarzinoms nicht mit einer solchen Immuntherapie behandeln.
U. T. 30.10.2017 22:57:17
Ich habe ein nultiples Myelom und habe seit Aug. eine KRC Therapie, spreche sehr gut an, Werte nach 2 Zyklen von 29 auf 5, aber fast keine Lebensqualität mehr. Kann ich eine Immuntherapie machen anstelle von ev. Stammzellentherapie ? Bin 70 Jahr alt und war vor der Chemo sehr fir? Habe sehr Angst vor Stammzellentherapie
Markus Jörger
Ich bin nicht sicher für was 'KRC' steht (Kyprolis, Revlimid?); bei schlechter Therapietoleranz sollten sie das offen mit ihrem behandelnden Onkologen besprechen. Die Immuntherapie hat zur Zeit leider keinen Stellenwert beim Myelom; einige laufende Studien mussten sogar wegen Sicherheitsbedenken pausiert resp. gestoppt werden. Es gibt aber einige neuere Medikamente mit guter Wirksamkeit beim Myelom, z.B. Empliciti oder Darzalex.
S. H. 30.10.2017 22:57:43
Guten Abend. Wenn nach einem Jahr Chemotherapie sich nichts ändert bei einem Hirntumor, was sind die nächsten Schritte? Was gibt es bei Bestrahlungen für schädliche Folgen?
Martin Früh
hier kommt es auf die ART des Hirntumors darauf an. Bestrahlung hat wie jede Behandlung auch mögliche Nebenwirkungen. Der Tumor kann durch die Bestrahlung anschwellen oder umliegendes Gewebe könnte ev. beeinträchtigt werden. Hier brauchen Sie das Gespräch mit Ihrem Radioonkologen, welcher mit Ihnen Risiken und Nutzen besprechen muss.
B. W. 30.10.2017 22:59:33
Haben Sie Erfahrungen mit Magentumor in Bezug auf Immuntherapie. Gibt es spezielle Stärkung des Immunsystem nach Magenentfernung? Danke für die interessante Sendung.
Markus Jörger
Nach einer operativen Magenentfernung besteht ja die Hoffnung einer Heilung des Magentumors. Sollte es doch zu einem Rückfall kommen wird ihr behandelnder Onkologe sicher mit ihnen die Therapieoptionen besprechen. Es gibt zwar Studien welche ein gewisses Ansprechen von Patienten mit Magentumoren auf Immuntherapien berichten, und Opdivo wurde auch kürzlich in Japan für diese Erkrankung zugelassen, es ist zur Zeit aber noch fraglich ob Immuntherapien auch bei uns für Magentumoren eine Zulassung erhalten werden. Bei dieser Erkrankung kommt es nur relativ selten zu einem Ansprechen auf Immuntherapie.
L. L. 30.10.2017 22:59:43
Wird Immuntherapie auch bei Glioblastomen erforscht, resp. Liegen bereits Ergebnisse dazu vor?
Stefan Diem
Es gibt Studien mit Immuntherapien beim Glioblastom. Leider sind die Ergebnisse bisher nicht allzu erfolgversprechend.
K. D. 30.10.2017 23:00:49
Guten Abend, ist eine Immuntherapie bei bekannter Wespen-Gift-Allergie und Lungenmetastasen (Plattenepithel-K.) durchführbar?
Markus Jörger
Eine Allergie stellt keine Kontraindikation dar bzgl. Immuntherapien, d.h. eine solche kann auch bei allergischen Zuständen durchgeführt werden. Die Frage ist ob ihre Erkrankung tatsächlich eine Situation ist, in welcher eine Immuntherapie zugelassen ist und auch medizinisch sinnvoll ist.
J. S. 30.10.2017 23:03:46
Ab wann wird die neue Technik in Lausanne auch für Lungenkrebs angewendet werden können?
Markus Jörger
Meines Wissens wurden dieses Jahr die ersten Patienten mit Melanom mit den sogenannten 'TIL-Zelltherapien' behandelt. Mir ist nicht bekannt, wann diese Technik auch auf Patienten mit Lungentumoren ausgedehnt werden soll. Weltweit gibt es meines Wissens keine Studiendaten die uns angeben, wie erfolgversprechend eine TIL oder CART-Zell Therapie bei Lungenkrebs ist. Ich bin aber doch überzeugt, dass wir in den nächsten 3-5 Jahren solche Studien sehen werden.
K. S. 30.10.2017 23:05:44
Guten Abend - ich habe seit 6 Jahren ein papillares Schilddrüsenkarzinom mit Metastasen auf der Lunge. Die Krebszellen sind Jodnegativ. Im Moment werde ich mit TKI (Lenvima) behandelt. Da die Nebenwirkungen erheblich sind, ist die Behandlung zur Zeit unterbrochen. Als medizinisches Unikum habe ich zudem eine Autoimmunreaktion (deutlich erhöhter TRAK-Wert), die mit Cortison behandelt wird. Wäre eine Immuntherapie für mich denkbar? Ich weiss, dass man in Texas an entsprechenden Lösungen forscht.
Markus Jörger
Bis anhin gibt es kaum Daten zu Immuntherapien bei Schilddrüsenkrebs. 'Zielgerichtete Medikamente' wie zum Beispiel Lenvima oder Nexavar sind hier aber recht gut wirksam, und es ist relativ unwahrscheinlich dass Immuntherapien gegenüber diesen Medikamenten Vorteile bieten könnten.
H. S. 30.10.2017 23:09:21
Guten Abend. Wird die Immuntherapie auch bei Kindern mit Leukämie ALL, Hochrisikopatient angewendet? Gibt es Unterschiede USA / Europa?
Markus Jörger
Sie sprechen mit grosser Wahrscheinlichkeit die Therapie mit sogenannten CART-Zellen an; dies sind den Patienten entnommene T-Zellen welche ex-vivo expandiert und gentechnisch verändert werden (Modifizierung des sog. T-Zell-Rezeptors). Die erste dieser Therapien von Novartis Tisagenlecleucel (Kymriah) wurde kürzlich in den U.S.A. zugelassen. Eine Zulassung im 2018 ist auch für Europa/CH zu erwarten, wird aber wohl nur an stark spezialisierten Spitälern durchgeführt werden. Die CART-Zellen-Therapie war nicht das Hauptthema der Sendung 'PULS'.
S. D. 30.10.2017 23:11:37
Gibt es Studien, die die Wirksamkeit von Immuntherapien beim Blutkrebs Multiples Myelom untersuchen? Wenn ja, wie stehen diese Therapien im Verhältnis zur Stammzelltransplantation da?
Markus Jörger
Immuntherapien im engeren Sinne - wie sie in der Sendung 'PULS' diskutiert wurden - haben beim myelom keinen Stellenwert. Tatsächlich mussten einige Studien wegen Sicherheitsbedenken pausiert resp. gestoppt werden. Es gibt allerdings etliche neuere Therapien beim Myelom, inkl. Empliciti und Darzalex. Dies sind Antikörper welche im weiteren Sinne auch als 'Immuntherapie' bezeichnet werden.
Moderator
Der Experten-Chat ist beendet. Leider konnten in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht alle Fragen beantwortet werden. Mehr Infos zum Thema finden Sie aber auf https://www.srf.ch/sendungen/puls/immuntherapie-gegen-krebs-hoffnung-oder-hype